Wie politisch sind Sie wirklich, Mr. Blazkowicz?

Wolfenstein 2: The New Colossus ist genau die Art Fortsetzung, die man sich wünscht, wenn man schon am Vorgänger eigentlich nichts auszusetzen hatte: „More of the same“ im besten Sinne. Abgesehen vom obligatorischen Grafik-Update und dezentem Feintuning, was die Spielmechanik und das Leveldesign angeht, ist man dem Erfolgsrezept von Wolfenstein: The New Order (2014) weitestgehend treu geblieben.

Neben cleveren Detailverbesserungen, wie z.B. dem quasi-automatischen Perk-System oder den optionalen Nebenmissionen, welche das Spiel trotz diesmal kürzerer Hauptstory (ca.12 Stunden) insgesamt wieder auf eine ordentliche Spielzeit bringen, finden sich die auffälligsten Unterschiede zu W:TNO eher in der Narration. Denn obwohl die Handlung von W2:TNC kurz nach den Ereignissen des Vorgängers einsetzt und das Storytelling immer noch eine wahnwitzige Mischung aus Pulp-Roman und Exploitation-Kino, irgendwo zwischen „Iron Sky“, „Fatherland“ und „Inglourious Basterds“, ist, präsentiert sich die Handlung von The New Colossus insgesamt düsterer, nachdenklicher und persönlicher als noch im Vorgänger. Ohne jetzt auf konkrete Details eingehen zu wollen, um euch die sehr unterhaltsame Story nicht zu spoilern, machen Machine Games mit TNC tatsächlich das, was ich seinerzeit in meinem Text zu TNO noch als Möglichkeit anschnitt: Sie geben den Figuren, allen voran natürlich FPS-Archetyp B. J. Blazkowicz, dieses Mal in deutlich konsequenterer Weise Charaktertiefe und Motivation. Waren es in TNO noch einzelne bewegende Szenen, die zwar absolut klasse waren, aber nicht ausreichten, um dem Spiel in seiner Summe wirklichen Tiefgang oder echte Ernsthaftigkeit bescheinigen zu können, findet man in TNC nun wesentlich konsistentere Charakterzeichnungen vor, die sowohl der Handlung, als auch den einzelnen Figuren sehr gut stehen. Aber keine Angst, trotzdem muss niemand auf die absurd-witzigen Momente, Over-The-Top-Splatter und Exploitation-Film-Anleihen des Vorgängers verzichten. Wer schon immer einmal sehen wollte, wie eine nackte, blutüberströmte, hochschwangere Frau mit zwei Sturmgewehren im Anschlag eine Horde Nazis niedermäht, ist hier immer noch genau richtig.

Obwohl sich Machine Games trotz der kleinen, aber feinen Veränderungen unterm Strich auch stilistisch treu geblieben sind, was ihre Pulp-Interpretation der Wolfenstein-Reihe angeht, wird man dieser Tage Zeuge eines interessanten Phänomens, das in dieser Form bei Veröffentlichung des Vorgängers nicht ansatzweise zu beobachten war: Viele Autoren fühlen sich dazu berufen, The New Colossus zu politisieren. Der Grund liegt zwar auf der Hand, denn 2014 gab es noch keinen Präsidenten Trump im Weißen Haus und die „Alt Right“ in den USA war, zumindest hierzulande, auch noch kein wirkliches Thema, ist dann aber doch etwas kurz gesprungen. Abgesehen davon, dass die Entwickler schon vor der Veröffentlichung selbst klargestellt haben, dass TNC kein Kommentar auf die aktuelle US-Politik sei, sollte jeder, der sich nur ein wenig mit Videospielen beschäftigt, eigentlich wissen, dass so ein AAA-Titel nicht innerhalb von ein paar Monaten entsteht. Die Handlung des Spiels stand schon fest, als noch niemand nur im Traum daran gedacht hätte, dass so jemand wie Donald Trump wirklich einmal Präsident der USA werden könnte. Zugegeben, die Marketing-Strategen bei Bethesda sind an diesem Umstand nicht ganz unschuldig, denn sie haben die aktuelle US-Politik zwischen den Zeilen geschickt in die Werbekampagne zum Spiel eingebunden. Und auch im Spiel finden sich ein paar Kleinigkeiten, die man durchaus in diese Richtung interpretieren kann. Allerdings handelt es sich hier ausschließlich um Zeitungsausschnitte und Tagebucheinträge, die man vermutlich noch kurzfristig und ohne großen Aufwand als „politische Easter Eggs“ eingebaut hat. Dass sich in den USA dann auch noch einige Fascho-Hohlköpfe öffentlich entblödet haben, indem sie kritisierten, dass TNC quasi „einseitige Antifa-Propaganda“ sei, tat sein Übriges. Die eigentliche Handlung von The New Colossus ist aber tatsächlich genauso politisch oder unpolitisch wie die des Vorgängers.

