Ein Armutszeugnis

Titanfall ist old-school. Titanfall ist erfrischend anders. Titanfall ist innovativ. Titanfall ist extrem poliert. Titanfall verbindet großartige Elemente von Mirror’s Edge und Mechwarrior mit dem Gameplay von FPS-Multiplayer-Klassikern wie Unreal Tournament und Quake 3 Arena

Diesen und anderen Schwachsinn kann man dieser Tage überall über den Online-Multiplayer-Shooter von Respawn Entertainment lesen. Doch all dies ist Titanfall nicht. In Wahrheit ist es der gleiche CoD-Multiplayer-Rotz für das geneigte ADHS-Publikum, mit dem das FPS-Genre schon seit Jahren zugeschissen wird. Nur etwas schneller. Mit Bunny Hopping. Ach ja, und Titanen!

Dass Titanfall der CoD-Zielgruppe super gefällt, verwundert nicht weiter. Dass Respawn Entertainment solch ein Spiel gemacht haben, auch nicht, denn es sind teils ehemalige Infinity Ward-Leute. Dass viele Rezensenten den überzogenen Hype mit hanebüchenen Argumenten, oberflächlichen Querverweisen und absurden Schlussfolgerungen schüren, ist jedoch etwas, worüber ich mich auch nach all den Jahren immer noch wundere…

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Damit wir uns richtig verstehen: Es geht mir nicht darum, dass mir Titanfall persönlich überhaupt nicht zusagt. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Wenn Ihr Titanfall mögt, lasst Euch von mir (trotz der Spielerbeschimpfungen) bloß nicht den Spaß verderben! Ich wundere mich vielmehr darüber, dass so viele Kritiken erhebliche, objektive Kritikpunkte locker-flockig marginalisieren und dabei teilweise ein völlig falsches Bild vom eigentlichen Spiel zeichnen. Ein Bild, auf das im schlimmsten Fall gerade Leute wie ich („ich“ = UT-Lover) reinfallen könnten.

Davon abgesehen ist Titanfall aber zunächst einmal viel zu teuer (EA verlangt etwa 10 € mehr als man für das übliche PC-Spiel zahlt) und bietet einen geradezu erbärmlichen Umfang als Gegenwert: Keine Singleplayer-Kampagne, keine Sparring-Bots, lächerliche 15 Karten, nur 3 Titanklassen und ein sehr überschaubares Angebot an Waffen und Fähigkeiten, um Titane und Piloten zu „individualisieren“. Spielerisch leidet es unter den gleichen Problemen wie fast alle Multiplayer-Shooter der letzten Jahre. Ein Kernproblem ist die viel zu geringe Durabilität der Avatare. Wenn man als Pilot unterwegs ist, reichen gerade mal ein bis zwei Treffer und man ist tot. Das führt zu einem hektischen, planlosen Gameplay, welches jede Form von geplantem Teamplay von vornherein sabotiert. Meist erwischt es einen in dem heillosen Durcheinander wie aus heiterem Himmel. Natürlich gibt es Autohealing, aber bei der geringen Lebensenergie der Piloten und der hektischen Beliebigkeit des Gameplays (Loslaufen. Peng, Tot. Respawn. Wieder loslaufen. Usw.) nützt einem das meist auch nichts. Lediglich in den Titanen dauern die Shootouts etwas länger. Das fühlt sich dann sogar mal ansatzweise so an, wie sich Multiplayer-FPS vor der unsäglichen „CoD-Ära“ spielten. Daher ist „Last Titan Standing“ auch der einzige Spielmodus, mit dem ich mich einigermaßen anfreunden konnte. „Hardpoint Domination“ geht gerade noch so. „Capture The Flag“ ist hingegen ein einziges Trauerspiel (wirf 1000 Steine ins Meer, irgendwann triffst Du bestimmt einen Fisch…).

