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Polyneux spricht, Vol. 13 (Veteranen-Edition)

Im 13. Polyneux-Podcast unterhalten sich Chris und SpielerZwei über das Bloggen an sich. Damit den beiden dabei nicht schon nach fünf Minuten der Gesprächsstoff ausgeht, haben sie sich noch ein paar weitere Veteranen der deutschen Game-Blog-Szene als Gäste eingeladen: Neben unserem Ex-Kollegen SpielerDrei sind auch noch Mo (Matthias Oborski, u.a. Gründer von d-frag) und Björn (aka Baron von Agitpop) mit von der Partie.

Warum bloggen wir? Und weshalb ausgerechnet über Videospiele? Wie fing das damals überhaupt alles an? Wie hat sich die Szene im Vergleich zu früher verändert? – Um diese und andere Fragen geht es in den ca. 80 Minuten dieses Podcasts. Viel Spaß beim Hören!

Unsere tolle neue Intro-/Outro-Muzak wurde uns übrigens freundlicherweise von Reilly Brown aka Mizuki’s Last Chance zur Verfügung gestellt.

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44 Kommentare

  1. Fabu - 27.01.2012 13:28

    Interessantes Thema. Ich habe mit “Bloggen” eine Tätigkeit gefunden, bei der ich mich einerseits austoben (Ventil) und zugleich etwas Geld verdienen kann. Wobei mir eine Seite wie Superlevel.de eher als Referenz/Sprungbrett dient (schwer zu vermarkten), sie mir also dazu verhilft, dass Leute auf mich zukommen und in dem Bereich meine Dienste erbitten (Text, PR, Beratung). Das ganze nennt sich dann wohl “erfolgsorientiert”, aber das hält mich nicht davon ab, die Sau raus zu lassen. Und damit die Bude kein Ausbeuterverein wird, habe ich damit begonnen, Indiegame-Reviews zu bezahlen. Vorerst aus eigener Tasche. Quasi als Investition, weil ich glaube, dass das Thema in den nächsten ein, zwei Jahren massiv an Relevanz zulegt und es von Vorteil ist, dann bereits eine gewisse “Relevanz” vorweisen zu können. Aber das ist ein anderes Thema. Irgendwie.

  2. Dennis - 27.01.2012 15:43

    Schönes, wichtiges, interessantes Thema.

    Kurz ein paar Anmerkungen.

    Rock, Paper Shotgun ist DAS Beispiel schlechthin für ein erfolgreiches, relevantes und lohnendes Games-Blog. Die Autoren sind keine Redaktionsjournalisten, die mal eben in der Mittagspause Gedankenbrei ins WordPress hämmern, das ist ein Vollzeitjob, mit dem Mieten bezahlt werden. Es sind allerdings teilweise ehemalige Redaktionsjournalisten.

    Sonderfall: Kieron Gillen, Jim Rossignol und John Walker waren bereits zum Start bekannte Namen und hatten ein gewisses Fan-Following, das zum Erfolg beigetragen hat. Alec Meer ist der Einzige, der sonst einen festen Redaktionsjob hat (bei GamesIndustryBiz). Inzwischen schreiben auch andere freie Journalisten für RPS wie etwa Richard Cobbett, Craig Pearson, Dan Gril oder Brendan Caldwell – was (Tom Francis mal ausgenommen) praktisch das Who is who des britischen Game Journalismus darstellt.

    Was andere erfolgreiche Blogs angeht wie Kotaku, Joystiq und so: sind besser als ihr Ruf. Gerade Kotaku bringt öfters Gastbeiträge (und auch nicht-Gastbeiträge) von den mitunter interessantesten englischsprachigen Autoren, die gerade über Spiele schreiben (Kirk Hamilton, Brian Taylor, Leigh Alexander, Denis Farr).

    Warum ich ins Internet (und auch nicht ins Internet) über Spiele schreibe: Ähnlich wie wohl bei vielen, die damit anfangen. Aus dem Gefühl heraus, das es nichts lesenswertes gibt. Das stimmt nicht. Es gibt sehr viel lesenswertes, es ist nur selten. Ich schreibe über Spiele, weil ich glaube, dass das ein enorm spannendes Feld ist, das nicht ignoriert werden darf.

    Was die Relevanz von deutschsprachigen Blogs / deutschsprachiger Spielekritik angeht: ich glaube nicht, dass Zugriffszahlen = Relevanz. Superlevel (für das ich ja auch schreibe) hat jetzt auch keine Kotaku-Zahlen, es ist aber (für die deutsche Games-Landschaft) relevant – und da kann man von Fabu persönlich so viel oder wenig halten wie man will (ich mag ihn ja sehr gerne^^).

    Was wichtig ist, und da finde ich RPS als Beispiel eben sehr interessant, ist der Wunsch das Ganze ernsthaft zu betreiben. Als Nebenbei-Hobbyprojekt ist es (wie ich finde) sehr schwer, ein Blog für lange Zeit aufrecht zu erhalten. Es kommt halt immer was dazwischen.

    Ich glaube aber, dass es möglich ist, mit interessanten Texten über Spiele einen zumindest bescheidenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Was ja schonmal nicht schlecht.

    Andersrum gesagt: würde mir Fabu Geld geben, damit ich Vollzeit an Superlevel arbeiten könnte, und es (allein von Relevanz aus) zu einem deutschsprachigen RPS zu machen, ich würde das machen. Oder es zumindest versuchen. Und hätte ich die Möglichkeit, Björn (und einige andere Autoren) angemessen zu bezahlen für solche Texte, damit sowas mehr geschrieben und gelesen würde (egal ob auf Deutsch oder Englisch), dann hätte ich die Welt zu einem etwas bessereren Ort gemacht. Oder so.

  3. Dennis - 27.01.2012 15:46

    Man! Und euer Kommentarfeld ist so klein und verwirrend und unübersichtlich für lange Kommentare, das mein Kommentar so klingt, als sollte ich das lieber ganz sein lassen mit dem Schreiben :)

    Sorry für die Fehler da drin!

  4. Jeremy - 27.01.2012 16:13

    Was Dennis sagt.

  5. SpielerZwei - 27.01.2012 17:13

    Schön, dass man wenigstens bei Superlevel den Podcast bis zum Ende gehört hat bzw. die Aufforderung zu entsprechenden Kommentaren nicht einfach ignoriert. ;)
    Um meine Äußerung im Podcast bezüglich RPS mal richtigzustellen: Die Seite ist toll, keine Frage! Ich finde es nur mittlerweile irgendwie nervig bzw. auch enttäuschend, dass beim Thema “guter Spielejournalismus” immer nur RPS als einziges Beispiel kommt. Von wirklich jedem. Und ich denke, dass man RPS auch nicht ohne weiteres als Beispiel hernehmen kann, wenn es um unkommerzielle Blogs geht, weil die Jungs mit dem Kram schon vorher ihr Geld verdienten und auch schon einen entsprechenden Namen hatten. Daher meine widerstrebende Reaktion, wenn immer wieder RPS in die Runde geworfen wird.

  6. Missingno. - 27.01.2012 17:51

    Hattet ihr nicht gesagt, dass ihr keine Kommentare mehr mögt? ;)
    Ich weiß gar nicht mehr, wie ich zu antigames.de gekommen bin, aber ich fand die Artikel ganz toll zu lesen und habe mich ab und zu mit einem (oder mehreren) Kommentar(en) beteiligt. Zu den SpielerEins-Vier-Seiten bin ich erst relativ spät gestoßen. Auch da habe ich kommentiert, wenn mir das sinnvoll erschien. Im Prinzip bin ich auch nur darüber ab und zu bei Polyneux vorbeigelesen. Inzwischen könnte ich mich ja sogar Stammgast schimpfen.
    Manchmal (meistens?) werden meine Kommentare viel negativer ausgelegt als sie gemeint sind. Keine Ahnung woran das liegt. :’(
    Ich glaube, die Darbietungsform (Webseite, Weblog, Print) ist nicht wirklich wichtig. Es geht um die Leute, die hinter den Texten stehen, selbst wenn es nur Pseudonyme sind.
    Von “neumodischem” Kram halte ich ebenfalls nicht so viel. Facebook, Twitter und Co. habe ich nicht (verstanden), mit Google+ sehe ich, dass ich einfach nicht für ein Social Network geschaffen bin und ich halte ja auch noch an meinem (toten) Forum fest. Sollte der Spielejournalismus-Trend in Richtung Facebook und Twitter gehen, kann ich mich komplett davon verabschieden. Vielleicht wäre das dann auch ein guter Zeitpunkt mit der tollen Zeitverschwendung aufzuhören. :D
    Wenn ich sagen müsste, warum ich selbst vornehmlich über Computer und Spiele schreibe, würde ich sagen, dass das die Ecken waren, in denen ich früher in den Foren von Communities (eigentlich einer Community) gehaust habe. Nachdem “meine” Community geschlossen hat, habe ich versucht in anderen weiter zu machen, aber es war niemals so toll und nach spätestens ein paar Monaten habe ich mich wieder abgemeldet. Nachdem ich also alleine im WWW war, habe ich mein eigenes Ding (Forum) durchgezogen.

