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Mehrere Millionen Momente später

In ferner Zukunft
„Tja, mit Ihren freiwilligen Beiträgen kommen Sie kaum über den Sozialhilfesatz. Wären Sie im Jahr 2010 doch Vorstand einer Landesbank geworden oder hätten seinerzeit wenigstens mehr geschrieben.“ „Habe ich doch, damals im Dezember habe ich dem Internet sogar wieder meine Tagebucheinträge in den Rachen geworfen.“

9.August 2010
Uncharted 2: Among Thieves: Das Achievement für „75 Gegner erlegen ohne selbst erlegt zu werden“ fiel beim Spielen auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ab, was zwar einerseits logisch ist, andererseits aber auch wieder nicht. Durch den Endkampf habe ich mich wieder hindurch geschummelt. Im Wissen, dass ich auf normale Weise keine Chance haben würde, blieb die Angelegenheit daher auch vergleichsweise entspannt. Es dauerte etwas länger als erwartet, denn Lazarevic scheint sich nicht mehr ganz so leicht in die Irre führen zu lassen, wie es in meiner Erinnerung noch möglich war. Aber das ist vermutlich nur Einbildung. Welcher Entwickler würde schon einen verkorksten Endkampf mit einem klügeren Endgegner verschlimmbessern? Sobald die Pre-Paid Karte eintrifft, werde ich mir aber mal den Belagerungsmodus ansehen.
God of War II: God of War Collection: Immerhin schon weiter als bei der PS2-Auflage. Dort hatte ich es nur durch die Eishallen geschafft, Kratos hatte den Bogen eingesammelt, Prometheus war seinem Geschenk endgültig erlegen und der Luftangriff in der Überführungsetappe hatte mir den Spaß verdorben. Aktuell stehe ich vor Theseus und darf mich wohl mit ihm um einen Schlüssel balgen.
Heavenly Sword: Endgegnerwochen bei Puschels. Gekauft und gespielt als es neu war, was inzwischen auch bald drei Jahre her sein dürfte. Von der Grafik geblendet(Narikos Haut hatte Poren, un•glaub•lich), Handbuch leider nicht gelesen, in der Tutorialphase nicht aufgepasst und völlig verschlafen, dass es einen Konterangriff gibt, der unmittelbar nach einem erfolgreichen Blocken gestartet werden kann. Entsprechend hing ich dann irgendwann im letzten Drittel fest, als der Stoff prüfungsrelevant wurde. Mit dem VHS Kurs „Selbstverteidigung für Schwertschwinger, Vortragender: Herr Kratos, G.o.S“ im Rücken, ging es jetzt in zwei Sitzungen, das Spiel ist vergleichsweise kurz, vom Start bis zur Endstufe des endgültigen Endgegners … und da hatte ich dann beim vierten Anlauf keine Lust mehr. Aber er wird seiner gerechten Strafe nicht entgehen.
Soll ich jetzt noch das Cellophan von Dante’s Inferno reißen oder mit Dark Void und den Mini Ninjas weiter machen?

9.August, Nachtrag
Bei Dark Void und Mini Ninjas bin ich jeweils bei geschätzten 20 Prozent. „Weiter machen“ wäre hier tatsächlich „weiter machen“.
Dark Void hat immerhin aufwendig produzierte Musik. Die Idee, den gewohnten, horizontalen Stellungskampf in die Vertikale zu überführen, ist auch interessant. Ich verdrehe unwillkürlich immer meinen Kopf und steuere mit der Kamera nach, um dem Perspektivwechsel zu folgen. Das gibt Kopfschmerzen, ein wirklich „übles“ Spiel. Davon aber mal abgesehen, fehlt es gefühlt einfach noch einmal am gleichen Entwicklungsaufwand für den Feinschliff. Unsichtbare Wände an allen Orten; keine Kollisionserkennung mit der Vegetation(mein Protagonist steht dann mitten in der Pflanze); die nicht ganz so gelungene Steuerung, die mir ein wenig zu sehr von der aktuellen Umgebung bestimmt und den entsprechend abgeleiteten, eingeblendeten Quasi-QTEs dominiert wird. Ich habe häufig das Gefühl das Richtige zu wollen, aber das Falsche auszuführen, weil die Figur nicht an der korrekten Position steht.
Dante’s Inferno wäre tatsächlich ein Neustart, aber es kann angeblich monsterspeiende Brüste auf der Habenseite vorweisen. Das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen.