Einmal abgesehen von den komplett unterschiedlichen Reaktionen auf die beiden Spiele, die natürlich den oben genannten Gründen geschuldet sind, ist es trotzdem eine interessante Frage, die man ruhig einmal stellen kann: Wie politisch sind Machine Games’ Wolfenstein-Spiele wirklich?

Meiner Meinung nach verhält es sich hier ähnlich, wie mit Tarantinos Film Inglourious Basterds: Wenn eine aus Juden bestehende US-Spezialeinheit während des zweiten Weltkriegs durch Europa zieht, um Nazis zu killen, hat das per se immer auch eine politische Komponente, selbst wenn es sich dabei um eine fiktive Edel-Trash-Geschichte handelt. Allerdings bewegt man sich hier nur auf Gemeinplätzen: Nazis sind böse, Nazis killen ist gut. Punkt. Darüber hinaus fehlt mir hier aber jedwede ernsthafte politische Message für die Gegenwart. Daran ändert auch keine noch so eindringlich gespielte Szene mit Christoph Waltz etwas. Da hat Tarantinos Django Unchained mit seiner Sklaverei-Thematik in meinen Augen deutlich mehr zu bieten. Trotzdem sind beide Filme am Ende doch nur Pulp. Die Problemlösung besteht am Ende immer daraus, die Bösen brutal abzuschlachten. Weil sie es selbstverständlich verdient haben. Diese Message ist für mich weniger politisch, als schlicht reaktionär. Und so ist es auch bei den Wolfenstein-Spielen aus Uppsala: Klar sind sie aufgrund ihres Settings und ihrer Handlung irgendwie politisch. Aber nicht in irgendeiner Form, aus der ich wirklich etwas für mich und meine Gegenwart ziehen könnte. Am Ende ist es doch nur extrem unterhaltsamer Edel-Trash, der mir nicht wirklich eine Message mitzugeben hat. Außer natürlich, dass nur tote Nazis gute Nazis sind. Aber das wussten wir alle auch vorher schon, nech?

Aber mal abgesehen von meiner persönlichen Meinung, finde ich es grundsätzlich nicht schlimm, dass Kritiker-Kollegen das Spiel zum Anlass nehmen, Parallelen zur aktuellen US-Administration und der „Alt Right“ zu ziehen, auch wenn man dazu schon etwas weiter ausholen muss, als es die Handlung des Spiels es eigentlich hergibt (Im Spiel sind die Nazis in den USA ja nicht durch Wahlen oder einen Putsch an die Macht gekommen, sondern haben in dieser alternativen Zeitlinie das Land durch die Atombombe auf Manhattan 1948 zur Kapitulation gezwungen…). Ich will das nicht anprangern, sondern nur klarstellen, dass ich das etwas anders sehe.

