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WTF, THQ?!

Ich habe in den letzten Wochen zwei Spiele vom Publisher THQ gespielt. Das eine war ein bunter 3D-Plattformer, der seinen bereits großartigen Vorgänger noch einmal kräftig toppen konnte. Das andere Spiel war ein grottenschlechter Ego-Shooter, der so ziemlich alles falsch macht, was ein Spiel in diesem Genre überhaupt falsch machen kann.

Das interessante dabei ist nun, dass der Publisher den in jeder Hinsicht verunglückten Shooter mit einem horrenden PR-Budget ausgestattet hat, während das wirklich gute Spiel dagegen nur recht verhalten beworben und bei der Suche nach Käufern mehr oder weniger sich selbst überlassen wurde.

Da stellt sich unweigerlich die Frage, wer bei THQ eigentlich diese fragwürdigen Entscheidungen trifft? Und aus welchen Gründen? Um nicht zu sagen: WTF, THQ?!

Diejenigen, die hier öfter mal vorbeischauen, haben vielleicht mitbekommen, dass ich von de Blob seinerzeit sehr angetan war. Der sympathische 3D-Hüpfer um den gleichnamigen Farbklops schaffte es dann auch, nicht nur mich, sondern auch ein paar andere Leute zu begeistern, so dass er sich tatsächlich zu einem der wenigen Third-Party-Titel mausern konnte, die auf der Wii durchaus respektable Absatzzahlen erzielen konnten.

Knapp zweieinhalb Jahre später liefern die Australier von BlueTongue nun einen Nachfolger ab, welcher das hohe Niveau nicht nur hält, sondern in fast allen Belangen noch mal eine Schüppe drauf legt. Was in den ersten 2-3 Abschnitten noch wie eine routinierte Fortsetzung ohne große Neuerungen wirkt, entfaltet im späteren Spielverlauf viele neue Ideen, was de Blob 2 spielerisch noch deutlich abwechslungsreicher macht als den Vorgänger. Dadurch ist aus dem witzigen Feel-Good-Spiel für den eher entspannten „Feierabend-Flow“ auf der Couch ein durchaus anspruchsvolles 3D-Jump’n’Run geworden, das nun auch Leute bei der Stange halten kann, die beim Spielen mehr auf Herausforderung als Entspannung stehen.

Die Tatsache, dass der Blob bei seinem zweiten Auftritt nun nicht mehr Wii-exklusiv herum rollt, sondern auch auf der PS360 Farbe in graue Welten bringt, legt die berechtigte Vermutung nahe, dass sowohl der Entwickler, als auch der Publisher durchaus Vertrauen in die Marke legen. Zu Recht, wie ich finde, denn das Spiel steht nahezu auf einer Stufe mit Super Mario Galaxy. Wer das Genre mag, ist selbst schuld, wenn er es nicht spielt.

Dennoch beschränkten sich die Werbebemühungen für das Spiel nur auf „das nötigste“: Ein paar Anzeigen hier und dort, das war’s dann auch schon. Von einem Werbebudget, dass der hohen Qualität und dem Hit-Potenzial des Spiels auch nur ansatzweise gerecht werden würde, keine Spur. Stattdessen zog es THQ offenbar vor, schon einmal die PR-Kohle für den etwa einen Monat später stattfindenden Release eines anderen Spiels zu horten, das ihnen offensichtlich wichtiger erschien: Homefront.

Homefront ist ein First-Person-Shooter, der nur zu gerne mit den Call of Dutys und Medal of Honors der letzten Zeit in einer Liga spielen würde, aber in jeder Hinsicht so gnadenlos versagt, dass es wirklich weh tut. Nicht dass ich wirklich etwas mit den spielerisch flachen Bombast-Kriegs-Shootern der letzten Jahre anfangen könnte, aber immerhin kann man den „Hits“ dieses Sub-Genres zu Gute halten, dass sie immerhin handwerklich auf einem sehr hohen Level spielen. Doch gerade hier geht Homefront vollkommen baden. Ihr habt wahrscheinlich schon viele mittelmäßige bis schlechte Kritiken zum Spiel gelesen, aber erstaunlicherweise geht es mehrheitlich eher um den Inhalt.