10.August
Bezüglich Stapel der Schande: Ich wollte längst mal eine detaillierte Auflistung erstellen, aber Resonance of Fate und Just Cause 2 sind laut Zavvi seit einer Woche in der Post. Der Stapel wird nur höher, bestenfalls kann ich das Niveau halten.
Es sind ja God of War-Wochen und daher habe ich mich doch für Dante’s Inferno entschieden. Ich habe gerade mit Charon übergesetzt, mir war ja bisher nicht bekannt, dass er Kahn und Fährmann zugleich ist, aber so ist das mit Videospielen, man lernt immer etwas hinzu. Es ist schon recht morbide, das unverständliche Wehklagen der Verdammten hinter den Milchglasfenstern ist nett, das verständliche Wehklagen eher nicht. Bei der Präsentation freiliegender, weiblicher Oberkörper hat die Anfangssequenz wenige Hemmungen. Die Weigerung, auch den Unterleib zu zeigen, ist angesichts des aktuellen Kernthemas „eingehaltene sexuelle Enthaltsamkeit“ geradezu rührend, zumal in den animierten Sequenzen ständig auf die verbundenen Unterleiber gezoomt wird. Der Protagonist scheint ein religiös schwer Verwirrter zu sein. Männer, die sich ein rotes Stoffkreuz auf ihren M. pectoralis major und M. rectus abdominis nähen, beeindrucken mich aber mehr, als gekalkte Kahlköpfe, die vor und nach dem Erweckungserlebnis hemmungslos getötet haben, obwohl, … was macht Dante eigentlich beim Kreuzzug … ? Ansonsten bin ich momentan froh, ein getaufter Atheist zu sein, da mir somit zumindest das Schicksal der ungetauften Kinder erspart bleibt. Die QTEs sind im Moment sogar für mich verständlich und zu bewältigen. Die Menge an Kombinationen zu drückender Knöpfchen in den Talentbäumen macht mir ein wenig Sorgen, aber ich bin ja noch längst nicht so weit, die nötige Vertrautheit mit den Tastenkombinationen kommt bestimmt noch bevor die Optionen tatsächlich freigespielt sind.

10.August, Nachtrag
Ach so, ganz vergessen: ich habe es durch unglaubliche Konzentration meiner intellektuellen Reserven durch Braid geschafft. Für die PS3 ist es noch ein beinahe aktueller Titel, denn dort kam das Spiel ja erst zur Weihnachtszeit ’09 heraus. Das Ende war es aber wert, alleine für die Art und Weise, in einem Spiel mit Zeitrückspulknopf angespannte Momente zu erzeugen, in denen ich glaubte, die Zeit würde nicht mehr reichen. Über die Metaebenen ist wohl schon vor zwei Jahren ausreichend spekuliert worden, da dürfte alles gesagt sein. Ich wundere mich aber, dass ich in den letzten zwei Jahren nichts wirklich Vergleichbares gesehen habe.

12.August
Dante’s Inferno: Säuglingsspeiende Brustwarzen, gesehen. Warum die Besitzerin dieser Brüste jetzt Kleopatra sein soll, obwohl Vergil beim Betreten dieses Ringes doch von Semiramis, der Schöpferin des Blähtons, gesprochen hatte, ist mir im Moment unklar. Vermutlich habe ich mich wieder einmal verhört. Manche Zwischenanimationen fallen in der visuellen Qualität deutlich gegenüber der im Spiel zurück. Leider ist es im Moment das „Beste“ aus God of War: kurzzeitiges Einsperren und am Schluss ein Levelboss. Das ist wohl einfach nicht mein Ding. Dabei habe ich mit Wiederholungen in RPGs eigentlich nie Probleme. Hier ist es wie ein Tanz, bei dem mir niemand sagt, wie die Schrittfolge aussieht. Ich trete meiner Partnerin ständig auf die Füße. Ich bin mir sicher, ich mache das Falsche, aber niemand sagt mir, was es ist. Irgendwann watscht sie mir ins Gesicht, nur um mich direkt danach wieder zum Tanz aufzufordern. Wir kommen durch die erste Strophe, nur damit ich feststellen darf, dass sich wieder ein wichtiges Detail geändert hat. Es ist dieser enge Korridor aus Zwang, der mich abstößt.
Resonance of Fate: Ein schlichtes JRPG mit Pistolen statt Schwertern. Etwas anderes wird es schon nicht sein. Meine Gruppe (von denen natürlich nur jeweils einer sichtbar ist) verlässt das Startgebiet und findet sich als Cursor auf der Weltkarte wieder. Plötzlich kommt es zum Kampf. Meine Jungs (und das Mädchen) beziehen gegenüber den bösen Jungs Stellung. Und ich kann nicht einen Schuss abfeuern … und da ist auch schon der „Game Over“-Bildschirm. Ich muss tatsächlich das Handheftchen lesen, um es wenigstens bis zur Tutorialzone zu schaffen, wo mir dann die Bedeutung einer Reihe von Hyper-Super-Duper-Balken erklärt wird … mit Textbildschirmen … okay, es gibt danach auch den spezifischen Tutorialkampf. Heldenpunkte bekomme ich durch Laufangriffe, die die Verbindungslinie zwischen den beiden verbleibenden Mitstreitern schneiden. Duper-Super-Hyper-Angriffe sind kleine QTEs mit Zeiger und Skala usw. usf. Ich glaube, das wird interessant. Ob ich das nach den FFXIII-„Drücke X“-Kämpfen überhaupt noch hinbekommen werde?

