Polyneux spricht, Vol. 12 (Indizierte Edition)

Hallo, liebe Freunde der gepflegten Langeweile! In der 12. Ausgabe des Polyneux-Podcasts unterhalten sich Manu und SpielerZwei mit ihrem Gast Frank über Gewaltdarstellungen in Computer- und Videospielen. Der Frank hat natürlich auch einen Nachnamen und einen Beruf. Allerdings müssen wir Euch beides vorenthalten, da er beruflich mit, ähm, nennen wir es einmal „sensiblen Fällen“ zu tun hat und wir bei Nennung von mehr Details eine Interview-Genehmigung seines Arbeitgebers, inklusive entsprechender Vorgaben und Einschränkungen seitens der zuständigen Pressestelle, hätten einholen müssen. Von daher müsst Ihr uns jetzt einfach mal glauben, dass Frank, auch über seine Diplomarbeit hinaus, wirklich ein Experte bezüglich dieser Thematik ist.

Es geht in dem gut einstündigen Gespräch u.a. um die kürzlich erfolgte Listenstreichung von Doom und die Frage, warum z.B. Dead Space und Gears Of War 3 ungeschnitten in Deutschland erscheinen durften. Handelt es sich hier lediglich um Einzelfälle oder werden USK und BPjM tatsächlich immer liberaler? Darüber hinaus könnt Ihr einiges über die Arbeit dieser beiden Organisationen und den aktuellen Stand der Wirkungsforschung bezüglich der Gewaltdarstellung in Medien erfahren. Viel Spaß dabei!


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26 Kommentare

  1. Thomago - 21.10.2011 20:01

    Hui, danke Frank für die Indizierung von UT99 – die deutsche Verkaufsversion (übrigens erworben, bevor ich 18 war) gehört heute zu einem der liebsten Stücke in meiner PC-Spielesammlung ;)

  2. Chris - 21.10.2011 20:18

    Stutze gerade, so um Minute 20: Indizierte Medien fliegen nach 25 Jahren automatisch von der Liste, nicht nach 15. Deshalb bei Doom die Streichung auf Antrag, obwohl es länger als 15 Jahre auf der Liste stand.

  3. jello - 22.10.2011 01:53

    Inhaltlich top [wenn auch nicht immer 100% treffend, siehe Chris‘ Anmerkung]. Schade um die schwankende Tonqualität ab der Mitte – weniger pr0n laden beim Skypen. xD

  4. epospecht - 22.10.2011 02:59

    Viel Lärm um nichts…

    Ein für mich ziemlich schwacher, weil vor allem konzeptionsloser und ungegliederter Podcast mit einem Thema das nun wirklich schon totgequatscht wurde.

    Nach der Rundumschelte konstruktiv ein paar Punkte die mir gefehlt haben:

    – Definition von Gewalt
    – Bemessung des Gewaltgrades am Zerstörungs/Zerstümmelungspotenzial des Subjektes oder an dessen narrativ bedingter, psychologischer Wirkung
    – Benennung und Bewertung der Karikatur als gewaltminderndes Stilmittel
    – Einordnung des Computerspieles an welche Stelle des medialen Unterhaltungsangebotes (mechanisch und damit zweckgebunden im Bereich der Brettspiele oder eher schockierend und immersiv wie ein Film?)
    – Bezug der Spielerperspektive in Bezug auf die Gewaltbewertung
    – Inwiefern wirkt sich der Interaktionsgrad auf Gewaltwirkung aus?
    – Inwiefern ist der alleinige „Verstümmelungsschutz“ des Menschen nicht aber der menschenähnlicher Wesen moralisch vertretbar.
    – In der Wirkung: Unterscheidet unser Gehirn in seiner Wahrnehmung zwischen dem (noch immer) abstrakten Ergebnis figürlicher Zeichnung eines menschenimitierenden Charakters und eines solchen das als Monster oder Alien durchgeht?
    – Auf welche Studien und Erkenntnisse stützt sich die BPJM? Und wer erarbeitet und betreut den Kriterienkatalog bezüglich der Einordnung eines Spieles?

