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Ein wohl verschwendetes Jahr (Band 1)

Beim Durchstöbern einer überfluteten Raumstation sind uns diese Audiologs Notizen in die Hände gefallen(wer alle liest, bekommt das „too long; did read for achievement“-Achievement).

9. August 2009
Ich spiele einfach zu wenig…
Fat Princess: Die fette Prinzessin verharrt bei mir immer noch im Lag-Limbo, ich kann erfolgreich nur die Priester- oder die Sammlerklasse spielen. Bei den anderen, gezielter angreifenden Klassen, jage ich auf meinem Monitor immer nur Phantomen nach, die bei der entscheidenden Schadensberechnung schon wieder außerhalb meiner Reichweite sind. Das dämpft ein wenig meine Begeisterung. Es kommen inzwischen aber mehr Spiele zustande und ich sehe mehr Deppen, die ihre eigenen Leute in der Burg mit Bomben massakrieren und gegnerische Eis-Zauberer, die Dutzende Gegner einfrieren und dank Lag einfach nicht zu fassen sind. Rezension ist in diesem Zustand schwierig.
Ansonsten befreie ich weiterhin den Mars und versuche hinter die Rätsel der Zen-Pinball Tische zu kommen.

14. September
Guitar Hero 5: ‚The 5: Guitar Hero‘ hat sich eingefunden. Der Mittagspauseneindruck: nach nur sieben Titeln bin ich scheinbar jetzt auch Trompeten und Keyboard Hero, da in einigen Stücken die entsprechenden Instrumente auf die Spur des Gitarristen gelegt werden. Das war auch in den anderen Teilen der Serie so, hier fällt es mir aber deutlicher auf. Der Server zum Freischalten der Downloadsongs ist „zur Zeit nicht online“, es muss also erst einmal auch ohne Rick Springfield gehen. Die interaktive Kalibrieroption funktioniert nicht, manuelles Einstellen glücklicherweise schon, denn mit den voreingestellten 0ms ist es bei mir unspielbar. Jetzt muss ich nur noch Johnny Cash freispielen, um ihn dann Bon Jovi Lieder singen zu lassen (jaja, ‚The Man Comes Around‘ ist mir bekannt).
… oder doch besser etwas von Metallica?

17. September
Guitar Hero 5: Ich schrammel immer noch an Guitar Hero V herum. Das Wildern in den Tönen der anderen Instrumente geht weiter, ist aber scheinbar beabsichtigt, da es häufig zum Ziel des Song-Achievements wird. Kurzer Ausflug: man kann fünf Sterne für das weitgehend fehlerfreie Spielen eines Songs bekommen. So weit, so bekannt. Drei zusätzliche Sterne kann man für das Absolvieren mehr oder weniger sinnvoller Nebentätigkeiten bekommen: eine dieser Tätigkeiten ist eine hohe Trefferrate bei den Tap-Ons (vermutlich vergleichbar mit den Solo-Knöpfen bei Rockband). Die Tap-Ons sind dann meist die Trompete, Keyboard oder vergleichbares. Ich sammle im Moment erst einmal die Sterne ein, um Johnny Cash und Kurt Cobain gemeinsam Hip-Hop oder Rammsteins „Du hast“ singen zu lassen. Der Weg des geringsten Widerstands führt dabei natürlich über den mittleren Schwierigkeitsgrad. Die Charts sind für mich als Nichtmusiker in Ordnung. Manche plötzlich auftretende Variation höre ich zwar nicht im Song, aber das wird sicherlich eher daran liegen, dass mir die Lieder nicht bekannt sind, als das Neversoft künstliche Schwierigkeitsspitzen schaffen will. Aktueller Tiefpunkt allerdings: Schlagzeug bei „Sympathy for the Devil“, alle anderthalb Sekunden mal ein Schlag auf ein dann unhörbares Schlaginstrument. Songs ohne Feedback sind das Grauen.
Als nächstes stellt sich natürlich die leidige Frage nach der Songauswahl: sind bereits alle guten Lieder verwurstet oder sollte man die Lieder bereits kennen, um sie dann auch als Plastikgitarrist lieben zu lernen? Möchte man lieber Bekanntes oder Unbekanntes in der Liste? Oder anders gefragt: Wie hoch ist der Deckungsgrad von Musikvorlieben und dem Angebotenen. Beispielsweise findet sich keiner der Titel in meiner bescheidenen CD-Sammlung.