23.August
Resonance of Fate: Mittlerweile in Kapitel 3. Hardcore(i.e. man kann in den Dungeons nicht speichern).
Uncharted 2: Among Thieves: Multiplayermaps mit grünen und roten Skeletten (plus Nazi-Zombie oder so ähnlich) gekauft. Co-Op mit Spielverderber gespielt. Vielleicht war das aber auch eine wohlbekannte Strategie, weil man für das Wiederbeleben Pluspunkte bekommt, die den möglichen Malus für den Fratricide wieder wettmachen. Ich werde mir die Regeln für die Punktevergabe noch einmal ansehen. Ich tippe aber auf Spielverderberei.
Resident Evil 5: In Kapitel 5 von 6. Für die Eingeweihten: noch kein Kampf gegen Wesker. Mir mangelt es am Franchisetunnelblick, der mich nur die guten Dinge sehen lässt. Ich sehe wirklich das ganze Elend. Ich kann aber natürlich erst aufhören, nachdem ich das Stammeskostüm für Sheva freigespielt habe. Und die Sammelfiguren … und den Bogen …
Little Big Planet: Meine Fähigkeiten für den in Kürze anstehenden zweiten Teil getestet. Das Rad des Todes ist immer noch beissholzpflichtig. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich da beim letzten Mal durchgekommen bin. Andererseits aber auch verständlich, denn es blieb eine einmalige Erfahrung.

28. August
Resident Evil 5: Zumindest eine Lücke in meiner Spielebildung ist geschlossen. Ich habe vom Hintergrund des Franchise dabei vergleichsweise wenig mitbekommen, obwohl mit Chris, Jill und Wesker ja Charaktere der ersten Stunde dabei sind. Die QTEs in den Zwischensequenzen … ich gehe als Spieledesigner nach Japan, da darf man scheinbar auch als Praktikant oder Hausmeister wichtige Elemente zum Spiel beisteuern. Oder ich schreibe in einer Mittagspause die Dialoge. Und auf der anderen Seite steht der ganze Aufwand beim Modellieren der Spielwelt. Das fühlt sich an, wie das Fünf Sterne Hotel mit Plumpsklo auf dem Hof, der Porsche mit Holzrädern. Vom Weskerunsinn in den letzten Kapiteln will ich gar nicht mal reden, da würde nur wieder meine Abneigung gegen Levelbosse die Überhand gewinnen. Im Zweitdurchlauf(ich erinnere an das Stammeskostüm für Sheva) funktioniert das alles deutlich besser. Geschichte und Leveldesign kann ich ausblenden, es bleibt nur noch „Weglaufen, Umdrehen, gegnerischen Schädel zum Zerplatzen bringen“ übrig.

31. August
Resident Evil 5: Alle blauen Gedenkteller zerschossen, alle Kostüme und den Bogen gekauft, nicht überall A geschweige denn S Bewertung, … Chris wird seine Minigun wohl so schnell nicht bekommen, da ich die falsche MP verbessert habe. Drei Mercenaries-Arenen freigespielt. Vielleicht geht es mit der Move-Fassung ja weiter.
Just Cause 2: Etwa drei Stunden dabei. Die Insel scheint tatsächlich recht groß zu sein. Bei aufwendigeren Fallschirmmanövern verheddere ich mich in der Richtungs- und Kamerasteuerung und sehe dann nur Schulter oder Bein in Nahaufnahme. Meinen Midwinter-Moment hatte ich gleich zu Beginn, denn dies ist endlich mal wieder ein Spiel mit Gondelbahn. Meinen Hillary/Norgay-Moment hatte ich auch schon, da mich das Trophäenpling selbst auf höchsten Höhen erreichte. Logik suche ich auf dieser Insel aber wohl vergebens: Erobere Festung vom Militär für Fraktion A; Festung gehört jetzt Fraktion A; Festung hat zerstörbare Gebäude, die ich für einen 100% Zerstörungsstatus zerstöre; irgendwann erregt meine Zerstörerei Aufmerksamkeit; irgendjemand kommt und versucht mich aufzuhalten. Sind das jetzt a) die Jungs von der Fraktion A und ich mache mir hier irgendeine, irgendwann wichtige, Reputation zunichte oder b) die Jungs vom vertriebenen Militär, die die Nachrichten nicht gehört haben und jetzt die Festung für ihre Feinde von Fraktion A beschützen? Solche Fragen rauben mir den Schlaf. Autodachsurfen und Fallschirmsegeln dank motorisierter Angelleine erscheinen mir im Vergleich als das Natürlichste in der Welt.

