Früher war alles besser

„Mit dem Älterwerden ist irgendwie auch der Hang dazu verloren gegangen, sich gemeinsam vor einen Bildschirm zu setzen um zu zocken. Dazu gibt es heute entweder LAN-Partys oder man schließt sich übers Internet in Multiplayerschlachten kurz. Aber das wirkliche gemeinsame Spielen ist heutzutage leider weitestgehend verloren gegangen. Zumindest beschleicht mich persönlich dieser Verdacht immer und immer wieder auf sehr bedrückende Weise. Die Wii könnte in dieser Hinsicht ein Schritt zurück sein, einige Eyetoy- und Singstar-Sachen auch.“

So oder so ähnlich habe ich es vor einem knappen Jahr schon mal in Form eines Kommentars zu Nintendos Virtual Console ausgedrückt. Ein eher trauriges Fazit, wenn man bedenkt, wie viel Zeit ich als Kind gemeinsam mit Freunden vor dem C64 und Amiga verbracht habe. Wieviel Spaß wir hatten… und das bei Spielen, die in 99% aller Fälle ausdrücklich nicht als Multiplayer-Games angelegt waren.
Ja, liebe Kids, so war das früher.

Solche Zeiten gab es. Komplette, vollwertige und hochgradig fesselnde Spiele wurden damals noch auf 1-2 Disketten ausgeliefert, die, jede für sich, gerade mal auf ein Fassungsvermögen von knapp 700 KB kamen. Dafür bekommt Ihr heute nicht mal mehr einen Schnuffel-Klingelton, liebe Kinder. Wir hingegen haben als Gegenwert ganze Welten, ach was Rede ich: Universen voll unendlicher Möglichkeiten geboten bekommen, die unsere Phantasie gekitzelt haben bis die Synapsen knackten und uns in Welten entführten, die nie ein Mensch… na ja, jedenfalls kratzten sie noch deutlich stärker an unserer Vorstellungskraft, rüttelten und schüttelten sie und zerrten sie aus den tiefsten Hirnwindungen hervor ins gleißende Licht der Erleuchtung, bis wir uns in ferne Galaxien träumten und dort den Kilrathi den Garaus zu machen oder als grüner Frosch mit rotem Superhelden-Umhang mal ordentlich im Garten aufräumten.

Und, meine lieben Jünger, diese Spiele kamen tatsächlich völlig ohne Mehrspieler-Modus daher, was ja heute schon fast ein Ding der Unmöglichkeit ist und von der Nerdcore-Gemeinde da draußen deshalb regelmäßig als ketzerischer Frevel an den Pranger gestellt wird.

Aber soll ich Euch was sagen? Wirklich? OK, dann hört mal gut zu: WIR BRAUCHTEN DIESEN VERDAMMTEN SCHNICKSCHNACK DAMALS NICHT! Wir sind auch ohne die xte Neuauflage des ewigen Kampfes um eine dumme, nichtsnutzige Flagge ausgekommen. Wir haben uns unseren Multiplayer-Spaß einfach selbst gebastelt. So einfach war das!

Zwei bis nölf Leute vor einem einzigen Fernseher versammelt, Turrican reingeschoben und anschließend den Freudenstock einfach reihum kreisen gelassen. So geht das! Gespielt wird, bis das Pixelmänneken da vor einem aus den Latschen kippt, dann ist der nächste dran. Was? Wie? Langweilig? Was der Rest in der Zeit gemacht hat? Na: zugeschaut und mitgelacht! Was gibt es spaßigeres, als wenn eine Meute von Leuten um einen sitzt und gemeinsam mit einem selbst mitfiebert, grölt, wenn man in Abgründe springt, Tipps gibt, wo es als nächstes lang geht und in pure Hektik ausbricht, wenn das eigene Bildschirmleben ausgehaucht ist und es darum geht, den Joystick möglichst schnell an den nächsten weiterzureichen. Wie viele Leben haben wir wohl alleine durch dieses Prozedere auf dem Gewissen? Wir waren schon Massenmörder, lange bevor irgendein Spinner zum ersten Mal von der zerstörerischen Kraft von Killerspielen fabuliert hat. Aber das war nicht der Punkt. Das Entscheidende an der Sache war, dass da eine Bande von Freunden gemeinsam vor dem Fernseher hockt und, anstatt katatonisch das Angebot zu rezipieren, aktiv miteinander gespielt hat, agiert hat, kommuniziert hat. Spiele waren nur der Vorwand uns zusammenzubringen, waren nur ein Teil der Freizeitbeschäftigung. Nebenher wurde über alles Mögliche geplaudert – vorzugsweise über Comics, Rollenspiele, Kino, ASM-Artikel, Mädchen (waren damals noch der Feind) und coole neue Tricks, die man mit seinem Fahrrad drauf hatte. Wo man dann grad mal beim Thema war, ist man dann halt zwischendurch mal für ein paar Stunden mit den Rädern in den Wald, ist über selbstgebaute Rampen gesprungen, hat einen Abstecher zum nächsten Comicladen gemacht und Marvel Trading Cards getauscht. Nur, um sich anschließend noch mal schnell in Street Fighter 2 oder Body Blows ordentlich eins auf die Fresse zu geben.

Oh, hatte ich gesagt, wir hatten es damals nicht so mit Multiplayer-Games? War natürlich gelogen. Zwischendurch gab es natürlich immer mal kleinere Turniere, in denen man seine Rennfahrer-Künste in Lotus Esprit Turbo Challenge III oder Jaguar XJ 220 gemessen hat, in Speedball 2 gebannt auf den Eisverkäufer gewartet hat, während man seinem Opponenten ordentlich eins vor die Omme gebraten hat oder sich in The Chaos Engine gemeinsam auf einen Trip durch die Zeit durch die Gegend geballert hat. Mit heutigen 08/15-Mehrspieler-Partien hatte das aber herzlich wenig zu tun. Damals war irgendwie alles noch aufregend und neu.

