Polyneux spricht, Vol. 23 (Cyberpunk Edition)

Pünktlich eineinhalb Monate nach Ostern und der Aufnahme der 23. Ausgabe unseres „Polyneux spricht“ zeigen die Cyberpunker Doreen, mayaku und Le Don ihre augmentierten Herzen und bekennen sich zum Science Fiction mit mechanischen Menschen, künstlichen Intelligenzen und virtuellen Welten. Dabei sprechen sie als Einleitung zunächst über Bücher und Filme mit Cyberpunk-Einflüssen und werfen dann einen Blick auf die Spiele.

Wir wünschen Euch wie immer viel Spaß und freuen uns über mögliche Ergänzungen in den Kommentaren.

Shownotes:

0:00:00 Welcome
0:00:55 Was ist eigentlich Cyberpunk?
0:02:52 Blade Runner (End Titles) von Vangelis
0:05:13 Blade Runner – unsere erste Assoziation
0:09:50 William Gibson und die Neuromancer-Trilogie
0:16:05 Philip K. Dick – Der Mann vor Gibson
0:23:50 Coole Menschen in Ledermäntel, kurz: Matrix
0:28:12 Inner Universe von Yoko Kanno, Origa und Shanti Snyder
0:30:10 Das Geständnis: Doreen hat Ghost in the Shell nie gesehen
0:37:59 Ein Tachikoma erklärt sich G0d
0:39:30 mayaku erzählt uns von The 13th Floor und Dark City
0:44:50 Donny’s Anime-Double: Serial Experiments Lain und Ergo Proxy
0:49:00 Die seltsame Welt von Snow Crash
0:56:34 Her – wo Menschen sich in Betriebssysteme verlieben
1:00:05 Menschen und Avatare
1:08:37 Siren Synapse von Alexander Brandon und Big Giant Circles
1:10:10 Deus Ex: Human Revolution
1:14:19 Icarus von dem London Philharmonic Orchestra
1:19:45 Snachter von Hideo Kojima
1:22:30 Blade Runner – diesmal das Spiel
1:29:00 Is Cyberpunk in videogames dead?
1:30:05 Wir erinnern uns ganz kurz an Remember Me
1:30:50 Doreen misstraut Watch Dogs
1:38:00 Cyberpunkige Welten und ihre Hygiene
1:42:58 Die Shadow Runner
1:44:55 Cyberpunk 2077 kommt auch noch
1:45:30 Donny muss an Mega Man denken
1:47:43 Da schliesst sich der Kreis
1:49:00 Lithium Flowers von Yoko Kanno und Scott Matthew
1:50:31 Der „Ah, fuck, voll vergessen“-Nachschlag

Unsere Intro-Musik stammt wie immer von Reilly Brown aka Mizuki’s Last Chance.


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10 Kommentare

  1. Baldwin - 30.05.2014 16:38

    Kurze irrelevante Frage: Ist das die mayaku von Cy*****?

  2. redmaker - 30.05.2014 19:33

    Vorweg: Fuck, der Film Blade Runner ist genau so alt wie ich. Was für eine Erkenntnis.

    Abgesehen von der bitteren Alterspille ein guter Cast! Cyberpunk ist etwas, was ich generell gerne öfter sehen würde – egal ob Spiel, Film oder sonstwo. Grade die Tiefe und das Düstere scheint bei der Masse aber leider oft nicht zu anzukommen wie der sauber geleckte Scifi, was ich persönlich etwas schade finde.

    Vieles, worüber ihr sprecht, muss ich selber mal noch nachholen. Die Necromancer-Teile mal zu lesen steht schon ewig auf meiner Liste, die Ghost in the Shell – Serie wollte ich auch schon ewig schauen, bisher kenn ich nur die Filme. 13th Floor kenne ich auch nur vom Namen, könnte ich mal ändern, schöne Empfehlungen also.