30. September
Left 4 Dead „Vampire am Steuerknüppel“/Crash Course: Die Level sind offener, weiter und liebloser (okay, es war nach eins in der Nacht und mir fielen die Augen zu). Statt der bisherigen fünf überschaubaren Kapitel pro Kampagne, gibt es hier nur zwei, die aber etwas grösser ausfallen. Statt der normalen Stunde für die anderen Kampagnen brauchte ich hier nur 45 Minuten(wohlgemerkt: beim ersten desorientierten Durchspielen, mit etwas Routine wird es wohl auch schneller gehen). Nach meinem ersten Eindruck scheint es wirklich mehr für die Versus-Variante gedacht zu sein, die special infected dürften hier mehr Übersicht haben.
Uncharted 2 Multiplayer Demo: Eine Runde, fünf Tötungen, vierzehn Tode. Ich pumpe den Leuten aus nächster Nähe fünf Kugeln in den Pixelbauch und sie fallen trotzdem nicht um, mich erlegt man mit „Bam!, teh headshot“ aus 100 Metern Entfernung. Es liegt bestimmt nur an meinem Internetzugang und deren bereits eingekauften Perks. Das wird es sein …

10. Oktober
Grand Theft Auto IV: Aus unerfindlichen Gründen führe ich zurzeit noch einmal Niko Bellic zu Ruhm, Ehre, Glück und Zufriedenheit, obwohl ich als PS3’ler in naher Zukunft weder mit Rockern noch mit dem heiteren Tony Bekanntschaft machen werde. „Das Spiel ist in der Post“ gilt hingegen für Motorstorm:Pacific Rift, Okami, Resident Evil 5 und Uncharted 2. Ich schaue auf den Stapel des An- und Ungespielten und sollte wohl wirklich mal professionellen Rat suchen. Vom technischen und unterhaltenden Lesestoff, der sich daneben aufhäuft, mal ganz abgesehen.

18. Oktober
Motorstorm: Pacific Rift: Ich bin jetzt beim fünften von acht möglichen Rängen, die AI-Gegner sollen erst ab Rang sechs richtig nervig werden, momentan lassen sie mich auf den letzten Metern meist gewinnen. Multiplayer ist immer noch recht aktiv, aber wer ein Jahr zu spät kommt, den bestraft das Leben. In einem zweieinhalb Minuten Rennen werden mir da mehr als 30 Sekunden abgenommen, so etwas ist doch beschämend. Ich werde wohl ein paar Time-Trials gegen Geistfahrer ableisten müssen, bevor hier positive Veränderungen zu erwarten sind.
Uncharted 2: Among Thieves: In der Mitte der Solokampagne, ich bin scheinbar kurz davor den Prolog wieder einzuholen. Alles sehr schön, perfektes Popcornkino. Ich sehe nur manchmal nichts in der atmosphärischen Dunkelheit, ab und an werden die zuvor etablierten Regeln der freien Bewegung für einen dramaturgischen Effekt geopfert, die Quicktime-Events halten sich in Grenzen. Leider wird das Spiel vermutlich nur 0 von 10 Punkten bekommen, da ich das Spiel nicht durchspielen kann, denn im Moment hänge ich an einem Zwischenboss fest, der aus Gründen der Levelbossdramaturgie wieder alles über den Haufen wirft, was zuvor an Regeln aufgebaut wurde. Ganz offensichtlich ein Mensch, aber kugel- und granatenfest, der Nahkampf besteht aus unsichtbaren QTEs. Was soll das? Hartnäckige Gegner tauchten auch schon vorher auf, dann waren sie aber wenigstens mit einer optisch abweichenden, glaubwürdigen Körperpanzerung ausgestattet. Mit einem Kugelschwamm in Form einer plötzlich auftauchenden Mumie hätte ich übrigens keine Probleme, aber so geht die aufwendig aufgebaute Atmosphäre durch den Schornstein.
Resident Evil 5: Zweieinhalb Stunden dabei. Bei RE4 hatte ich nach zwei Stunden aufgehört, denn die Bösartigkeit der Nummer Vier blieb nicht auf die Glotze beschränkt, sondern griff auf die Speicherkarte über und nahm neben seinen eigenen Erinnerungen auch gleich noch einige andere Spielstände mit sich in das digitale Vergessen. Das hat es in meinen Augen nicht sympathischer erscheinen lassen. RE5 ist allerdings Steampunk ohne Charme. Spielideen des vergangenen Jahrhunderts mit einem visuellen Auftritt von heute. Die letzten zehn Jahre sind nicht geschehen, andere Spiele gab es nicht, die Designer kennen vermutlich nur ihre eigenen Produkte. Das Spiel beginnt mit einem Überwältigungsmoment, der Spieler soll vermutlich unter Druck gesetzt werden und die Anspannung der Charaktere nachvollziehen. Die Steuerung ist ungewohnt, anständige Waffen habe ich auch nicht, das Inventorysystem wird nicht eingeführt und jetzt hält man es für eine gute Idee, mir einen Haufen tollwütiger Schwarzafrikaner auf den Hals zu hetzen. Ich bin nicht angespannt, ich bin genervt. So gewinnt mich das Resident Evil Franchise nicht als neuen Fan.