Was ist bloß aus ihr geworden, aus der guten alten Zeit? Heute wird es zunehmend schwieriger, gemeinsam nach oben beschriebenem Prinzip zu spielen. In modernen Spielen stirbt man nicht mehr alle Nase lang, sondern, wenn man sich nicht völlig blöde anstellt, nur noch einmal die Stunde. Medipacks, Regeneration und sonstigem Schnickschnack sei Dank. Als Solo-Spieler freut mich das, für das Zocken mit Freunden fallen solche Games aber von vornherein flach. Bleibt also nur die xte Neuauflage eines Prügelspielklassikers, Rennspiels oder der üblichen Verdächtigen aus dem Bereich Sport. Das aber mittlerweile natürlich auch bevorzugt über Internet und Freundesliste gespielt. Das reale Aufeinandertreffen verkommt zu Nebensache, wichtig ist, ausreichend Gamerscore einzufahren und so seine Credibility zu steigern. Wer da am anderen Ende der Leitung sitzt? Scheißegal! Wenn man sich nett mit dem unterhalten kann – schön und gut. Aber Hauptsache der ist nicht besser als ich und versaut mir meine Statistiken.

Klar kann man das alles auch weiterhin gemeinsam zuhause machen, aber wie oft kommt das noch vor? Zumindest in meiner ja fast schon gesetzteren Altersklasse? Zum Spielen findet sich immer weniger Zeit, Job, Freundin, sonstige Freizeitaktivitäten wollen alle irgendwie unter einen Hut gebracht werden. Und dann muss man ja auch noch regelmäßig seinen Games-Blog mit neuem Stoff füttern. Wenn man dann mal die Möglichkeit zum Spielen hat, dann alleine daheim, im stillen Kämmerlein. Allen anderen um einen herum scheint es ähnlich zu gehen. Seit Monaten plane ich mit meinem ältesten Kumpel ein Speedball 2-Revival mit der aktuellen Neuauflage des Klassikers. Bloß dazu gekommen sind wir bis heute nicht.

Hinzu kommt, dass sich so ein Freundeskreis im Laufe der Zeit ja auch gewaltig wandelt. Immer mehr Leute lernt man kennen, während man zu anderen irgendwann einfach den Kontakt verliert. Wenn man dann irgendwann feststellt, dass ein großer Teil des aktuellen Freundes- und Bekanntenkreises mit Spielen herzlich wenig am Hut hat, wird es beinahe bitter.

Und diejenigen, die trotzdem als eingefleischte Zocker durchgehen spielen… na klar: im Internet oder auf LANs.

Nun sind LANs ja grundsätzlich erstmal ein schönes Ding, weil man zumindest mal wieder zusammenkommt und persönlich und von Angesicht zu Angesicht aufeinander trifft. Ein klein wenig kommt dabei sogar das alte Gefühl wieder auf, wenn man bei Flatout 2 wieder mal von wem in die nächste Scheune gedübelt wird und ihm mal eben kurz in seine fies grinsende Visage starren kann. Aber irgendwie ist das alles nicht das Wahre. Die meiste Zeit über sitzt jeder vor seinem eigenen Rechner, stiert auf die Mattscheibe und nimmt die Welt um ihn herum höchsten peripher wahr. Da kommen Leute zur Tür rein, bauen Ihre Rechner auf, klinken sich ins laufende Match ein und sitzen direkt neben einem – aber man lernt sie trotzdem nicht kennen. Der direkte Sitznachbar bleibt ein Fremder. Seien wir doch mal ehrlich: die kurzen (Essens-)Pausen zwischen den einzelnen Matches taugen allerhöchstens für oberflächlichen Smalltalk.

Und so war das letzte Mal, dass ich wirklich mit Freunden gemeinsam vor einem Bildschirm spielend verbracht habe, als wir damals zu dritt Resident Evil 2 durchgespielt haben. Einer steuert, die anderen machen sich vor Spannung und Grusel beinahe in die Hose und alle halbe Stunde wird das Joypad freiwillig an den nächsten weitergereicht, weil man vor lauter Angst schweißnasse Finger bekommt, die nur noch von den Tasten abrutschen. Das allerdings ist mittlerweile zehn Jahre her. Seitdem hab ich höchstens mal mit meiner Freundin den Zweispieler-Modus von We love Katamari probiert.

Ich will wieder Kind sein.


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39 Kommentare

  1. SpielerDrei- - 21.12.2008 16:00

    Damals, als ich noch keine PS2 hatte, da war ich regelmäßig auf SpielerEins‘ Couch zu finden, um nächtelang diverse Silent Hills, SSXs oder Tony Hawks durchzuspielen. Dann kam das Geld, die Gemütlichkeit und diverse von dir oben bereits genannte Gründe, aber ab und zu kriegt man das immer noch hin. Vor allem weil Spiele um ein vielfaches an Unterhaltungswert gewinnen, wenn man betrachtet, wie unglaublich ungelenk sich S1 durch die Level stolpert und die storyweiterführenden Cutscenes aus Versehen wegdrückt, weil er noch so im Endgegnerkampf drin war…

  2. Christian- - 21.12.2008 16:00

    Argh, dieses Scheißding schluckt meine Comments. Und das nur, weil ich bei dem Captcha Augenkrebs bekam und das nicht richtig lesen konnte.