  7. Chris - 27.01.2012 17:55

    Nachdem wir im Podcast ja alle Hobbyisten waren, die überwiegend aus Spaß an der Freude ihren Senf ins Internet kippen, ohne finanzielles Interesse an der Sache, find ich euren Standpunkt ja sehr interessant. Wenn man tatsächlich etwas Größeres und Nachhaltigeres auf die Beine stellen will, braucht man sicher mehr Zielstrebigkeit, Ernsthaftigkeit, Erfolgsorientierung als wir das hier haben. Und dann schlägt man sich irgendwann auch mit den Finanzen herum. Im Ansatz wie bei RPS eben.

    Was die Relevanz von deutschsprachigen Blogs / deutschsprachiger Spielekritik angeht: ich glaube nicht, dass Zugriffszahlen = Relevanz. Superlevel (für das ich ja auch schreibe) hat jetzt auch keine Kotaku-Zahlen, es ist aber (für die deutsche Games-Landschaft) relevant.

    Für die deutsche Spielelandschaft insgesamt? Ich find’s gut, dass es Superlevel gibt, aber auch wenn Zugriffszahlen nicht gleich Relevanz sind, so muss einen doch zumindest irgendwer kennen, will man “relevant” (das Wort wird auf magische Weise immer furchtbarer, je öfter man es benutzt) sein. Der Kreis, den Spieleblogs interessieren, ist doch klein. Selbst wenn du die zehn wichtigsten Blogs zusammenzählst, ist das Ergebnis für die Gesamtheit der deutschen Spielelandschaft immer noch nicht bedeutsamer als ein Fliegenpups.

    Und hätte ich die Möglichkeit, Björn (und einige andere Autoren) angemessen zu bezahlen für solche Texte, damit sowas mehr geschrieben und gelesen würde (egal ob auf Deutsch oder Englisch), dann hätte ich die Welt zu einem etwas bessereren Ort gemacht.

    Klar ist das schön, wenn gute Texte auch gut bezahlt werden. Für ein Projekt à la RPS ist es vermutlich unerlässlich. Ich glaube aber nicht, dass es irgendwas ändert, wenn du Hobbyschreibern wie Björn, die völlig anders gelagerte Jobs haben und überhaupt nicht den Anspruch, mit dieser ganzen Chose hier Geld zu verdienen, plötzlich Geld dafür anbietest.

    Ich kann da natürlich nur für mich sprechen, aber der Moment, ab dem Geld im Spiel ist, ist für mich der Moment, ab dem die ganze Schreiberei schlagartig uninteressant wird. Käme mir nie in den Sinn, für Geld zu schreiben.

    Und euer Kommentarfeld ist so klein und verwirrend und unübersichtlich für lange Kommentare…

    Da gibt es so “kleiner/größer”-Knöpfe, mit denen man das Kommentarfeld verkleinern oder vergrößern kann. Mit dem kleinen Anfasser unten rechts kannst du das Feld sogar auf Bildschirmgröße aufziehen, wenn du das möchtest.

  8. Missingno. - 27.01.2012 19:50

    Ach ja, Kotaku empfinde ich ja mehr als japanische BILD-Zeitung denn Spieleblog.

  9. Fabu - 27.01.2012 20:25

    Ich bin in den ganzen Kram ja auch eher zufällig reingestolpert. Damalige Freundin schrieb nebenher für ein EA-Blog, ein Kollege von ihr sprang ab, sie brachte mich in das Projekt rein und der Stein kam ins Rollen. Zu dem Zeitpunkt war ich hauptberuflich aber noch Erzieher. Anfangs war es schon etwas seltsam, fürs Bloggen Geld zu bekommen (zumal ich mich gut austoben konnte), aber im Zuge der Unzufriedenheit im alten Job sattelte ich dann um.

    Andersrum gesagt: würde mir Fabu Geld geben, damit ich Vollzeit an Superlevel arbeiten könnte, und es (allein von Relevanz aus) zu einem deutschsprachigen RPS zu machen, ich würde das machen.

    Gut zu wissen. Harrrr! ^^

  10. Manu - 27.01.2012 22:00

    Ich finde und fand den RPS-Vergleich auch immer “unfair”, weil die Jungs dort das hauptberuflich machen können/dürfen.

    Stellt euch doch mal vor, was man aus dem Potential der Leute von z.B. Polyneux & Superlevel machen könnte, wenn man diese Leute dafür so bezahlen könnte, dass man davon Miete zahlen könnte. Da wäre ein deutsches RPS doch kein Problem.

    Das Problem sehe ich eher darin, dass wir mit der deutschen Sprache einfach zu wenig Menschen als Zielgruppe haben. Ein englisch-sprachiges Blog hat alleine 340 Millionen Muttersprachler als potentielle Leser, dazu nochmal 350 Millionen bis 1 Milliarde Zweitsprachler. (Quelle: Internet)

    Ein Blog in deutscher Sprache hat, laut Wikipedia, nur etwa 90 bis 98 Millionen Muttersprachler weltweit als potentielle Leserschaft (und nochmal ca. 80 Millionen Fremdsprachler).

    Und mit Menge der Leser kommen die Sponsoren – damit steht und fällt so ein Projekt einfach.

    Was die Relevanz angeht: Ist ja immer relativ. Klar beeinflussen wir durch unsere Artikel Kaufentscheidungen. Für unsere Leser und Hörer sind wir also sehr wohl relevant. Im Vergleich zu den Gesamt-Verkaufszahlen gemessen sind aber nach wie vor die 92% einer GameStar deutlich relevanter, keine Frage.

    Fabu: Ich wäre auch dabei! Besorg’ mal ‘n Venture-Capital und dann verprassen wir das einfach ein Jahr lang und haben Spaß!

    Chris: Dir macht das Schreiben doch Spaß. Du bekommst doch als Berufsmusiker fürs Musik-spielen Geld, hat Dir das denn den Spaß an der Musik verdorben? Warum sollte Geld Dir dann den Spaß am Schreiben verderben?

  11. grobi - 27.01.2012 22:16

    Ha, für so ungefähr mein derzeitiges Gehalt (industrieunabhängig!) zu zocken und zu bloggen klingt nicht nur wie der feuchte Traum meiner Jugend, er ist es auch.

    Aber wie Manu schon sagt: wie soll denn die Finanzierung hierzulande aussehen? Ich verstehe vermutlich zu wenig von diesem Internetwerbequatsch, aber ich kann schon nicht begreifen, wie RPS es schafft, sich `ne Vollzeit-Blogging-Army zu leisten (und aktuell auch noch mit einer Position nachzulegen). Na klar, die Reichweite ist groß… aber diese komischen Werbeheinis bezahlen dafür wirklich so viel Geld? Nennt mit ruhig Grobi_Naivsen…

  12. Peter Schmalhans / CulturalTourist - 27.01.2012 22:34

    Ich als Blogneuling und selbstempfundener Dilettant schreibe tatsächlich vorrangig für mich selbst, und zwar eigentlich aus therapeutischen Gründen. Durch das Aufschreiben einiger Gedanken zum Thema will ich Schreibblockaden lösen, die mir mein Realleben erschweren.
    Dementsprechend ist mein kümmerlicher Blog auch nicht zur Verdienstgenerierung gedacht. Ein bisschen Fame abzugreifen ist immer gut, aber ich würde davon gar nicht leben wollen.
    In der Tat würde ich allerdings gerne sehen, dass Spieleblogs mehr gesellschaftliche und politische Thematiken in sich aufnehmen und Spiele auch mal dahingehend besprechen.
    Dann klappt es vielleicht auch mit der Relevanz besser.

  13. Jingleball - 27.01.2012 23:10

    Schreiben hat für mich auch eher den Emotion- und Therapiezweck, das würde in meinem Fall mit Geld glaube ich auch nicht gut funktionieren, aber wissen tue ich es nicht. Aber ich weiß auch, das Geld nicht stinkt, doch ich glaube, ich kann mit routinierten Arbeiten besser und vielleicht auch etwas unstressiger Geld verdienen (Kartons packen oder Fließband ist perfekt). :D

    Schreiben ist und darf nicht zur Routine werden, außer man ist so einer der Ausnahmeprofis wie die von RPS, die haben sich das aber auch jahrelang angeeignet. Ich daddel lieber bissel doof vor mich hin und schreibe gefühlsduseligen Kram ins CMS und werde damit meinem Gefühlsleben gerecht. Mir gehts beim bloggen schon noch eher um das Schreiben übers Spiel und nicht ums Geld, obwohl ich letzteres auch sehr gut gebrauchen kann. ^^

    Tschüßn

  14. epospecht - 27.01.2012 23:54

    Schöner Podcast, der seine Linie aber nicht immer hält und recht ausschweifend geraten ist.