20.Oktober
Uncharted 2: Among Thieves: Das erste Durchspielen der Solo-Kampagne geht dem Ende entgegen. Mittlerweile werde ich von blauen Killerkarotten belästigt, die ebenfalls endlos Kugeln aufsaugen, bevor sie irgendwann einmal umfallen. Zum ersten Mal einen Co-Op Level gespielt. Drei vom Zufall zusammen geworfene Spieler brauchen auf einer unbekannten Karte 45 Minuten. Einige Stellen waren zwar etwas wirr, aber ich bin ja lernfähig. Das Making-Of schwächelt im Vergleich zur Erstauflage.

23.Oktober
Borderlands: Oh nein, die PC-Version kommt mit dem pöhsen SecuROM. Jetzt ist Heulen und Zähneklappern angesagt. Mal sehen, womit Dragon Age: Origins aufwarten wird. Glücklicherweise ist Left 4 Dead 2 ja frei von solchen DRM-Verstrickungen, denn Steam gehört ja zum Betriebssystem.
Uncharted 2: Among Thieves: Solokampagne auf normal durch. Ja, es ist ein Wunderwerk der Technik. Und ja, es ist manchmal schlicht nervig. Den Endboss erledigt man, indem man im Kreis über einige Hindernisse klettert und dabei auf blau schimmernde Blasen ballert, in der Hoffnung, die Explosionssplitter werden den bösen Mann schon erledigen. Die unmittelbar folgenden Actionsequenzen könnten auch aus einem minimal modernisierten Dragon’s Lair stammen. Cineastische Erzählweise ist ja ein nobles Ansinnen, wenn der bedrohliche Felsbrocken aber beim dritten Anlauf wieder an dir vorbeirauscht und sich als harmlose Requisite entpuppt, ist der Spannungsaufbau für die Katz. Aber das ist ohnehin Uncharteds Problem. Es ist völlig in der Gegenwart verhaftet und versucht jeden Moment zum Höhepunkt zu machen. Das gelingt sogar oft genug und so sehen die eigentlichen Spielelemente der Orientierung im Raum und des Niederballerns böser Buben im Vergleich schlechter aus, als sie es eigentlich sind.

12.November
The Beatles: Rockband: Heute eingetrudelt, im achten von neun Kapiteln, bisher nur Gitarre auf hart. Ich komme gleich zum Wichtigsten bei einem Rhythmusspiel, den Farben. Ich spiele alle Songs ja zum ersten Mal und stelle fest, dass ich mehr auf die Farben der „Noten“, als auf deren Position geeicht bin. Das blasse Blau und die Psychedelikeffekte machen mich ganz wuschig, die weißen Overdrive/Beatlemania-Noten sind diesbezüglich natürlich das Sahnehäubchen. Guitar Hero hat kräftigere Farben und schönere Overdrive Noten. Die Griffwechsel sind noch etwas ungewohnt, ich bin aber auch aus der Übung. Außerdem habe ich jetzt zweimal bei Birthday die rote Karte gesehen, im Trainingsmodus bei 90% des Tempos treffe ich eigentlich alle Noten, bei 100% Tempo nur zwei Drittel, das kann unmöglich an mir liegen. Ich höre mich als Gitarristen häufig nicht. Manchmal bilde ich mir ein, ich spiele die Streicher oder das Mellotron. Wenn das so weitergeht, höre ich mit dem Touren auf und spiele nur noch auf Hausdächern.
Es ist allerdings ein Meisterwerk der Tonbandarchäologie, die Surround-Mischung verstärkt diesen Eindruck. Es ist nur ein wenig … kurz, aber vermutlich verdient man das richtige Geld erst per DLC und das angepeilte Publikum hat’s ja. Ups, Radiohören bildet, die Veröffentlichung von Der Katalog ist völlig an mir vorbeigegangen, ich warte ab jetzt auf K:RB.