Komplett abgehängt hat mich in diesem Kontext allerdings der Artikel vom ansonsten sehr geschätzten Kollegen Christian Schiffer: Er vermischt hier die obige Interpretation, W2:TNC sei ein konkret „antifaschistisches Spiel“, noch zusätzlich mit der (Selbst-)Zensur-Problematik der deutschen Fassung des Spiels und bastelt daraus den Skandal, dass dieser Antifaschismus ausgerechnet im Heimatland der Dichter, Denker und Nazis durch die bekannten Änderungen (keine Hakenkreuze, Heiler statt Hitler, Kanzler statt Führer, Verräter statt Juden, usw.) nicht mehr funktioniere. Er geht dann noch einen Schritt weiter und unterstellt der deutschen Fassung gar, Geschichtsrevisionismus zu betreiben. — Ich teile selbstverständlich seine Ansicht, dass es ein Unding ist, dass Videospiele in dieser Hinsicht immer noch anders behandelt werden als Spielfilme. Und ja, es wird wirklich Zeit, dass sich mal ein Publisher traut, dies auch vor Gericht auszufechten. Schade, dass Bethesda nicht dieser Publisher ist. Aber ansonsten kann ich seinen Ausführungen leider überhaupt nicht folgen, denn wie ich schon in meinem Text zu W:TNO ausführte, bin ich fest davon überzeugt, dass trotz der Änderungen jeder halbwegs intelligente Spieler zu jederzeit ganz klar weiß, von was bzw. wem die Rede ist, wenn vom „Regime“ und dem „Kanzler“ gesprochen wird; auch ganz ohne Hakenkreuze und Oberlippenbärtchen. Christian Schiffer unterstellt in seinem Text aber indirekt, dass der durchschnittliche Videospieler zu blöd sei, das Spiel richtig zu verstehen, wenn Hitler das Bärtchen fehlt und Konzentrationslager nicht Konzentrationslager heißen. Was würde wohl Art Spiegelman, der Autor des bekannten Comics Maus, in dem Juden Mäuse und Nazis Katzen sind, dazu sagen?

Anyways, letztendlich ist es für The New Colossus als Unterhaltungsprodukt (und das ist es ja in erster Linie) auch gar nicht so entscheidend, für wie politisch man es persönlich hält, denn in dieser Eigenschaft ist es so oder so einfach großartig. Für mich würde es als Spiel ebenso gut funktionieren, wenn es auf dem fiktiven Planeten „Tysk“ spielen würde und man gegen die „Izan-Diktatur“ kämpfen müsste. Na gut, die ganzen Popkultur-Referenzen würden vermutlich nicht mehr funktionieren, aber man versteht meinen Punkt, denke ich. Will sagen: Ich sympathisiere in erster Linie nicht deshalb mit Blazkowicz, weil seine Mutter jüdische Polin war, sondern weil er aus den richtigen Gründen für eine gute Sache kämpft. Das Spiel lebt nicht allein vom Szenario. Wenn man auch noch zusätzlich eine antifaschistische Gravitas, quasi als Kirsche oben drauf, daraus ziehen kann, dann um so besser. Nur sollte man dabei vielleicht trotzdem die Kirche im Dorf lassen…

Wolfenstein 2: The New Colossus hat mir mindestens ebenso gut gefallen, wie schon sein Vorgänger. Wer einen richtig guten Singleplayer-Shooter mit toller Narration und erstklassiger Präsentation zu schätzen weiß, ist hier definitiv bestens aufgehoben. Den in diesem Zusammenhang oft zu lesenden Satz „Bester Ego-Shooter seit Jahren!“ spare ich mir an dieser Stelle einmal, denn da war ja noch was … genau: Wolfenstein: The New Order (2014), Wolfenstein: The Old Blood (2015), DOOM (2016) und Prey (2017) machen diesen Satz nämlich inzwischen zu einer Blödmann-Floskel. Vielmehr wäre es mal an der Zeit für ein klares Fan-Bekenntnis: Bethesda bringt schon seit Jahren die mit Abstand besten FPS-Spiele heraus. Danke dafür!


Tags: , , , , , , ,  

4 Kommentare

  1. Greulich Mannsmann - 12.11.2017 00:56

    Moment!
    Wenn man einer zentralen Spielfigur seiner jüdischen Identität komplett beraubt und sogar die im Spiel zur Sprache gebrachte jüdische Abstammung seines Protagonisten (und dabei von „Gefangenlagern“ statt KZ spricht!) unterschlägt beraubt man nicht nur dem Spiel eines seiner zentralen Handlungsfäden, das wäre verschmerzbar, ist ja „NUR“ ein Spiel.

    Nein, es ist viel schlimmer, man bagatellisiert auch die Verbrechen des Nationalsozialismus, indem man die OPFER geschichtsrevisoniert in vorauseilem Gehorsam wegretouchiert
    Das ist moralisch überaus verwerflich und pervertiert den eigentlich gut gemeinten § 86a ins Gegenteil.