    Ha, und damit hätte ich euch nun kritisiert. In den Kommentaren! I should get a life!

    Ich finde das Kritisieren in Kommentaren ja elementar wichtig. Wesewegen ich ihm auch ohne Nachsicht fröhne. Meist sachbezogen, manchmal aber auch in typischen Arschlochposts.

    Denn es sind doch die Meinungsunterschiede die Reibung erzeugen und damit Diskussionen antreiben die spannend werden können. Von Zustimmungseinzeilern habe ich doch weder als Rezipient noch als Schreiberling was. Dafür gibts zudem irgendwelche automatisierten Sterne-Ratings.

    Ich denke auch nicht das irgendein Blogger Welpenschutzbedürftig wäre. Wer bloggt und eine Kommentarfunktion anbietet der lädt in meinen Augen gleichzeitig zum Dialog ein. Und da der typische deutsche Gamingblogger erwachsen bis alt ist muss er auchmal verbal einstecken können.

    Zum “Warum ich blogge” (wenn ich es denn tue): Das Zusammenfassen und Ausarbeiten von spielmechanischen Grundlagen sowie deren Veränderung bzw. -besserung sind ein Thema das mich umtreibt das durch seine spezielle Art aber kaum jemanden interessiert. Da das Schreiben (Als Form der Festigung eines gesponnenen Gedankenkonstruktes) für sich allein aber irgendwie strange ist veröffentlicht man es halt und hofft auf ein Echo.
    Das ist in meinem Fall leider überschaubar (was ich absolut anprangere^^)und fällt als Motivationsstütze daher eher weg.
    Was bleibt ist der Stolz das Internet mit einem werbefreien und gegen den Trend schlichten Auftritt etwas wertvoller gemacht zu haben.

  15. MirdochWurst - 28.01.2012 00:00

    Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch mal meinen Senf hinzugeben, da ich aus einer Position spreche, wie es vermutlich wenige derzeit können.
    Ich habe nämlich mit daddelgangster.de.vu vor einiger Zeit eine eigene Spieleseite aufgemacht, die in ihren Grundzügen als Blog angesehen werden kann. Leider fehlen mir immer wieder die Zeit und die Lust neue Texte zu schreiben. Daran ist eben auch die sehr geringe Reichweite schuld. Mein primäres Problem ist dabei nicht unbedingt die Tatsache, dass es wenige deutschsprachige Leser von Spieleblogs gibt. Ich hadere derzeit vielmehr damit, überhaupt eine feste Besucherzahl zu bekommen. Dienste wie Google-Analytics ziehen mich dabei immer wieder runter. Nach jedem Artikel frage ich mich, ob es Sinn hat einen neuen zu verfassen, denn die meisten werden kaum bis überhaupt nicht beachtet. Ich habe leider als Schüler auch nicht die Zeit, mich intensiv mit der Seite zu beschäftigen.
    Dieser Lesermangel ist gerade für mich als Anfänger sehr hart, da ich immer auf gutes und breites Feedback hoffe, welches ich leider nie bekomme.
    Aktionen wie der Polygon helfen mir dabei, aber viele Leser spült sowas natürlich auch nicht an. Ich verlasse mich vielmehr auf Facebook und vor allem Twitter, da sich dort Links schnell verteilen können. Gefällt meinen Followern der Text, so retweeten sie den Link – deren Follower sehen ihn dann auch. Gerade für junge Seiten wie meine es ist sehe ich die “sozialen” Netzwerke daher als großen Vorteil.

    Vielleicht sollte ich noch kurz erläutern, wieso ich überhaupt mit dem ganzen Quatsch angefangen habe. Das Projekt “Daddelgangster” entstand ja wie bereits erwähnt durch die positiven Kommentare auf den verschiedenen Seiten. Die Artikel dort habe ich hauptsächlich verfasst, damit ich Erfahrungen sammle und um herauszufinden, ob meine Schreibe was taugt oder nicht. Mein Wunschberuf (nein, ich bin kein 14-jähriges Kiddie) ist Journalist – am besten natürlich in Richtung Games. Und um einen Einstieg in eben diesen Beruf zu machen, dazu habe ich mit dem Schreiben angefangen.

  16. Peter Schmalhans / CulturalTourist - 28.01.2012 00:18

    Ich denke, du musst Dir klar werden, was Du mit deinem Blog erreichen willst.
    Willst Du journalistische Erfahrungen sammeln und dich im Schreiben im Hinblick auf eine solche Berufstätigkeit üben, dann kann es dir doch egal sein, wieviele Leute deine Texte anschauen.

  17. epospecht - 28.01.2012 00:19

    Wo wir doch so schön beim kritisieren sind…

    @mirdochWurst:

    Nein, deine Position ist nichts besonderes. Blogs mit reger Diskussionsbeteiligung kannst du an der Hand eines kanadischen Holzfällers abzählen.

    Und ja, deine Schreibe taugt nicht. Derzeit zumindest. Du verwendest vornehmlich widergekäute Phrasen und ratterst deine Tests nach Schema F runter. Klassische Gamestarschreibe ohne Mehrwert. Nur warum sollte man deinen Blog lesen wenn das auf den großen Spieleportalen schneller und einfacher geht?

    Denk dir ein paar spannende Themen aus (gerne auch deine Politikannäherung. Aber verdammt noch mal ohne Tutorial; ein Link zu Wikipedia reicht^^), nimm dir Zeit, strukturiere deren Aufbau und veröffentliche sie.

    Richtig bekannt wirst du damit sicherlich auch nie, aber mit der Zeit sicherlich zunehmend relevanter für den Kern der Gaming-Blogger. Und die diskutieren ja auch hin und wieder recht gerne…

  18. snakeheart89 - 28.01.2012 00:47

    Relevanz kommt doch darauf an, was man erreichen will. Werbe ich auf meinem Blog, dann sind mir natürlich die Klickzahlen wichtig. Werbe ich nicht, habe ich andere Beweggründe.

    Ich blogge erst seit kurzem über Videospiele bzw. generell. Nicht mal ein Jahr ist mein erster Blog jetzt alt. Mittlerweile habe ich “meine” Themen gefunden und das sind halt Filme und Videospiele.

    Nun habe ich vorläufig nicht vor, mit meinen Blogs irgendetwas verdienen zu wollen. Ich will mich einfach nur schriftmäßig nach und nach verbessern. Ich schreibe viel und gerne und bloggen bietet da die optimale Experimentierwiese. Natürlich wäre der ein oder andere kritische Kommentar noch sinnvoller. Aber ich glaube, wenn man im Edeffekt anfängt für Klickzahlen zu schreiben, leidet nur die Qualität drunter.

    Habe jetzt auch angefangen für Youtube was zu machen, aber da bin ich noch kompletter Amateur. Schreiben habe ich wenigstens schon von klein auf gemacht :-).
    Ich blogge derzeit einfach nach der Devise: solange es mir Spaß macht. Und es macht Spaß, selbst wenn niemand auf meine Worte reagiert.

  19. MirdochWurst - 28.01.2012 01:04

    @CulturalTourist

    Es ist mir aber nicht egal. Ja, ich will damit hauptsächlich Erfahrungen sammeln, aber das ist ohne jedes Feedback natürlich eher schwer. Ich kann mich ja nur dann verbessern, wenn mir gesagt wird, was ich falsch mache..

    @epospecht

    Mit dem besonderen Standpunkt meinte ich vielmehr, dass ich mit der Seite erst vor kurzem richtig begonnen habe. Ich lese selbst relativ wenige deutschsprachige Blogs und kenne mich daher auch nicht aus, wie viele neue regelmäßig hinzukommen. Möglicherweise ist der Standpunkt wirklich nicht so besonders^^
    Und das mit der Gamestarschreibe ist wohl leider wahr. Ich versuche mich regelmäßig zu verbessern, aber wie du sicher auf der Seite gesehen hast, geht mir hin und wieder aus besagten Gründen der Elan aus (Stichwort: Anno 2070). Ich habe dort versucht, das ganze etwas anders aufzuziehen. Leider kahmen dann aber Battlefield 3, Minecraft und zu wenig Leser dazwischen.