19. November
Borderlands: Lilith auf Level 29.
The Beatles: Rockband: Ich habe a) das Trommeln verlernt b) Beatlemania blendet mich auch beim Trommeln aber c) ich habe Ringos Rhythmusschuppen gefunden, was aber dank a) nur wenig Spaß macht.
Dragon Age: Origins: Wird jetzt wirklich bald installiert
L4D2, NSMBWii, G.R.I.D. und Far Cry 2 sind in der Post

21. November
New Super Mario Bros. Wii: I suck at video games, kann als Ausrede aber anführen, dass ich nicht mit Nintendos Hüpfereien aufgewachsen bin … obwohl … DonkeyKong? Nein, das war ein Automat. Jetzt also üben, üben, üben ….
Left 4 Dead 2: Installiert im Moment so vor sich hin, mal sehen ob ich als behüteter Deutscher mit den Unmengen an Blut und Gedärm zurechtkomme.

21. November, Nachtrag
Left 4 Dead 2: Ich habe die australische Fassung gesehen (ign.au war’s wohl), das war schon ein wenig lächerlich. Die ungeschnittene (britische) Version ist dagegen recht … drastisch. Es ist im Vergleich mit dem Vorgänger irgendwie hektischer, aber vermutlich liegt das einfach an meiner fehlenden Vertrautheit mit den Karten und der Menge an neuen Eindrücken (Boomer Kotze in kleinen Dosen, Blut, Cricketschläger, Gedärm, Waffengeschäfte, abgetrennte Arme, CDC-Zombies, durchlöcherte Bäuche, die neuen Special Infected, Sonnenschein). Manchen Stellen merkt man aber schon an, dass man sie in den höheren Schwierigkeitsgraden vermutlich öfter sehen wird, als einem lieb sein dürfte. Mit den vier Überlebenden bin ich noch nicht warm geworden, wir haben aber auch noch keine gelungene Flucht hinter uns. So etwas verbindet ja doch mehr als ein erreichter safe room.

22. November
Left 4 Dead 2: Ich habe immer noch keine Kampagne abgeschlossen. Das liegt nicht unbedingt am Schwierigkeitsgrad, denn ich habe bis jetzt noch kein Finale gesehen. Ich spiele momentan erst einmal als Einzelspieler um die Karten kennen zu lernen. Leider schubsen mich vereinzelte Charger-Angriffe so sehr in die Wände, dass ich in ihnen steckenbleibe und mich nicht länger bewegen kann -> Abbruch der Kampagne, nächste versuchen (Nerf Charger!). Es gibt jetzt mehr Möglichkeiten einen Teilabschnitt zu durchqueren und die KI meiner Begleiter ist dann des öfteren etwas uneinig, ob sie mir folgen oder weiterhin zu dritt einen anderen Weg suchen sollen. Da ich die Führung habe, stehe ich dann manchmal ohne Deckung da. Aber das Wichtigste: meine Achievements tauchen in meinem Steam-Profil nicht auf. L4D3 wird boykottiert.
Die Kettensäge ist schon recht eklig. Ich bin froh, dass mir kein Boulevardmagazin beim Spielen über die Schulter sieht oder ein Professor Pfeiffer versucht, daraus ein psychologisches Profil abzuleiten.

26. November
New Super Mario Bros. Wii: Mit frischer Erinnerung … soeben Multiplayer mit einem … verbesserungsfähigen … Spieler gespielt. Ich spare jetzt auf ein Ticket nach Japan, um dem Hupenprogrammierer persönlich die Meinung zu sagen.