    Ich kann in diesem Zusammenhang auf die wirklich hervorragende Folge des Auf ein Bier Podcast verweisen, der auf diese Problematik ausgesprochen differenziert und ausführlich eingeht.

    https://soundcloud.com/andre-peschke/runde-135-wolfenstein-the-new-colossus

    Unbedingt hörenswert!

  2. Poly - 12.11.2017 12:18

    Schöner Text und schön, dass du da mal ein kleines Gegengewicht zum aktuellen Trend bringst. Ich finde es zwar gut, dass jetzt mal endlich in größerem Rahmen über das Thema der „Nazi-Zensur“ in Games gesprochen wird, aber dem Spiel werden dabei politische Qualitäten angedichtet, die offenbar nicht da sind, auch wenn es sonst natürlich ein Top-Spiel ist. Projekte wie Through Darkest Times oder Attentat 1942 beschäftigen sich da deutlich tiefgreifender mit dem Thema.

  3. Pascal - 12.11.2017 15:49

    Um die §86a-Debatte gleich mal im Keim zu ersticken, werfe ich hier einmal den Link zu diesem gerade erst erschienenen hervorragenden Text zur Rechtslage rein:
    https://vdvc.de/blog/2017/11/12/das-kreuz-mit-dem-kreuz/

    Der sehr gut wiedergibt, warum es hier nicht um eine Auslegungssache geht, sondern um einen Straftatbestand, der wohl in der Zukunft ohne konkretes Gerichtsurteil auch nicht angegangen werden kann. Es scheint, da sind Publishern deutlich mehr die Hände gebunden, als viele (auch ich bis vor kurzem) noch dachten. Der oft geforderte „Präzedenzfall“ muss eben nicht vor der Prüfstelle, sondern vor der Justiz erfolgen, und das ist ein absolut anderes Kaliber.

    Auf welche Seite der Debatte ich mich in Hinsicht auf Wolfensteins Politik stelle, weiß ich nicht, bis ich es nicht selbst gespielt habe. Ich tendiere aber bei den definitiv nicht straffälligen Änderungen (hauptsächlich die Löschung von Juden und yiddischer Sprache/Kultur) in der deutschen Version zu Schiffers Standpunkt. Das sowohl aus jugendschützender als auch aus strafrechtlicher Perspektive ungefragt und lässt sich im wohlwollendsten Fall meiner Meinung nach nur mit Angst vor dem PR-Backlash von „Israelkritikern“, wie man Judenhasser heute so schön nennt, im schlimmsten Fall mit direkt antisemitischen Hintergründen erklären. Und dabei ist es egal, für wie politisch man Wolfenstein hält, finde ich. Die gleiche Kritik wäre angebracht, wenn ein jüdischer Charakter aus einem bunt-fröhlichen Point & Click-Adventure mit Karnevalssetting heraus lokalisiert würde.

  4. Le Don - 12.11.2017 17:40

    Ich würde mir öfter wünschen, dass, wenn man ein Link oder ein YT-Video oder einen Podcast postet, den man unbedingt mal anschauen sollte, man auch gleich eine Zusammenfassung und eine eigene Note mitgibt, wie es gerade Pascal hier macht. Nichts gegen Greulich, aber ich höre mir nicht 2 Stunden Podcast an, weil der unbedingt hörenswert sei ;).

    Aber ansonsten zunächst zum Spiel an sich: Mir hatte Wolfenstein 2 sehr viel besser gefallen als der Vorgänger – als Shooter. Als Schleicher habe ich es bis zur zweiten Hälfte (oder letzten drittel?) gehasst und ich bin mir nicht sicher, ob es in der Form so gewollt ist oder ob die es nicht besser können. Ich erwarte kein umfassendes Stealth-System, aber Wachen, die alle sofort alarmiert sind, wenn mich einer von den Jungs entdeckt, keine Möglichkeiten um Ecken spähen zu können – ich hasse es.