    Manche Punkte wurden teilweise angeschnitten. Aber immer sehr oberflächlich, nebensächlich oder zu kurz.

  5. Micha - 24.10.2011 04:09

    Ich muss egospecht leider recht geben. Die Oberflächlichkeit ist äußerst bedauernstwert, da man sowohl von Spielern fortgeschrittenen Alters, also auch einem Autor einer Doktorarbeit wesentlich differenziertere Aussagen erwartet. Von Frank heisst es zumeist nur: „Es ist kompliziert, es ist kompliziert!“ Das wissen wir. Wir würden nur gerne wissen WIE kompliziert es ist. Und was man tut, um dieser Komplexität Herr zu werden. Wie Frank den Fragen ausweicht ist auf traurige Weise bemerkenswert.

    Und mal im ernst: Dieser ständige Disput über Dead Space 2 ist zwischenzeitlich völlig überflüssig geworden. Selbstverständlich kann man über die Werbekampagne geteilter Meinung sein, und ja, Dead Space ist ein Spiel, das von Kindern nicht gespielt werden sollte. Aber wir reden hier über ein Horrorspiel über einen Typen im Raumanzug, der Tentakelmonster bekämpft, die von den Decken fallen. Das kann gruselig sein, Angst einflößen und den Adrenalinpegel nach oben treiben – aber es ist auch völliger Quatsch. Der Blutgehalt spielt bei der USK-Freigabe eine zweitrangige Rolle. Viel wichtiger ist der Kontext, in dem Gewalttaten ausgeübt werden. Serious Sam hat man damals trotz ausgiebiger Blutfontänen ab 16 freigegeben, weil man davon ausgehen konnte, dass jeder Idiot versteht, welchen Trash er da gerade vor Augen hat. Das sieht bei taktischen Shootern gegen Menschen, Kriegsspielen und ähnlichem ganz anders aus: Welche Konsequenzen hat meine Gewaltausübung? Wer oder was befugt mich zu solchen Taten?
    Warum wurden im Podcast nicht solche Fragen diskutiert? Warum nicht mal über Call of Duty und Battlefield diskutieren? Ob es okay ist, wenn Jugendliche sich in USK 16-Spielen durch den nahen Osten ballern können (z.B. Shadow Ops: Red Mercury) und dabei ganz nebenher noch politische Botschaften vermittelt werden. Stattdessen wird ein totes Pferd wie Dead Space weiter getreten. Von erwachsenen Spielern mit so viel Gaming-Erfahrung erwarte ich mehr.

    Und auch diese Diskussion über Indizierung ist Tinnef. Worüber beschweren wir uns eigentlich? Kaufen können wir die Spiele doch. Wo ist das Problem? Ich bin jedenfalls froh, dass ich Titel wie Dead Rising kaufen darf, die aber nicht weiter beworben werden. So kriegt nur ein kleiner Teil von Kids mit, dass es dieses Spiel gibt. Das macht dann auf dem Schulhof in kleinen Kreisen die Runde, mehr nicht. Aber Frank West und Co mit blutigen Fäusten und Leichen als Anzeige in Artikeln? Oder woanders auf Bannern? Sorry, das fänd ich – salopp gesagt – ziemlich uncool, wenn meine Kinder das sehen und dann spielen wollen würden. Eine Indizierung bewirkt, dass nur die Leute, die sich WIRKLICH dafür interessieren, davon auch Wind bekommen. Da da auch Leute dabei sind, die sich alles von Liste A und B vorbehaltlos zulegen, kann man nicht verhindern.

    Und ja: Zensur in Spielen, wie Roboter in Half-Life, sind aus künstlerischer Sicht ärgerlich. Aber WTF? Auch hier: Wir können das kaufen. Ja, wir. Die sich darüber informieren können, die erwachsen sind und eine Kreditkarte besitzen. Über solche Publisher-Scherze wie Bulletstorm lache ich einmal, und dann ist gut, denn: In dem Rest der Welt gibt es die Urfassung zu kaufen.