    Richtig bekannt werden will ich auch nicht. Ich wünsche mir vielmehr eine Gemeinde an Lesern, die mir mit Feedback hilft, mich zu verbessern.
    Die Sache mit der Politik lass ich mir im Übrigen nochmal durch den Kopf gehen. Ich habe auf verschiedenen Seiten das Konzept vorgestellt und die allgemeine Meinung war eher durchwachsen. Außerdem wäre das ein unglaublicher Berg an Arbeit, den ich nur in den Ferien bewältigen könnte.
    Ich werde mir sicher für die Seite etwas originelleres Ausdenken müssen, da hast du recht. Ob es das mit der Politik wird bezweifle ich. Ich will auch keinen zu großen Themenmix, denn solche Seiten mag ich selbst auch nicht. Ich werd’ mich jetzt einfach mal hinsetzen und überlegen ;)

  20. Aulbath - 28.01.2012 01:17

    Ich beziehe mich jetzt mal nur auf den Podcast und gehe nicht weiter auf die bereits gemachten Kommentare ein.

    Motivation zum Bloggen; ich habe angefangen so ’98 den klassischen deutschen Spieletest zu kopieren, aber eben nicht für die Leute die eine Gamestar kaufen würden, sondern für obskure Titel, teilweise in und für kleine Emu- und Forencommunities. Als man mit 33K unterwegs war, und jedes SuperNintendo-Rom nicht nur lange zum downloaden gebraucht hat (es sei denn man tauschte fleissig CD-Rs aus), sondern auch kaum Infos dazu da waren – wenn man nicht gerade eine alte Ausgabe der Videogames oder PowerPlay zum Spiel am Start hatte. Schon damals ging’s mir vorallem um den Austausch mit anderen, um die Gruppe dahinter. “Community” finde ich großartig, es gab Leute denen ich blind vertraute wenn es darum ging was zu kaufen.

    Und auch das wir alle einfach bestimmte Persönlichkeiten über die Jahre hinweg erarbeitet haben, vielleicht teilweise sogar ein Rolle ausfüllen (wer erinnert sich noch an Namen wie GameGod oder JetSetRadio?) spielt da mit rein. Selbst letztes Jahr im Breakfastpodcast werde ich in der Textankündigung dazu als “Retro-Experte” erwähnt. Das finde ich geil – denn es bedeutet die Leute assozieren etwas mit meinem Namen, und sei es nur in unserem Dunstkreis. Ich weiß nicht wie es wäre wenn ich von einem Tag auf den anderen komplett nicht mehr am Start wäre – würde es jemand bemerken, mich vielleicht sogar vermissen? Ganz ehrlich, ich hoffe es. Und deswegen bin ich aktiv, wenn ich kann mich einzubringen und wenn ich ein Problem oder eine Frage habe jemanden zu kennen der einen Plan davon hat. Austausch eben.

    Deswegen war mir diese ganze Kopfsache in die “new game journalism” so abgedriftet ist nie so wichtig und konnte auch Sachen wie der GEE nichts abgewinnen – das war alles zu künstlich, zu weit weg von den Leuten die ein Spiel aufgrund ihrer spielerischen Qualitäten bewerteten und nicht aufgrund ihres künstlerischen Wertes (wobei sich das bei mir mittlerweile auch geändert hat, was aber letztlich mit meiner Berufswahl zu tun hat). Ich habe mein Leben mit Videospielen verschwendet und such(t)e Gleichgesinnte und wenn ich innerhalb dieser Gruppe der Gleichgesinnten eine Position einnehmen und behaupten kann reicht mir das. Ich will am Ende ich selber bleiben und Spaß an der Sache haben. Deswegen ist mir auch ein “Veriss” nicht zu blöde (siehe Skyrim) – denn das ist keine objektive Meinung die in irgendeinen Kontext gestellt wird. Das bin einfach nur ich.

    Wenn ich mich recht entsinne war ich bei den Antigameskommentaren sehr aktiv, und ich sehe “These Nerds” da irgendwo in guter Tradition diesen Geist der langen und manchmal auch banalen Mega-Kommentarbereiche wieder aufleben zu lassen. Der für mich spannende Teil entwickelt sich auch eigentlich erst im Kommentarbereich, die Texte sind lediglich die Aufhänger und deswegen bei meinen oft schlicht ausformulierte (aufgeblasene) Twittermeldungen. Ich schreibe auch nie mit einem Anspruch an meine Schreibe, sondern eher um einen Punkt zu verdeutlichen – der dann oft angreifbar genug das sich daraus etwas entwickeln kann. Ein abgeschlossener Text nutzt mir einfach die Möglichkeiten die das Internet bietet nicht konsequent genug aus. Der Leser kann, anders als in der Zeitschrift, seinen Senf dazu geben – und in meinen Augen soll er das auch.

    Ich jedenfalls habe das immer gern gemacht wenn ich meinte etwas beitragen zu können bzw. mich direkt angesprochen fühlte (siehe Antigames). Und deswegen liebe ich auch unseren Kommentarbereich bei These Nerds, er ist irgendwie familiär, hat Forencharakter und unsere derailings sind legendär. Ich fühle mich dann aber nie als Autor irgendwie belästigt oder nicht bestätigt wenn die Kommentare vom Hundersten ins Tausendste kommen, ganz im Gegenteil – schließlich weiß ich, das mein Text letztlich Auslöser war. Ich bin auch jedem dankbar der seine Lebenszeit bei uns lässt, denn es bedeutet das wir (nach meinem Mindset) irgendwas richtig machen. Zumindest für diese Menschen haben wir dann auch Relevanz, und es sind ganz unterschiedliche Personen die bei uns kommentieren – ich finde das spannend, und rede mir dann immer ein sie kommen wegen uns und nicht unbedingt wegen der literatischen Qualität oder tiefgründigen Analyse (die zumindest ich nicht liefere).

    Wir fassen also zusammen, ich mache es wegen den Anderen, den Gleichgesinnten – denn ohne sie wäre ich vermutlich nicht mehr hier.

    Und was die “Tauschaktion” der Steamgedöhnse angeht, moderiert den Kram doch einfach wenn es euch stört oder irritiert. Oder freut euch mit mir das ich so War in the North in günstiger bekommen habe ;)

  21. Stiftnürsel - 28.01.2012 01:54

    @Aulbath: Keine Sorge, mich hat das mit dem Getausche gar nicht gestört. Du hast es selbst gesagt: Es ist schön, wenn ein eigener Text Auslöser für etwas ist. Aber natürlich fordere ich nun 50% des gesparten Geldes ein. Überweis es bitte auf das nirgendwo angegebene Konto.

    Zum Thema: Warum ich hier über Spiele schreibe? Weil ich gefragt wurde. Ich schreibe allgemein gerne und verdiene damit auch ein bisschen Geld. Da ich Videospiele mag, war für mich klar, dass ich auch über diese schreiben wollte. Ich habe vor einigen Jahren noch mehr Filme geguckt als Videospiele gespielt und zu dieser Zeit habe ich eben über Filme geschrieben. Mein Interessengebiet hat sich gewandelt (Das heißt jetzt nicht, dass ich Filme nicht mehr mag. Aber das Zeitverhältnis hat sich etwas verschoben.), meine Themen somit auch.

    Ich habe vor Polyneux meine Texte nur auf einer kleinen Textsammlungsseite veröffentlich. Die Besucherzahlen waren nicht der Rede wert und sie war tatsächlich nur ein Ort, wo ich mein Zeug sammelte. Bekannten gab ich den Link und so konnten sie nachlesen, wenn es etwas Neues gab. Reichweite? Relevanz? Gleich Null. Natürlich freut es mich, mehr Leute zu erreichen und hoffentlich auch zu unterhalten. Sonst wäre ich nicht hier. Aber man sollte seine Erwartungen niemals zu hoch ansetzen.

    Das beschreibt es eigentlich sehr gut. Ich schreibe gerne. Und für dieses Hobby braucht man Themen. Und was bietet sich da eher an, als das, was man mag. Vielleicht wechseln meine Spaßprioritäten irgendwann wieder, vielleicht auch nicht. Wer weiß? Ich fühle mich nicht verpflichtet, immer über Spiele zu schreiben. Aber solange dadurch irgendjemand Spiele billiger kaufen kann… warum sollte ich aufhören?

    Zur Blogszene kann ich übrigens nichts sagen. Die alten Seiten, von denen hier geredet wird, sind mir fast alle kein Begriff. Ich habe damals nur die SpielerEins bis Vier gelesen und habe daraus alles gezogen, was ich brauchte. Der Rest lief schon immer über Empfehlungen von Freunden. Per echtem Leben, Forum oder ICQ. Heute gibt es dafür noch viel mehr Kanäle und auch heute reicht mir das noch. Durch Polyneux habe ich aber ein paar interessante Seiten kennengelernt, die ich jetzt häufiger besuche.

    Und RPS ist auch in meinem FeedReader (Wie… man braucht die heute nicht mehr?). Aber die beste Internetseite über Videospiele ist meiner Meinung nach “GiantBomb”. Die haben ein Konzept und ziehen das knallhart durch. Keine andere Seite macht mir so viel Spaß wie diese. Und bessere Spieleempfehlungen als ihre QuickLooks kann ich mir nicht vorstellen. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Und ein anderes Thema.