    Was wollte ich sagen? Ach ja: Der besondere Spielspaß bei Mehrspieler-Partien blüht ja erst durch diese fiese Häme richtig auf, mit der man seine Mitspieler übergießen kann, wenn sie mal wieder nichts gebacken bekommen. Oder umgekehrt.
    Hab mich gestern noch mit einem Freund über dieses ganze Dilemma unterhalten, mit dem Ergebnis, dass wir endlich mal wieder einen amtlichen Spieleabend angehen wollen. Yeah.

  3. Lance - 21.12.2008 16:00

    Man kann aber auch dem modernen Online-Gaming sehr viel abgewinnen. Ich beispielsweise habe über Xbox Live Daddelkumpels kennen gelernt, mit denen ich mich mittlerweile auch im Real Life treffe. Insofern bietet die Online-Zockerei durchaus einen neue Ebene des Sozialen, die nach wie vor sehr unterschätzt wird.

    Übrigens: tolle Seite, tolles Projekt, aber das Eingabefeld für die Kommentare ist definitv zu winzig. Bei längeren Kommentaren verliert man schnell die Übersicht.

  4. Alanar - 21.12.2008 16:00

    Es läuft zwar nicht im von dir beschriebenen großen Stil ab aber ich treffe mich noch regelmäßig mit einem Kumpel, um gemeinsam irgendwelche Singleplayer-Spiele durchzuspielen. Abgewechselt wird sich dann bei uns nicht nach jedem Bildschirmtod, sondern nach jedem Speicherpunkt, Level oder einfach spontan. Die beiden „God of War“-Episoden, „Conker’s Bad Fur Day“ und „Sonic CD“ haben wir unter anderem so durchgespielt. Und irgendwann wollen wir uns noch dazu überreden, endlich „Metroid Prime“ zu beenden, was bisher keiner von uns gemacht hat.

    Im Sektor „wirkliche Mehrspieler-Titel“ hingegen wenden wir uns fast schon ständig „Naruto: Clash of Ninja“ für den GameCube zu. Selbst nach gut 40 Stunden Spielzeit wird uns das Spiel nicht langweilig. Es geht doch nichts über knappe Siege, bei denen man seinem Kontrahenten auch noch hämisch ins Gesicht lachen kann…

  5. HomiSite - 21.12.2008 16:01

    „Wenn man dann irgendwann feststellt, dass ein großer Teil des aktuellen Freundes- und Bekanntenkreises mit Spielen herzlich wenig am Hut hat, wird es beinahe bitter.“

    Word! Und die alten Kumpels zu versammeln, wird zunehmend eine schwierige Aufgabe. Wenn man dann aber wieder mal beisammen sitzt und die Games von früher zockt (Mario Kart, GoldenEye, Soul Calibur…), ist es fast wie früher.

    Die 16bit-JRPGs hatten wir auch oft gemeinsam gespielt, wobei ich das heute wohl nicht mehr machen würde: „‚Spannend‘, noch ein Zufallskampf zum Zusehen. Hey, ich hatte den Text noch nicht durchgelesen!“ :-)

    Summer Games & Co. forever.

  6. Actionman - 21.12.2008 16:03

    Irgendwie schaffe ich es alle paar Wochen, meinem Freundeskreis bei mir vor den Fernseher zubekommen. Ist zwar immer eine heiden Arbeit ein Tag zufinden wo die meisten können. Aber es lohnt sich. Wobei die Zeiten wo man damals Blood Money auf dem Amiga gezockt hat, leider nie wieder kommen.

  7. cmi - 21.12.2008 16:03

    *seufz*

    genauso wie es in dem artikel stand, ging es mir. habe mich letztens auch mit einem kumpel unterhalten, wie das damals™ war.. im co-op mit nullmodem doom gezockt, man hat sich bei dem freund mit dem amiga getroffen um turrican zu zocken usw.

    hachja…

  8. jorl - 21.12.2008 16:05

    OMG bin ich alt, denn ich kenne alle Spiele aus dem Artikel – und Superfrog war schon ein toller Typ ;-).
    Mir fehlen auch diese Treffen. Bei uns wurde zwar selten der Stick rumgereicht, aber (alt)kluge Kommentare der Zuseher gabs zuhauf. Schön waren auch Spiele, die nicht als Multiplayer gedacht waren wie Walker – einer an die Tasten/Joystick und einer an die Maus.

    Ich glaube es gibt aber noch mehr Gründe für das Verschwinden dieser schönen Tradtion:
    Multiplayertitel wie Chaos Engine oder Alien Breed oder Dogs of War gibts ja heute eher selten und Splitsceen mag ich nicht.
    Nicht nur der Freundeskreis ändert sich, sondern auch die Freunde selbst. Heute hat man einfach wenig Zeit und die teilt sich jeder so ein, dass er möglichst sein bevorzugtes Genre zocken kann – da gibts einfach viel weniger Schnittmenge als früher, wo einfach alles gespielt wurde. Auch konnte man in viele Spiele schneller einsteigen: Body Blows hat eine schön überschaubare Anzahl an Moves. VF4 dagegen ist als Einsteiger gar nicht zu beherrschen.

    PS: Schönes Projekt hier. Auf das es wächst und gedeiht.

  9. Puschel - 21.12.2008 16:05

    Vorab: M.U.L.E. Atari 400/800. 4 (in Worten: vier) Controller für vier zeitweilig simultan teilnehmende Spieler.

    Multiplayer in der alten Zeit war aber vor allem deshalb besser weil wir arm, jung und hungrig waren. Das Fernseh-Programm war durch die Konzentration auf drei Programme und eine erbauliche zweistündige Mittagspause auch besser. Autofahren mit Schaltgetriebe und Zwischengas sowie das Fotografieren mit manueller Fokussierung waren übrigens auch besser. Winter waren noch Winter und … ich schweife ab.