5. September
Just Cause 2: Es ist immer noch groß. Selbst in einem Kampfjet braucht es seine Zeit um von einer Ecke der Karte zur anderen zu kommen. Die Fortbewegung per Gleitschirm fällt mir inzwischen etwas leichter, ich ziehe einen Hubschrauber aber vor. Glücklicherweise stehen von den Dingern genügend herum oder ich kapere einen, falls die Staatsmacht versucht, meinen Zerstörungen etwas entgegen zu setzen. Ach ja, die Zerstörungen: einerseits kann ich zivile Gebäude nicht beschädigen, andererseits sind Massaker an der Zivilbevölkerung völlig in Ordnung. Für den „alles an diesem Ort erledigt“-Status darf ich pro Dorf meist fünf bis sechs Meta-Gegenstände(Geld, Rüstung, Aufrüstungspunkte für Waffen und Fahrzeuge) einsammeln, bevor ich notwendige Infrastruktur wie Wassertürme und Tankstellen in schwelende Ruinen verwandele. Soeben wurden die Bösewichte enthüllt, die hinter den bisher bekannten Fraktionen stehen. Russland, China und Japan stellen die üblichen Verdächtigen. Einerseits bin ich ja dankbar für die Abwesenheit der islamischen Killerkommandos (obwohl eine der drei Fraktionen fundamentalistischen Gotteskriegern ziemlich ähnelt), aber wo bleiben die Draufgänger aus Dänemark, die Killer aus Kanada, die Irren aus Indien? Dass die „Guten“ aus Amerika sind, ist sicherlich ironisch zu verstehen.

10. September
Just Cause 2: Es geht auf die dreißigste Stunde zu. Es hat etwas von World of Warcraft Grind an sich. Oder ich zerstöre einfach gerne Wassertürme.
Army of Two: 40th day: Im letzten Kapitel, vermute ich zumindest. Ich spiele es im Solo-Modus, mein Partner wird von der Agentur gestellt. Die Aggro-Mechanik(wer mehr oder lauter ballert ist für die Gegner interessanter) ist eine Abwechslung, die Minibosse leider nicht. Obwohl der AI-Partner meist kompetent handelt, sind manche Situationen unnötig nervig, da beispielsweise der Mann mit dem Flammenwerfer seinen Schwachpunkt in Form eines Tanks auf dem Rücken trägt und abgelenkt sein will, damit ich den korrekten Angriff starten kann. Vielleicht motiviere ich meinen Partner aber auch falsch oder sollte ihn bei Stein-Papier-Schere öfter gewinnen lassen. Die Savepoints befinden sich am Ein-/Ausgang eines Bezirks, so dass man einen fünfminütigen Kampf gegen Wellen von 08/15 Schergen gerne mehrfach austragen darf, falls man gegen einen plötzlich auftauchenden Überraschungsgast den Kürzeren gezogen hat. Das schließt unter Umständen die Wiederholung des einleitenden Cinematics mit ein, dass sich natürlich auch nicht abbrechen lässt. Ich habe mir die Konzeptzeichnungen in der Abteilung für freigespielte Bonusinhalte angesehen und mir vorgestellt, wie toll ein Spiel in den so skizzierten Umgebungen sein müsste. Bis mir einfiel, dass ich dieses Spiel ja schon fast durch habe. Es funktioniert einfach nicht, ich bin nicht in der Umgebung, nicht im Spiel, weil es sich für mich als Solo-Spieler auf ein Whac-A-Mole reduziert, bei dem ich darauf warte, dass sich ein Fünf-Pixel Kopf aus der Deckung wagt.

