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Polyvieux: Wing Commander

altgrobi beginnt: Bevor wir anfangen, möchte ich euch bitten, eure Lesestunde mit diesem Track zu unterlegen.

Aaaah, Wing Commander. Ist das wirklich schon EINUNDZWANZIG Jahre her, dass ich zum ersten Mal einen Helm aufgesetzt habe und in das Cockpit einer Hornet gestiegen bin, um diesen haarehochwürgenden Imperialisten Löcher in ihren kuscheligen Pelz zu brennen? Kommt mir leider überhaupt nicht so vor, als wäre das gestern gewesen. Muss wohl auch damit zusammenhängen, dass mein letzter Kontakt mit Chris Roberts` berühmter Space Opera Teil 2 gewesen ist – mein kurzer Einblick in „Prophecy“ zählt nicht.

Wing Commander war in den 90ern so eine Art Blockbuster-Serie, deren Bedeutung für den PC man wohl durchaus mit Kinophänomenen wie den Indiana Jones-Filmen vergleichen kann. Als dieses Spiel damals in die Hände eines kleinen Weltraumnerds namens Grobi gefallen ist, sind gleich mehrere Träume in Erfüllung gegangen. Stichwort: Kampfstern Galactica, auf meinem Computer. Vielleicht konnte Starbuck nicht mein Wingman sein. Aber… Ich meine, die Tiger’s Claw war ein verdammter Flugzeugträger. Im Weltraum! Und es gab plakative, hassenswerte Gegner. Für damalige Verhältnisse mit grafischen Leistungsreglern auf 11. Asteroidenfelder wie in Star Wars, die mich den Verstand kosteten, weil darin kaum ordenlich zu manövrieren, geschweige denn zu kämpfen war. Und einem Kampagnenpfad, der an bestimmten Kreuzungen erfolgs- oder mißerfolgsabhängig eine andere Richtung einschlug. Der Scheiss, den ich da hinter dem Steuerknüppel trieb, hatte Konsequenzen! Ich habe Dinge gesehen, die ihr Jungspunde niemals glauben würdet. Gigantische Zerstörer der Fralthi-Klasse, die brannten, draußen im Vega Sektor. Ich habe Flügelmänner und -frauen verglühen sehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Kurasawa System. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie die ET-Module von Atari draussen in der Wüste von New Mexico.

Unter anderem deswegen, weil sich die Serie mit späteren Inkarnationen meines Erachtens in die falsche Richtung entwickelte. Das Spielprinzip wurde nicht groß geändert, statt dessen setzte man auf die Sackgasse „interaktiver Film“ und fügte Zwischensequenzen mit real gefilmten Schauspielern ein. Damals schien das noch wie ein logischer Schritt zu wirken, Gott sei Dank greift man heute nur noch selten auf solche Kniffe aus der Mottenkiste zurück. Daran konnten auch John Rhys-Davies und Mark Hamil zum Glück nichts ändern.

Was sagen denn meine Geschwaderkollegen dazu?

P.S.: ich möchte diesen Text gerne NP widmen, einem guten Freund meiner Eltern, der kürzlich leider an einer sehr schweren Krankheit verstorben ist. An seinem PC durfte ich (mangels eines Eigenen) Wing Commander und eine ganze Menge anderer Titel spielen, die heute als Klassiker gelten. Ohne seinen Einfluss würde ich… bestimmt auch spielen, aber nicht mit dieser großen Menge an wertvollem Hintergrundwissen und Spielerfahrung – und das hat dazu beigetragen, mich zum Spieleblogger zu machen. Danke.

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altEnk macht weiter: Eigentlich, ja eigentlich sollte die Wing Commander Serie mich intensivst durch meine Jugend begleitet haben. Spätestens seit Elite auf dem C64 waren Weltraumsimulationen für mich ein Lieblingsgenre. Und Wing Commander war fast ein ganzes Jahrzehnt lang DAS Weltraum-Franchise, quasi das Star Trek für Computerspiele. Aber erstaunlicherweise habe ich von den ersten Wing Commander Spielen keines wirklich gespielt. Ein Grund waren die damals absurd hohen Hardwareanforderungen: Für jede neue Folge war quasi auch gleich eine neue Grafikkarte fällig, was mit dem kargen Taschengeld kaum vereinbar war (außer man hieß SpielerZwei). Ein anderer war die im Vergleich zu Elite doch sehr lineare Missions-Zwangsjacke, die aus dem tendenziell unbegrenzt freiem Sci-Fi-Universum dann doch eher einen schlichten militärischen Flugsimulator gemacht hat, der ungefähr so attraktiv wirkte wie die Grundausbildung bei der Bundeswehr.