    Bezüglich des Mangels an spielewilligen Freunden gibt es natürlich eine Alternative. Den Krempel einpacken und unbekehrte oder vom Glauben abgefallene Freunde mit einsteigerfreundlichem Zeug anfixen. Wii, Plastikgitarren und Controller (wer es mag auch in der Ausführung PS2 mit Hüpfmatte, Mikrofon oder kleiner Kamera) in den Rucksack und ihnen die meist vergessenen Freuden des Videospiels wieder nahebringen. Ich wurde im Winter aus 50 Metern Entfernung allerdings schon mit dem Weihnachtsmann auf dem Weg zur Bescherung verwechselt. In ruhigeren Momenten dann auf leicht anspruchsvolleres Material wechseln. Die Abfolge Wii Sports, Super Mario Galaxy, Super Mario World auf der Virtual Console (eignet sich auch gut für etwas Joystick/Pad-Herumreicherei) kann man als Einstieg verwenden und danach darf man sehen was sich entwickelt. Aus didaktischen Gründen kann ich vom Einsatz reiner Mini-Spiel Sammlungen dagegen nur abraten.

  10. Aulbath - 21.12.2008 16:05

    Eine Sache die du noch vergessen hast, damals gab’s auch immer was zu sehen, dem Prinzip „thematisch an irgendwas angelehnte Welten“ sei Dank. Die 5 Level Turrican II sind alle optisch abwechslungsreich, die Viecher cool und bei den bildschirmfüllenden Endbossen sieht man Details eigentlich nur wenn man nicht selber zockt.

    Im grün-braun-grau-schwarzen Müll von heute gibt es a) kaum Abwechslung b) fügen sich die Details (etwa richtiger grün-braun-grau-schwarzer Müll der zerstörten Städte, Slums und Ghettos) und die farblichen Abstufungen zu schwarz-braun-grau-grünenm Müll ändern sich nur alle 2-3 Stunden mal…

    Ein Nachmittag mit Sonic oder Super Contra war halt ein Trip für die Augen und Ohren. Ein Nachmittag mit Gears of War hingegen ist eigentlich stundenlang dasselbe und dann hat man gerade mal 25% davon gesehen (obwohl die restlichen 75% auch nur in Nuancen anders sind).

    Na, ja… zum Glück sind die alten Spiele ja nicht aus der Welt, und für so manchen Klassiker kriege ich die Leute von früher nochmal zusammengetrommelt, das wird zwar immer seltener aber es passieren noch Zeichen und Wunder.

  11. Dr. Acula - 21.12.2008 16:06

    Erstmal schön das ihr noch da seid mit einem Blog.

    Danke für die 10 Minuten Rosa Zeitmaschienen Sonnenbrille. Ach war das herlich.
    :)
    Meine Kindheit war deiner sehr ähnlich, und das mit den Singleplayer Games war bei uns ganz genauso. Wir haben alle vor diesem mikrigen 13 Zoll Commodore Monitor gehockt und uns abgewechselt.

    Multiplayer war damals wirklich noch zusammen for der Glotze zu hocken. Erst mit der Wii habe ich es geschaft meine Freunde zum gemeinsamen spielen zu bringen. Dem Charme von Wii-Sports konnte sich keiner entziehen.
    :)

  12. Christian- - 21.12.2008 16:06

    @Aulbath: Stimmt, auf einer einzigen winzigen Diskette war damals wirklich tausendmal mehr Abwechslung als auf einer ganzen DVD. Wir brauchten einfach nicht viel. Alles war hübsch bunt (aber auch farbenfroh), die Levels waren von Welt zu Welt unterschiedlich, es gab mal Killerblumen, im nächsten Augenblick fiese Robote und hintendrein noch ein paar freche Aliens, denen man den fetten Arsch gekickt hat und alles war gut. Hach jaaaa *seufz*

  13. Andreas - 21.12.2008 16:06

    „Man kann aber auch dem modernen Online-Gaming sehr viel abgewinnen. Ich beispielsweise habe über Xbox Live Daddelkumpels kennen gelernt, mit denen ich mich mittlerweile auch im Real Life treffe. Insofern bietet die Online-Zockerei durchaus einen neue Ebene des Sozialen, die nach wie vor sehr unterschätzt wird.“

    Man ersetze „Xbox Live“ durch „WoW“ und schon erhält man eine weitere, gängige Foren Phrase. Nur allein der Glauben, daß diese Behauptung auch einer objektiven Überprüfung stand halten würde, will sich bei mir einfach nicht einstellen.

    Besser gesagt: Ich möchte ja nicht ausschließen, daß dies _mal_ passiert. Aber gegen die Häufigkeit dieser Aussagen spricht für mich alleine schon der geographische Faktor und die Neigung des Menschen, sich die Dinge schön zu reden. qed.

  14. Lance - 21.12.2008 16:07

    @Andreas: das hat mit Schönrederei nichts zu tun. Die meisten Online-Bekanntschaften sind oberflächlich, keine Frage. Aber das sich aus solchen Bekanntschaften auch mehr entwickeln kann, habe ich selbst erlebt. Insofern würde ich provokant die Gegenphrase in den Raum stellen „Heute ist alles besser“. ;) Werde da demnächst einen Text zu schreiben…

  15. Lance - 21.12.2008 16:07

    Text steht, kann auf [url]www.boxtopia.de[/url] nachgelesen werden.