    Ich sehe da also kein Problem. Es mag sein, dass unser Jugenschutz eine Spur zu hart ist und Macken hat, aber ich bin froh, dass wir einen haben. Wenn ich die Spiele nicht importieren könnte, dann wäre das ein völlig anderes Thema. Aber so verstehe ich das ganze Mimimimimimi drumrum nicht.

  6. SpielerZwei - 24.10.2011 12:18

    Einerseits kann ich die Kritik bezüglich der thematischen Tiefe durchaus nachvollziehen, andererseits bin ich etwas erstaunt, dass Euch (Micha und Epospecht) nicht gleichzeitig auch klar ist, warum wir darauf verzichtet haben, einzelne Aspekte völlig zu zerreden: Der Podcast soll trotz des ernsten Themas hörbar bleiben und nicht 90% der Hörer sofort zum Abschalten oder Einschlafen animieren. Eine Doktorarbeit im Audioformat war gar nicht unsere Intention…
    Außerdem stimmen Teile der Kritik schlicht weg nicht. Wenn Frank sagt, dass es „kompliziert“ ist, dann tut er dies nicht, um unseren Fragen auszuweichen, sondern weil es schlicht so ist und im Rahmen dieses Formates nicht haarklein und erschöpfend besprochen werden kann. Zudem erklärt er ja auch, warum es „kompliziert“ ist: Der Kontext der Gewaltdarstellung und die aktuell vorherrschenden Moralvorstellungen, wenn man so will, der Zeitgeist, spielen eine große Rolle bei der Beurteilung. Außerdem wirken Gewaltdarstellungen, wie auch von Frank erklärt, sehr individuell auf den jeweiligen Rezipienten. Warum Micha dies noch einmal explizit erwähnt und zum Kritikpunkt am Podcast erklärt, obwohl es im Podcast sehr wohl angesprochen wurde, weiß ich beim besten Willen nicht (einfach wild vorgespult?).
    Völlig unverständlich ist mir außerdem Michas Argument, dass ihn die ganze (Selbst-)Zensur-Debatte ohnehin nicht interessiere, weil er die fraglichen Spiele ja importieren könne. Aha. Dann brauchen wir ja auch nicht über die Drogenpolitik in Deutschland reden, weil man das Zeug ja eh an jedem Hauptbahnhof kaufen kann, wenn man will. Und Ausländer, die sich in Deutschland schlecht behandelt fühlen, können ja einfach wieder in ihr Heimatland gehen, ne?! Entschuldigt die Polemik, aber es geht dabei doch um Grundsatzfragen deutscher Gesetzgebung. Die tut man doch nicht ab, nur weil man auch auswandern kann, wenn es einem nicht passt… ;)
    Wie gesagt, ich kann durchaus verstehen, dass sich der eine oder andere mehr Tiefe gewünscht hätte, aber wir sind hier nicht das mitternächtliche Kulturprogramm auf ARTE. Von daher war es uns auch wichtig, das Thema nicht als Schlafmittel darzureichen.

  7. Uschbis - 24.10.2011 13:04

    aber wir sind hier nicht das mitternächtliche Kulturprogramm auf ARTE. Von daher war es uns auch wichtig, das Thema nicht als Schlafmittel darzureichen.

    Wobei ich mir ein Äquivalent zum philosophischen Quartett mit der Fokussierung auf spielbezogene Themen durchaus vorstellen könnte.
    Vermutlich würde SpielerZwei einen guten Peter Sloterdijk abgeben und Manu als Rüdiger Safranski würde auch irgendwie passen :D

  8. epospecht - 24.10.2011 16:44

    Ist es nicht die fehlende Zielgruppenfokusierung die Blogs so erfrischend anders (namentlich: experimentell, kindlich, persönlich, Rezipientengefärbt) macht?

    Gilt da das Argument: Wir wollen die Mehrheit nicht langweilen?

    Es ist natürlich erst einmal zu begrüßen dass ihr euch die Arbeit macht, Freizeit opfert, einen Gast sucht und das ganze dann veröffentlicht.

    Aber: Wenn man sich die Zeit schon nimmt, dann verstehe ich nicht warum man nicht eine grobe Gliederung entwirft und eine Auswahl von Thesen und Argumenten vorbereitet um den Hörer an die Hand zu nehmen und chronologisch und geordnet ins Thema einführt.