29. November
New Super Mario Bros. Wii: Ich werde meine Schreie, das Stöhnen, das Gegrunze und die unflätigen Flüche mal auf Band aufnehmen und an den Vatikan schicken. Vielleicht bin ich ja einfach ein Fall für einen Exorzismus. Ich ahnte ja immer schon, dass ich ein schlechter Videospieler bin, aber so schlecht …? Und dann taucht da immer dieser grüne Kasten der Schande auf, unerträglich dieses Spiel.
Far Cry 2: Die Kamera wackelt auch ohne meine Eingabe fröhlich vor sich hin, motion sickness, here I come. Erste richtige Mission, den ersten Buddy befreien: ich dachte, ich hätte den Checkpoint erreicht, massakriere also nichtsahnende Afrikaner aus dem Hinterhalt und … nichts passiert. Ah, ich muss vermutlich die 300 Meter zum Aussichtspunkt zurück, und tatsächlich, danach kann ich eine Eingangstür zu einem der Häuser öffnen. Meinen kleinen gelben Wagen stelle ich derweil in der leeren Garage ab. Ich befreie den Gefangenen (vermutlich konnte er die Tür nicht von innen öffnen) und schaue nach meinem Auto … das jetzt im Widerspruch zu gewissen Ausschlussprinzipien zur gleichen Zeit den gleichen Raum mit einem Jeep teilt. Als ich mich den beiden verschmolzenen Fahrzeugen nähere, springen sie in der kleinen Garage auseinander. Ich verlasse diesen verzauberten Ort mit dem Jeep, denn der hat immerhin ein zusätzlich montiertes Maschinengewehr.
Schön wenn der Realitätsanspruch mit Malaria und defekten Waffen abgedeckt wird, solche Kleinigkeiten wie Logik und Korrektheit dann aber hinten herunterfallen. FarCry 2 und ich werden vermutlich keine Freunde.

5. Dezember
New Super Mario Bros. Wii: Rezension? Ich weiß nicht so recht, es würde auch nicht nett, denn ich würde nur mit der immer stärker brennenden Flamme des Hasses schreiben. Ich verstehe rückblickend auch die Aufregung um Little Big Planet immer weniger. Dem war ja vorgeworfen worden, die Steuerung sei zu „floaty“. Ich ging davon aus, damit sei diese seltsame Impulserhaltung gemeint, die die Figur immer ein wenig nachlaufen ließ, es sei denn, man bremste sie in der Flugphase ab. Das war zwar nervig, es gab aber nur wenige Stellen, die eine genaue Landung erforderten. NSMBWii fordert das ständig. Und es findet immer neue Wege, meinen Mario in den Tod zu schicken. Ich lasse Mario hüpfen, die Schildkröte bleibt stehen um synchron mit der Hintergrundmusik einen unterhaltsamen Seitschritt zu machen, Mario landet jetzt pixelgenau vor dem Kopf des Viechs, tüdelüü. Die Oszillation der Sandfontänen ist wichtig und nicht nur optischer Schnickschnack, reflektierte Schildkrötenpanzer sind der Sekundentod, etc. pp. Dazu kommt, dass das Leveldesign sagt „Ja, du kannst mich fließend durchqueren, du musst nicht an jeder Strassenkante anhalten um nach links und rechts zu schauen. Das machen nur die Kinder aus dem Kindergarten“. Der grüne Kasten ist der „Schülerlotse der Schande“ und ich will mich ihm nicht unterwerfen. Mir scheint klar, was das Spiel von mir will, dennoch wirft es mir Dutzende von Knüppeln in Form von Details zwischen die Beine. Das Savepointkonzept treibt das natürlich auf die Spitze. Ich habe mich also durch einen oder zwei Level geweint, opfere dem jeweiligen Burgherren mein letztes Leben und … fange wieder am Anfang oder der Mitte an? Mir ist natürlich klar, dass mir Mr. Miyagi, äh, Miyamoto damit sagen will, dass ich noch nicht reif bin und noch zwei Nachmittage seine Autos polieren und seinen Zaun streichen soll. Auf mich wartet aber kein wichtiges Turnier für das ich trainieren muss, das Training selbst sollte unterhaltsam sein. Und dabei hatte ich mit Donkey Kong meinen Spaß …

8. Dezember
Borderlands: Lilith hat den Obermotz erledigt.
Left 4 Dead 2: Keine drastischen Fehler mehr erlebt, meine Zufallsgruppen haben aber nur sehr kurze Halbwertzeiten.
New Super Mario Bros.Wii: Ich bin vom Herumschreien ein wenig heiser, die gefüllten Tränengläser stapeln sich in den Regalen, aber ich versuche es weiter …
Dragon Age: Origins: Wird jetzt wirklich bald installiert