altWirklich schätzen lernte ich das Kilrathi-Universum erst mit dem bahnbrechenden Wing Commander Privateer. Privateer war eigentlich nichts anderes als eine sehr dreiste Kopie von Elite im Wing Commander Universum. Aber besser gut kopiert als schlecht selber erfunden. Wie bei Elite konnte man bei Privateer frei entscheiden, ob man als Söldner, Händler oder Pirat das riesige Universum bereisen wollte. Und sich das nach ein paar Tagen Spielzeit auch nochmal komplett anders überlegen. Und das ganze in damals fantastischer Grafik und arcade-gleichem Gameplay. Mit Privateer konnte man endlich das ausleben, was Elite auf dem kleinen C64 nur vage versprochen hatte.

Privateer 2 (The Darkening) war dann ein weiterer Meilenstein, der grafisch nochmal eine gehörige Schippe drauflegte und auch spielerisch äußerst gelungen war. Das Spiel machte schon vor 15 Jahren deutlich, dass Computerspiele in bezug auf Produktionsbudgets und Umsätze bald Hollywood den Rang ablaufen würden. Privateer 2 hatte damals nämlich als eines der ersten Spiele Cutscenes mit echten, bekannten Schauspielern (Clive Owen! Jürgen Prochnow!! John Hurt!!!). Wobei der Grund für die Schauspieler, die auch schon bei Wing Commander III Einzug hielten (Malcom McDowell! Mark Hamill!!) weniger das tolle Spielererlebnis war, sondern schlicht die Tatsache, dass Produzent Chris Roberts und sein Bruder Erin sich weniger als popelige Schlagersänger Spieleentwickler sahen, sondern als große Hollywood Regisseure. Was Chris Roberts dann mit dem legendären Wing Commander Kinofilm aber genauso professionell zu widerlegen wusste…

altProgrammierer, bleib bei deinen Pixeln, konnte man da nur ausrufen. Und diesen Ruf hatte Chris Roberts wohl auch erhört: Nach dem Kino-Debakel und der Trennung vom Wing Commander Label Origin erschuf er mit seinem eigenen Label Digital Anvil zwei weitere phantastische Weltraum-Epen, die als würdige Erben der Wing Commander Reihe gesehen werden können: Starlancer, einen hervorragenden missions-basierten Weltraum-Shooter, und Freelancer, einen gelungenen Nachfolger der Elite/Privateer-Vorbilder. Ist nun aber auch schon wieder acht Jahre her. Freelancer 2, eigentlich für 2006 angekündigt, wurde gecancelt, und Chris Roberts tingelt jetzt vermutlich wieder als Schlagersänger durch die Baumärkte.

altSpielerZwei ist ebenfalls durchs All geflogen: Den ersten Teil der Wing Commander Saga habe ich damals noch auf dem AMIGA 500 gespielt. Eigentlich war es eine Frechheit von Origin, das Spiel überhaupt auf dieser Plattform zu veröffentlichen, denn die Missionen liefen aufgrund der schlechten Performance eher als Diashow ab. Im Grunde war die AMIGA-Version erst auf einem A2000 vernünftig spielbar. Trotzdem war ich gefesselt von dem Spiel. Die Ursache liegt vermutlich in meiner Kindheit begründet, in der es eine SF-Saga gab, die ich mehr liebte als Star Trek und Star Wars zusammen: Kampfstern Galactica! Natürlich ist die Original-Serie von 1978 retrospektiv betrachtet, insbesondere vor dem Hintergrund des genialen Remakes von 2003, heute nicht mehr als ein cheesy-trashiges Star Wars Rip-Off, aber dennoch prägte mich die frühe Liebe zum mächtigen Flugzeugträger im Weltraum nachhaltig. Und genau das war Wing Commander für mich in erster Linie: Ein Galactica-Spiel, bei dem man lediglich die Zylonen durch Katzenmenschen ersetzt hatte. Da konnte ich 1991 dann auch gelassen darüber hinwegsehen, dass meine erste Begegnung mit einem der wichtigsten Spiele-Franchises der Neunzigerjahre außerhalb der Tigers Claw eine einzige Ruckelorgie war.