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Die Entscheidung, mit dem eingebauten Blöd-Bot-Kanonenfutter kaschieren zu wollen, dass man maximal nur 6 vs 6 spielt, halte ich auch für suboptimal. Zwar erzeugt es oberflächlich den Eindruck, man wäre an größeren Schlachten beteiligt, erschwert aber auf größere Distanz nur noch mehr die Übersicht zwischen Freund und Feind sowie echten Gegnern und Pappkameraden, als es bei der aktuellen Generation von Multiplayer-FPS eh schon meist der Fall ist. Mit Skill, dem zugegebenermaßen sehr schwammigen Synonym für „echtes Können/Beherrschen“, für das Spiele wie Q2, Q3A und UT stehen, hat das alles rein gar nichts zu tun. Da dauerten Duelle, trotz des sehr hohen Spieltempos, oft mehrere Minuten. Auch das Herumgehopse in Titanfall hat mit den Dashes, Double-Jumps und Wall-Runs aus UT2k4 nichts gemein, weil man es aufgrund der Levelarchitektur der meisten Maps lediglich zum Erreichen von Hausdächern oder dem Überwinden von Mauern nutzen kann. Ach ja, man kann sich auch auf Titane draufsetzen. Tolle Sache. Das Timing ist bei der wilden Hopserei allerdings völlig unerheblich, denn wie gesagt, um Skill geht es in Titanfall nicht.

Daher sind die ganzen Verweise auf die Multiplayer-Shooter aus der Zeit von etwa 1995 bis 2005 auch so ärgerlich. Sie stellen geradezu meinen Realitätssinn auf die Probe. Haben diese Leute wirklich Quake 2, Quake 3 oder UT gespielt, wie sie vorgeben? Und wenn ja, wo haben sie die Alternativ-Versionen her, die sich gänzlich von meinen unterscheiden? Ich habe diese Spiele jahrelang wie ein Bekloppter gespielt. Mit Clan, respektablen Weltranglistenplatzierungen, fast täglichem Training und allem Pipapo. Titanfall spielt nicht nur in einer ganz anderen Liga, es ist nicht mal der gleiche Sport.

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Worum es in Titanfall allerdings geht, ist Fastfood-Spielmechanik ohne Anspruch (erwähnte ich Call of Duty heute eigentlich schon?), Cheap Thrills (das ist der eigentliche Zweck der Titane im Spiel) und stetige Belohnung für nichts (dieses XP-Waffen-Freischalt-Ding ist neben dem Autohealing auch so eine ärgerliche Mechanik, an der ich die Casualisierung des FPS-Genres festmache).

Für besonders „polished“ halte ich Titanfall ebenfalls nicht. Eine 50GB-Installation für das bisschen Spielinhalt? Wenn die Mär von der CPU-Entlastung durch unkomprimierte Audio-Dateien denn stimmt (was ich aus technischer Sicht aber für Unfug halte), hätte man das ja leicht, je nach Rechner, optional gestalten können. Und was sind das eigentlich für unerträgliche Matchmaking- und Ladezeiten? Das ist nicht „old-school“, sondern „Steinzeit“. Generell ist ein qualitatives Matchmaking sowieso weder enthalten, noch überhaupt möglich, denn außer dem XP-Aufstieg, den ja ohnehin jeder Spieler mit der Zeit bekommt, egal wie gut oder schlecht er sich schlägt, gibt es keine Möglichkeit, irgendwie das Können eines Spielers festzumachen, was ich bei einem kompetitiven Multiplayer-Spiel für unverzeihlich halte. Warum fehlen so grundlegende Optionen wie beispielsweise die Kartenauswahl? Und ein Melde- bzw. Bestrafungssystem für all die Tourette-Spacken, die ein solcher CoD-Klon logischerweise wie Fliegen anzieht, wäre auch eine gute Idee gewesen.