  16. Andreas - 21.12.2008 16:08

    a) Ich habe ja auch nicht geschrieben, daß RL Freundschaften die aus einer Onlinespieleumgebung entstehen ausgeschlossen wären. Ich glaube lediglich nur, daß sie nicht so häufig vorkommen wie von z.B. den „Hardcore-WoWlern“ immer gerne behauptet wird
    :)
    b) ICH habe gerne an einem Fernseher mit meinen Kumpels per Splitscreen gezockt ;)

    c) „Dass Menschen aber auch virtuell miteinander interagieren, dürfte doch kaum bestritten werden – und wenn sie das tun, dann stehen sie auch in einem sozialen Gefüge zueinander und wirken aufeinander ein.“

    Du hast nie WoW gespielt, oder? *lach*

    Aber ich poste wohl eigentlich sowieso an der falschen Stelle.

    Trotzdem,

    Greetz, Andi
    :)

  17. ulliaba - 21.12.2008 16:08

    Früher war alles besser… eine wohl nicht ganz zufällig gewählte Überschrift, die jedem bestens bekannt ist als Quintessenz eines Dialoges aus dem Seniorenheim. In Bezug auf die Computer -Spielegeschichte kann ich mich, als jemand der noch einen C64 sein eigen nennen konnte, sicher zurechnen. Die im Artikel beschriebenen „lass den joystick kreisen“ technik ist mir auch bestens bekannt. Turrican, Wizball, Giana Sisters und co sind mir bestens vertraut und natürlich denkt man sich: was waren das große Spiele: so einfach und doch so genial. Aber bei aller Begeisterung muss man auch so ehrlich zu sich sein und feststellen: man hat es mit der Begeisterungsfähigkeit eines Kindes gesehen und genau mit diesen verklärenden Kinderaugen bewerten wir auch die damaligen Zocker-Tage. Da sind wir genau so wie die Opis und Omis, die in ihren Kindheitserinnerungen schwelgten und damals nicht verstanden, wie man bitte an dem flimmernden Kasten mit springenden Pixeln so viel Spaß haben kann. Insofern kann es durchaus sein, dass heute alles Besser ist, nur sind wir leider keine Kinder mehr um das beurteilen zu können. Aber ich wage grob zu vermuten: wäre damals ein Zeitreisender in meinem Kinderzimmer gelandet und hätte das Zeug von heute dort abgestellt, hätte ich meinen C64 und Amiga wohl aus dem Fenster geschmissen.

  18. Aulbath - 21.12.2008 16:08

    @ulliaba:

    Glaube ich nicht… ein Gears of War kann ein Alien Breed nicht ersetzen, ein Call of Duty ist kein Tie-Fighter, ein God of War kein Super Metroid… Fahrenheit kein Fate of Atlantis usw. usf.

    Technikverblendung allein reicht nicht, da ist mehr an Giana Sisters oder Super Mario World als der verklärte Kinderblick – die Dinger sind auf Ihre Art einfach besser.

    Wenn es so einfach wäre wie du schreibst, dann hätten Game Boy und Tetris ja floppen müssen… bzw. jeder hätte selbigen nach Erscheinen des GameGears weggeschmissen… aber die Geschichte kennen wir ja.

    Schon allein die Tatsache das Spiele wie damals auf heutigem Niveau eher Mangelware sind bzw. kaum ein Nachfolger oder eine Weiterentwicklung an die Genialität mancher Originale auch nur im Ansatz kratzt, spricht doch dafür das da mal was gewesen sein muß was sich eben nur schlecht in pixelshader galore und HD-Auflösung quetschen läßt, besonders wenn man davon noch Koks, Ferrari und Nutten bezahlen möchte…

    Ein gutes Spiel, ist ein gutes Spiel… egal wie alt (ich kann einem Pac-Man Automaten heute genauso viel abgewinnen wie Mass Effect oder Bioshock oder weiß der Geier). Die Technik hat sich vielleicht geändert, und dadurch wird dem User keinerlei Beschäftigung mit dem Gezeigten abverlangt (Stichwort; Fantasie, Vorstellungskraft) – stattdessen ist es größtenteils nur ein plumpe Abbildung der Realität bzw. möglicher Realitäten, die aber doch so detailliert und ausmodelliert sind das man sie einfach so hinnehmen kann, ohne sich damit zu beschäftigen, auseinanderzusetzen.

    Das entschuldigt natürlich keine schludrigen Schrottspiele von vor tausend Jahren, erklärt aber die Faszination vieler exzellenter „Klassiker“, die eigentlich vorzüglich altern. Wenn ich mir so überlege was ich aus der PS2- oder Xbox-Zeit unbedingt ins Regal stellen müßte, und ohne was ich nicht mehr könnte… dann sehe das verdammt dürftig aus. Bei den meisten Titeln dieser Zeit und aktueller Tage, bin ich eigentlich froh wenn ich sie ENDLICH durch habe… nachdem ich dann aber schon mind. 15 Stunden königlich mit immer gleicher Grütze (Schlauchlevel, Gegner nach Schema F, Zwischensequenzen en masse) gefoltert wurde…

    Die Spieler sind keine Nerds mehr, und die Programmier bzw. die Chefs dieser wollen Geld verdienen, und die Klientel die am häufigsten videospielt ist Hartz IV-Empfänger und kann zum Teil kaum Deutsch… (die Arbeitslosenbude in der nicht mindestens ne PSX steht muß mir noch gezeigt werden) – und dementsprechend gibt’s eben auch die entsprechenden Spiele denen einfach die Magie der 90er fehlt, als das Ganze hier noch „unser“ Ding war…