Natürlich hätte man aus dem Szenario mehr machen können. Das ewige amerikanische Trauma, eine Invasion auf eigenem Boden, haben viele andere Spiele schon wesentlich besser verwurstet. Und dass hier der eigens angeheuerte Autor John Milius (u.a. „Red Dawn“) aus einem Quasi-Heimspiel nicht viel mehr machen konnte als das halbwegs interessante Ausgangs-Setting und ein bis zwei beeindruckende Szenen, die übrigens allesamt wie bei Modern Warfare abgeschaut wirken, ist schon ziemlich arm. Das eigentliche Spieldesign wird aber kaum kritisiert. Dabei sind vor allem die handwerklichen Mängel des Spiels so eklatant und ärgerlich, dass es vollkommen müßig ist, sich überhaupt über die verschenkten Möglichkeiten des Szenarios und der Story Gedanken zu machen. Der Flow, der bei einem FPS überaus wichtig ist, kommt gar nicht erst zustande, weil man wie durch Wackelpudding läuft und alle paar Meter an unsichtbaren Objektkanten hängen bleibt. Um jedes Autowrack, jede Kinderschaukel und jeden Laternenmast befindet sich eine Art Glaskasten, der die Bewegung in der Spielwelt zu einem absolut ärgerlichen Unterfangen macht. Auch die Begrenzung der Schlauchlevel löst so ziemlich jedes Konkurrenzprodukt wesentlich besser als THQs Red Dawn-Gedächtnis-Shooter, weil auch hier die unsichtbare Wand im Zweifel das Mittel der Wahl ist.

Aber auch andere Shooter-Basics funktionieren in Homefront überhaupt nicht. So findet man beispielsweise kaum Munition für die gerade vorhandene Waffe und ist stattdessen angehalten, ständig neue Gewehre von gefallenen Kontrahenten aufzunehmen. Das wäre eigentlich halb so schlimm, würde es nicht nebenbei offenbaren, dass es nahezu keine nennenswerten Unterschiede zwischen den vielen automatischen Waffen im Spiel gibt. Außerdem fragt man sich zu weilen, was das überhaupt für eine seltsame Armee ist, die die Koreaner da zwecks Welteroberung aufgestellt haben, wenn fast alle Mitglieder einer gegnerischen Einheit unterschiedliche Waffen tragen. Wenn sie nicht alle die gleichen schicken Uniformen an hätten, könnte man fast meinen, man hätte es mit einem marodierenden Triaden-Mob zu tun…

Die KI der Koreaner schwankt stark zwischen Stubenfliege und Übermensch, wobei die gottgleichen Sniper, denen man sich manchmal gegenüber sieht, mein persönliches Anti-Highlight waren. Dafür sind die KI-Begleiter vom Widerstand aber um so besser. Sogar so gut, dass sie die koreanische Armee teilweise im Alleingang wegputzen, wenn man das lächerliche und schnell ermüdende Gehetze der NPC-Belgeiter ignoriert („Los! Schneller! Hier lang! Wir müssen uns beeilen! …“) und sie einfach mal vorauslaufen lässt.

Noch interessanter als die sehr unausgewogene KI, fand ich die völlig seltsame Verteilung der Trefferzonen bei den Gegnern. Ich hatte oft das Gefühl, dass es eigentlich keine Rolle spielt, ob ich einem Gegner in den Kopf oder den kleinen Zeh schieße. Bei genauerer Betrachtung stellte ich aber fest, dass dies primär von der Entfernung zum jeweiligen Kontrahenten abhängt: Je weiter ich vom Gegner entfernt bin, desto effektiver werden meine Treffer, weil ab einer gewissen Entfernung offensichtlich nur noch die Trefferzone „Kopf“ für den ganzen Körper existiert.