8.Dezember, Nachtrag
New Super Mario Bros.Wii
: Ich bin ja auch ein Mädchen(mit rosa Haaren) und lasse mich von kleinsten Schwierigkeiten umpuschten. Schon okay … außerdem spricht Märio natürlich Männer eher an als … Mädchen … äh … Mario Bros. sind keine Schwestern und eher was für Jungs.
Ich sollte doch langsam aufhören, es macht mich offensichtlich wirr im Kopf.
Das alles hat vermutlich doch mehr mit meiner 2D-Mario Hüpf Vergangenheit zu tun, die tatsächlich nur aus Donkey Kong, Donkey Kong Jr., Donkey Kong 3 und Mario Bros. besteht. Ich hatte 25 Jahre lang keine richtige Konsole, selbst auf dem Gameboy habe ich es verpasst (Mario Tennis war mein einziges Mario Spiel). NSMBWii ist somit mein erster scrollender Nintendohüpfer und ohne Rückgriff auf Muskelerinnerungen aus der Jugend ist es schlicht schwierig. Der Superguide (man hüpft nach achtmaligem Scheitern gegen einen grünen Block ex caelum und Luigi spielt den Level durch) ist eine mögliche Hilfe, ich weigere mich aber ihn zu benutzen, denn wenn ich schon am Anfang scheitere, wie stehen dann erst meine Chancen in den schwierigen Leveln? Mit einer unbegrenzten Anzahl an Leben wäre mir deutlich mehr geholfen. Was mich aber wirklich in den Wahnsinn treibt, sind die zwei Startpunkte im Level (am Anfang und in der Mitte des Levels). Verhüpfe ich mich im letzten Drittel der aktuellen Hälfte, darf ich das soeben Absolvierte gleich noch einmal angehen. Diesen Teil habe ich aber meist nur durch Anstrengung geschafft, mit meinem Hirn, nicht meinem Rückenmark oder gar meinen Fingerspitzen. Ich würde jetzt gerne den Sprung üben, an dem ich gescheitert bin, mir wird aber erst einmal eine bereits gelungene Leistung abgefordert. Ich scheitere natürlich wieder an der gleichen Stelle oder auf dem Weg dahin, ungeduldig und genervt wie ich bin. Mein zunehmendes Gegeifer hilft mir nicht bei der Konzentration aufs Jetzt und schon bin ich wieder am Startpunkt. Mit manchen Abschnitten in Little Big Planet ging es mir nicht anders, dort waren die Savepoints aber großzügiger verteilt und sie setzten die Zahl der möglichen Neustarts wieder auf den Maximalwert. Irgendetwas mache ich immer falsch, momentan halte ich es für mangelnde Übung, vielleicht ist es aber auch meine Ungeduld zum Ende des Levels zu kommen anstatt im Hier und Jetzt aufzupassen.

14. Dezember
Borderlands: Der PC als Spieleplattform ist nicht tot. Kauft Borderlands deshalb in der PC-Fassung. Da ist das Aufsetzen einer Mehrspielerpartie noch eine Herausforderung.
DJ Hero: Der mittlere Schwierigkeitsgrad macht’s möglich. Ich werde mit dem Crossfader dennoch nicht ganz glücklich. Entweder reagiert er zu langsam, ich übersteuere beim Versuch ihn wieder in die Mitte zu schieben oder ich setze den Multiplier bei den schnellen Seitenwechseln mit schlafwandlerischer Sicherheit auf null zurück. Es will sich bei mir auch noch kein „Dabei“ geschweige denn ein „Mittendrin“-Gefühl einstellen. Die An- oder Abwesenheit einer Gitarre in einem Stück bemerke ich einfach deutlicher als den Verlust eines Kanals aufgrund eines Fehlers, zumal das zeitweilige Verstummen eines Kanals auch Bestandteil der korrekten Spielweise ist.
The Beatles: Rockband: Auf der Wii sind die Farben keinen Deut besser, aber die Guitar Hero III Gitarren funktionieren. Meine Weihnachtstournee kann also stattfinden.
Let’s Tap (Deluxe Edition): Vermutlich das Spiel für Klein und Gross, für Abstinenzler wie für Volltrunkene.