Ist aber eigentlich auch alles egal, denn wie ich schon erwähnte, ist ein koordiniertes Teamplay aufgrund von grundlegenden Fehlern in Spielmechanik und Matchmaking ohnehin reine Glückssache. Speziell zum Thema „Prozentuale Arschloch-Dichte in der Titanfall-Community“ könnte ich mich seitenweise auslassen, aber ich denke, Ihr habt eine ungefähre Ahnung…

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Unter „polished“ verstehe ich jedenfalls mehr als nette Grafik und gefällige Animationen. Der geringe Umfang und die vielen kleinen, aber insgesamt fatalen Defizite im Spielkonzept stinken für mich eher nach dem Gegenteil: Vermutlich hatten Respawn Entertainment einfach nicht genug Zeit, um das Ding wirklich fertig zu bekommen, weil Microsoft unbedingt ein frühes Multiplayer-Zugpferd für die Xbox One brauchte, bei dem die Grafik und der vordergründige „Boah ey!“-Effekt wichtiger sind als alles andere.

Alles in allem ist Titanfall genau die Art von Spiel, von der man sich als UT– oder Q3A-Fan tunlichst fernhalten sollte. Lasst Euch also nicht das Gegenteil erzählen. Es ist vielmehr eine nette Abwechslung für den inzwischen gelangweilten CoD-Fan, dem es egal ist, dass er maximales Geld für minimalen Inhalt zahlt. Soweit also nichts wirklich Aufregendes. Trotzdem stellt sich mir bei all dem Hype und den überwiegend begeisterten Reviews doch die Frage, wie weit es mit dem Multiplayer-FPS-Genre inzwischen eigentlich gekommen ist, wenn billige Gimmicks und etwas Eye-Candy ausreichen, damit ein Großteil der Presse gleichzeitig von „old-school“ und „Innovation“ spricht, völlig irrwitzige Fremdschäm-Verweise zu anerkannten Klassikern zieht und sich regelrecht ein Loch in den Bauch freut, nur weil die Standard-CoD-Grütze ausnahmsweise minimal variiert wird? Ich finde, das ist schon irgendwie ein echtes Armutszeugnis, oder?


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18 Kommentare

  1. Aulbath - 25.04.2014 11:50

    Hach ja, irgendwann muss ich das nochmal spielen, zur Selbstbestätigung quasi.
    Der starke Rückgang an Spielern und der scheinbare verflogene „Rush“ der erste Tage scheinen mein Bauchgefühl jedoch zu bestätigen – Titanfall ist nichts für mich und genau die Sorte von nicht nachhaltigem Spielerlebnis auf die ich echt gar keine Lust mehr habe.

    Aus reinem Interesse: das aktuelle Rise of the Triad mal gespielt? Bzw. zufällig mal im Space Marine-Multiplayer unterwegs gewesen (für mich immer noch DAS Multiplayer-Geballere seit „der guten, alten Zeit“)?

    PS: Ich finde es gut wie Du das unsägliche Counter Strike umschiffst, welches lange vor CoD schon ein grässliches Kackspiel mit schwächlichen Avataren war ;)

  2. SpielerZwei - 25.04.2014 13:00

    @Aule:

    Dass Titanfall sehr schnell langweilig wird, kann ich nur bestätigen. Und das liegt eben nicht nur am geringen Content, sondern schlicht daran, dass die Spielmechanik zu „schwachbrüstig“ ist. Man muss nichts großartig erlernen. Spätestens wenn man herausgefunden hat, dass es für die Piloten und Titanen eigentlich nur jeweils eine sinnvolle Waffe gibt und auch sonst keine großen Experimente in Sachen Spielweise/Taktik drin sind, ist die Luft raus. Hatte auch nie Lust, länger als eine Stunde am Stück zu spielen.