  19. SpielerZwei - 21.12.2008 16:19

    @ ulliaba:
    Mit dieser Thematik habe ich mich vor ein paar Jahren schon mal etwas ausgiebiger befasst:
    [url]http://polyneux.de/archiv/120-frueher-war-alles-besser-oder-etwa-nicht.html[/url]

    @ Aulbath:
    Zu Deiner Hartz IV-These werde ich in nächster Zeit mal einen Artikel schreiben, den ich schon länger mit mir herumtrage…

  20. Aulbath - 21.12.2008 16:20

    Vorab hätte ich gerne gewußt ob du das grob ähnlich siehst, oder eher nicht…

  21. SpielerZwei- - 21.12.2008 16:21

    Du weißt doch inzwischen, dass wir beide bei der Retro-Frage nicht so ganz zusammen kommen, Aulbath:
    Ich habe genau wie Du meine Lieblinge von damals. Allerdings belasse ich es lieber bei den guten Erinnerungen, denn sonst mache ich mir meine Nostalgie kaputt. Weiss der Teufel, ob sich nur mein Geschmack geändert hat, oder ob die Spiele wirklich besser geworden sind…
    Anders aber auf jeden Fall!

  22. nille- - 21.12.2008 16:21

    Arbeitslose mit Idioten gleichzusetzen, ist genau so mies wie „schwul“ statt „scheiße“ zu sagen.
    Bei 100 Hartz 4-Empfängern kommen möglicherweise 5 Jahre Knast zusammen, dann aber zur gleichen Zeit auch mindestens 25 Jahre Studium!

  23. Aulbath - 21.12.2008 16:22

    @nille: Vorsichtig, ich habe nicht gesagt das es alles Idioten sind… aber das ein Großteil von Ihnen NICHT nerdig ist, imo eine Vorrausetzung um sich bspw. seinerzeit Wochenlang durch Britannia zu wuseln oder irgendwelche Fraktale in Cracktros zu basteln – per Hand. Und für die „Magie der 80/90er“ mußte man IMO relativ freakig sein… man konnte Sonic halt mal so spielen, oder aber man hat Sonic halt „auswendig“ gelernt, schaffte es perfekt jeden Emerald zu besorgen und den Ringverlust auf 10 / Spiel zu halten… oder schickte Highscores an Magazine, bastelte Komplettlösungen und kreuzte sich die Finger auf Karopapier wund für Karten… jemand der nicht „bekloppt“ ist, würde sich dergleichen ja wohl nicht antun? Oder sich in seiner Kindheit bewußt gegen Sport/und KÖNIG FUSSBALL zu entscheiden um stattdessen lieber irgendwelchen Schrott in Turbo Pascal zu dröseln? Sich wochenlang durch ein obskures japanisches Spiel kämpfen, bei dem man nichts versteht?

    Sehe ich jetzt alles (auch bei studierten) durchschnittlichen H4s nicht… speziell nicht im Bezug auf Spiele. Ich mag da einigen Unrecht tun, aber für die Mehrzahl ist es mit ziemlicher Sicherheit (ich sehe ja die Jungens im örtliche Spieleshop) Zeit totschlagen mit der „Playsie“

    WoW spielt übrigens in diese These auch ganz vorzüglich rein… Zeitverschwenden auf hohem Niveau.

  24. SpielerDrei- - 21.12.2008 16:22

    Das gilt aber nicht nur für Hartz4-Empfänger, sondern quer durch alle Schichten. Nerdtum ist von Finanzen, Nationalität und gesellschaftlichen Stand komplett unabhängig, und beschränkt sich im Übrigen nicht nur auf die von dir genannten und gelebten Inhalte. Nerds sind nicht berühmt für ihren sozialen Fähigkeiten, aber Isolationismus ist schlichtweg bekloppt.
    Überhaupt: Es gab früher so, so viele Kackspiele, die nur immer wieder gern vergessen werden bei der ach so schönen Nostalgie. Die Ratio zwischen Schrott und Top ist überproportional gestiegen. Jedes Medium verändert sich. Aber solange die alten Exemplare nicht aufhören zu existieren und abn und zu noch ein Kleinod rauskommt, gibt es keinen Grund zu klagen.

  25. Aulbath - 21.12.2008 16:22

    „Nerdtum ist von Finanzen, Nationalität und gesellschaftlichen Stand komplett unabhängig“

    Sehe ich nicht so. Geld und Wille bzw. Fähigkeit viel zu lesen/lernen/aufzunehmen/abzurufen und dieses Wissen dann auch umzusetzen ist eine Grundvorraussetzung für Nerdigkeit – bei 300€ im Monat fällt der Kauf eines 50€ Regelwerks oder 100€ Softwarebuches in der Regel flach (Raubkopien und Torrentz mal außen vor). Auch würde ich behaupten das in Ländern wo die Infrastruktur, Internet und dergleichen wenig bis kaum ausgebaut sind, Nerdtum einfach wesentlich geringer ausfällt… wüßte nicht das Dungeons & Dragons in Afrika einen ähnlichen Stellenwert oder Bekanntheitsgrad wie in USA oder vllt. Europa. Auch dürften Videospielverkaufszahlen in diversen Ländern die nicht Europa/Asien/USA sind eher zu vernachlässigen sein…

    Bzgl. Top und Schrott-Rate, was nützt mir austauschbarer Hochglanzschrott auf hohem Niveau, wenn der Kram nicht hängen bleibt? Der ganze neue Kram ist fürchterlich austauschbar (bzw. versucht ja jedes Spiel mehr als je zuvor alle Aspekte/Genres zu bedienen und vermischt alles), als sich, und das war er früher eben nicht – schon allein wegen der großen Schere zwischen Schrott- und Top-Kram. Aber auch diverse Spiele die seinerzeit mit 50-60% abgewatscht wurden, sind für mich legendäre Spielspaßperlen… ist also alles sehr relativ, was Top und was Schrott ist.