Alles in Allem bin ich wirklich schockiert, was für einen spielerischen Kernschrott die Kaos Studios mit Homefront abgeliefert haben, denn immerhin fand ich ihren Erstling Frontlines: Fuel of War insgesamt ganz gelungen. Spielerisch hatte es auch ein paar Macken, aber immerhin stimmten Storytelling und Atmosphäre; sogar ganz ohne extra angeheuerten Starautor…

Aus welchen Gründen entschließt sich ein großer Publisher dazu, ein wirklich gutes Spiel ohne sonderlich viel PR auf den Markt zu bringen, während er gleichzeitig eine Vollgurke bewirbt, als gäbe es kein Morgen?

Eine mögliche Erklärung kann man wohl ausschließen: Unkenntnis über die Qualität der eigenen Produkte. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man bei THQ nicht gemerkt hat, dass der vermeintliche AAA-Titel Homefront am Ende ein unterdurchschnittlicher Me-Too-Shooter geworden ist. Ebenso muss man doch erkannt haben, dass de Blob 2 ein fantastischer Nachfolger des kleinen Wii-Hits von 2008 geworden ist.

Versteht man das PR-Budget für ein Spiel bei THQ also eher als Entwicklungshilfe? Eine Art Ausgleichsfond für minderbemittelte Spiele? Dachte man, dass de Blob 2 so gut ist, dass es sich schon von ganz alleine verkaufen würde, während Homefront so kacke ist, dass es jeden Werbe-Dollar dringend nötig hat, um überhaupt von jemandem mit nach Hause genommen zu werden? In meinen Augen wäre es wesentlich schlauer gewesen, de Blob 2 mit einem fetten Werbeetat zum verdienten Mega-Hit zu machen und Homefront einfach als das abzuschreiben, was es ist: eine Fehlinvestition.

Die Überlegung, das bereits in die Entwicklung von Homefront investierte Geld zu retten, indem man noch zusätzlich ein exorbitantes Werbebudget oben drauf legt, ist ein gefährliches Pokerspiel, mit dem schon viele Filmstudios auf die Fresse geflogen sind. Alles auf eine Karte zu setzen, noch dazu, wenn man ein wirklich schlechtes Blatt auf der Hand hat, ist etwas für Spielernaturen, nicht für verantwortungsvolle Unternehmensführungen. Wenn man für das schlechte Blatt dann auch noch ein sicheres Gewinnerblatt aus der Hand gibt, wird die Sache sogar richtig merkwürdig…

Natürlich spielen hier bestimmt viele Aspekte eine Rolle, die ich nicht wirklich überblicken kann. Ich weiß weder genau, wie groß das Entwicklungsbudget beider Spiele war, noch wie hoch der jeweilige Werbeetat exakt lag. Meine Eindrücke sind zugegebenermaßen „gefühlt“. Ebenso liegen mir keine Branchenberichte vor, wie gut sich derzeit überhaupt Jump’n’Runs im Vergleich zu Ego-Shootern vermarkten lassen. Vielleicht ist man in der Branche ja tatsächlich der Meinung, dass ein solches Spiel heutzutage generell kein Hit-Potenzial besitzt. Allerdings sprechen die Erfolge von entsprechenden Nintendo-Titeln eher gegen diese These. Vielleicht hat man sich bei THQ auch einfach in den Kopf gesetzt, dass man, so man zu den Branchenriesen Activision und EA aufschließen will, unbedingt eine Michael-Bay-Shooter-Serie am Start haben muss. Und als Serie ist Homefront ja zweifelsohne konzipiert. Neben dem beknackten Ende des Spiels, welches eindeutig auf eine Fortsetzung spekuliert, gibt es hierzu inzwischen auch eindeutige Äußerungen des Publishers. THQ wollte mit Homefront sein eigenes CoD auf den Weg bringen. Ob man nach einem derartigen Fehlstart an dieser Idee festhält, wird sich zeigen. Immerhin prahlte man ja kürzlich mit über einer Million Homefront-Vorbestellern, was der massiven Werbeschlacht zunächst einmal Recht gibt. Den aktuellen Quartalsverlust kann man mit gegensteuernder Mega-PR vielleicht abmildern und so die eigenen Aktionäre kurzfristig milde stimmen, aber langfristige Firmenpolitik sieht anders aus. Die vielen Vorbesteller von Homefront werden natürlich, spätestens wenn der Postbote an der Tür klingelt, auch merken, was für einen Schrott man ihnen da aufgeschwatzt hat. Ob die dann wirklich sehnsüchtig auf den nächsten Teil der Serie warten oder gar denken werden „THQ ist eine super Firma! Die können sogar Kühlschränke an Eskimos verkaufen!“, wage ich zu bezweifeln.