    Das Remake von Rise of the Triads ist im MP ganz witzig. Hat durch den schnellen Flow und die Jump-Pads schon was von Q3A. Allerdings gefallen mir das Waffen-Feedback und die Level nicht so sehr. Im Singleplayer finde ich es aber genauso fürchterlich wie das Original, weil häufige Jump’nRun-Passagen in Egoshootern mal gar nicht gehen.

    Was CS angeht, bin ich auch ganz bei Dir. Habe es damals immer mal wieder (in verschiedenen Versionen) ausprobiert und nie richtig Spaß gehabt. Speziell als UT-Spieler kam man sich immer vor, als würde man in Bleistiefeln über Fliegenfängerpapier laufen…

    Der letzte Ego-Shooter, bei dem ich das Gefühl hatte, mal was wirklich Neues zu spielen, war wohl Bulletstorm. Mords Spaß! Meiner Meinung nach auch das einzige geile Spiel, das Epic nach UT2k4 gemacht haben (UT3 war schon zu viel Battlefield und über Gears of War will ich lieber den Mantel des Schweigens hüllen…). Btw: Bei all den Remakes derzeit wünsche ich mir eines vom ersten UNREAL. Das war epic, Epic!

  3. HomiSite - 25.04.2014 13:55

    Ich bin bekanntlich (?) ein Fan von CoD und hab in verschiedene Teile insgesamt hunderte Stunden versenkt. Seit einigen Jahren ist aber auch die Übersättigung da, weswegen ich mittlerweile nur unregelmäßig bzw. aus Gewohnheit ältere Titel reinschmeiße. Insofern war ich schon auf Titanfall gespannt, weil ich eben CoD im Kern mag und vor allem keine Vergangenheit in PC-Skillshootern habe (mein Mouse Aiming ist katastrophal und ich hasse so Spiele wie Red Orchestra, wo man quasi sofort tot ist).

    Ich „fürchte“, ich werde mir mit meinen CoD-Mitstreitern sicher auch mal Titanfall zulegen, aber es scheint schon auffällig, wie wenig bedeutenden Content das Spiel bietet bzw. wieviel Augenwischerei betrieben wird für „Cheap Thrills“. Dabei sind Mechs und ungewöhnlicheres Gameplay absolut mein Ding – während vertikaleres Ballern meine Skills ausreizt :-). Ich war ja großer Fan der SECTION 8-Spiele, die fast alles vereinten, was ich an Shootern mag.

    Und das von Aulbath erwähnte SPACE MARINE war echt ganz, ganz toll. Vor allem: Das dürfte im MP wohl noch weniger Content (und mehr Probleme?) als Titanfall gehabt haben, hat aber trotzdem Laune gemacht, ganz ohne Killstreaks etc.

    PS: BULLETSTORM fand ich auch toll! Hab das aber erst später gespielt, weil ich anfangs dachte, es ist so ein schnell eintöniger Metzelshooter. Wenn man aber die „Kill with Skill“-Mechanik (eigentlich falsche Bezeichnung) ausnutzte, machte es sehr viel Laune. Es war aber ja kein echtes Mehrspieler-Game – und nicht direkt von Epic.

  4. Gene - 25.04.2014 14:03

    Ich weiß nicht, ob sich die PC-Version in dem Punkt unterscheidet, kann es mir auch nicht vorstellen, aber auf der Xbox One sind es nicht nur neun Maps, sondern 15.

  5. Missingno. - 25.04.2014 14:04

    Wenn die Mär von der CPU-Entlastung durch unkomprimierte Audio-Dateien denn stimmt (was ich aus technischer Sicht aber für Unfug halte)

    Naja, streng genommen stimmt es schon. Die (meisten) Soundkarten verarbeiten PCM-Signale (~= unkomprimiertes digitales Audio), so dass ein komprimiertes Signal erst von der CPU umgewandelt werden muss. Allerdings dürfte der Aufwand bei CPUs jünger als 2005 bei unter 1% für einen Kern liegen und daher so etwas von vernachlässigbar sein. (Schon mit 486er konnte man problemlos MP3-Dateien abspielen ohne großen Einfluss auf die Leistung von anderen Programmen.)