altErst als ich 2 Jahre später Wing Commander II auf meinem luxuriösen 486er spielte, kam ich in den Genuss des „Real Deals“. Dummerweise brachte der krönende Abschluss der Kilrathi-Trilogie meinen PC schon ein Jahr später wieder an seine Leistungsgrenze, denn mit Wing Commander III bedeutete Serien-Mastermind Chris Roberts der Welt 1994 zum ersten Mal seine wahren Ambitionen: Hier war eigentlich ein verkappter Filmregisseur am Werk. Und auch wenn sein Traum erst 1999 richtig in Erfüllung gehen sollte, war Wing Commander III ein Meilenstein, der die filmischen Inszenierung von Spielen schon früh vorwegnahm. Die bahnbrechende Präsentation, insbesondere die aufwendig gefilmten Cut-Scenes mit allerlei bekannten Schauspielern, war grandios, aber sie machte mir auch ganz klar deutlich, dass es höchste Zeit war, sich endlich einen von diesen neumodischen Pentium-Prozessoren zuzulegen.

Es ist schon etwas irritierend, dass ich hier mehr über die Hardware als über die eigentlichen Spiele spreche, aber das gehört bei Wing Commander einfach mit dazu, denn zumindest in der ersten Hälfte der Neunziger war die Serie (inklusive dem Quasi-Ableger Strike Commander von 1993) der wichtigste Grund, am PC-Wettrüsten teilzunehmen. Erst ab der Mitte der Neunziger wurde dieser Staffelstab endgültig an die Kollegen vom Shooter-Genre übergeben.
Anyway, weiter im Text: Mit Wing Commander IV: The Price of Freedom (1996) verlor ich dann das Interesse an der Serie. Zum Einen überspannte Roberts den mit Wing Commander III eingeschlagenen Multimedia-Overkill, indem er das Gleichgewicht von Filmsequenzen und eigentlichem Spiel kippen ließ. Wing Commander IV wurde auf sensationellen 6 CDs ausgeliefert, auf welchen überwiegend Filmsequenzen untergebracht waren. Zum Anderen fand ich das Spiel einfach öde. Ja, es war eigentlich eine ziemlich coole Idee, das Spiel als eine Art Epilog der Kilrathi-Trilogie anzulegen, in welchem die ehemaligen, teils gebrochenen Kriegshelden nach Beendigung des Konfliktes mit den einstigen Erzfeinden über ernste Fragen der eigenen Existenz als Soldat ohne Krieg sinnieren. Aber unterm Strich langweilte mich das viele Videomaterial, das nur ab und zu von Spielsequenzen unterbrochen wurde.

altIm Nachhinein sollte es sich übrigens als Glücksgriff entpuppen, dass ich Wing Commander: Prophecy von 1997 gar nicht erst gespielt habe, denn das, was als Beginn der Nephilim-Trilogie mit neuen Protagonisten und Antagonisten gedacht war, sollte der endgültig letzte Teil der Serie bleiben. Somit blieb mir der Ärger über eine nie vollendete Geschichte erspart. Chris Roberts war zu dieser Zeit schon gar nicht mehr in die Serie involviert, da er Origin bereits nach dem vierten Teil verlassen hatte, um mit seinem eigenen Label Digital Anvil zu neuen Ufern aufzubrechen, von denen Enk ja schon erzählt hat (Starlancer und Freelancer).

Apropos Enk: Ihm verdankt Ihr es auch, dass ich jetzt nicht noch seitenweise über die beiden absolut großartigen Privateer-Spiele schwadronieren muss, die ich sogar noch besser als die Mutter-Serie fand. Und da er mir auch beim obligatorischen Schlagersänger-Gag zuvor gekommen ist, bin ich zur allgemeinen Überraschung auch schon am Ende meiner Erzählungen vom großen Katzenkrieg.

altChristian ist eigentlich gar nicht da: Wing Commander… das war doch diese kleine Indie-Film-Science-Fiction-Reihe mit gelegentlich spielbaren Weltraum-Kämpfen, in der -in späteren Episoden – Mark Hamill sein Post-Stardom-Dasein fristete und sich ein kleines Pensions-Gnadenbrot zusammenspielte, oder?