Ich habe ja eigentlich nichts gegen THQ. Es gibt viele Publisher mit deutlich schlechterem Portfolio und unsympathischerem Geschäftsgebaren. Mich ärgert allerdings total, dass sich so ein overhypter Totalausfall wie Homefront auf Kosten eines viel besseren Spieles vermutlich deutlich besser verkaufen wird als es ihm nur ansatzweise zusteht. Bleibt nur zu hoffen, dass de Blob 2 trotz aller Widrigkeiten wenigstens einen Teil der Aufmerksamkeit und Liebe bekommt, die es tatsächlich verdient.

Der coole Header ist natürlich von Mexer. THQ war so freundlich, mir Homefront (360) zum Verreißen kostenlos zur Verfügung zu stellen, währen ich mir de Blob 2 (Wii) trotz Bitte um Muster selbst kaufen musste. Q.e.d. …!


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14 Kommentare

  1. Miew - 02.05.2011 09:58

    THQ würde ich dafür garnicht verantworlich machen. Also das heißt, verantwortlich sind sie natürlich schon auf gewisse Weise, aber sie tun nur das was die meiste Kohle einbringt, wie jeder „gute“ Publisher.
    Schuld, wenn man das so überhaupt so nennen kann, sind finde ich vielmehr die Spieler, die den x-ten gleichartigen Egoshooter immernoch einem originelleren Spiel wie de Blob vorziehn.

    Aber selbst wenn THQ die ganze Marketingkraft in de Blob 2 investiert hätte, wären die Verkaufszahlen wahrscheinlich immernoch hinter Homefront zurück geblieben.
    Kurz googeln hat ergeben, dass Homefront anscheind um die 1.5 Millionen mal verkauft wurde, de blob 2 nur etwa 60000 mal. Ich glaube nicht, dass irgendwelches Marketing diese Zahlen hätt umdrehn können.

  2. jorl - 02.05.2011 11:06

    Wie es der Zufall will, habe ich deBlob2 gerade begonnen (hab gerade Level2 beendet). Als Fan des Genres hat man auf der 360 da auch keine große Auswahl und nimmt das in jedem Fall mit. Ich bin bisher aber eher enttäuscht. Die Gespräche/Story scheinen auf das Wissen um die Existens des Vorgängers ausgerichtet. Was gerade bei PS360 keinen Sinn hat. Das ist aber wirklch nebensächlich.
    Schlimmer finde ich die sehr schwammige Steuerung (warum kann ich zum Beispiel nicht einfach auf Schalter hüpfen ohne sie anzuvisieren), die träge Kamera und das der Flow kaum zustande kommt, da ich gefühlt aller 2 Minuten mit den verpiepsten Texten des Roboters unterbrochen werde (währendessen kann man sich nicht bewegen und muss wie vor 15 Jahren Texttafeln wegklicken). Da macht die Erkundung nach Beenden des Zeitlimits noch am meisten Spaß. Leider hat auch dies einen Wermutstropfen: Man kann weder selbst speichern noch wird nach Erfüllen der Bonusmussionen(die grünen meine ich) automatisch gespeichert. Ich muss also möglich alles mit einem mal machen und dann den Level beenden.
    Also von der Idee her gut, aber spielerische Macken an recht vielen Stellen. Insofern scheint es im Vergleich zu Homefront nur mangels besserer Kontrahenten besser da zu stehen. (Homefront kann ich nicht selbst beurteilen, da ich mit Shootern einfach generell nix anfangen kann.)