    Und das hat nichts mit Nostalgie zu tun, weil ich aktiv auch heute Spiele spiele die ich seinerzeit nicht kannte, und trotzdem sehr viel Spaß damit habe neuentdeckte Oldies zu spielen.

  26. SpielerDrei- - 21.12.2008 16:23

    Wenn sich Nerdtum bei dir im Kauf von Quellenmaterial manifestiert, fein. Aber gehe nicht davon aus, dass deine Definition auf die Allgemeinheit übertragbar ist. Man braucht kein Geld, keinen Computer, keine Videospiele, kein Internet, um ein Nerd zu sein – man braucht nur Begeisterung für etwas Abwegiges – und natürlich die Lebensumstände, die es überhaupt ermöglichen, ein Hobby zu haben. Im Übrigen weiss ich nicht, wieso du jetzt AFRIKA heranziehst, mein Bezug auf Nationalitäten stammt von deinem Kommentar, dass ein Teil des größten Anteils der heutigen Videospieler kein Deutsch kann, als ob das in irgendeiner ein Nerdkriterium wäre.

    P.S. Austauschbares bemängeln, aber mit Giana Sisters einen dreisten Klon feiern?

  27. ullibaba - 21.12.2008 16:34

    Dieses ganze Hartz4 und Nerd Gerede scheint hier offensichtlich gewaltig aus dem Ruder zu gehen, das will ich auch keiner weiteren Ausführung würdigen. Allerdings scheint doch ein besonderer Fetisch für Aulbath zu besehen, wenn er tatsächlich 50% Spiele aus der Versenkung der Zeit holt und diesen gar legendäres abgewinnen kann. Er ist wohl so was wie das Gegenextrem zu Allen, die ein Spiel bereits aufgrund der Topp Grafik toll finden: hier umgibt ein Spiel das gewisse Etwas, wenn es dicke Pixel hat. Denn eins muss klar sein: was damals 50% bekam, war auch wirklich etwas, was man nach 20 Minuten nicht wieder anfassen wollte.

    Allgemein würde ich noch Dinge ansprechen die, neben Kindheitserinnerungen, die alten Klassiker zu groß erscheinen lassen.

    1. Betrachtet man die Vergangenheit stets als Substrat großer Zeitspannen. Wenn wir also behaupten, früher kamen viel mehr gute Spiele raus, so raffen wir fast 20 Jahre zusammen. Auch damals gab es so manche Lücke in der man das Gefühl hatte: derzeit kommt echt nur Schrott raus.

    2. Manche Spiele waren einfach massiv angewiesen, durch Story zu Punkten und hatten gar nicht die Möglichkeit sich über Technik zu behaupten. Daher würde ich sogar behaupten, dass die besten Rollenspiele- Stories die alten Games hatten, nur ist auch bei einem guten Rollenspiel die Story zwar das Wichtigste, aber auch nur ein Element in einem Gesamtpaket: Gameplay, Sound und Grafik nicht alles, aber auch nicht gänzlich zu vernachlässigen, zumindest für den gemeinen nicht-Nerd.

    3. In seinen Anfängen wären die Spiele Innovativer. Da wurden noch neue Genres aus der Taufe gehoben. Heute sieht man nur noch Weiterentwicklungen von bestehendem. Aber im Grunde ist das ja auch kein Wunder: wenn ein neues Medium in seinen Anfängen steckt und es außer Pong und Macman noch nichts gibt, fällt auch das leichter. Fast alles Erdenkliche ist in den letzten 30 Jahren auch erdacht worden.

  28. SpielerZwei- - 21.12.2008 16:35

    ulliaba hat mit seinen 3 Punkten absolut Recht und deshalb lasse ich inzwischen auch die Finger von meinen Retro-Lieblingen: Spielt man sie heute noch mal, macht man sich die ganzen tollen Erinnerungen kaputt, weil sich die eigenen Ansprüche einfach geändert haben. Man muss wirklich keine ausgewiesene Grafik-Hure sein, um z.B. das erste System Shock heute ausgesprochen hässlich und sperrig zu finden. Dabei war es damals wirklich hübsch…
    …und sperrig.

  29. Aulbath - 21.12.2008 16:35

    @S3: Ich seh’s anders… für’s Nerdtum im Sinne von Vidgames, Tabletop, Pen&Paper, Modelkits und Anime gehört halt mehr dazu, als nur Begeisterungsfähigkeit. Aber bevor das hier ausartet, laß ich das mal lieber… zu den G-Schwestern könnte ich auch ’nen Aufsatz schreiben warum das eben mehr ist als nur ein Klon.

    @Ulibaba: Nun ja… Moonstone hat seinerzeit 54% in der Amiga Joker kassiert… das Spiel rockt heute noch wie am ersten Tag die Hütte (gefühlte Spielspaßwertung irgendwas zw. 80-90%, oder im GTAIV Maßstab gemessen 173%).

    Ich habe aktuell gerade Baryon für PC am Wickel… und das ist geil (das kannte ich vorher nur von einem 1-Seitigen PC Power Bericht anno ’94 mit grauenhaften Screenshots). Ich wüßte gar nicht was es da an aktuellen Alternativen gibt (homebrew / indie mal außen vor und Ikaruga habe ich schon…).