    Das fängst schon beim Thema an: Ihr versprecht eine Analyse der Gewaltdarstellung und stürzt euch dann in die Indizierungsproblematik. Das sind doch zwei total unterschiedliche Paar Schuhe. Klar kann man beides besprechen, aber doch bitte getrennt voneinander.

    So spinnt ihr unumwunden einen undurchdringlichen Wollknäuel mit immer neue Schlaufen und Haken statt ihn nach und nach aufzudröseln und zu wirklichen Erkenntnissen zu gelangen.

    Das ist es nämlich was komplett fehlt und den Hörer (der allein in Erwartung für ihn unbekannter Einsichten nicht abschaltete) am Ende sehr enttäuscht zurücklässt.

    Zerreden ist übrigens die Folge einer Diskussion über ein Thema dessen Essenz man nicht fassen kann. Und nicht die teifgehende Analyse eines Sachverhaltes.

    Wenn man also nicht das Selbstbewusstsein hat sich das Vermögen zuzugestehen einen Sachverhalt logisch und objektiv aufzuschlüsseln dann sollte man vom Thema eher Abstand nehmen ;-)

    So das waren wieder viele böse Worte die nur in bester Absicht diesen Eintrag verpesten. Ich hoffe ihr tragt es mir nicht nach.

  9. Micha - 24.10.2011 19:57

    Zunächst: Ich habe Polyneux nie als Mainstream-Blog empfunden, verstehe also nicht, weshalb sich ein monothematischer Podcast nicht auch intensiv mit einem Thema befassen kann. Anders formuliert: Ihr stellt Frank Fragen, die sich auf den Niveau von Jugendlichen befinden, die sich wundern warum Bulletstorm „so komisch aussieht“, statt welche aus der Sicht von Familienvätern. Und das erstaunt mich, gerade weil ich Eure Beiträge aus der Vergangenheit – ob in Audio- oder Schriftform – zu schätzen gelernt habe. Die Amiga-Ausgabe ist beispielsweise ein Kontrast dazu: Man hat dort das Gefühl das ihr schon lange im Gaming-Bereich unterwegs seid. Bei Ausgabe 12 kommt mir aber der Eindruck, ihr hättet erst seit ein paar Monaten von dem komischen Jugendschutz-Ding gehört, und seit einfach mal dagegen. Das das nicht stimmt, das weiß ich. Ob andere das wissen: Zweifelhaft.

    Und bei aller Liebe: Videospiele mit Drogen oder der Ausländerproblematik zu vergleichen ist hanebüchen und unverschämt. Darauf muss ich aus offensichtlichen Gründen wohl nicht weiter eingehen, oder?

    Eine Indizierung ist kein Verbot, sondern nur eine weitere Hürde beim Verkauf an Erwachsene. Ich sehe das als ähnliche Maßnahme wie die Notwendigkeit der Chip-Karte beim Zigarettenautomaten oder die Alterskontrolle beim Alkoholkauf an der Kasse. Mir will nicht in den Kopf, wie man NICHT froh darüber sein kann, dass Kinder nicht so einfach in den Genuss zweifelhaften Humors bzw. der Gewaltdarstellung eines Bulletstorm gelangen können.
    Grundsatzfragen deutscher Gesetzgebung? Ich wäre gespannt was ihr sagen würdet, wenn es in Deutschland einen größeren Markt für Vergewaltigungspiele geben würde, wie es in Japan der Fall ist, wo kleine Mädchen in ihren eigenem Kinderzimmer gewaltsam defloriert werden. Oder wenn Nazis mit eigenen Spielen auf Wählerfang gehen, wo mit blanken Fäusten auf Juden eingeschlagen wird. Künstlerlische Freiheit bei Games hin oder her: Dass man versucht derartige Machwerke hierzulande zu unterbinden, kann keine schlechte Sache sein, und ein paar Opfer, wie ein stark geschnittenes Bulletstorm, gehören nunmal dazu, wenn es den Grenzbereich zum Worst Case streift.