    Werbemäßig ist das natürlich trotzdem blöd. Gerade weil der Blob eine stylische Figur ist und die Werberenderfilmchen auch sehr hübsch anzusehen waren.

  3. Detta - 03.05.2011 10:21

    Ich habe tatsächlich auch Geld für Homefront ausgegeben. Da ich das Debakel jedoch absehen konnte, nur 5€ für die Vorbestellerbox – Das inbegriffene T-Shirt ist nämlch wirklich hübsch und von guter Qualität! ;)

  4. Andreas - 03.05.2011 10:42

    Das hohe Budget war wohl nötig für die „positive Einstimmung“ einiger Redakteure von Spiele Magazinen im Print Bereich ;-)
    Die Aussagen von den Testberichten und den Spielerberichten gehen doch teilweise deutlich auseinander.
    de Blob würde ich gerne mal ausprobieren, scheint es aber wohl nur für Konsolen zu geben.

  5. SenorKaffee - 03.05.2011 12:09

    DeBlob ist doch ein total uncooles Kinderspiel. Wie willst du dafür konzernintern ein Riesen-Werbebudget rechtfertigen?

    Den großen Konkurrenten zu demütigen und es ihren Ballerorgien aufzunehmen, das zeigt von Eiern, da kann man mal was springen lassen. Das ist sozusagen „sexy“.

  6. Pascal - 03.05.2011 12:45

    Haha, BWL hat doch nichts mit der Realität zu tun! :)

    Da geht es nicht darum, Spiele irgendwie zu pushen, sondern darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Schau dir mal den Artikel hier an: http://de.wikipedia.org/wiki/BCG-Matrix (Von mir aus reicht auch das Bild, um meine Ausführungen zu verstehen)

    Homefromt war ein Question Mark, kein Marktanteil aber hohes Potenzial, das heißt, niemand weiß, wie es sich verkaufen wird. Man hat da nur zwei Alternativen: Entweder einfach so releasen und wahrscheinlich scheitern und mit aller Gewalt in den Markt drängen, um Marktanteile gut zu machen.

    de Blob ist ein Poor Dog, niedriger Marktanteil und geringes Potenzial. Bringt noch Gewinn, kann man noch machen, sollte aber langsam auslaufen, weil mann eben in absehbarer Zeit keinen Gewinn mehr damit macht.

    Bin ich wirklich drei Jahre auf die Kapitalistenschule gegangen, um hier zu kommentieren? m(

  7. Einzelspieler - 03.05.2011 14:02

    Ein Trend, den nicht nur THQ verfolgt und mich persönlich total annervt. Hauptsache den 08/15 Shooter promoten wie es nur geht. Als würde es auch nicht andere tolle Games wie z.B. de Blob 2 (ich liebe ihn) geben.

  8. SpielerZwei - 03.05.2011 16:20

    @Miew:
    Der erste Teil von de Blob hat sich auf der Wii nahezu 900.000 mal verkauft, was für einen 3rd-Party-Titel sehr beachtlich ist, und durchweg gute Kritiken bekommen. Dass sich der 2. Teil jetzt so viel schlechter verkauft, obwohl er sogar Plattformübergreifend veröffentlicht wurde und wiederum ausnahmslos gutes Kritikerfeedback bekommt, sehe ich sehr wohl als folge des schlechten Marketings.