altHabe ich neulich mal wieder im TV gesehen, trug zwar immer noch den gleichen Namen, kam aber mit dem unsäglichen Grinsepeter Matthew Lillard und dem ebenfalls längst auf dem Abstellgleis geparkten, ehemaligen Teenie-Liebling und Schwarm aller Schwiegermütter, Freddie Prinze Jr. um die Ecke, zwei Schauspielern also, bei denen man am Ende der Dreharbeiten zu „Scream“ respektive „I know what you did last Summer“ versäumt hatte, den Fleischerhaken bzw. das Bowiemesser an den richtigen Stellen zu versenken. So tauchen sie nun doch immer wieder mal an der einen oder anderen Stelle unverhofft auf dem Bildschirm auf und quälen uns mit schlechten Performances. Was aber beim Film gar nicht weiter auffällt, da außer der Titelgebung und des grundsätzlichen Sujets (Konflikt mit den Kilrathi) sowieso nichts mehr übriggeblieben ist, das nicht auf dem Opferaltar B-moviger Kino-Geldgeilheit komplett zerfickt wurde. Unglaublich, dass der Film wirklich und wahrhaftig von Chris Roberts – und nicht von Chris Roberts – ist.

Nun gut, man muss ihm zu Gute halten, dass er es mit den Anfängen der Wing Commander-Reihe – und später auch nochmal mit Strike Commander – geschafft hat, nicht nur sehr viel Geld zu verpulvern (wenigstens hier blieb er sich beim Kinofilm treu) und technisch immer wieder ziemliche Meilensteine abzuliefern, sondern auch spielerische Highlights zusammen zu zimmern, die es zwar nicht geschafft haben, dafür zu sorgen, dass ich mir einen eigenen PC von meinen Eltern kaufen ließ, mich aber immerhin in steter Regelmäßigkeit in das Spielzimmer eines Freundes pilgern zu lassen, um ihm den grauen Rechenknecht zu blockieren. Das ist doch immerhin schonmal was. Und ich muss sagen: während ich zwar mit Teil 4 auf der PSone seinerzeit einige gar nicht mal unvergnügliche Home-Video-C-Movie-Popcorn-Momente erleben durfte, waren es doch die frühen Teile 1 und 2, deren Ästhetik und deren Spielspaß sich in meinem Erinnerungsvermögen eingenistet haben.

Da fällt mir ein: was macht Chris Roberts eigentlich heute…?

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altStiftnürsel ist Wing Commander Experte: Ich habe in meiner Grundschulzeit mal einem Freund beim Wing Commander-Spielen zugesehen. Es war langweilig. Er bewegte sich durch eine Raumstation und unterhielt sich mit irgendwelchen Leuten. Ich hatte keine Ahnung, worum es überhaupt ging und ich glaube, dass mein Freund es auch nicht wusste. Irgendwann verließ er dann die Station, nur um kurz darauf mit seinem Raumschiff gegen sie zu fliegen und zu explodieren. Das alles hat mich so mitgerissen, dass ich bis heute keinen einzigen Wing Commander-Teil gespielt habe. Den Film kenne ich auch nicht.

altgrobi fällt spontan etwas ein: Bei Stiftnürsels Geschichte fällt mir spontan etwas ein: damals, als ich Wing Commander auf meinem Amiga nochmal durchgespielt habe, musste ich mal auf den Nachbarsjungen aufpassen und das bedeutete, dass ich ihn auch irgendwie unterhalten musste. Ich war also gezwungen, mit ihm zu spielen. Das Problem war: der Bengel war noch nicht mal halb so alt wie ich, vielleicht so 5 oder 6 Jahre. Und ich war als angehender Teenager natürlich viel zu cool und zu unnahbar, um mich mit so einem „Kleinkind“ zu beschäftigen. Was habe ich also getan? Ich habe Wing Commander auf meinem Amiga gestartet, einen zweiten Joystick genommen, dessen Anschlusskabel möglichst aufwändig und mysteriös hinter dem Amiga festgedengelt (aber – natürlich – nicht angeschlossen), dem Jungen das Ding in die Hand gedrückt und gesagt: „Ich fliege, du schiesst“. So konnte ich relativ ungestört mein Spiel spielen, während der Kurze neben mir saß und fröhlich jauchzend auf den Buttons rumhämmerte. Eine Win-Win-Situation. Ist wohl eher unnötig zu erwähnen, dass meine Babysitter-Karriere ungefähr zu diesem Zeitpunkt auch schon wieder kümmerlich verendete.