21. September
Move Starterpack und die beigelegte Demodisk: Die Sports Champions habe ich auch noch besorgt. Ich fange aber erst einmal mit der Testversion von Tumble an. Eine neue Firmware mit der schönen Laufnummer 3.50 ist heute auch da. Okay, installiere ich die halt und lese in der Zwischenzeit das Handbuchblatt. Die Kugel leuchtet nicht, aber man kann auch ohne Leuchtekugel durch Kippen und Neigen durch die gewohnte Menüstruktur steuern. Tumble wird von der Scheibe auf die Festplatte kopiert, installiert sich, startet und möchte ein Update auf 1.01 herunterladen. Einige Tutorialminuten später … ja, ich habe einen Turm aus Klötzchen aufgestapelt. Es kann sich nur noch um wenige Wochen handeln, bis ich endlich in den Kindergarten darf. Aber … ich ziehe die vorige Vermutung zurück, da ich schon den folgenden Level nicht verstanden habe, in dem eine böse Kugel meine obersten Klötzchen vom Türmchen haut. Nächster Halt Beat Sketcher … das auch nach mehrmaligem Neustart und einigen Kombinationen aus Controllern und Controllernummern immer noch nicht starten möchte. Also den Railshooter gestartet, der in der zweiten Hälfte des Demolevels tatsächlich eine Eisenbahnverfolgungsjagd bietet. Meiner Verfolgungsdraisine gebe ich den nötigen Kick per Waggle, yay. Momentan installiert sich Start the Party, mal sehen wie das wird.

22. September
Move Starterpack: Die Titel funktionieren, von Revolution kann derzeit aber nicht die Rede sein. Es ist genauer als die Wii-Version. Ich vermisse aber den Lautsprecher im Controller. Dafür bietet es mit dem EyeToy wieder den Blick in den magischen Spiegel, in dem alles ein wenig anders ist. Unter den gespielten Demotiteln nutzt aber nur Start the Party diese Möglichkeiten, spielerisch sind die beiden freigeschalteten Elemente(Käfer vom Bildschirm verscheuchen und Ausmalen von vorgegebenen Schablonen) aber auf dem gleichen Niveau wie die PS2-Vorgänger.
Echochrome II: Schöne Idee. Der Controller wirkt als Lampe, die freischwebende geometrische Strukturen beleuchtet und eine Figur benutzt den so geworfenen Schatten als Pfad um zum Ziel zu kommen.
The Shoot: Ein Railshooter mit genauer Steuerung. Solide Standardware, kein Versuch das Genre zu verbiegen, wie es die letzten entsprechenden Wii-Titel versucht haben. Idealer Altherrentitel.
Sports Champions(mein Vollpreistitel): Frisbee Golf(wie man es bei dem Namen erwartet), Beach Volleyball(Aufschlag, zwei Zuspieltechniken, ein Angriffsschlag, keine Steuerung des Charakters), Gladiator (mit nur einem Controller reduziert es sich auf intelligente Schläge mit dem Schwert), Bocce(Boule, sowohl auf einer normalen Bahn als auch in der freien, urbanen Wildbahn), Bogenschießen(mehr Variationen als die Wii-Variante, der Moment der Anspannung entfällt mit einem Controller allerdings) und Tischtennis(wieder keine Charaktersteuerung).
Das Wii-Versprechen ist von der PS3 jetzt tatsächlich eingelöst worden. Das „gut genug“ der Wii reichte aber für Nintendos Millionengeschäft. Kinect könnte mit „gut genug“ und „doch etwas anders als die Wii“ seine eigene Nische deutlicher definieren.

24. September
Just Cause 2: Fünfzig Stunden vorbei, aber wie es sich für eine Sandkiste gehört, man ist nie fertig, man kann immer noch ein weiteres Förmchen mit Sand füllen. Die Hauptmissionen sind allerdings abgehakt(inklusive des Endbosses, den man natürlich in einem Innenraum bekämpft, während alles andere unter freiem Himmel stattfindet), alle Nebenmissionen ebenso. Mehr als 100 Örtlichkeiten sind chaotisiert/befreit/befriedet. Damit habe ich die Nadel auf der Vollständigkeitsskala aber gerade einmal über die 50% Marke gebracht. Ein erneutes Durchspielen mit höherem Schwierigkeitsgrad reizt mich aber nicht so besonders, aber für gelegentliche Ausflüge ist Panau immer noch gut genug.
Sports Champions: Es wird tatsächlich anspruchsvoller. Ich habe in den meisten Sportarten den Bronze-Pokal erspielt(Beach-Volleyball fehlt noch). Eine Meisterschaft erstreckt sich über jeweils 10 Durchgänge der Sportart gegen unterschiedliche Gegner bei leicht ansteigendem Schwierigkeitsgrad mit einem Extralevel in der Mitte und einem längeren Wettstreit(e.g. drei von fünf Sätzen gewinnen statt der üblichen zwei von drei) am Ende. Und ich habe noch nicht das Gefühl bereits alles gesehen und verstanden zu haben. Beim Tischtennis hilft es tatsächlich, sich zu bewegen. Ein Verhalten, das mir das Spielen von Wii-Tennis mit drei menschlichen Mitspielern in kleinen Zimmern schnell ausgetrieben hatte. Bei den Schwertkämpfen hilft weites Ausholen der Arme und beim Boule sollte man zum Rollen der Kugel in die Knie gehen. Vielleicht lässt sich das alles auch wieder auf eine schnelle Bewegung aus dem Handgelenk reduzieren, aber darauf würde ich momentan nicht wetten.
Eine traurige Nachricht: mein Billig-Arcadestick, naja, immerhin hat er rund 30 Euro gekostet, hat seinen Betrieb eingestellt. Er blinkt mich nur noch mit seinen vier roten LEDs an, weil ihm die PS3 seit dem letzten Firmware-Update die Anmeldung verweigert. Ich frage mich ja, welche Mengen Sondermüll Sony da mit einem Federstrich geschaffen hat.