    Anyway, dieses ewige „alte Spiele immer mit Nostalgiebrille und romantischer Verklärtheit toll finden“ finde ich zum Kotzen, und tut den Spielen und ihren heutigen Fans in einigen Fällen eben auch absolut Unrecht…

  30. ullibaba - 21.12.2008 16:36

    Stimmt schon… es gab einige Spiele die damals verkannt wurden. Bestes Beispiel aus meiner Sicht Dune2. Wenn ich mir die teils sehr niedrigen Wertungen von damals anschaue glaube ich, dass einige Tester gar nicht verstanden haben, was sie da vor sich hatten. Dennoch waren dies eher die Ausnahmen.

    Was mir aber immer wieder bei solchen Rückblicken in die Spielevorzeit in den Sinn kommt gerade angesichts der zahllosen Film-Remakes in den letzten Jahren: warum gibt es keine Neuauflagen großer Klassiker, insb. in Bezug auf Rollenspiele? Ein Ultima 7 mit zeitgemäßer Technik wäre für mich der absolute Oberknaller. Ich bin auch fest überzeugt, dass sich damit ein Heiden Geld verdienen ließe: die Story steht bereits und es bedarf nur ner Nutzung einer zeitgemäßen Grafik-Engine. Das sollte kein allzu großer Aufwand sein. Alte Fans würden sicher wieder schwach werden und auch neue Konsumenten wären wie damals zu beeindrucken.

  31. ness - 21.12.2008 16:36

    > warum gibt es keine Neuauflagen großer Klassiker, insb. in Bezug auf Rollenspiele?

    Gibt’s doch. Z.B. Final Fantasy III, IV, V und VI sowie Dragon Quest IV, V und VI sollen alle als grafisch runderneuerte 3D Titel ein Revival feiern (FF III und IV taten das schon, letzterer erstmal in den USA und Japan, demnächst dann auch bei uns^^).

    > Retro-Lieblingen: Spielt man sie heute noch mal, macht man sich die ganzen tollen Erinnerungen kaputt, weil sich die eigenen Ansprüche einfach geändert haben.

    Kann ich z.B. so nicht bestätigen, mir machen eine Menge alter NES-Klassiker (als Beispiel) auch noch heute ungeheuer viel Spaß, gerade weil ich damit auch tolle Erinnerungen verbinde und diese so auch wieder aufleben lassen kann, zumal meiner Meinung nach viele jener Spiele so zeitlos sind, dass ich sie auch noch in 40 Jahren zocken werde, mit einem schönen Grinses im Gesicht :D.

  32. ullibaba - 21.12.2008 16:37

    bääää, ich rede doch hier nicht von abgedreht qurerem japano manga rpg nintendo was weiß ich Kram. Das ist eh nicht meine Welt. Meine erste Konsole war irgendein Atari Teil mitte der 80er… und das war auch die letzte! Ich rede von den guten Zeug wie Bards Tale, Ultima, Wizardry oder den ganzen AD&D Sachen von SSI.

  33. Aulbath - 21.12.2008 16:37

    @Ness: Mein Reden…

  34. grobi- - 21.12.2008 16:39

    @Ulli und Aulbath:
    Die Asiaten sind ziemlich gut darin, ihre alte Suppe immer wieder aufzuwärmen. Hallo Nintendo ;) Ein klassisches Remake im Wortsinn wäre da zB die Neuauflage von „Resident Evil“ für den Cube.

    Das einzige westliche Spiel, das mir jetzt einfällt und das ein richtiges Remake bekommen hat, wäre „Die Siedler 2“. Aber die ollen Rollenspiele? Puh… ich hätte ja persönlich nichts gegen „Eye of the Beholder“. Ist aber jetzt nicht das komplexe Storymonster, das du suchst.

    Übrigens, ness, die alten Pixelgrafiken haben sich wesentlich besser gegen den Zahn der Zeit behauptet und passen da auch ganz gut in die Retroerinnerung, ohne weh zu tun. Was damals schon gut aussah, sieht da auch heute nicht dramatisch schlechter aus. Wobei so ’ne 3D-Engine von vor 5 Jahren halt aussieht, wie ’ne 3D-Engine von vor 5 Jahren… Ich hab ja selbst viel Spass mit meinem „Super Mario World“ für Virtual Console.

  35. Aulbath - 21.12.2008 16:39

    @grobi: Das ist ja nichts Neues, wie gesagt, gaming as we know it, steckt in einer Krise. Entweder man passt sich an (Spieler2 und Co.) oder man muß sich eben damit abfinden das die fetten Jahre vorbei sind (Aulbath) und an Tugenden von Gestern erinnern die heute niemanden mehr zu interessieren scheinen.

  36. SpielerDrei- - 21.12.2008 16:40

    Echt, Aulbath, manchmal klingst du wie einer dieser Lederopis in der Dorfdisco, der sich beschwert, dass in den letzten dreißig Jahren keine gute Musik mehr rausgekommen ist.

  37. ness - 21.12.2008 16:40

    @ ullibaba bzw. alte Klassiker neu aufgelegt:

    Wie wärs dann mit dem PC-Spiel „Das Schwarze Auge – Drakensang“? Soll im Juli erscheinen.

    Und wenn das jetzt auch nicht zählt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter^^.

    Apropos: Welche alten Filme wurden denn überhaupt z.B. geremaked, wovon am Anfang als Vergleich die Rede war?

  38. Aulbath - 21.12.2008 16:41

    Hier noch einmal ein erstaunlicher Artikel zum Thema; auch die Kommentare beachten: [url]http://www.escapistmagazine.com/articles/view/issues/issue_132/2801-Play-Like-a-3-Year-Old.3[/url]

    Fasst ganz gut zusammen warum aktuelle Spiel halt doch öfter mal Scheiße sind obwohl sie eigentlich besser sein sollten wollen tun müßten
    :)

  39. Pingback: 10 Jahre Polyneux! | Polyneux

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