 

altManu erinnert sich: Wenn ich in meinen Erinnerungen zu Wing Commander 3 stöbere, kommen mir ein paar sehr spezifische Dinge in den Sinn. Da wäre zum einen die eher unschöne Erinnerung an die Kirk-würdige Wampe, die Mark Hamill vor sich her schob. Ich weiß noch genau, wie ich ob des deutlich vorangeschrittenen Alterungsprozesses von Mr. Skywalker erschrak. Der zweite Schock kam dann sofort im Anschluss bei der ersten Begegnung mit Biff „Hallo-McFly-jemand-zuhause?“ als Maniac. Ich fragte mich, ob das jetzt ein Klassentreffen der coolen Teenie-Stars werden sollte? Fehlte ja eigentlich nur noch Ferris Bueler. Um so erstaunlicher, dass Wing Commander trotz dieser zwei Schubladen-Schauspieler doch so gut funktioniert hat in den Filmsequenzen. Da wir grad bei Genre-Schauspielern sind, die krampfhaft vor ihren Jugend-Rollen fliehen möchten: Natürlich hatte ich damals einen gehörigen Crush auf Rachel, die blonde Technikerin, was aber mitunter an ihrer sexy deutschen Synchronstimme gelegen haben dürfte. Was ich übrigens erst jetzt in der Recherche zu diesem Text herausgefunden habe: Es war die erste Rolle für Schauspielerin Ginger Lynn Allen, in der sie Ihre Uniform anbehalten hat. Die gute Rachel war nämlich vor Wing Commander 3 ein bekannter „Adult-Film-Star“. (Nein, ich wusste das wirklich nicht damals.)

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Die zweite Erinnerung dreht sich um die pixelkrustigen Schauspieler-Ani-Gifs in den Menüs, die in dem gerenderten Menü etwas deplatziert wirkten und bei MouseOver immer die selbe Bewegung abspielten. Von den ollen Interlace-Bluescreen-Videos des dritten Teils ganz zu schweigen. Wehe dem, der damals kein SuperVGA hatte. Von den Artefakten wurde man ansonsten fast erschlagen. Da hatte Wing Commander IV mit seinen echten Kulissen doch einen gehörigen Sprung nach vorne gemacht. Und nicht nur das. Zum Glück spielten auch endlich die lächerlichen Katzenkostüme kaum noch eine Rolle. Diese Muppets-Show in Wing Commander 3 war meiner Meinung nach schier unerträglich. (Daher mochte ich die Privateer-Ableger auch immer deutlich lieber) Ich habe den Film nicht gesehen, aber der Trailer zumindest deutet an, dass die Kilrathi dort einen deutlich düstereren, gefährlicheren Raubtier-Look haben und nicht mehr wie Samson aus der Sesamstraße herumlaufen.

altAber – die wohl prägendste und eindeutigste Erinnerung geht zurück an meinen „Logitech Joystick Wingman Extreme Digital“-Flightstick. So ein richtiger Joystick, wie man ihn nur noch bei nerdigen Flugsimulatoren-Freaks antreffen würde. So ein richtiger Joystick, mit ergonomisch geformten Griff und extra Feuerknopf am Daumen für die Raketen. Diese Steuerknüppel waren dann mit dem Ende des Genres auch schnell ausgestorben. Schade, dass Wing Commander IV so teuer war, dass es die Produktionskosten von ca. 15 Millionen Dollar kaum eingespielt hat. Wobei der direkte Nachfolger Prophecy mir eigentlich ganz gut gefallen hatte und wieder deutlich mehr Spiel zwischen den Filmchen zu bieten hatte. Dort durfte ich dann auch zum ersten Mal in der Wing Commander-Serie meine ultra-moderne 3dfx-Karte nutzen.

Ob ich den Joystick noch 2003 hatte, als ich das von Enk bereits erwähnte und von mir geliebte Freelancer spielte, kann ich nicht mehr wirklich sagen – ich vermute aber, dass ihn ihn zusammen mit der 3dfx-Karte rausgeschmissen habe – also den Joystick, nicht Enk. Eigentlich schade drum, ich hätte mal wieder richtig Lust auf einen Weltraumshooter. Die kleine, überraschende Sequenz in Halo: Reach, in der man die Station mit Raumschiffen verteidigt, hat meiner Meinung nach gezeigt, dass das auch mit dem Gamepad noch Spaß machen kann. Verwunderlich eigentlich, dass das Genre danach nicht von Bungie oder zumindest von Microsoft als Spin-Off wieder auferweckt wurde. Mein Traum wäre es ja, ein Wing Commander-Spiel im (neuen) Battlestar Galactica-Universum zu haben. Ich würde mich aber auch mit Freelancer 2 oder einem neuen Wing Commander abfinden – dann aber bitte ohne Katzenkostüme.