    CS […] Speziell als UT-Spieler kam man sich immer vor, als würde man in Bleistiefeln über Fliegenfängerpapier laufen…

    Obwohl die Quake-Spieler schon immer behaupten, dass UT einfach zu langsam ist. (Bis man ihnen den Gamespeed auf etwas über 100% einstellt.) ;-) Statt CS habe ich mich mit Tactical Ops etwas probiert. Fand es das bessere CS, aber immer noch nicht so toll.
    Außerdem, die ganzen Assault-Level in Rekordzeit zu machen war viel interessanter. AS-Highspeed in unter 40 Sekunden ist Pflicht. ;-)

  6. SpielerZwei - 25.04.2014 15:16

    @HomiSite: Dann ist Titanfall vermutlich etwas für Dich. Wegen des Preises eventuell auf das nächste Angebot warten…? Und was Deine „Mouse Skills“ angeht: Titanfall kann man auch auf dem PC mit Gamepad spielen. Soll angeblich auch ganz gut funktionieren.

    @Gene: Mein Fehler! Ist korrigiert. Danke
    Die 15 Maps sind verglichen mit UT (45), UT2k3 (53) und UT2k4 (über 120, wobei einige aus UT2k3 übernommen wurden) aber immer noch super wenig. Und für das erste Titanfall-Map-Pack mit nur 3 neuen Karten wollen die weitere 10$ haben… m)

    @Missingno.: Erinnere mich nicht daran! Q3A vs UT. Das war damals ein richtiger Glaubenskrieg (siehe Amiga vs Atari ST). Ich war zu der Zeit zwar eher im UT-Lager, konnte als alter Quaker aber auch Q3A etwas abgewinnen. Hach, das waren noch Zeiten… :’D

    Zu den unkomprimierten Audiodateien hast Du ja das entscheidende schon gesagt: Wenn Du einen Rechner hast, auf dem Titanfall gescheit läuft, dann lacht die CPU quasi über den geringen Rechenaufwand, den das Abspielen von komprimierten Files erfordert…

  7. Le Don - 25.04.2014 18:30

    Ich bin mir nicht sicher, aber aus irgendeinen Grund habe ich Titanfall immer noch nicht gespielt. Obwohl ich beim Gamescom-Podcast noch darüber geschwärmt hatte. Vielleicht waren im März einfach zu viele Spiele draußen und ich hatte wahnsinnigerweise auch noch angefangen Starcraft 2 zu spielen oder der Hype um das Spiel hat es für mich einfach totgeritten.

    Mich schreckt zum einen aber auch die Preispolitik ab. Das Spiel kostet so schon der Höchstpreis und zahlpflichtiger DLC-Content wird auch noch dazu kommen, im Gegensatz zu Valve oder den Entwicklern von Payday 2, die ihren Content größtenteils kostenlos anbieten.

    Ansonsten weiß ich ganz genau, ich werde es früher oder später eh mit Team Fortress 2 (meinen absoluten Lieblings-MP-Shooter) vergleichen, merken, was mir dort viel besser gefällt und eh wieder TF2 zocken. Wie bei jeden anderen Team-Shooter.

  8. Mustermann - 27.04.2014 08:33

    Wie lange hat der Autor gespielt?

    Es stimmt einiges im Artikel aber ein paar Sachen sind einfach überzogen. Nutzt man das Movement aus, stirbt man nur wenn man zu gierig wird oder falsch spielt.

    Es kommen zwar keine Geschwindigkeiten wie in Q3 zustande, zu Call of Duty und Battlefield liegen aber Welten. Die geringe TTK wird ebenfalls durch das Movement ausgeglichen, sind beide Spiele in der Lage das Movement auszunutzen, entstehen spannende Duelle. Hingegen sind Spieler aus COD und BF gleichzusetzen mit den NPCs, was die Schwierigkeit angeht, sie zu töten.