  10. Chris - 24.10.2011 20:36

    Und bei aller Liebe: Videospiele mit Drogen oder der Ausländerproblematik zu vergleichen ist hanebüchen und unverschämt. Darauf muss ich aus offensichtlichen Gründen wohl nicht weiter eingehen, oder?

    So fragwürdig die Vergleiche sind, S2 wollte hier auf einen Punkt in deiner Argumentation hinaus, den ich auch kritisch sehe:

    Dass man die entsprechenden Spiele aus dem Ausland importieren kann, kann kein Argument pro Indizierung sein. Die Auswirkungen auf Erwachsene bewegen sich nur deshalb innerhalb eines halbwegs vernünftigen Rahmens, weil das europäische Umland diesen strengen Jugendschutz eben nicht hat! Davon profitieren wir.

    Das ist nicht nur ziemlich billig, sondern es zeigt, dass bei unseren Regeln ein Problem besteht. Sie funktionieren nur, solange wir die strengen Richtlinien, die wir bei uns zu Hause umgesetzt sehen wollen, anderen nicht zugestehen.

  11. Micha - 24.10.2011 20:56

    Augenblick, das ist so nicht ganz richtig, denn: Indizierte Medien dürfen in Deutschland trotzdem verkauft werden. Nur Werbung und die öffentliche Zugänglichkeit für Jugendliche ist untersagt, aber du kannst jederzeit zum Händler gehen und es „unter der Ladentheke“ kaufen. Der Verkauf ist nicht verboten, den deutschen Versandhandel mal ausgenommen.

    Das in der Praxis weder Saturn, noch Media Markt solche Spiele verkaufen, steht selbstverständlich auf einem anderen Blatt. Aber die Titel aus der Videothek zu bekommen (die Neuerscheinungen auch ganz normal verkaufen, World-of-Video z.B.) oder beim Fachhandel wie Gamestop ist völlig unproblematisch für Erwachsene. Der Import ist allerdings aus Kostengründen mein persönlicher bevorzugter Weg. Das gilt auch für Spiele, die nicht indiziert sind.

    Ein totales Verkaufsverbot gilt nur bei Beschlagnahmungen. Der Besitz ist nicht strafbar, insofern gilt das Argument des einzigen Bezugweges über Import nur bei solchen „Härtefällen“.

  12. SpielerZwei - 24.10.2011 21:12

    Wie ich schon sagte, Micha: Ich werde den Eindruck einfach nicht los, dass Du den Podcast nur so nebenbei mit einem Ohr beim Fernsehgucken, Kochen oder Sonstwas gehört hast: Wir sind gegen Jugendschutz? Wir stellen Fragen wie Jugendliche, die erst vor kurzem von der BPjM gehört haben? Da möchte ich ja fast schon fragen, wie denn das Wetter in Deiner Paralleldimension so ist…
    Mein Vergleich mit der Drogenpolitik sollte Dir nur verdeutlichen, wie ignorant Deine Aussage war: „Ich kann mir die Spiele ja im Ausland kaufen, also kratzt mich das Problem gar nicht.“ Daraus machst Du dann, dass ich Drogen und Videospiele auf eine Stufe stelle…
    Und wenn Du die notgedrungene Importiererei als super Jugendschutz siehst, ignorierst Du die Tatsache, dass die zu schützenden Jugendlichen ohnehin die entsprechenden (Uncut-)Raubkopien auf dem Schulhof tauschen. Wir haben im Podcast ganz klar gesagt, dass wir den Jugendschutz überhaupt nicht in Frage stellen, sondern es zweifelhaft finden, dass man auch als Erwachsener nicht ohne weiteres an alles heran kommt. Und da gehst Du viel zu sehr von Dir aus, denn ich kenne viele zockende Erwachsene, die ihre Spiele eben nicht wie selbstverständlich in UK ordern, sondern sich hier notgedrungen ihre beschnittene Fassung (Beispiel: Half-Life oder Bulletstorm) im Laden kaufen.

    Das wird schon wieder eine dieser sinnlosen Internet-Diskussionen, bei denen man gnadenlos aneinander vorbei labert, weil der eine den anderen gar nicht erst richtig verstehen will.