    @Jorl:
    Ich hab’s wieder auf der Wii gespielt und kann zur 360-Version nicht viel sagen. Auf der Wii wurde die Steuerung im Vergleich zum Vorgänger aber spürbar verbessert. Die teilweise etwas schwammige Sprungkontrolle aus Teil 1 ist nun beispielweise viel besser. Und in meinen Augen sorgt gerade das Anvisieren von Gegnern, Items und Schaltern dafür, dass die Steuerung in vielen Situationen eben nicht schwammig ist.
    Auch das Speichern wurde verbessert, denn im ersten Teil gab es gar keine Möglichkeit innerhalb der Level zu speichern. Gut, Checkpoints sind immer noch schlechter als völlig freies Speichern, aber was bietet denn die Genre-Konkurrenz? In die gleiche Kerbe schlägt auch deine Kritik der Kamera: Man nenne mir ein einziges 3D-Jump’n’run seit Mario64, bei dem man nicht die Kamera kritisieren kann. Das scheint irgendwie in der Sache der Natur zu liegen…
    Text-Tafeln finde ich nicht schlimm, so lange sie nicht ausarten, aber das ist sicherlich Geschmackssache. In einem Punkt gebe ich dir allerdings komplett Recht: Wer Teil 1 nicht kennt, und das trifft wahrscheinlich auf die meisten PS360-Leute zu, steht szenario- und storymäßig tatsächlich etwas auf dem Schlauch. Da waren die Entwickler anscheinend etwas „betriebsblind“.

    @Pascal:
    Ja. Natürlich sind das Entscheidungen von BWLern. Und hier liegt ja auch ein Hauptproblem der Unterhaltungsindustrie: Die Produkte, die hier vermarktet werden, lassen sich schlechter „berechnen“ als besipielsweise Waschmaschinen oder Klobürsten. Und trotzdem wird es gemacht…
    Allerdings würde ich den gelungenen Nachfolger eines nachweislichen Wii-Hits nicht als „Poor Dog“ bezeichnen. Einen misslungenen CoD-Abklatsch, dessen Konkurrenten so ziemlich alle besser sind, dagegen schon… ;)
    Und da sind wir wieder bei den BWLern in den Vorständen: Ich erwarte ja gar nicht von diesen Leuten, dass sie ihre Ware als Kunst begreifen oder gar selber mögen, aber Produktqualität ist etwas, was auch diese Herren berücksichtigen müssten, wenn es darum geht, was sich erfolgreich vermarkten läßt und was nicht. Hinzu kommt der eigene Ruf. Man kann natürlich die größte Grütze mit entsprechenden Marketinganstrengungen trotzdem an den Mann/die Frau bringen, aber das kann man nicht oft tun, wenn einem am Ruf der eigenen Firma langfristig gelegen ist. Die Kackspiele von OCEAN haben sich ja damals auch eine Zeit lang verkauft, aber irgendwann war der Ruf komplett ruiniert und der Laden pleite…

  9. jorl - 03.05.2011 18:03

    @Spielerzwei
    Das Anvisieren sehe ich gerade als Bestätigung für die schwammige Steuerung. Wenn die Steuerung vernüftig wäre, wäre Anvisieren nicht nötig. So ist es zum Glück wenigstens spielbar, aber schön ist etwas anderes.
    und zum Vergleich: In meiner Erinnerung waren zumindest Jak und Rachet wesentlich besser, sprich genauer, steuerbar.
    Kamera:
    Ich habe eigentlich selten Probleme mit der Kamera, einfach weil ich sie permanent mit dem rechten Daumen nachjustiere. Aber bei Blob 2 ist die mir selbst auf „schnell“ gestellt zu langsam und eiert manchmal entgegen meiner Einflußversuche überraschend rum.
    Text: So schlimm sind Texttafeln nun nicht, aber man hätte das genauso gut vertonen können und einfach den Spieler weiterspielen lassen (gerade wenn fast alle Texte nur Anweisung von pink Robbie im Funkstil sind).
    Speichern: Auch mit Checkpoints habe ich absolut kein Problem. Ich will es nur in der Hand haben, einfach mal zu einem zu gehen. Wenn ich Blob upgrade speichert beispielsweise das Spiel automatisch, aber eben nur die Upgrades und nicht welche Missionen schon geschafft wurden. Das ist einfach Mist.
    Und mal schnell ein Level auswählen um die letzten Sammeldinger zu suchen ist auch nicht. Ich habe es nur beim ersten versucht und wurde dort gezwungen, das Tutorial erneut zu durchleben.