    Aber als Shooter ist es großartig. Ich bin mir nicht sicher, was genau Machine Games geändert haben mögen, aber bei New Order erinnere ich mich an diverse Levels, die mich sehr genervt haben, wie die zerstörte Brücke oder das Da’at Yichud-Versteck. New Colossus hatte für mich keine Längen, obwohl ich es laut Steam 4 Stunden mehr als den Vorgänger gespielt habe, was wohl auch an den optionalen Missionen lag.

    Vielleicht hat mir The New Colossus aber auch besser wegen den Erwartungen gefallen, denn aufgrund der „interessanten“ politischen Weltlage, in der wir uns befinden, wollte ich es mögen und dumme Nazis über den Haufen ballern – make the world Nazi free again. Aber bezüglich dem politischen Gehalt sehe ich es ähnlich wie SpielerZwei und bin auch etwas enttäuscht, obwohl man dem Entwickler-Team kaum einen Vorwurf machen kann, denn man kann nicht einfach spontan große Stücke des Spiels umschreiben, um auf die aktuelle Lage einzugehen. New Colossus hat jedenfalls eigentlich keine politische Message, bis auf „die Nazis sind blöd“ und ich würde sogar soweit gehen und es (insbesondere nach dem zweiten Drittel) eher auf eine Stufe mit Iron Sky stellen. Besonders ärgerlich finde ich dabei den Schluss und den abschließenden Monolog. Spoiler dazu im nächsten Absatz.

    Aber was für ein halbgarer Mist war denn das? Während dem Spielen war ich auf „den Moment“ gespannt und wie Machine Games den Spieler entlassen möchten, aber bis auf eine nackte Schwangere im Blutrausch war da ja nichts weiter – nicht mal rein spielerisch, also kein toller Bosskampf oder ähnliches, sondern zwei dickere Varianten von den Dudes, die wir eh die ganze Zeit beballert haben. Und vor allem macht es mich nachdenklich, weil die Hauptaussage, die sich ja durch das ganze Spiel zieht, „Wir holen uns unser Land zurück“ – dieses „Make America Nazi free again.“ Aber das ist eigentlich genau der Gedanke, aus dem sich die Alt Right-Bewegung füttert. Hilfe, Political Correctness, Frauenquote und Ausländer nehmen uns alles weg, nichts darf man noch machen. Ich hätte mir wirklich eine wesentlich deutlichere Aussage gewünscht. Hoffentlich beim nächsten Mal. Denn ja, bei dem Thema kann es gerne unmissverständlich und hammerdeutlich sein.

    Jedenfalls mag es daran liegen, dass ich mich bei der aktuellen Cut-Diskussion nicht festlegen kann. Denn ich muss ganz offen zugeben, dass ich beim Spielen nicht verstanden habe, dass die Mutter eine Jüdin ist – mir kam der Gedanke einfach nicht, ich habe nicht darüber nachgedacht. Und das finde ich auf der einen Seite ziemlich krass. Aber auf der anderen Seite gibt es eigentlich auch nicht viel, was dies eigentlich ändert, denn wie gesagt, The New Colossus ist halt nicht so politisch, wie man es gerne hätte. Auf Twitter hatte ich neulich gelesen „Das entstellt ein Stück weit das Spiel und seine Aussagen und Werte.“ – ja, nee, New Colossus hat eigentlich keine wirkliche Aussage und keine Werte, bis auf’s Nazi-Töten. Es zieht kein Fazit, die jüdische Mutter kommt noch in einer Traum-Sequenz vor, aber danach wird das Thema „Jude“ auch nicht weiter thematisiert, im Gegensatz zu The New Order mit dem KZ-Level. Der einzige andere jüdische Charakter ist eigentlich auch nur noch zur „Crazy Scientist“-Figur verkommen. Es ist ein krasser Einschnitt, der sehr wahrscheinlich nicht hätte sein müssen, aber ändern tut er eigentlich wenig am Spiel.

    Vielleicht ist es für mich auch nur eine Frage der Argumentation. Die Kürzungen sind mies, weil sie das Gesamtwerk um seine Message entstellen – nö. Pascals Argumentation finde ich wiederum ansprechender. Man sollte zum Beispiel auch eine schwarze Figur nicht weiß einfärben, damit das mit der Lokalisierung passt.

Hinterlasse einen Kommentar