    Anyway, nicht wundern, dass ich mich jetzt ausklinke, denn ich fahre gleich in den (internetfreien) Urlaub. Vielleicht haben Manu oder Frank ja noch ein paar Worte dazu zu sagen…

  13. Chris - 24.10.2011 21:56

    @Micha: Ja, ich weiß natürlich, dass es theoretisch bei Indizierung kein Verkaufsverbot gibt, sondern erst bei §131 StGB. Aber warst du tatsächlich mal in einem GameStop und hast versucht, ein indiziertes Spiel zu erstehen? Ich bin zweimal gescheitert. Indizierte Spiele anzubieten, lohnt sich finanziell nicht und ist aufwendig, weil die in D vom Hersteller idR gar nicht vertrieben werden.

    In meinem Bekanntenkreis werden indizierte Spiele eigentlich ausschließlich über Importe bezogen, weil das der einzig sicher funktionierende Weg ist.

    (Finde ich in der Praxis nicht mal schlimm, da gebe ich dir Recht, nur ein Argument pro Index ist es nicht.)

    @S2: Schönen Urlaub! Und locker bleiben. :)

  14. Micha - 25.10.2011 00:35

    @S2: Kein Stress! Vermutlich sind wir beide nur einfach völlig unterschiedlicher Ansicht und ich nehme das Gespräch im Podcast anders wahr. ;)

    @Chris: Vermutlich bin ich da bisher nur mit positiven Erfahrungen gesegnet. Ein Beispiel war der zweite Teil einer Horrorserie von SEGA, der vor etwa zwei Jahren rausgekommen ist. Ich konnte das Spiel ohne Probleme dort kaufen. Die ersten beiden Gears-Teile konnte ich mir in der Videothek bestellen lassen. Nun ist der Ruhrpott aber auch ein Ballungsgebiet mit vielen Bezugsmöglichkeiten. Vielleicht ist es ja in anderen Bereichen von Deutschland anders?

  15. Thomago - 25.10.2011 14:18

    Die ganze Importiererei – wie leicht sie mittlerweile auch sein mag – ist ja nun wirklich keine Lösung für die Zensurproblematik.
    Warum? Trotz zumeist grässlicher Lokalisationen bevorzugen viele Deutsche deutschsprachige Spiele – kein Wunder, ist man hier doch durchs Fernsehen stark auf deutsche Sprachausgabe konditioniert.
    Derartige Leute können mit Importversionen – die sind langst nicht immer multilingual – nichts anfangen.
    Nicht umsonst gibt es eine recht große Bloodpatch-Szene.

  16. ElmexUbi - 26.10.2011 13:19

    Ein schrecklicher Podcast!
    Ich hatte immer das Gefühl, das der Frank entweder Eure Fragen nicht wirklich verstanden hat, oder weil er nicht antworten konnte oder wollte ausweichende Antworten gegeben hat. Also von Sachkenntnis habe ich da echt wenig gespürt – vielleicht lag es aber auch daran, dass die Arbeit schon 10 Jahre zurückliegt.
    Ich empfand diesen Cast nicht nur als groß Zeitverschwendung, sonder auch streckenweise als schlicht ärgerliches Geschwafel.

  17. keats - 26.10.2011 17:01

    Also ich weiss nicht, mir hat der Podcast eigentlich gut gefallen. Ich denke, dass vor allem die Corespieler eher entäuscht sein dürften vom Inhalt dieses Podcasts, da sie sich eh schon die ganze Zeit mit dem Thema auseinandersetzen.

    Für jemanden der sich nicht täglich mit Spielen beschäftigt gibt der Podcast allerdings viele interessante und nützliche Hinweise.

    Ich halte beruflich Vorträge über Spiele vor meist relativ desinformiertem Publikum was Spiele betrifft. Ich habe beim Hören zwei- dreimal mit dem Gedanken gespielt, das nächste Mal wenn diese Thematik auftaucht im Rahmen eines Vortrags, auf diesen Podcast zu verweisen. Leider hat der Podcast dann gegen Ende doch zuviel Slang drin und auch teilweise Formulierungen die ein ängstlicher, nichtspielender Elternteil nicht verstehen würde. Daher bin ich wieder davon abgekommen.