  22. Chris - 28.01.2012 02:08

    @Manu:

    Dir macht das Schreiben doch Spaß. Du bekommst doch als Berufsmusiker fürs Musik-spielen Geld, hat Dir das denn den Spaß an der Musik verdorben? Warum sollte Geld Dir dann den Spaß am Schreiben verderben?

    Das ist kein guter Vergleich. Klar, ich musiziere seit meinem fünften Lebensjahr, ich beherrsche mein Instrument, habe einen Beruf, der mir viel Freude bereitet und werde dafür gut bezahlt. Das ist nur fair, weil mein Job bei allem Spaß trotzdem echt anstrengend, zeitaufwändig und eben Arbeit ist.

    Für Texte über Spiele bezahlt zu werden, erzeugt bei mir aber nur Druck. Plötzlich muss ich die Texte ja abliefern. Finanziell dagegen lohnt es sich überhaupt nicht. Texte über Videospiele zu schreiben wird pro Stunde deutlich schlechter bezahlt als das, was ich beruflich mache, weil man dafür halt nicht zwanzig Jahre Ausbildung braucht. Ich müsste bescheuert sein, würde ich für Geld schreiben.

    @Epospecht:

    Schöner Podcast, der seine Linie aber nicht immer hält und recht ausschweifend geraten ist.

    Geht mir am Arsch vorbei. :)

    Ich finde das Kritisieren in Kommentaren ja elementar wichtig. Wesewegen ich ihm auch ohne Nachsicht fröhne. … Denn es sind doch die Meinungsunterschiede die Reibung erzeugen und damit Diskussionen antreiben die spannend werden können.

    Richtig, aber der Ton macht die Musik. Solange man bei der Sache bleibt, finde ich das toll.

    Ich denke auch nicht das irgendein Blogger Welpenschutzbedürftig wäre. Wer bloggt und eine Kommentarfunktion anbietet der lädt in meinen Augen gleichzeitig zum Dialog ein. Und da der typische deutsche Gamingblogger erwachsen bis alt ist muss er auchmal verbal einstecken können.

    Und da gehen wir auseinander. Klar lädt, wer eine Kommentarfunktion anbietet, zum Dialog ein, trotzdem bist du, wenn du dort kommentierst, zuerst einmal Gast. Persönliche Anfeindungen muss sich niemand bieten lassen, auf dem eigenen Blog genausowenig wie in den eigenen vier Wänden.

  23. epospecht - 28.01.2012 02:51

    Sicher. Und ich bin auch keiner der mit zig Nicknames immerfort “ZENSUR” ruft solltest du einen Kommentar von mir löschen wollen (das ist gutes Hausrecht).

    Aber ich sehe es so: Um einen Kommentar zu provozieren (sei es negativ oder positiv) musst du Interesse oder Emotion beim Gegenüber wecken. Und wenn dir das gelungen ist kannst du dir doch sowieso auf die Schulter klopfen. Egal was nun genau geschrieben wurde.

    Kein Kommentar dagegen reduziert den Leser auf ein nutzloses Häufchen Traffic.

    Ich glaube wir reden hier aber eh über graue Theorien. Ich zumindest habe seit Monaten keine grob beleidigenden oder diffamierenden Posts in deutschen Gamingblogs gesehen… nicht mal bei den Nerds…

  24. SpielerDrei - 28.01.2012 03:50

    Da hätte man aber locker noch 20 Minuten rausschneiden können, mein Herr.

    “Stellt euch doch mal vor, was man aus dem Potential der Leute von z.B. Polyneux & Superlevel machen könnte, wenn man diese Leute dafür so bezahlen könnte, dass man davon Miete zahlen könnte. Da wäre ein deutsches RPS doch kein Problem.”

    Da möchte ich vehement widersprechen. Man wird nicht automatisch besser im Schreiben, wenn man dafür Geld kriegt.
    Wenn es einen deutschen Autoren gibt, der über Spiele schreibt, der auch nur annährend an Kieron Gillen rankommt, dann verlinkt den bitte.

    Und bevor ihr mich jetzt Fanboy schimpft – ich les RPS kaum, weil ich wenig am PC spiele und mir dafür dann doch zuviel News/Demo/Review-Gedöns da passiert. Ich hätte als großartige englischsprachige Blogs eher Flash of Steel, Quarter To Three oder (Mit Einschränkungen) The Escapist genannt.

  25. BalkanTonez - 28.01.2012 10:02

    @S3:

    Wenn es einen deutschen Autoren gibt, der über Spiele schreibt, der auch nur annährend an Kieron Gillen rankommt, dann verlinkt den bitte.

    Der hier frisst ihn zum Frühstück:

    http://shodannews.wordpress.com/author/balkantoni/

  26. Dennis - 28.01.2012 11:07

    @SpielerDrei

    Nee, dass Leute, die Geld fürs Schreiben bekommen automatisch besser werden, ist natürlich Quark. Da hast du Recht, das würde ich auch nicht sagen.

    Kritik an RPS: durchaus berechtigt. Sind bei weitem nicht perfekt und vor allem in letzter Zeit fand ich es nicht so gut.

    Deutscher Kieron Gillen: Muss das denn sein? Ich kenne auch keinen anderen britischen Gillen, oder einen französischen Yahtzee oder einen eidgenössischen Jim Sterling (WÄR DAS GUT!!!).

    Ich bin aber totaler Christof Zurschmitten Fanboy:

    http://www.gamestar.de/spiele/stalker-shadow-of-chernobyl/artikel/die_zone_der_erinnerung,35119,2563978.html

    Und anders gesagt: ich liebe ja auch die Schreibe von Leuten, die nicht mit dem Schreiben ihr Geld verdienen. Von Brainy Gamer Michael Abbott z.B oder Jorge Albor oder den vielen, teils wundervollen Menschen, die für Border House schreiben.

    Was ich aber daran schätze ist deren Unabhängigkeit von dem…hm…Diktat? Zwang? Journalismus zu betreiben (worin sich, mMn, RPS gerade mit gefangen haben und weswegen sie jetzt auch einen News-Menschen brauchen) und ihre Perspektive. Wenn Denis Farr über Missbrauch, Homophobie und Spiele schreibt, dann berührt mich das total. Wenn Michael Abbott was über Theatertheorie zu sagen hat, finde ich das sehr spannend.

    Was ich nicht spannend finde, ist wenn die Freiheit, die man als unbezahlter Blogger/Autor/Whatever hat, dafür genutzt wird, langweilige Tests zu schreiben, die es überall sonst gibt. Ich bin daher auch weniger an NGJ interessiert, als an Artikeln, wo ich einen persönlichen Bezug vom Autor zur Materie.

    Was ich damit sagen will ist (wahrscheinlich):

    1. Wenn man es “ernst” meint mit dem über-Spiele-schreiben oder dem Schreiben als Beruf an sich und ein “erfolgreiches” Blog aufziehen will, das neben Kotakau/Joystiq/RPS/GameOne/Polyneux bestehen kann, dann braucht man halt eine ganze Reihe sehr aktiver Autoren, die regelmäßig gute Sachen schreiben. Das frisst Zeit und das braucht auch Redakteure, die Texte redigieren. Das ist, ohne damit Geld zu verdienen (in was für einer Form auch immer), sehr schwer. Und selbst wenn Geld im Spiel ist, bleibt das schwer.

    2. Wenn man nicht darauf angewiesen ist, Geld zu verdienen mit dem Schreiben, kann man seine Unabhängigkeit dazu benutzen, dem Diskurs etwas hinzuzufügen. So wie Aulbath. Ich kenne mich null aus mit japanischen Hardcore Shmups, finde das, was er zu sagen hat aber immer sehr interessant. Die (englischsprachigen) Blogs, die heute auch in Artikeln von Edge, RPS, Kotaku etc. verlinkt und diskutiert werden (kein Qualitätsmerkmal!), sind größtenteils die Blogs, die in der sog. Brainy Sphere bekannt worden sind (also Akademiker, die sich auf unterhaltsame, intelligente Art mit Spielen auseinandergesetzt haben). Diese Leute gelten jetzt in gewisser Weise als die Denker der Spielekritik. Das muss man nicht nachmachen, oder gar gutfinden. Für mich zeigt das allerdings, dass man mit Expertise, mit interessanten Perspektiven und (in gewisser Weise auch) Vernetzung, interessante Dinge schaffen kann. Auch ohne damit Geld zu verdienen.