29. September
The Beatles: Rockband: Da wir im Laufe dieses Jahres nicht wie im Vorjahr mit einem halben Dutzend Plastikinstrumentenspiele verwöhnt wurden, konzentriert es sich auf Guitar Hero 6 und Rockband 3. Um meine eingerosteten Finger wieder in Schwung zu bringen, habe ich mich im Schnelldurchlauf noch einmal durch TB:RB geklampft. Die Titel beim Konzert auf dem Dach wurden mir nicht sympathischer. Aber es gab ein Achievement für das Durchspielen in 24 Stunden. Das rettete natürlich den Abend, wo ich Achievements doch so mag.
Grand Theft Auto IV: Nach den Städten der Inselwelt von Just Cause 2, wollte ich noch einmal die große Weite der Weltstadt auf den Inseln schnuppern. Der saudumme Missionsaufbau aus Anfahrt zum Auftraggeber, Fahrt zum Missionsziel, Erledigen der Mission und dem vollständigen Fehlen von Speicherpunkten dazwischen, lässt mich immer wieder am Verstand der Jungs bei Rockstar North zweifeln. In der Kombination mit Eskortmissionen, bei denen der Partner lebensmüde in eine Lagerhalle voller Gegner rennt, ist das ein besonderer Knaller. Am meisten liebe ich aber ohnehin die Verfolgungsjagden, bei denen man das Auto aus den Augen verliert und nur noch per Minimap verfolgen kann. Wie macht Niko das bloß? Hängt er des Nachts allen Autos in Liberty City heimlich Wanzen an die Stoßstange?
Sports Champions: Die Jagd nach den Silberpokalen geht weiter. Die Jagd nach einem preiswerten zweiten Controller auch. Tischtennis entwickelt sich zu einer komplizierten Angelegenheit.
Prince of Persia: The Forgotten Sands: Der böse Dämon ist (zum ersten Mal?) bezwungen. Die Steuerung ist manchmal etwas merkwürdig. Manche Sprünge gehen aufgrund einer erzwungenen Perspektive ins Leere. Leere ist vermutlich auch das richtige Wort für das ganze Spiel. Der Prinz ist allein und begegnet anderen Menschen nur in Cutscenes. Der Rest besteht aus dem akrobatischen Durchklettern von Räumen und dem Niedermachen von plötzlich geballt auftretenden Sandskeletten. Das alles hat den Charme der ersten Lateinstunde, in der die immer gleichen fünf Vokabeln zu neuen Sätzen zusammengefügt werden. Nach „Puschel läuft“, „Da läuft Puschel“ und „Wo läuft Puschel?“, überrascht mich ein „Puschel läuft schnell“ da nicht besonders. Dabei ist das alles kompetent gemacht, wirkt aber auch recht leblos. Mir fehlen allerdings die wegweisenden Prince of Persia Titel auf der „Gespielt“-Liste. Vielleicht ist es aufgrund der Handlung für Fans der „Sands of Time“-Reihe ja interessanter, mir bringt die Geschichte um die Medaillons wenig.

