Crème de la Game v.09

Es ist wieder soweit, es ist Jahresrückblickzeit.

Über die nächsten Wochen gibt es bei Polyneux die geballte Ladung Game of the Year-Awards, Top 3, Top 5 und vielleicht auch Top 33 Listen des vergangenen Jahres 2009. Freut euch auf jede Menge fundierte Meinungen zu den vermeintlichen Videospielhighlights der letzten 12 Monate.

Wir beginnen mit Daniels GotY-Trophäen für fünf Spiele, die es echt verdient haben.

Vorhang auf!

Bestes Spiel 2009, das mich aus dem Dunklen angesprungen hat:

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Letztes Jahr habe ich diesen Award noch nicht vergeben, er wäre aber ohne großes Nachdenken direkt in die Arme von Isaac Clarke aus Dead Space geschwebt. Dieses Jahr geht die güldene Trophäe an Batman: Arkham Asylum. Niemand hat von diesem Spiel Großartiges erwartet und das war unser Fehler. Kaum lag der Datenträger im Laufwerk hatte uns Batman schon aus dem Schatten angesprungen und bei den Eiern. Ähnlich wie Dead Space bietet auch Batman: Arkham Asylum nichts bahnbrechend Neues, verbindet aber alle bekannten Elemente zu einem gelungenen Ganzen, dass so noch nicht durch die Abwasserrohre Gothams gekrabbelt ist. Schön anzusehende Prügeleien, kleine Rätsel zur Auflockerung, eine offene aber überschaubare Welt zum Entdecken, spannende Versteckspiele, bekannte Comic – Gesichter in passendem Videospielgewand und den besten WTF?! – Moment des Videospieljahres, aber dazu später mehr.

Bestes Spiel 2009, mit Zombies:

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Nein, nicht Left 4 Dead 2. Ein anderes Spiel voller lebender Toter hat mein Herz erwärmt. PopCaps Plants vs. Zombies ist nicht nur mein Zombiespiel des Jahres, sondern auch eines der besten Tower Defense Spiele aller Zeiten mit Pflanzen und Humor. Die Zombies wollen durch den Vorgarten, den Swimmingpool oder über das Dach in euer Haus und sie wollen euer Gehirn. Eure Waffe sind ein Haufen Pflanzen, die sich mit jedem Blatt und jeder Blüte gegen die anrückenden Heerscharen Untoter erwehren. Klingt bescheuert – ist es auch – und fesselt für Stunden an den Monitor, weil man gerade eine neue Pflanze erhalten hat und nur noch ein Level spielen will und das geht ja ganz schnell und die Zombies sind ja so langsam und doof und guck mal, wie ihm der Kopf runtergefallen ist – haha – und da ist ein Michael Jackson Zombie, wenn die gewusst hätten, dass er dieses Jahr stirbt, hätten die sich das vielleicht noch überlegt und da ist eine Lücke in der Verteidigung und wie viel Uhr ist es eigentlich …

Bestes Spiel 2009, für zwei Döner, ein Big Mac Menü und einen Liter 3,5% Fett Milch:

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Vergangenen Sommer nahm DICE uns noch mal mit in den WWII und lies uns in Battlefield 1943 über sonnige Pazifikinseln sprinten. Mit keinem Spiel habe ich dieses Jahr so viel Zeit in Multiplayermatches verbracht. Es war nicht mit Tausenden unübersichtlichen Features überschwemmt, drei Klassen reichten für genug Variation aus, den Rest erledigten die Fahrzeuge, Inseln und Spieler selbst. Die Matchs waren spannend und selbst wenn man ständig im Kugelhagel starb, fühlte man sich dazugehörig und meinte etwas erreicht zu haben. Nach genau 200 Matches war für mich aber Schluss, diese vielen Stunden waren jedoch mit Freude, Hass, Glück und Überraschungen gefüllt. Danke DICE und jetzt programmiert bitte Mirror’s Edge 2: The Return of Faith.

Bestes Spiel 2009, mit Songs zum Mitsingen und bunten Farben zum Angucken:

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Einfach. The Beatles: Rock Band ist das beste auf eine Band fokussierte Spiel überhaupt und überzeugt mit wunderbaren Songs, gutem Spielgefühl und einer bunten Optik, die es mit allen Actionspielen dieses Jahres aufnehmen kann.

Bestes Spiel 2009, für das ich die Konsole nicht mehr besitze:

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Wie schon ausführlich berichtet, ist meine Nintendo Wii an einen anderen Spieler da draußen übergeben worden. Doch vor dem Verkauf gab es noch ein Spiel (mit Zombies übrigens), das mich voll und ganz überzeugt hat, überzeugt mit Charme, Atmosphäre und einer großen Portion Blödsinn. Der Rail-Shooter The House of the Dead: Overkill von Sega holte aus dem kleinen weißen Kasten noch mal alles Gute heraus, bis dieser vertrocknet und langweilig vor mir lag. Spiele, die sich selbst nicht ernst nehmen, haben bei mir schnell Pluspunkte gesammelt und wenn dann noch B-Movie-Action mit Zombiehorden und grooviger Musik dazukommen bin ich voll dabei.
Die Wii ist verkauft, aber dieses Spiel steht noch in meinem Regal.

