OfflineCity

SimCity ist seit dieser Woche offline spielbar! Hurra! Lange hieß es von Maxis, das sei technisch unmöglich. Nun, etwa ein Jahr nach dem gründlich versauten Start des Spiels, ist davon keine Rede mehr. SimCity läuft, ohne alle paar Minuten nach Hause zu telefonieren.

Damit ist eines meiner größten Probleme mit dem Aufbauspiel Geschichte: Endlich ist es möglich, mehrere Spielstände einer Region anzulegen. Es ist – eigentlich essentiell für ein SimCity – wieder möglich, zu experimentieren, neue Konzepte auszuprobieren und bei Nichtgefallen einfach zu dem Spielstand von vor zwei Stunden zurückzukehren.

Mit regelmäßigen Patches nahm sich Maxis in den letzten zwölf Monaten auch viele weitere Schwachstellen der Simulation vor. Hat man mehr als einen Feuerwehrwagen und brechen mehrere Feuer gleichzeitig aus, fahren die Wagen nun beispielsweise unterschiedliche Brandherde an und nicht alle denselben. Bei Release noch fehlende Funktionen wie Brücken- und Tunnelbau wurden nachgepatcht.

Zusätzlich erschienen, wie man das von den Sims gewohnt ist, kleine DLCs wie Freizeitparks und Luftschiffe, die preislich mit fünf bis zehn Euro eher an der Oberkante rangieren, mehrere kostenlose DLCs, die dem geneigten Spieler Werbung von Media Markt, Nissan oder Progressive Insurance ins Spiel integrieren, sowie mit Cities of Tomorrow die erste ausgewachsene Erweiterung. Für die wollte man ursprünglich mal 40 Euro haben, hat dann aber anscheinend eingesehen, dass man nicht Blizzard ist, und verlangt inzwischen moderate 20 Euro.

SimCity

Ist nun also alles gut in Maxisland?

Leider nein. Mit den Patches hat man es geschafft, dass die Simulation an der Oberfläche korrekter aussieht, aber die Zahlen dahinter schaut man sich weiterhin besser nicht genauer an. Es wird immer noch nur die Gesamtbevölkerung extrapoliert, aber scheinbar nicht die übrigen Zahlen im Bevölkerungsfenster. Das sieht dann so aus, als ob nur ein Zehntel der Gesamtbevölkerung arbeiten würde – und als sei das völlig okay.

Die Schätzung im Budgetfenster, ob die Stadt aktuell Profit oder Verlust erwirtschaftet, war schon vor Cities of Tomorrow nicht vertrauenswürdig, ist inzwischen aber völlig im Eimer. Das liegt daran, dass dort nur kontinuierliche Geldflüsse berücksichtigt werden, Einmalzahlungen für den Einkauf von Rohstoffen oder Gewinne durch den Verkauf von Waren jedoch nicht. Von Anfang an konnte man deshalb Städte bauen, die Rohstoffe selbst aus der Erde holen, zu Produkten wie Fernsehern verarbeiten und damit Millionengewinne einfahren, während das Budgetfenster behauptet, man würde pro Stunde zehntausende Simoleons verlieren. Mit Cities of Tomorrow geht es auch umgekehrt: Die hohen Gewinne der OmegaCorp tauchen im Budgetfenster auf, die Einkaufskosten der für die Produktion des Omega nötigen Rohstoffe jedoch nicht. Die Budgetübersicht kann so aussehen, als würde man sich dumm und dämlich verdienen, während man seine Stadt unaufhaltsam in den Ruin treibt.

SimCity

All das ist überhaupt nur möglich, weil es immer mehr Bauoptionen wie eben die OmegaCorp gibt, die faktisch staatseigenen Betrieben entsprechen. Vom indirekten Spiel, bei dem man ähnlich realer Stadtverwaltungen vor allem die Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Mensch und Industrie schafft und das die SimCity-Reihe einmal groß gemacht hat, bewegt sich Cities of Tomorrow noch weiter weg als das Hauptspiel.

Unterm Strich spielt sich SimCity samt AddOn deshalb wie ein x-beliebiges mittelmäßiges Aufbauspiel und – zumindest für mich – zu wenig wie ein Nachfahre dieser großartigen Serie. Auch wenn sich Maxis wirklich bemüht, das Spiel noch irgendwie in die Spur zu bekommen, es bleibt Grafikblingbling mit wenig dahinter – egal, ob online oder offline.


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6 Kommentare

  1. Kashmir - 22.03.2014 13:24

    DIESES SPIEL EXISTIERT NICHT!!!

    Genauso wie Flatout 3, Dungeon Keeper IOS, Commandos 3, Jagged Alliance Back in Action oder Gothic 4! ;P

  2. Chris - 22.03.2014 14:26

    Ich wusste echt nicht, dass Flatout 3 existiert… omg, sieht das grausam aus!

  3. SpielerZwei - 22.03.2014 14:58

    FlatOut 3 ist so scheiße geworden, weil es nicht mehr von den Orginal-Entwicklern Bugbear Entertainment ist. Die haben sich stattdessen um Ridge Racer Unbounded gekümmert, welches auch entsprechend gut geworden ist. Hatte viel Spaß damit!

  4. Missingno. - 22.03.2014 23:11

    Ach, an dem Spiel ist so viel kaputt, da reißt der Offline-Modus auch nichts mehr. Braucht es immer noch Origin? Wenn das weg ist, würde ich es mir für einen Fünfer überlegen.

  5. Chris - 23.03.2014 10:42

    Na aber natürlich braucht das noch Origin, selbst offline. EA wäre nicht EA, wenn sie das entfernen würden …

  6. peter - 20.04.2014 14:11

    Das man sehr schon von Anfang an eingebaut hatte war totaler mist.
    Das spiel macht trozdem spaß

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