    Ich denke einfach bei diesem Werk war die Zielgruppe eine etwas andere als bei den anderen Podcasts.

    Mich hat der Podcast auf jeden Fall neugierig gemacht auf die Diplomarbeit von Frank. Vor allem den Teil mit den diversen gescheiterten Forschungsansätzen würde ich gerne noch detaillierter nachlesen. Aber eben, ich habe auch beruflich damit zu tun und lese oft Fachliteratur dieser Art.

  18. Frank - 26.10.2011 22:23

    @ SpielerZwei: Wirklich nur ein paar Worte!

    Ich kann mit der Kritik ganz gut leben, mich wundert aber schon, welche Erwartungen einige Hörer scheinbar hatten. Es stimmt, dass noch vieles hätte ausführlicher besprochen werden müssen und für eine wissenschaftliche Arbeit fehlten noch Fußnoten und Quellenverzeichnis. :):)
    Aber hat wirklich jemand erwartet, dass die Thematik in einem etwa einstündigen Gespräch abschließend erörtert werden kann…

    Was die Kritik bzgl. mangelnder Struktur betrifft kann ich nur als Hörer vieler Postcast sagen, dass mir im Grunde diejenigen am besten gefallen, in denen einfach drauf los gelabert wird.

  19. Missingno. - 05.11.2011 11:42

    Strukturell hat mich es auch nicht gestört, aber es fehlt meiner Meinung nach die Substanz. Es wird viel um den heißen Brei geschlichen und man kommt eigentlich zu keiner (neuen) Erkenntnis.

    „Ist das nun so oder so zu sehen?“
    – „Ja. Nein. Vielleicht. Kann man so nicht sagen.“
    „Und deine Meinung dazu?“
    – „So ein bisschen von allem.“

  20. Missingno. - 05.11.2011 11:59

    @Micha

    Ich wäre gespannt was ihr sagen würdet, wenn es in Deutschland einen größeren Markt für Vergewaltigungspiele geben würde, wie es in Japan der Fall ist

    Du weißt also, dass dies in Deutschland nicht der Fall ist (Quelle?), in Japan aber sehr wohl (Quelle?)? Ich glaube ja nicht, dass der Markt größer ist als der von den Leuten, die gerne ein Nazi-vs-Juden-Prügler „ernsthaft“ spielen wollen. Und wenn jemand gerne auf jüdische Pixel eindrischt und sich damit besser fühlt, ist das immer noch besser als alte Leute in U-Bahn-Stationen zu treten.

  21. Micha - 13.11.2011 20:09

    Kommentar erst jetzt gesehen, sorry. Daher die späte Reaktion.

    Siehe beispielsweise hier:
    http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1415

    Man kann sich durch das Thema googlen, tatsächlich gibt es in Japan einen Markt dafür, der nun aber zum Glück wieder zurück geht.

  22. Missingno. - 14.11.2011 12:08

    Ich kenne das Spiel. Ich kann dir auch noch mehr Titel mit ähnlichem „Hintergrund“ nennen. Diese lassen sich auch hier „ohne Probleme“ importieren bzw. aus dubiosen Quellen beschaffen. Das ist nur kein Beweis für das Vorhandensein eines größeren Marktes. Und erst recht nicht, dass dieser nur/hauptsächlich in Japan ist. Zumal man(n) auf irgendwelchen Pornoseiten Flash-Rein-Raus-Klick-Spielchen mit ähnlicher Qualität finden kann.

  23. Micha - 14.11.2011 20:59

    Gut, erleuchte uns. Ich persönlich habe keine Lust meine Freizeit dafür zu opfern im Internet die Titel von Vergewaltungsspielen zu suchen. Wenn es mit Illusion, der vielleicht aufwendigsten Produktionsstätte für erotische Spiele, aber eine Firma gibt, die so etwas als Retail in den Laden stellen lässt, wird sich jemand an oberster Stelle wohl Absatz dafür erhofft haben.