WTF?! – Gaming – Moment 2009:

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SPOILER-ALARM für alle, die Batman: Arkham Asylum noch spielen wollen.

Es gibt im Spiel drei Szenen, in denen der dunkle Ritter von Scarecrow vergiftet wird. Entwickler Rocksteady beginnt beim ersten Mal mit einer simplen Albtraumsequenz mit nicht enden wollenden Gängen und klappernden Türen. Bei der ersten Attacke sehen wir auch noch, wie Batman das Gift einatmet und hustet, wissen also, dass irgendwas nicht stimmt.

Die zweite Szene geht nun einen Schritt weiter und wir sehen nur das Gas aus einem Lüftungsschacht wabern. Batman, von uns gesteuert, läuft hindurch, öffnet die nächste Tür und landet ohne Ankündigung in einer recht klassischen Traumsequenz. Diesmal verwandelt er sich aber in sein jüngeres Selbst und sieht die ermordeten Eltern tot am Boden liegen.

Bei der dritten Szene habe zumindest ich, weder Gas, noch Husten, noch sonst irgendein Anzeichen für eine Vergiftung beobachtet. Man läuft durch einen längeren Gang und plötzlich flackert der Bildschirm, es entstehen Bildartefakte, Striemen und Striche und mein erster Gedanke war: “Nicht noch einen Red Ring of Death.” Dann stürzt das Spiel scheinbar ab, das Bild wird schwarz und die eröffnende Videosequenz beginnt erneut. Hat sich die Xbox 360 grade neu gestartet? Alleine? Nur das Spiel? Ne, oder?

Dann sehen wir das Batmobil und am Steuer sitzt der Joker, während Batman sich geknebelt auf dem Rücksitz windet. “Puh, sie haben mich nur verarscht.”, denke ich. Es folgt die erste Szene mit umgekehrten Personenkonstellationen. Batman wird in Arkham eingeliefert und der Joker begleitet ihn. Dann wechselt die Kamera in die Ego-Perspektive. Wir sind gefesselt und können uns nur per Analog-Stick umsehen. Der Joker tritt mit einer Pistole an uns heran und zielt auf unseren Kopf. Bang. Der Bildschirm wird wieder schwarz und es erscheint der Game Over Screen. “Hä, was hätte ich denn machen sollen?” Ein Tipp ist zu lesen: “Benutze den mittleren Stick, um auszuweichen.” Was? Ich sitze auf meinem Sofa und schaue das Gamepad an. Mittleren Stick? Es gibt doch nur zwei. Ich wähle “Erneut versuchen” und warte darauf, dass der letzte Speicherpunkt geladen wird, aber stattdessen lande ich im letzten großen Kampf gegen Scarecrow.

Das Spiel hat mich schon wieder verarscht.


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5 Kommentare

  1. Christian - 29.12.2009 14:49

    Oh, den WTF-Moment des Jahres hatte ich vorgestern erst. Holy Shit! Ich dachte wirklich, jetzt geht es mit meinem Hardware-Setup zu Ende. Exitus. Komplettes Abrauchen sowohl der Konsole als auch des Fernsehers.
    Dann noch der Augenblick mit dem mittleren Stick… Wahnsinnig geil gemacht!
    Überhaupt sind die Scarecrow-Missionen sehr herausragend designt. Ohne wäre mir Arkham Asylum auf Dauer etwas zu eintönig.

  2. Ranor - 29.12.2009 15:35

    Herausragend sind die Scarecrow-Missionen aber immer nur bis zu dem Punkt, an dem dieses dämliche „Ich versteck mich vor dem tödlichen Blick“-Spiel beginnt. Dann merkt man nämlich wieder, dass man doch nur ein normales Videospiel spielt.

  3. Kreon - 29.12.2009 23:34

    Auch auf die Gefahr das nur der WTF Moment weiter diskutiert wird:

    Es war eine großartige Idee! Auch wenn ich den Braten zu schnell gerochen habe (schon beim ausgehen, hab mich sehr an Ethernal Darkness zurückerinnert gefühlt)

    Übrigends beim Kampf gegen Scarecrow in der Halle fand ich das Detail sehr schön, sobald das Gas nachlässt, überall dort wo man Scarecrow niedergeschlagen hat, plötzlich Häftline auf dem Boden liegen. Sehr gut gemacht! Fand legendlich die Sneak-Einlagen um die riesen Scarecrows mit dem Batsymbol etwas zu typisch für Traumlevel aber das geht schon okay.

  4. Vagabond - 29.12.2009 23:53

    Ich hatte diesen WTF-Moment auch schon fast vergessen, aber ich hätte während des Spielens zu gerne meinen blöden Blick gesehen, als ich an der Nase rumgeführt wurde. Wirklich gut gemacht. Nicht nur aufgrund der Scracrow-Szenen war Arkham Asylum für mich eines der besten Spiele des Jahres.

  5. Dotterbart - 11.01.2010 17:13

    Oh ja, das war hart beim WTF ( im übrigen zurecht zum SPiel des JAhres geworden )
    Ich hab nur grad zur zeit probleme mit Blue Screens ( gelegentlich) … und die sehen genau so aus wie beim Bildflackern, und ich hatte schon den Finger an der Reset Taste…. :)

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