23.Dezember
Dragon Age: Origins: Ich bin jetzt seit fünf Stunden als Elfen-Magierin unterwegs. Der erste Troll war kniffliger als erwartet. Bis jetzt alles sehr anständig, auch wenn ich aufgrund der Stimmen ständig an Uncharted 2 erinnert werde. Aber es ist Claudia Black, es könnte schlimmer sein. Jack Black beispielsweise.
Braid: Ich rätsel weiter herum. Auf die „Spring auf den Goomba während der auf deinen Zeitschatten springt“-Lösung bin ich tatsächlich selbst gekommen. Ich bin sooo schlau.
Pixeljunk Shooter: Ich habe mich bis in die zweite Welt geballert, die Eiswelt. Für die Musik sorgen übrigens Dom Beken und Dr. Alex „The Orb“ Paterson. Für einen bekennenden Ambientnik wie mich schon Kaufgrund genug.
Der Postbote hat gerade meine Boney M. Fahrstuhlmusik gebracht. Mal sehen, wie das dazu gehörende Spiel ist. Ich schüttele jetzt also erst einmal ein Rabbid durch die Wiimote.

06. Januar 2010
Rabbids Go Home: Ich beginne gerade mit dem dritten Levelblock und es fängt allmählich an zu schwächeln. Das betrifft sowohl Humor, recycelte Settings als auch Spielmechanik. Seit Weihnachten gibt es aber einen Weihnachtsmann, der ab und an auftaucht. Er sagt nach meinen Entkleidungsschrei(Bwaaaaah!) dann zwar immer, sein Name sei Joe und er wäre gar nicht der Weihnachtsmann, aber das stört die Karniggels nicht weiter.
Dead Space: Extraction: Der dritte Abschnitt ist durch, ich bin auf dem Weg zur Ishimura. Das ständige Gebrabbel meiner Begleiter macht mir deutlich, wie wichtig das Gefühl der Einsamkeit für die Atmosphäre im HD-Dead Space war. Wie befürchtet, zerstöre ich mir mit ständigem Telekinese-/Staubsaugereinsatz die Atmosphäre selbst, aber nur so glaube ich an allen herumliegenden Schnickschnack zu kommen.
Dragon Age: Origins: Meine Elfenmagierin ist auf dem Weg zur Zwergenstadt. Dämonenverseuchung im Magierturm und Werwolfinfektion im Wald habe ich unter Kontrolle gebracht. Die Hauptstadt und die versprochenen Sexszenen warten noch auf mich. Es verblüfft mich aber immer noch, dass jedermann reden darf, nur mein Avatar kann es nicht (mir ist natürlich klar, dass die Gespräche dadurch noch länger würden und es von der Mehrzahl der Spieler ohnehin abgebrochen würde, aber trotzdem …).

28. Januar
Dragon Age: Origins: Es geht jetzt scheinbar in die Schlussphase, alle Charaktere haben mir in einem vorgezogenen Schlussdefilee alles Gute für mein vermutlich nahendes Ableben gewünscht. Ich habe keine Sexszene hinbekommen (von einer befleckten Empfängnis ohne Beteiligung meines Avatars einmal abgesehen). An den für mich wesentlichen Lehrern bin ich auch vorbeigelaufen, so dass meine zwei Spezialisierungspunkte ungenutzt vor sich hin dämmern.
Auf den Konsolen werden zur Zeit Uncharted 2 (Hart) und Dead Space: Extraction vorangetrieben. Batman: Arkham Asylum und Mad World sind immer noch ungeöffnet.
Tatsunoko vs. Capcom und Elite Beat Agents werden in den nächsten Tagen den Stapel ungespielter Spiele weiter in die Höhe treiben. Vielleicht schliesse ich dank der entschärften Steuerung in Tatsunoko vs. Capcom ja doch noch Freundschaft mit Ryu und werde zum Hadouken-Spammer.