    3. Einfach so Sachen ins Internet schreiben, weil sie von Herzen kommen, weil man darauf Lust hat, weil man schreiben üben will ist total okay. Quatsch, es ist großartig! Und sympathisch. Es ist nur meistens nicht so interessant wenn es sich rausstellt, dass die Texte, die von Herzen kommen, Schema-F Tests sind zum gerade aktuellen AAA/Indie/iOS-Spiel der Woche. Sollte man das lassen und dann gar nichts schreiben? Nö! Ist okay, sowas tut niemandem weh und es ist schön, wenn es dem Autoren was bringt. Mich persönlich interessiert sowas nicht – und auch das ist okay, schließlich gibt es andere Leser, die das sehr wohl interessiert.

  27. Daniel - 28.01.2012 12:25

    Finde es sehr interessant aus wie viel verschiedenen Ecken hier zum Schreiben über Videospiele gekommen wurde und wird.

    Mein Weg begann auch mit 08/15-Leserreviews auf … Krawall.de, glaube ich, dann auf Ciao.de und einer geilen eigenen Homepage zusammengeklebt mit FrontPage. 2005 habe ich schließlich diese Blogs entdeckt und wollte so was auch machen. Für mich war allein der Gedanke schon faszinierend, dass meine Texte einfach so frei im Internet standen und Leute das dann lesen konnten.

    Mit Blick auf die damaligen Gaming-Blogs und meine persönliche Abneigung gegenüber den schablonenhaften Tests der Magazine, wollte ich dann auch subjektiver und unterhaltsamer über Spiele schreiben. Ich bin da bei SpielerZwei, wenn er sagt, dass ein guter Artikel am besten auch von Leuten gelesen werden kann, die das Spiel nicht kennen und dabe trotzdem gut unterhalten werden oder zumindest ein paar Denkanstöße bekommen. Das ist auch der Punkt, der mir heute bei vielen deutschsprachigen Blogs fehlt. Es wird einfach nur die eigene Meinung rausgeblasen, ohne das man dabei einen lesbaren Artikel fabriziert. Oder andersherum verstrickt man sich in wilden philosophischen Exkursen, die ebenfalls mäßig unterhaltsam zu lesen sind. Das klingt jetzt vielleicht etwas nach style-over-substance, aber wenn ich dem Blogger anmerke, dass er sich null für den Stil seines Textes und seine Wortwahl interessiert, dann schreckt mich das schnell ab.

    So … wo war ich in meiner Historie … ach ja … dann habe ich also 3 Jahre auf meinem Blog vor mich hingeschrieben, weil ich einfach gerne geschrieben habe. Das ist mir auch noch so ein Rätsel: Warum bloggen Leute, wenn sie nicht gerne schreiben? Kommentare gab es wenig, aber ich konnte meinen Mitteilungsdrang befriedigen und das hat als Motivation gereicht. Dann kam irgendwann SpielerZwei vorbei und sammelte mich ein und seit diesem Tag verdiene ich mir Ruhm und Ehre bei polyneux.

    Meine Motivation ist dabei heute noch dieselbe, wie am Anfang: Texte schreiben, die hoffentlich unterhaltsam und gut zu lesen sind und nicht nur Fakten aufzählen. Ich tue mich schwer mit den theoretischen und sezierenden Ansätzen, weil mir dafür dann doch meist die Zeit und Muße fehlt. Dafür ist es eben doch nur ein Hobby und man müsste ganz anders ans Spielen herangehen. Björn hat es ja für seinen Portal 2 Artikel beschrieben: von Anfang an mit Zettel und Stift vor Rechner sitzen, Gedanken machen, Notizen schreiben, dann Artikel skizzieren und wirklich tippen. Das kann man nur ab und zu so machen, es sei denn, man wird dafür bezahlt.

  28. Manu - 28.01.2012 12:47

    @Chris:

    Für Texte über Spiele bezahlt zu werden, erzeugt bei mir aber nur Druck. Plötzlich muss ich die Texte ja abliefern.

    Musst du bei Musik auch. Bei jedem Beruf gibt es Termine/Druck, etc.

    Finanziell dagegen lohnt es sich überhaupt nicht. Texte über Videospiele zu schreiben wird pro Stunde deutlich schlechter bezahlt als das, was ich beruflich mache, weil man dafür halt nicht zwanzig Jahre Ausbildung braucht. Ich müsste bescheuert sein, würde ich für Geld schreiben.

    Ja, klar. In der momentanen Situation würde ich auch niemals tauschen wollen. Aber was Grobi gesagt hat: Wenn du dafür “angemessen” bezahlt werden würdest, so wie jetzt, dann sehe ich da keinen Unterschied.

    @SpielerDrei:

    Klar wird man besser, wenn man hauptberuflich, also für Geld, schreiben darf/muss. Schreiben ist auch nur ein Handwerk, wenn du 8 Stunden am Tag Zeit hast zu schreiben wirst du zwangsläufig routinierter, wortgewandter und ein besserer Schreiber. Wohlgemerkt, ich rede nicht von künstlerischem Anspruch eines Textes, sondern allein vom handwerklichen Aspekt. Das letzte Fünkchen musst du natürlich schon selber mitbringen, wie bei Musik, Kunst, Sport, etc. eben auch.

  29. Chris - 28.01.2012 13:28

    @Manu:
    Es gibt einen Unterschied zwischen Beruf und Hobby. Ich hab doch überhaupt nichts dagegen, dass Leute mit ihren Texten Geld verdienen wollen, für mich persönlich ist nur wichtig, dass mein Hobby auch ein Hobby bleibt. Ich möchte nicht beruflich schreiben.

    Wenn du dafür “angemessen” bezahlt werden würdest, so wie jetzt, dann sehe ich da keinen Unterschied.

    Der Unterschied ist enorm! Das hat was mit Können zu tun. Ich bin dank Talent und langjähriger Ausbildung in meinem Berufsfeld ziemlich gut unterwegs. Was ich kann, können – global gesehen – vergleichsweise wenige, deshalb wird das gut bezahlt. Ohne großartige Ausbildung über Spiele zu schreiben, auf dem Level auf dem ich das tue, können dagegen viele. Und viele können es besser. Eine “angemessene” Bezahlung für mein Schreiben über Videospiele wäre naturgemäß niedriger als in meinem Beruf, ist doch klar.

    Schreiben ist auch nur ein Handwerk, wenn du 8 Stunden am Tag Zeit hast zu schreiben wirst du zwangsläufig routinierter, wortgewandter und ein besserer Schreiber… das letzte Fünkchen musst du natürlich schon selber mitbringen…

    Ich halte “das letzte Fünkchen”, das Talent ja für das alles Entscheidende. Auch Ausbildung spielt eine große Rolle.

    Talent sind nicht nur die letzten 10 Prozent, Talent potenziert deine Möglichkeiten.

  30. SpielerDrei - 28.01.2012 14:03

    @Manu: Dass acht Stunden Schreibzeit am Tag dich zu einem geübteren Schreiber machen, dem es leichter fällt, Texte zu verfassen, bestreite ich nicht. Dass sie dich besser machen, schon, denn wir haben genug Gegenbeispiele in der hiesigen Printbranche.
    Was dich tatsächlich besser macht: Ein erfahrener Editor (was ich dafür geben würde!), peer reviews, Austausch, intensive Beschäftigung mit dem Material (will sagen SPIELENSPIELENLESENÜBERSPIELE), Denken, Nachdenken, Kritikfähigkeit und profundes Wissen über mindestens ein Fachgebiet, dass völlig ausserhalb des Kernthemas liegt.
    All das basiert natürlich nicht auf eigener Erfahrung.

    Ich sehe auch generell kein Problem damit, sich selbst und andere Laien an Profis zu messen, selbst wenn man dabei nie gut aussieht. Es erscheint mir sinnlos, sich NICHT mit dem Besten zu vergleichen, was man finden kann.

  31. SpielerZwei - 28.01.2012 14:17

    Die Nummer mit dem Geldverdienen war für mich nie interessant. (Und bevor jemand auf unsere Werbung verweist: Den unsäglichen Glam-Deal haben wir nicht um Geld zu verdienen, sondern weil wir einfach mal konkret sehen wollten, was da so bei rum kommt. Unter uns: So gut wie nichts…)
    Ich bin mit meinem richtigen Job eigentlich zufrieden und werde auch recht gut bezahlt (wahrscheinlich besser als der durchschnittliche Chefredakteur eines deutschen Print-Mags). Was in meinem Fall aber das größte Argument gegen eine Professionalisierung des Hobbies ist, ist meine Unfähigkeit, auf Kommando gute Texte zu schreiben. Ich muss dazu einfach in entsprechender Laune sein. Erzwingen ist bei mir vollkommen zwecklos. Da kommt dann nur langweiliger 08/15-Kram bei raus.
    Und da ich das schon vor vielen Jahren erkannt habe, stellte sich mir nie ernsthaft die Frage, ob ich das Schreiben vielleicht zum Beruf machen sollte. 8)

  32. Chris - 28.01.2012 14:42

    Der hier frisst (Kieron Gillen) zum Frühstück.