    Titanfall ist ganz klar auf den Casual-Markt ausgelegt, dabei ist es aber einfach zu schwer für diese Spieler. Ich konnte schon einige beobachten, die einfach nicht klarkamen, auf die hohe Geschwindigkeit die bessere Spieler haben. Sachen wie Smart Pistol, Aim assist auf PC oder die Wall- und Maphack Fähigkeiten und Burn Cards haben aber meiner Meinung nach nichts im Spiel verloren.

    Mittlerweile ist der Durchschnittspreis von Titanfall stark nach unten gegangen und es gibt auch diverse legale Möglichkeiten es für unter 30€ zu bekommen, daher finde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen für die Entwicklung der letzten paar Jahre. Die Deluxe-Version bekommt man sogar schon für 35€ worin alle Map-Packs enthalten.

  9. SpielerZwei - 27.04.2014 11:33

    @Mustermann: Der Autor hat es ungefähr 15 Stunden mit Titanfall ausgehalten bevor er es wieder deinstallierte. ;-)

    Was Du „Duell“ nennst, endet aber im Zweifel doch immer mit nur einem guten Treffer. Das ist ein bisschen so, als würde man bei UT nur InstaGib spielen können, egal in welchem Modus. Das ist kein Vergleich mit einem längeren UT-Schlagabtausch, bei dem mehr Gesundheit, immer wieder erreichbare Medipacks und andere Items im Spiel sind. Und was ich bei Titanfall komplett vermisse, sind spezielle Profi-Techniken, die man einfach erstmal erlernen/können muss, wie z.B. Translocator-Kills in UT oder der perfekte Umgang mit dem Grappling Hook in Q2-Lithium.

    Da Du die Burn Cards ansprichst: Da hatte ich das Gefühl, dass eine eigentlich gute Idee im Spiel einfach verpufft. Prinzipiell ist die Idee, durch die Karten z.B. bei CTF die Bewegungsgeschwindigkeit kurzzeitig pushen zu können oder bei Pilot Hunter dauerhaft getarnt zu sein, wirklich cool. Aber irgendwie kamen sie für mich dann praktisch doch nur wie unnützer Firlefanz herüber.
    Und ja, Du hast Recht, wenn Du sagst, dass sich Titanfall nicht so recht zwischen Casual und Hardcore entscheiden kann. Vielleicht hat es mir auch deshalb nicht gefallen…

    Das mit den Sonderangeboten bzw. dem schnellen Preisverfall hast Du ja bei jedem (PC-)Spiel. Ändert aber nichts an dem Preis, den EA eigentlich haben möchte, und in der Gesamtrelation ist Titanfall einfach teurer als das durchschnittliche Spiel (bei sehr geringem Inhalt).

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  11. Haris - 06.05.2014 09:41

    Das Review liest sich ein bisschen wie, wenn jemand Burnout dafür kritisieren würde, dass es keine durchdachte Fahrphysik ala Forza und Gran Turismo hat. Das macht schon dein allererster Satz klar: „Titanfall ist old school.“ Das ist ein Satz, den ich so in keinem Titanfall-Review der größeren deutschen und englischsprachigen Videospielemedien gelesen habe. Das ist ein Satz, den ich aus keinem Entwicklermund vernommen habe. Das lässt mich vermuten, dass dieser Satz einfach nur die Erwartungen des Schreibers wiederspiegelt: du willst Q3A Redux oder Unreal Tournament 99-2 und Titanfall ist keines dieser Dinge. ABER: Titanfall will das ja auch überhaupt nicht sein und die Entwickler haben das auch an keinem Punkt versprochen. Vielleicht hast du dir durch Trailer das falsche Bild gemacht?
    Ich glaube ein bisschen Introspektive wäre hier doch angebrachter, ob du nicht einfach das vollkommen falsche erwartet hast, basierend worauf auch immer, aber wahrscheinlich nicht Entwicklerversprechen. Daher finde ich es durchaus vermessen, wenn gut 3/4 des Reviews damit beschäftigt sind, etwas zu kritisieren, was man am besten unter der Kategorie „Thema verfehlt“ einsortiert.