2. Februar
Dragon Age: Origins: Ich kann den Drachen sehen … er mich leider auch. Ich hatte die Sache im Griff, bis er seine Spießgesellen dazu gerufen hat. Ich versuche es heute Abend noch einmal.
Tatsunoko vs. Capcom: 10er, 20er und 40er Combos sowie Milliarden über Milliarden von Schadenspunkten. Frank West(Dead Rising) muss ich allerdings noch freispielen, in das von Zombies bevölkerte Einkaufszentrum darf ich allerdings schon. Es ist angenehm chaotisch, da fällt mir meine eigene Inkompetenz gar nicht weiter auf. Obwohl … manchmal glaube ich sogar, meine Eingaben am Classic-Controller resultieren tatsächlich in der beabsichtigten Bewegung. Die vereinfachte Steuerung per Wiimote und Nunchuk habe ich noch nicht ausprobiert, ein wenig Selbstachtung steckt offenbar doch noch in mir.
Elite Beat Agents: Entweder bin ich zu langsam, muss mich noch an die Präsentation der „Noten“ gewöhnen oder sollte die Lieder öfter spielen. Ein japanisches Spiel, für den amerikanischen Markt neu eingekleidet, mit deutschen Bildschirmtexten … das ist wirklich ein Zusammenprall der Kulturen.

3. Februar
Tatsunoko vs. Capcom: Klebrige Yo-Yos, die auf Knopfdruck explodieren; feuerspeiende Roboterhunde; Riesenroboter in Gold; Viewtiful Joe … und dabei hatte ich erst eine Stunde gespielt. Was gibt es da nicht zu mögen?
Elite Beat Agents: Ja, dieses Winken aus der Hüfte heraus, daran übe ich mich mittlerweile auch schon. Das ist mein neuestes Rezept gegen Verspannungen nach dem Schneeschieben. Mein Noten-Tap-Timing ist aber immer noch reichlich daneben, es reicht meistens nur für ein D.

10. Februar
The Adventures of One Button Bob: 673
Resident Evil 5: Teil meines „Spiel’s zu Ende“-Vorsatzes für 2010. Ich werde immer noch nicht richtig warm mit dem Spiel. Meine PS3 allerdings schon. Das Spiel ist so böse, es versucht sogar meine Konsole in den Hitzetod zu treiben. Zweimal gab es schon die rot blinkende LED des Höllenfeuers. So alt ist die Konsole doch gar nicht und außerdem kann sie noch PS2-Titel spielen. Ich will noch nicht zur schlanken Schwester wechseln, auch wenn sie leiser und sparsamer ist.
Dragon Age: Origins: Im Kontrastprogramm versuche ich mich jetzt als Schurke im Nahkampf statt als Massenvernichtungswaffen-Magier.
Amazon.de hat übrigens Boom Blox 2 für 10 Euro im Angebot. Vielleicht kann ich das auf einem Geburtstag am Wochenende einsetzen.

11. Februar
Endlich kann ich mitreden, sobald vom RROD die Rede ist, selbst wenn ich nur mit einem YLOD(yellow light of death) aufwarten kann. Danke Sony, meine Entscheidung für den Qualitätshersteller hat sich ausgezahlt. 28 Monate und aus die Maus. Vielleicht gibt es ja in Kürze eine günstigere 250er Konsole zusammen mit God Of War 3. Eigentlich wollte ich der dicken Playstation ja immer schon mal unters Kleid schauen … aber trotzdem, 500 Euro Ware, die nach zwei Jahren den Geist aufgibt?


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4 Kommentare

  1. Missingno. - 05.08.2010 12:22

    Ich spare jetzt auf ein Ticket nach Japan, um dem Hupenprogrammierer persönlich die Meinung zu sagen.

    Word!

  2. Chris - 05.08.2010 14:21

    Borderlands: Der PC als Spieleplattform ist nicht tot. Kauft Borderlands deshalb in der PC-Fassung. Da ist das Aufsetzen einer Mehrspielerpartie noch eine Herausforderung.

    „Außerdem gibt es in der PC-Version keine Achievements“, hätte ich noch hinzufügen wollen. Aber ausgerechnet heute patcht 2K das Spiel. Steam-Achievements sind jetzt drin. Warum denn nicht gleich so?

    Left 4 Dead 2: Ich habe immer noch keine Kampagne abgeschlossen.

    Gilt für mich auch heute noch. Teil 1 fand ich lustig, mit Teil 2 bin ich nie so richtig warm geworden.

  3. keats blogt - 05.08.2010 20:57

    ha. ich habe gelacht. echt grosses kino. freu mich auf die fortsetzung.

    ich leide und fühle mit dir :D

  4. oqpie - 09.08.2010 14:49

    Der Begriff Schwarzafrikaner (benutzt am 18. Oktober) ist rassistisch, ansonsten ist der Artikel jedoch große Klasse – mehr davon!

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