    Stimmt, der wurde doch neulich erst vom Market Research Analyst irgendeines Browserspielchen-Herstellers empfohlen. ;D

    @Dennis:

    Deutscher Kieron Gillen: Muss das denn sein?

    Der Name ist (sicher auch durch das Manifest) inzwischen schlicht ein Symbol für qualitativ hochwertige Texte über Videospiele, weit über den Mann und seine eigenen Artikel hinaus. Auch Gillen schreibt nicht jeden Tag The Girl who wanted to be God.

    Ich denke, es geht, wenn dieser Name fällt, weniger um eine exakte Kopie des Typen oder seines Schreibstils, es geht eher um das Level an Qualität.

    Dazu kommt, dass bei vielen die Kenntnisse über englischsprachigen Spielejournalismus kaum über Gillen hinausreichen. Bei mir ja auch nicht. Du hast es selbst gesagt: Man fängt an zu schreiben aus dem Gefühl heraus, dass es nichts Lesenswertes gäbe. Das stimmt nicht, aber das Lesenswerte ist oft auch echt schwer zu finden.

    Daraus ziehen Linklisten wie bei Superlevel ihre Berechtigung, die dann, wenn sie wirklich gut sein sollen, eben doch nicht so schnell zusammengeklickt sind, wie man manchmal denkt.

    Wenn Denis Farr über Missbrauch, Homophobie und Spiele schreibt, dann berührt mich das total. Wenn Michael Abbott was über Theatertheorie zu sagen hat, finde ich das sehr spannend.

    “Die möcht ich aus bloßer Neugierde einmal sehen…” (Papageno, Zauberflöte)

    Hättest du Links zu Artikeln von denen, die du besonders gut findest?

  33. SpielerDrei - 28.01.2012 16:02

    Ummm… Ich hätte überhaupt nichts dagegen, mit Schreiben Geld zu verdienen.

    Holler at me, zukünftige zahlende Bossbros!

  34. HomiSite - 28.01.2012 20:52

    Ich kam zum Schreiben, weil ich zumindest der deutschen Sprache recht zugetan bin (leider mehr bezogen auf Form denn Formulierung :-) und das Internet in meiner Schulzeit gerade abhob und ich es als Videospieler daher spannend fand, mit anderen über mein Hobby zu “sprechen”. Dementsprechend begann es mit mal mehr, mal weniger regelmäßiger/ausführlicher Teilnahme in ein paar Foren.

    Wie dann genau der Sprung zu einer eigenen Plattform passierte, weiß ich nicht mehr. Meine hässliche Uralt-Website ging 2001 online, mein Blog 2006. Ich kann auch nicht mehr sagen, wann/wie ich damals die “berühmten” deutschen Blogs fand, aber gelesen hab ich sie (antigames, GTA, d-frag, working-title, VierSpieler und so).

    Meine Motivation zum Schreiben ist eine Mischung aus Selbstdarstellung, Interesse an Meinungsaustausch, Strukturierung von Gedanken und Erinnerungsstütze. Ich hoffe natürlich immer auf Replies, hab aber die Leserfindung nie wirklich verfolgt (wenn dies das einzige Ziel eines [Privat-]Bloggers ist, kann man nur enttäuscht werden). Auch heute blase ich nicht jeden Beitrag bei Twitter in die Welt und weine innerlich, wenn mal wieder der Tod von Feedreadern thematisiert wird :-). Obwohl ich Feeds sehr einfach und komfortabel finde, nutzen es kaum welche im Bekanntenkreis – Twitter auch nicht. Ich weiß übrigens noch, wie ich damals nicht verstand, was der Zweck von Twitter sein soll. Und heute wird vieles niemals zu einem Blogtext, weil kurz mal twittern so unendlich leichter ist. Ich hab da schon einen recht hohen Anspruch an mich selbst, weswegen eine Menge Sachen unfertig als Entwürfe rumliegen. Zufrieden bin ich dann trotzdem seltenst mit dem Ergebnis. Also landen vielen Gedanken auf Twitter oder ohne großnes Nachdenken in einer privaten Facebook-Gruppe (man kann mittlerweile ja nicht mal mehr seine RSS-Feeds dort importieren).

    Ich glaube, wenn man aus Prinzip “andere” Texte schreiben möchte, riskiert man sehr schnell den Burnout. Teils schien es, dass Blogs ambitioniert starteten, aber nach Abarbeitung der eingangs überlegten Themen in Schockstarre verfielen. Wenn alle Feeds nutzen würden, wären längere Auszeiten aber ja kein Problem (will man nicht kommerziell irgendwie erfolgreich sein). Die Sache mit der geringen Reichweite eines deutschen Blogs ist IMO ein Pseudopunkt: Man kann genug Leute auf Deutsch erreichen und meistens wohl auch nur in der Sprache gut/schnell schreiben. Auf Englisch ist man doch dann gleich in Konkurrenz zu zigtausend anderen Leuten.

    Womit ich übrigens persönlich immer Schwierigkeiten hatte: Einzelne Schreiber zu identifizieren. Für mich stand vor allem das Blog als Identifikationspunkt fest, wer dort welche Rolle übernahm oder so blieb für mich meist undurchschaubar (VierSpieler *hust*).

  35. Manu - 28.01.2012 21:56

    @Holmes:

    Das mit Twitter ist echt perfide. Man bekommt für deutlich weniger Aufwand deutlich mehr Feedback. Es ersetzt zwar in keiner Weise das Bloggen für mich – aber es macht mir momentan mehr Spaß, weil der Dialog direkter ist und meine Aussage im Tweet zeitnaher am Spiel ist, als ein Artikel nach dem Durchspielen eines Spieles. Ich sehe die zwei Dinge nicht als direkte Konkurrenten, weil sie sehr verschiedene Bedürfnisse sowohl beim Senden als auch beim Lesen befriedigen.

    SpielerZwei meint ja immer, dass ich mit meinen unzähligen Tweets über ein Spiel meine späteren Artikel dazu spoiler. Sehe ich nicht so, weil ja nicht jeder meiner Follower ALLE Tweets von mir liest zu jeder Zeit. Man bekommt ja seinen Stream nur immer sehr zerfetzt mit (ich zumindest, oder lest ihr stets die komplette Timeline nach?). Als Verbreitungskanal für neue Artikel/Aktionen/Podcasts möchte ich es aber nicht mehr missen. Twitter ist für mich DER Informations- und Kommunikationskanal geworden, was die Spielbranche und die hiesige Blog- & Podcast-Landschaft angeht.

  36. grobi - 28.01.2012 22:26

    Meine Vorstellung davon, mit dem Spielebloggen Geld zu verdienen, ist übrigens viel mehr von dem Ausdruck “feuchter Traum” geprägt, als ich den Eindruck habe, wie das hier verstanden wurde. Ich bin nämlich voll bei SpielerDrei: mir müsste jemand für einen 9to5-Job voller SPIELENSPIELENLESENÜBERSPIELE (und Schreiben) ein gerüttelt Maß an Kohle überweisen. Wer soll das bitte tun, wenn nicht gerade ein Mann von der Kragenweite eines Abramowitsch auf die Idee käme, dass er sich jetzt just for fun auch noch ein deutsches Spieleblog zulegen soll? Sogar falls ICH morgen mit sagenhaftem Reichtum gesegnet würde, wäre die Investition in ein leetes Bloggerteam allerallerhöchstens Nummer 2 auf der Liste meiner privaten Träume. Wir reden hier also zumindest meinerseits ganz klar von einer höchst kindlichen, naiven Utopie. Und darin kommen Aspekte wie Qualität oder Reichweite überhaupt nicht vor…

    Ich habe auch überhaupt keine Ambitionen, meinen mit langjährigem Arbeitsvertrag grundversorgten Arsch irgendwie in eine professionelle (sprich lukrative) Blog/Schreiber-Richtung zu entwickeln. Um das aufzugeben und freudig sowas wie einem “deutschen RPS” hinterher zu springen, habe ich a) zuviele Verpflichtungen und b) klingt das in meinen Augen eh viel zu sehr nach Dotcomtod. Ich erwähnte das ja bereits.

    Selbst in kleinem, ach, Microrahmen würde ich mich nicht darauf einlassen. Wenn mir also morgen jemand 50 Euro für einen Artikel bietet, dann würde ich nein sagen.

    Bliebe noch die Frage an mich, wieso ich blogge. Tja, derzeit tue ich das ja nicht, also…

  37. Dennis - 29.01.2012 01:37

    @Chris

    Sorry, dass das gedauert hat =]

    “Die möcht ich aus bloßer Neugierde einmal sehen…” (Papageno, Zauberflöte)

    Hättest du Links zu Artikeln von denen, die du besonders gut findest?