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12 Kommentare

  1. Hamrath - 05.08.2011 12:43

    Für mich DAS Wing Commander-Erlebnis war, als ich bei meinem Informatik-Lehrer zuhause saß und er das Intro über seine MT32 und das Midi-Keyboard abgespielt hat. Sowas hatte ich bisher noch nie aus einem Computer kommen hören. Hat mich aber nicht zum Musiker werden lassen, sondern zum Programmierer… was aber auch daran lag, dass es besagtem Lehrer wichtig war, uns Turbo Pascal und dBase nahe zu bringen – und das auf einer Hauptschule. Okay, wir haben auch Leisure Suit Larry 1 und Police Quest gespielt, aber verratet das meinen Eltern bitte nicht!

  2. Pascal - 05.08.2011 12:52

    Ich bin zu jung für das alles und will euren Alte-Leute-Club gar nicht stören, aber ey, Freelancer!

  3. Actionman - 05.08.2011 13:15

    Erinnerung, ach bin ich froh im Alte Leute Club zusein.

    Für jeden Wing Commander Teil oder ein anderes Origin müsste ich mir damals jedes mal einen neuen Rechner kaufen.

    Das beste an Teil 3 war das man Ginger Lynn Allen auch mal mit Kleidung sah ;-)

  4. Aulbath - 05.08.2011 13:25

    „Speak of your plans, not of your toys“

    Intro zu Wing Commander II = eine dieser auf ewig eingebrannten Erinnerungen. Kann das ganze Gesabbel immernoch auswendig (speech pak, whoop!) und kriege meine nerdsenses fangen ganz wild das tingling an, wenn ich die Namen Gorah’kar und K’tithrak Mang höre.

    Zusammen mit X-Wing und Commanche bildet WC(2) einfach das FlightSim-Trio Infernale.

    Und aus irgendeinem Grund kriege ich jetzt gerade mächtig Bock auf Terminal Velocity…

  5. Missingno. - 05.08.2011 16:30

    Ich nix Wing Commander. Aber Freelancer? Bäh! Freespace dagegen… ich hab hier doch noch irgendwo meinen Sidewinder 3D Pro (nur keinen passenden Anschluss mehr).

  6. Miew - 06.08.2011 00:02

    Bei WC1 ist man ja ganz am Anfang in diesem Arcade Automat wo man Asteroiden abschiessen muss und geht direkt kaputt, damit man als Highscore Liste getarnt den Namen des Charakters eingeben kann.
    Dass man da nach 3 Sekunden „stirbt“ ist unausweichlich, aber das weiß man natürlich nicht. Mein Onkel, bei dem ich das damals gesehn hatte, hat das Spiel deswegen sofort gelassen weil er meinte, er hätte keinen Nerv zu sowas.

    Wieviele potentielle Spieler Origin wohl damit abgeschreckt hat?

    Als dann wir Kiddies dran durften, haben wir natürlich ohne Englischkenntnisse überhaupt nix gepeilt, und haben die ganze Zeit versucht die Tigers Claw abzuschießen.
    Aber: Als wir kurz drauf vom PC verjagt wurden, haben wir direkt weiter Wing Commander gespielt, so fantasiemäßig eben.

  7. Thomago - 06.08.2011 02:23

    Ah geil, Wing Commander.

    Habe nur Teil 4 gespielt, und das vor 10 Jahren, aber ich finde die Serie irgendwie so toll, dass ich mir damals sogar den Film im Kino angesehen habe. Und ich fand ihn gelungen obwohl mich Freddy Prince Junior genervt hat. Ehrlich jetzt – der Film hat Raumschiffe und viele Explosionen + nette Filmmusik. Was will man mehr?
    Und dann Wing Commander 5 – das Spiel habe ich hier seit Jahren liegen, habe es aber nie auch nur installiert. Dafür kann ich das Gelaber aus dem englischen Trailer (war damals auf ’ner PowerPlay-DVD … äh -CD) nach wie vor fast auswendig.

    ‚Long time ago, the prophets of Kilrah foretold a time, when the universe would be comsumed by great darkness. This time … is at hand. *boom* *shepper* *explodier*‘ Oder so ähnlich.