  12. Chris - 06.05.2014 13:08

    du willst Q3A Redux oder Unreal Tournament 99-2 und Titanfall ist keines dieser Dinge. ABER: Titanfall will das ja auch überhaupt nicht sein und die Entwickler haben das auch an keinem Punkt versprochen.


    Vorschau in der Edge
    , nur als Beispiel:

    Titanfall needs to break free of the Call Of Duty spawn-die-spawn-die loop.
    “It’s not boom-you’re-dead, boom-you’re-dead,” says McCoy.

    Titanfall doesn’t play like other modern shooters; when asked for influences McCoy mentions Quake, Tribes, Doom and Street Fighter. “Tribes for motion,” he says, “Doom and Street Fighter for Titan combat. I loved rocket-jumping, learning routes in Unreal Tournament team map.“

    Ist nicht schwer, mehr davon zu finden. Sie haben schon ziemlich genau das versprochen.

  13. SpielerZwei - 06.05.2014 13:30

    @Haris: Ich weiß, was Du meinst. Aber Du kannst mir ruhig glauben, dass ich mir das nicht selbst ausgedacht habe und Titanfall anhand einer allein bei mir enstandenen Erwartungshaltung kritisiere. Das wäre in der Tat unfair, um nicht sogar zu sagen bullshit. Diese Art von Kritik verurteile ich auch.
    Ich habe gerade im englischsprachigen Raum viele Previews und Reviews gelesen, die genau diese Erwartungshaltung („Titanfall ist old-school und in der Richtung UT“) gezielt erzeugen. Ich bin nur gerade zu faul, die entsprechenden Artikel herauszusuchen… ;-)
    Wenn Du mir aber trotzdem nicht glauben solltest, dann gib doch einfach mal „Titanfall“, „Review“ und „Unreal Tournament“ bei Google ein und Du bekommst ganz viel davon.

  14. icezolation - 07.05.2014 10:36

    Mein Mitgefühl hast du. Für mich ist auf dem FPS-Markt in Sachen Multiplayer schon länger die Luft raus. Zuletzt mitreißen lassen hab ich mich noch von CoD 4. Und danach ging’s ja schon los, dass sich bei der Spielerschaft mit Grütze bedankt wurde. Angefangen mit fehlenden dedizierten Servern, ersetzt durch Lobby-Sitins und vielen anderen Krankheiten. Unter der Haube durchgelutschtes Gameplay ohne Anspruch.

    Ich lasse auch nicht gelten wenn mir gesagt wird, dass es an meiner Nostalgie an die alten Shooter liegt (Q2, Q3A, UT – bin eher ins Q3A-Lager zu sortieren ;) ). Der springende Punkt ist doch, dass diese Shooter eben *gut* waren. Das man das vor Jahren realisiert bekommen hat. Und heute schaffen’s die Entwickler nicht. Planen zum Release bereits DLC in Form von zusätzlichen Waffen, Karten und Skins. Mit etwas Hirnmasse sollte man bereits daran doch erkennen, dass sich keine vernünftigen Gedanken über Gameplay und Balancing gemacht wird.

    Aber wozu auch? So, wie das nächste CoD kommt, ist das alte in den Köpfen der Fans, die sich als Vollblut-Gamer bezeichnen, auch schon in Vergessenheit geraten. Nur aktuell und vermeintlich neu ist gut. Genauso wird’s mit Titanfall laufen. Und deshalb bleiben mir die wenigen Shooter von damals im Kopf. Die waren und sind auch heute ungeschlagen gut.

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