7. Oktober
Prince of Persia: The Forgotten Sands: Der Bösewicht ist erledigt, die Armee der Sandskelette vom Winde verweht, der verblendete Bruder exorziert. Meine Stimmbänder haben durch die Brüllerei in den letzten Leveln wieder erheblich an Spannkraft verloren. Selbst der Rückspulknopf hilft bei den letzten Akrobatikübungen wenig, da das Rückspulen dann meist an einem Zeitpunkt stoppt, zu dem der Prinz in Bewegung sein sollte, es aber nicht ist. Vielleicht wären hier per Einblendung angesagte QTEs tatsächlich klüger gewesen, anstatt sich auf die unsichtbaren QTEs zu verlassen. Ich will aber die ganze Schuld nicht allein auf das Spiel schieben, nach dem Wechsel von einem Controller auf den anderen, ging es einfacher. Dafür gibt es jetzt ein New Game+, das faszinierender weise nicht als solches gekennzeichnet wird. Das ist aber ohnehin zweitrangig, da ich schon durch das erste Durchspielen nahezu alle auflevelbaren Fähigkeiten aufgelevelt habe und der letzte Punkt kam mit dem Spielen des Challenge Modes, bei dem man sich durch acht Wellen von Gegnern kämpft. Ein erneutes Durchspielen ist also nur noch für Achievementjäger interessant.
Left 4 Dead 2: The Sacrifice: Statt sofort auf Bills Ende hinzuarbeiten, habe ich lieber No Mercy unter L4D2 angefangen. Die L4D2 Special Infected wie Spitter und Jockey lassen einige vertraute Strategien schnell ins Leere laufen (der Wandschrank vor dem Klinikfahrstuhl ist nicht länger ein Freifahrtschein auf dem Weg nach oben). Vor der Ankunft des Helikopters hat mich dann ein Tank vom Dach geworfen, das hatte ich fast schon wieder vergessen. Beim Ende von The Sacrifice war ich dann zu schwer von Begriff, um mich schnell genug zu opfern. Ein seltsames Ende.

12. November
Dead Space: Nur mit der Pistole vom Absturz bis zum Abspann.
Borderlands: Game Of The Year Edition: Roland als Medic auf Level 50. Vom DLC, der lediglich in Form eines Codes beilag und dann als 4 GB Download meine DSL Leitung für einen Nachmittag in Beschlag nahm, bislang nur die Schreckensinsel des Dr. Ned vollständig erkundet. Die Loot Goons und TK Bahas Channeling von Benjamin Buford Blues Shrimprezeptrezitation wären das Geld aber schon wert gewesen. Moxxis Arenakämpfe in der Unterkuppel sind bislang nicht so mein Ding. Fünf Minuten Ballerei mit Wellen von bösen Jungs, nur um dann von einem wiederbelebten Zwischenboss umgepustet zu werden und dann wieder von vorne zu beginnen… vermutlich eher eine Teamangelegenheit.
BlazBlue: Calamity Trigger: Die finale Episode von „Teach Me, Miss Litchi“ gesehen, Rachels Geschichte müsste noch geklärt werden und dann werde ich mir die DVD mit den Anmerkungen noch einmal ansehen und hoffentlich besser verstehen.
Resident Evil: The Darkside Chronicles: Von der Kamerawackelei wird mir wieder ganz anders. Manchmal glaube ich, dass hier, statt des Kopfes eines Protagonisten, ein betrunkener Volleyball simuliert wird. Der Wii-Zapper lag bei, nur macht es wenig Sinn ihn zu benutzen, da der Nunchuck in der anderen Hand gehalten werden sollte.
Tatsunoko vs. Capcom Ultimate All Stars: Irgendwie habe ich Frank West freigespielt.
Super Smash Bros. Brawl: Irgendwie habe ich Toon Link freigespielt. Das ist aber kein Anzeichen für wachsendes Verständnis, denn den Sandsack bekomme ich trotzdem nur selten über die 400er Marke.

23. November
Dante’s Inferno: Seit Mitte August musste Dante im vierten Kreis bei den Geizigen und Verschwendern ausharren. Jetzt habe ich ihn bis zum neunten Kreis der Hölle und darüber hinaus getrieben. Satan ist durch die magische Kraft der QTEs wieder an den Boden des Trichters gebannt. Per New Game+ noch die verbliebenen Lücken in den Talentbäumen geschlossen. Mit der dann möglichen Lebens- und Manaregeneration wird es aber fast zu einfach. Die Stellen mit den Instakills sind beim zweiten Durchlauf schon bekannt und so hämmere ich im zweiten Durchlauf entstellte Krabbelkinder mit strahlenden Killerkreuzen in neuen Bestzeiten an die Wände.
Blur: Mario Kart in HD … und bunt. Im mittleren Schwierigkeitsgrad gestartet und die ersten zwei Runden der Herausforderungen überstanden. Aber schon im ersten Rennen der dritten Runde komme ich kaum noch an das erste Drittel im Feld heran, von den drei Wertungsrängen ganz zu schweigen. Mir ist noch nicht ganz klar, wie der Sieger ausgewürfelt wird. Liegt es an den Eigenschaften meines Wagens, nehme ich die Kurven nicht eng genug, sollte ich die Gegner verstärkt mit blauen Schildkrötenpanzern eindecken oder ist das alles nur Augenwischerei und der Gewinner wird per Gummiband und Zufall bestimmt? Aber auch jenseits der Rennstrecke verstehe ich manches nicht: Fortschritt wird unter anderem durch die Zahl der Fans ermöglicht, deren Herz man mit verwegenen Aktionen für sich gewinnen kann. Mit mehr Fans werden mehr und bessere Autos freigeschaltet. Landet man nicht unter den ersten Drei, so bekommt man dennoch Fans für das absolvierte Rennen, die aber nur angerechnet werden, falls man nach der Bewertung in das Hauptmenü zurückkehrt. Startet man das Rennen aus dem Bewertungsbildschirm neu, sind die Fans verloren. Also darf ich als Verlierer stets einen 30 Sekunden Umweg über das Hauptmenü einlegen oder meine Aussichten auf neue Fahrzeuge bleiben trübe. Mehrspielerrunden in der Fahrschulgruppe kommen etwas träge zustande, 550 anwesende Spieler an einem Montagabend geben mir aber die Hoffnung, noch ein paar Rennen gegen brabbelnde Brasilianer fahren zu können.