    Was mich ärgert ist, das das alles nicht zwingend technische Probleme sind, sondern merkwürdige Designentscheidungen.

  10. ralf - 03.05.2011 21:35

    homefront war gar nicht schlecht. mw und bfbc kannste den singleplayer getrost in die tonne treten, hier war er spielbar. aber singleplayer ist eh vernachlaessigbar. klar gibts schwaechen, aber nix dramatisches wie oben beschrieben. btw, viel zu viel text, liest doch keine sau *eg*

  11. SpielerZwei - 03.05.2011 22:23

    @jorl:
    Natürlich kannst Du bereits gespielte Level frei anwählen.

    @ralf:
    Den Multiplayer-Schwerpunkt nennt THQ auch gerne als Ausrede. Meinem Muster lag sogar ein Beipackzettel bei, dass man doch unbedingt den viel wichtigeren Multiplayer ausgiebig spielen solle und eine Bewertung des Spiels anhand des Singleplayers unfair sei…
    :D

    Aber leider hatte ich nach der Einzelspieler-Kampagne gar keine wirkliche Lust mehr auf das Spiel. Mal ganz davon abgesehen, dass die Kaos Studios ganz schamlos bei sich selbst geklaut haben (der MP von Homefront ist der recycelte MP von Frontlines).

    Die Textlänge ist übrigens kein Stilmittel, sondern eine Art „Brain-Captcha“, an dem die Leute scheitern, die sich nicht auf mehr als 3 Sätze am Stück konzentrieren können. Hat sich schon seit vielen Jahren bewährt. ;)

  12. jorl - 04.05.2011 11:56

    @Spieler2
    Ja kann ich. Vielleicht habe ich mich da etwas unglücklich ausgedrückt.
    Mir ging es darum, dass ich dann nicht einfach durch den fertig „bunten“ Level hüpfen kann und Zeug sammeln, sondern das Tutorial und wahrscheinlich (ich hab schon bei Tutorial ausgeschalten) alle Storymissionen nochmal spielen muss. Warum? Absolut sinnlos. (kleine Episode von gestern: Nachdem ich alle Bäume gefunden, grüne Missionen erledigt und Leute befreit hatte, blieb mein Blob unsteuerbar an einem Boot hängen als ich auf dem Weg zu den letzten Kisten war. Damit musste ich vom letzten Checkpoint starten und kann den ganzen Kram jetzt nochmal machen. Wäre es so schwer gewesen nach jedem Minierfolg zu speichern? AC hat das ja auch nach jeder Fahne geschafft.)

    Meine Texttafel- und Kamerakritik will ich mal ein bisschen abmilden. Ersteres gibt sich nach den ersten Leveln etwas (einfach weil die Missionsziele umfangreicher werden) und zweiteres kann man mit den Einstellungen verbessern. Ich will auch gar nicht sagen, dass es ein schlechtes Spiel wäre oder das ich mich nicht über einen Genrevertreter (endlich! Jahre nach Kameo) freuen würde. Es hätte nur leicht(?) noch besser sein können.

  13. Cody - 05.05.2011 02:33

    Also echt Ralf…*Kopfschüttel* Haste wirklich jemals das Prypiat Level gespielt und auch nur ansatzweise die Frostbite in Aktion gesehen oder redest du Dir nur die 50Euro für 5Std.hinterhergerenne schön? ;)
    @S2: Ich hoffe die Schüppe war Absicht ;)

  14. Stefan - 20.05.2011 21:02

    Wahre Worte SpielerZwei! Die Werbekampagne war besser als das Spiel. Homefront war echt ein schlechtes Erlebnis. Für was hab ich den bekackten Code eigentlich eingegeben? Bei Level 4 hat mich dann auch der Multiplayer genervt.

    Und nun sitz ich hier mit meinem Exemplar und ärger mich, nicht Blob 2 bekommen zu haben.

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