    Natürlich spielen nicht nur Japaner so etwas, sondern die ganze Welt. Aber es ist eine japanische Firma, die für den japanischen Markt produziert. Damit will ich keine Vorurteile bekräftigen, das ist Fakt. Der Landwirtschaftssimulator wird auch primär für den deutschen Markt produziert.

    Natürlich lassen sich auch Spiele mit Vergewaltigungs-Themen problemlos importieren. Oder eben aus dem Internet laden. Wichtig ist aber, und das ist mein Punkt, dass Du nicht in den Saturn gehen kannst und es dort offen im Regal angeboten wird.

  24. Missingno. - 14.11.2011 22:55

    Wenn dass dein Punkt ist, warum prangerst du nicht an, dass Spiele offen im Regal angeboten werden, bei denen das Hauptziel daran besteht, möglichst viele Leute zu morden? Oder, fast noch schlimmer, wo es eben möglich ist, obwohl es nicht zum Spiel dazu gehört, und auch noch belohnt wird?

    Im hiesigen Media Markt habe ich übrigens nicht ganz jugendfreie Manga-Spiele (Eroge) bei der Kindersoftware(!) entdeckt. Klar, da ging es lange nicht so weit, dass man ein Kind schänden kann bzw. sogar muss, aber das ist meiner Meinung nach ein extremes Beispiel für einen Nischenmarkt. Schlimm genug, dass es einen gibt, aber auch nicht schlimmer als bewusst übertriebene Gewaltdarstellung in anderen Spielen.

  25. george - 28.11.2014 15:49

    Abgesehen davon, dass Kinder vor allzu expliziten Gewaltdarstellungen tatsächlich geschützt werden sollten: im Umkehrschluss gilt so scheinbar ja auch, dass unversehrte Körper “besser” seien.
    Ich spiele zum Beispiel gerade mal wieder “Batman: Arkham Asylum” weiter, dass ich für ein unglaublich brutales Spiel halte: die Wucht mit der Batman auf Joker’s Goons einschlägt ist enorm. Doch am Ende eines sozusagen “erfolgreichen” Kampfes heißt es immer, dass keiner der Männer gestorben wäre – bei Scans werden alle nur als “bewusstlos” diagnostiziert. Und auch die Misanthropie in dem Titel geht weit über eigentlich das allermeiste hinaus was ich aus anderen Spielen kenne – weshalb ich es auch für ungleich misanthroper als alle vier Teile von “Manhunt” und “Condemned” zusammen halte: die Art und Weise wie darin von den in die Defensive gedrängten Wächtern der Anstalt ein “kriminelles Element”, Menschen, entmenschlicht wie als Tiere bezeichnet werden, möchte ich sogar beispiellos nennen. Dennoch hat der Titel eine Jugendfreigabe erhalten: “Batman” denkt zwar nicht so, zeigt aber auch deutlich ambivalente Züge in diese Richtung – vor allem in Richtung der Psychiatrie, wie auch das ganze Spiel diese doch eher kritisch betrachtet.
    Hauptsache es spritzt kein Blut, weil das offensichtlich nicht in die jeweiligen Vorstellungen von Welt(en) passt – gleich wenig wie Kranke die gewaschen werden müssen: bei denen, aktuelles Beispiel der Film “Amour”, wird eine Konfrontation mit ihnen ja (hoffentlich) noch eingesehen. Aber Gewaltdarstellungen seien “unnötig”, damit soll nicht umgegangen werden können, diese sollen nicht ästhetisiert werden, “konsumierbar gemacht” etc. Die passen nicht in die eigenen Welten geordneter Sauberkeit, von moralischer Überhöhung, sozialer Kompetenzen

  26. SpielerZwei - 29.11.2014 12:25

    @George: Und deshalb wird ja auch seit jeher kritisiert, dass die Einstufungskriterien einfach nur eine Liste von Punkten zum Abhaken sind. Allerdings hat sich das in den letzten Jahren, soweit ich das wahrgenommen habe, wohl auch stark geändert. Die Verantwortlichen legen inzwischen immer mehr Wert auf die Einbeziehung des Kontexts der jeweiligen Handlungen/Darstellungen.

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