    Hier schreibt Denis Farr (ist übrigens [Wahl-]Berliner) warum es eben nicht in Ordnung ist mit Begriffen wie “Faggot” um sich zu schmeißen und wie schmerzhaft es sein kann sich in der “Games-Szene” zu bewegen, wenn man einen Hintergrund als Opfer sexueller Gewalt hat.
    [url]http://vorpalbunnyranch.wordpress.com/2011/10/27/this-gaymers-story/[/url]

    Michael Abbott:

    Hier gehts darum, dass Skill-based games als eine Art Strömung im größeren Ganzen der Spielegeschichte verstanden werden könnten
    [url]http://www.brainygamer.com/the_brainy_gamer/2011/12/who-needs-winners.html[/url]

    Und hier um Spielekritik, die Spiele als Summe ihrer Teile (also Grafik, Steuerung, Sound etc.) begreift und nicht als zusammenhängendes Ganzes.
    [url]http://www.brainygamer.com/the_brainy_gamer/2011/09/games-arent-clocks.html[/url]

  38. Micha - 29.01.2012 02:06

    Ich machs mal kurz:
    Warum es in Deutschland kaum relevante Spieleblogs gibt? Weil alle zu verkrampft sind.
    Ihr macht Euch so viele Gedanken darum ob ihr erreichen könntet, was ihr erreichen könntet, ob man damit Geld verdienen könnte, ob es sich lohnt die Zeit dafür zu nehmen, bla blubb bla. Deutsche Spieleblogs erklären sich gerne selbst; machen Motivationen klar, damit “das mal transparent auf den Tisch gelegt” wird und das bloß niemand missverstanden wird. Man muss ja seine Philosophie an den Tag legen, sich deutlich von den anderen Fischen im Teich abgrenzen, auch wenn man das gleiche Futter bekommt.
    Anders formuliert: Deutsche Spieleblogs – und das ist auf Ihre Art auch “deutsch” – verhaspeln sich viel zu sehr mit sich selbst. Dabei kommt Charakter und Enthusiasmus ganz von allein, wenn man sich nur darauf konzentriert zu bloggen, weil man, ja, einfach Bock darauf hat.

    Man kann mal für 2 Monate nix schreiben? Egal.
    Mal nen Artikel verkackt? Passiert.
    Keine Kommentare? Macht nichts.

    Es ist zwar cool, wenn man wie Fabu und ich (Medienstudium) dann mehrere Sachen miteinander verbinden kann, aber das kann man MAL am Rande erwähnen. Bis auf (k)einen anderen Artgenossen interessiert das (k)einen Hans und was haben laufende Selbstfindungsfragen auf einem Spieleblog zu suchen?

    Von Euch Kommentatoren unter diesem Artikel habe ich ein paar Blogs im Feedreader, die ich sehr gerne lese, weil ich die Lust an der Materie spüre, aber es gibt mehr, die sich im gefühlt jedem zweiten Post selbst (ohne Spiel-Context) thematisieren. Hört damit auf.

  39. Scheinprobleme - 29.01.2012 11:29

    Da ihr am Ende eures Podcasts auch nach den Gründen gefragt habt überhaupt ein Spieleblog zu lesen, möchte ich meine kurz nennen:

    Humor
    kommt in Spielezeitschriften viel zu kurz, dafür ist dort kein Platz, andere Dinge sind wichtiger. Kann man vielleicht auch keiner Redaktion vorwerfen, denn dafür gibt es ja schließlich Blogs. Dabei sind es für mich genau Artikel wie euer “Böses Erwachen”
    [url]http://www.polyneux.de/archiv/532-dragon-age-awakening.html[/url] die den Reiz am Bloglesen und auch Spielen ausmachen. Das Internet ist zu Recht voll mit “I took an arrow in the knee”. :) Wenn man ein Spiel liebt oder das Spielen an sich liebt, wird man sich einfach an witzigen Hintergrundstories erfreuen können.

    - Neues Entdecken
    Ohne euch hätte ich z.B. niemalsindreiteufelsnamenNIE “Realm of the Mad God” ausprobiert! [url]http://www.polyneux.de/archiv/514-realm-of-the-mad-god.html[/url]
    Dabei hat es mir zwei unglaublich spaßige Abende beschert und für mich als eher konventionelle Spielerin mal ein bisschen über den Tellerrand von Steam und Konsorten blicken lassen. Auch hier schließt sich für mich eine große Lücke, denn mit solcher Bandbreite kann eine “herkömmliche” Seite nicht über so ein Spiel berichten (Vermutung). Achja, und natürlich war der Artikel sehr humorvoll geschrieben. ;)
    An dieser Stelle nochmal ein Danke an alle und ich würde euch flattern! :)
    Ps: nein für Smilyes bin ich nicht zu cool.
    LG

  40. Dennis - 29.01.2012 11:35

    @Micha

    Das ist kein “deutsches” Problem. Ich habe ganz im Gegensatz das Gefühl, dass das ständige Sinnsuchen, die Nabelschau, die Selbstreflexivität im Moment so sehr zum Über-Spiele-Schreiben gehört wie Artikel über Sexismus und Male Privilege.

    Sprich: es vergeht keine Woche, in dem ein Autor oder Autorin einer größere Spieleseite auf große Selbstfindung geht (siehe: die “Should you write for free”-Debatte vor…2 Wochen, oder die “Should you write for free?”-Debatte vor 6 Monaten und so weiter).

    Ich würde sogar sagen, dass es das auf Deutsch weniger gibt. Vllt auch, weil das Feld hier weitaus weniger professionalisiert ist als in UK/US/AU.

  41. Chris - 29.01.2012 15:15

    @Scheinprobleme:
    Kann ich verstehen. Die von dir verlinkten Artikel sind beide von Stiftnürsel. Ich bin sowas von Fan!

    @Dennis:
    Danke für die Links. Gerade Brainygamer ist echt dufte, den kannte ich noch gar nicht.

  42. Peter Schmalhans / CulturalTourist - 30.01.2012 10:23

    Mir stellt sich bei soilchen Diskussionen immer die Frage, ob ein “deutsches RockPaperShotgun” oder auch eine “deutsche Edge”, wie sie ja in den Diskussionen um die GEE und ihr Ende immer mal wieder thematisiert wurde, überhaupt notwendig wären. Es gibt diese Formate doch schon! Auch wenn sie auf Englisch existieren, so zeigt doch mindestens die breite Rezeption in den hier vertretenen Kreisen, dass die Fremdsprachigkeit dieser Medien keine Rolle spielt. Dafür gibt es meines Wissens im englischen Sprachraum kaum so etwas wie GameOne.
    Außerdem mag ich dieses (semi)professionelle der deutschen Bloggerei hier. Ich habe eigentlich immer das Gefühl, dass Menschen, die etwas praktisch unentgeltlich tun, dies mit mehr Herzblut erledigen als solche, die für die es nur ein Job ist. In meiner Vorstellung ist dieses Amateurhafte eben anarchischer und unabhängiger. Wobei ich jetzt niemandem auf den Fuß treten will, der mit dem Bloggen seine Brötchen verdient.

    Und @Micha: Es gibt kaum etwas “deutscheres”, als andere Dinge und Menschen als typisch deutsch zu klassfizieren.

  43. Chris - 30.01.2012 12:16

    Es gibt diese Formate doch schon! Auch wenn sie auf Englisch existieren, so zeigt doch mindestens die breite Rezeption in den hier vertretenen Kreisen, dass die Fremdsprachigkeit dieser Medien keine Rolle spielt.

    Bei RPS sicherlich. Bei der Edge kann davon eigentlich keine Rede sein. Die verkaufen um die 30.000 Exemplare, davon gehen nicht mal 4.000 an Abonnenten außerhalb UK und Irlands. Die Edge meint jeder zu kennen, weil er vielleicht vor drei, vier Jahren mal eine Ausgabe zur Hälfte durchgelesen hat, aber wirklich regelmäßig liest sie kaum jemand in Deutschland.

    Gemessen daran waren die Zahlen der GEE eigentlich gar nicht mal schlecht.

    Nun zu etwas völlig anderem: Kierkegaards insomnia.ac ist inzwischen kostenpflichtig? Alles seit November nur noch gegen Geld? Verrückt! Es zahlen ernsthaft Leute dafür?

  44. Peter Schmalhans / CulturalTourist - 30.01.2012 14:36

    Wenn man edgeonline und die Abosysteme über zinio und den iOS Newsstand miteinbezieht, dürfte die Rezipientenzahl deutlich größer sein.
    Außerdem ging es mir in der Tat nicht um wirkliche LeserInnenzahlen, sondern um die Zeitschrift als Mythos des SchreibensüberSpiele auf höchstmöglichem Niveau.

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