Deine Mudda!!!

Simulatoren? Simulatoren… Simulatoren! Was wurde in den letzten Jahren nicht alles simuliert. Über den unbotmäßigen Erfolg des Landwirtschaftssimulators weißt du wahrscheinlich selbst bescheid. Inzwischen haben die einen regelmäßigen Stand auf der Gamescom, und ich habe schon so manchen gestandenen dreißigjährigen Coregamer erlebt der sich das Teil begeistert vorbestellt hat.

Irgendwann kamen dann die lustigen Simulatoren. Ziegen, Toastbrot und was nicht alles. Diese Evolution hat nun ihren hoffentlich vorläufigen Höhepunkt erreicht – der Beleidigungssimulator ist da! Wer da jetzt an das Beledigungsfechten aus Monkey Island denkt liegt garnicht mal so falsch.

Über das Scharmutzieren vermittels geschliffener Worte

Der Beleidigungskampf läuft dabei ähnlich wie ein Pokemon-Duell. Zwei urenglische Gentlemen (auch eine Dame ist dabei sowie H. P. Lovecraft als Gastcharakter) fechten mit fiesen Worten um ihre Ehre. Diese Ehre verträgt 100 Trefferpunkte und wird als Street Fighter-artige Energieleiste über ihren Köpfen dargestellt.

Zum Angriff dient dir ein einfacher, aber erstaunlich leistungsfähiger Parser. Abwechselnd mit deinem Gegner reihst du Satzbausteine aneinander um eine möglichst hochwertige Verbalinjurie zu bauen. Drück zum Schluss auf das Ausrufezeichen um dein orales Geschütz abzufeuern. Und denk dran: Subjekt, Prädikat, Objekt! Ein fehlerhaft konstruierter Satz bringt nämlich keine Schadenspunkte.

Je länger und ausgefeilter deine Beleidigung, desto mehr Schaden macht sie.(„Schaden machen“ ist eine dieser Ausdrücke in Gamersprech, über die ich manchmal im stillen Kämmerlein meditiere.) Aber Vorsicht! Du und dein Gegner zieht eure Satzbausteine abwechselnd aus einem gemeinsamen Pool in der Mitte. Einmal nicht aufgepasst und schon ist das hilfreiche „and“ oder das unverzichtbare „your mother“ beim Gegner gelandet.

Feinheiten… beim Beleidigen?

Aber natürlich! Zunächst einmal hast du für jeden Schachzug nur 15 Sekunden Zeit. Schnell lesen, schnell verstehen, schnell beleidigen! Dann hat jeder Charakter seine individuelle Schwachstelle, die bei Ausnutzung besonders schweren seelischen Schaden verursacht. Das können Heimatland, Familie oder ein lustiger Akzent sein. Sir Knight hat’s nicht so mit der modernen Welt und Herr Lovecraft wird ungern auf die Realität angesprochen.

Jeder Kombattant hat zudem einen Vorrat an nur für ihn zugänglichen Spezialbeleidigungen. Bis zu zwei nimmt er gleichzeitig mit in die Schlacht. Ihr großer Vorteil ist dass sie für den Gegner nicht zugänglich sind. Leider lassen sie sich nicht konfigurieren. Was du bekommst ist rein vom Zufall abhängig.

Einmal pro Runde kannst du dir einen Schluck Tee genehmigen. Das stellt zwei Satzbausteine wieder her und verschafft dir eine kleine Atempause – als very british Smartbomb sozusagen.

In inglisch plihs!

Very british ist nicht nur der Humor des Spiels, Du wirst es schon gemerkt haben, der Insult Simulator ist bis jetzt nur in englischer Sprache verfügbar. Deutschtümler enttäuscht das sicherlich. Diese seltsamen Hipster die Filme nur mit englischer Tonspur schauen „weil’s ja authentischer ist“ werden hingegen jubilieren. Aber keine Angst, sonderlich hoch ist die Sprachhürde nicht – und wenn doch ist sie ein gutes Sprachentraining.

Der Insult Simulator funktioniert als Gag, er funktioniert als Training für die nächste Partie Call of Duty, und er funktioniert tatsächlich auch als richtiges Spiel. Er kostet nicht viel und ist immer mal für eine Runde zwischendurch gut. Neben einer kurzen „Kampagne“ über fünf Runden kannst du selbstverständlich auch im Zweispielermodus gegen Freunde antreten – der perfekte Partyspaß!


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