29. November
Blur: Die letzte Herausforderung ist gemeistert, die meisten Fahrzeuge sind freigespielt. Beim mittleren Schwierigkeitsgrad kam ich nicht weiter, daher ging es ab der dritten Runde auf „Einfach“ weiter. Das war dann wirklich einfach und ich konnte jedes Rennen im ersten Anlauf mit einer Platzierung in den Punkterängen beenden. Mehrfaches Durchspielen eines Rennens war nur für die Sonderaufgaben nötig, bei denen beispielsweise die Quote für erfolgreich gelegte Minen noch nicht erfüllt war. Im Multiplayer habe ich es bis auf Rang 20 von 50 geschafft, habe aber wie üblich das Gefühl, nur gegen Profis zu fahren und freue mich daher schon, falls mal ein anderer den letzten Platz macht.
Recettear: An Item Shop’s Tale: Ich fühle mich wie Griechenland in der Refinanzierungsspirale. Auch wenn man sich freut, eine Woche überstanden zu haben, so droht doch der rot umrandete Termin für die nächste Rückzahlung in sieben Tagen. Die erste Rate von 10.000 Pix einer ominösen Schuld, über deren wahre Höhe mir aus Gründen der Rücksichtnahme auf mein Nervenkostüm nichts gesagt wird, ist von der Inkassoelfe eingezogen worden. Hätte ich die Bewohner des Städtchens nicht mit überzogenen Preisen um ihr Erspartes gebracht, wäre meine Heldin, offenbar eine mittellose Halbwaise, deren Vater verschollen ist, vermutlich prompt zwangsgeräumt worden. Da sie aber von früh bis spät im Laden gestanden hat, ist ihr dieses Schicksal vorerst erspart geblieben. Diskussionen mit einem jungen Abenteurer über den Nährwert der Pflanzen im Stadtpark, weisen aber schon in eine ungemütliche Zukunft.
Bit.Trip Beat: Die Windowsvariante hat einen Schwierigkeitsregler und kurzzeitig hegte ich die Hoffnung, endlich auch mal den dritten Level zu sehen. Mit der Maus ist das aber nicht unbedingt einfacher, als es das mit der Wii-Mote war. Zumindest im ersten Level muss man das Paddle häufig ganz oben, ganz unten oder in der Mitte positionieren, was bei einer quer gehaltenen Wii-Mote mit vorwärts gekippter, rückwärts gekippter und horizontal gehaltener Position korrespondiert. Diese natürlichen Haltestellen gibt es für die Maus nicht und die zusätzliche Genauigkeit macht es nicht wett. Kurz gesagt, den dritten Level habe ich immer noch nicht gesehen.

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3 Kommentare

  1. Ranor - 03.12.2010 11:49

    Wow! Einfach nur wow.
    Ich habe deine Artikel wirklich mit großem Spaß gelesen, frage mich aber woher du die Zeit und die Motivation nimmst? ;)

  2. PeterPwn - 03.12.2010 17:00

    Captains Logbuch, wir schreiben das Jahr 2010 ;D

    Find ich super wie du Blogging wieder zu den Wurzeln zurückführst, schönes Gaming-Tagebuch ;)

  3. Nitro - 05.12.2010 01:37

    Ja, ich möchte diesen Artikel mal zum Anlass nehmen, um die Autoren im Allgemeinen zu loben. In letzter Zeit wurden sehr gute Artikel veröffentlicht.

    Thx für Euer Engagement.

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