  8. Majo - 06.08.2011 12:11

    Hi.

    Danke für den Beitrag! Hach, war das damals schön. Wenn ich mir die Screenshots so ansehe, kommen die Erinnerungen wieder.

    Ich habe damals noch auf meinem Amiga 1200 Wing Commander I x-mal durchgespielt. Immer und immer wieder. Ich war Fan von Anfang an.

    Später habe ich dann II, III, IV und V gezockt. Die auch echt klasse waren. Warum Prophecy so zerrissen wurde, konnte ich nicht nachvollziehen. Aber wenn man da so tief drin hängt, sieht man wohl den einen oder anderen Makel nicht.

    Gesteuert wurde dann mit nem MS Sidewinder Precision Pro, der schien mir ja geradezu für dieses Spiel produziert worden zu sein… ;-)

    Natürlich hab ich mir auch den Film im Kino angesehen. Nur die Bücher habe ich nicht gelesen. Vielleicht hole ich das ja noch nach.

    Aber Wing Commander ist und bleibt für mich die mit Abstand beste Spiele-Serie. Danach hat mich nie wieder etwas so sehr gefesselt.

    Gruß
    Mario

  9. Kölle - 07.08.2011 01:42

    Viele der hier geschilderten Erinnerungen decken sich mit meinen.
    Trotz der WC1-Ruckelorgie auf dem Amiga war ich großer Fan, allerdings war bei mir nach Teil 3 schluß.
    Bei Teil 3 hatte ich mir dann sogar die Special Edition geleistet, in der das Spiel in einer metallenen Filmrolle mit T-Shirt und einigen anderen Extras daherkam.

    Ich werde jetzt direkt mal in Youtube nach WC Filmchen schauen, danke an alle für die Impressionen :)

  10. Asamak - 07.08.2011 08:19

    Wing Commander war genial. Den ersten Teil hab ich auf meinem 286er mit 16Mhz gespielt. Die eh schon geringe Auflösung von 320×200 Pixel konnte man noch verkleinern, damit es flüssiger läuft. Und der Steuerknüppel wurde auch nicht angezeigt, weil extended Memory erst auf einem 386er unterstützt wurde. :D

    Ich habs trotzdem geliebt und mich durchgekämpft. Irgendwann später auf dem 386er hab ich es dann nochmal gespielt. Für den zweiten Teil hab ich mir dann auch einen Sidewinder für knapp 90,- DM gekauft. Für einen Joystick! :o Ich kanns heut selbst kaum glauben.

    Aber ich hab ihn sogar noch! Und als vor 2 Jahren über den Remake Privateer Gemini Gold gestolpert bin hab ich mir der guten alten Zeiten zu liebe ne Soundkarte mit Midi-Port besorgt, damit ich das nochmal mit Joystick spielen kann. Kann ich jedem nur empfehlen. ;D

  11. Dennis Kogel - 16.08.2011 01:22

    Argh, der Logitech „Wingman Extreme Digital“ ruft Flashbacks hervor.

    Wir hatten genauso einen, bis mein Vater irgendwann komplexere Hubschrauber-Sims spielen wollte und wir einen viel riesigeren, komplexeren Joystick ins Haus bekamen. Weder mein Vater, noch ich kamen daraufhin mit manuellen Schubkontrollen und Rudersteuerung klar und ungefähr zu der Zeit endete auch die Zeit der wirklich erfolgreichen Militär-Flug-Sims. Beide Joysticks müssten immer noch irgendwo bei uns rumliegen – muss ich mal suchen wenn ich über Weihnachten oder so zuhause bin.

    Wing Commander habe ich aber nie selbst gespielt. Wollte ich aber mal. Und Privateer. Welches davon sollte man sich denn auf jeden Fall anschauen? Privateer 2? Oder doch vielleicht was mit Mark Hamill?

  12. ricky - 24.02.2014 13:10

    Das war zu dieser zeit einfach gelungen heute gibts besseres. Und es war neu da es auf Amiga 500 raus kam was keiner versteht es war damals sehr gelungen heute würde jeder lachen aber ehrlich ich kann sagen die Anfänge mit erlebt zu haben von c64 Amiga500 Master System Nintendo Neo Geo Ps1-2-3 bis heute wo es xbox ps4 ezt wii gibt ist schon Toll. jezt kann man ja http://www.chip.de/downloads/Wing-Commander-Saga-The-Darkest-Dawn_51772780.html spieln^^

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