    Ein paar Anmerkungen: Matrix ist für mich immer noch ein unglaublich guter Film. Ich klammer Teil 2 + 3 mal aus (die ich mag, die allerdings etwas anders sind) und spreche hier vom ersten Teil (den man auch so alleine hätte stehen lassen können / sollen). Leder und Mäntel sind cool. Davon abgesehen verpassen sie den Charakteren allerdings auch etwas unantastbares, sie heben sich von der Masse ab, Grenzen sich selber aus – weil sie mehr wissen. Dieses Wissen durch Klamotten darzustellen und ein wenig mit der Fetish-Klamotte zu spielen fand ich gar nicht mal so verkehrt, zumal es grade einen tollen Kontrast zu den angepassten Agenten mit ihren perfekt sitzenden Anzügen, welche in der gesichtslosen Masse untergehen wollen, aufzeigt.
    Die bösen Superfirmen hier durch einen übermächtigen KI – Maschinenschwarm zu ersetzen macht’s ausserdem zu etwas leicht anderen, als man sonst so sieht.

    Ghost in the Shell ist für mich tatsächlich auch ein Pflichtfilm. Mag zum einen daran liegen, dass ich hier meine Liebe zu Animes gefunden habe, weil ich zum ersten mal mit GitS etwas „erwachsenes“ zu sehen bekam, zum anderen ist der Film bis heute einfach ziemlich ungewöhnlich für eben einen Anime. So viele ruhige Szenen im Kontrast zu den üblichen, schnellen Schnitten findet man bis heute sehr wenig, ein tolles Mittel, um so manchen schweren Moment einfach mal sacken zu lassen und die Atmosphäre wirken zu lassen. Gut gealtert? Jein. Natürlich ist’s alt was man oft sieht, dafür findet man im handgezeichneten Bereich auch nicht viel besseres.

    Kleine Anekdote übrigens zu Deus Ex: Human Revolution: Die Welt fand ich nicht nur in den Haupt- und Nebenmissionen toll, auch ganz nebenbei wird da viel erzählt, wenn man sich die Zeit dafür nimmt.
    Ich weiß nicht mehr genau, an welchen Punkt das war, ich sollte eigentlich nur zu meinem Appartment. Ich bin den Gang aus reiner Neugier mal weiter gegangen und konnte da ein Gespräch belauschen zwischen einem Ehepaar. Ein wundervoller Streit, weil sie fremdgegangen ist – sie wollte „noch ein mal was mit einem ‚Normalen‘ haben“. Er fragt sie verzweifelt, warum sie dann wollte, dass sie sich beide augmentieren lassen.
    Ebenso der erste Gang zur Limb Clinic, wo noch Schilder von der Demonstration des Vortages auf der Straße liegen oder ein Passant (offensichtlich einer der Demonstranten) mit einem Polizisten diskutiert – die Technik ist zwar möglich, gesellschaftlich akzeptiert oder gar ’normal‘ wie bei Ghost in the Shell ist sie aber noch lange nicht. Interessant, mal diesen zeitlichen Punkt zu sehen, wo sozusagen die Schwelle zwischen uns und dieser möglichen Zukunft grade stattfindet.

    Ein kleiner Tipp: Cloud Atlas. War irgendwie kein Film für jeden, mir hat er gefallen. Auch, wenn das Ding natürlich mal so überhaupt nicht Cyberpunk ist, holen die sich allerdings in der Neo-Seoul – Zeitebene so einige Inspiration aus dem Genre, angefangen bei den fliegenden Autos, ausbeuterischen Riesenfirmen und Implantaten, welche auch hier ziemlich normal scheinen. Wie gesagt, insgesamt natürlich kein Cyberpunk, bei Interesse an dem Genre allerdings vielleicht zumindest für einige Details mal einen Blick wert.

    So, und jetzt muss ich weiter den Human Revolution – Soundtrack hören. Der läuft hier nämlich heute auf Repeat und ihr seid schuld. Danke.

  3. Pingback: Die letzten und nächsten 24h, Samstag, 31.05.2014 | die Hörsuppe

  4. molosovsky - 31.05.2014 04:48

    Großartiger Podcast, der viel Spaß gemacht hat. (BTW: richtig lange Podcast sind ja selten. Aber diese fast zwei Stunden haben mir den Feierabend versüßt.)

    In mir rumort ein oberlehrerhafter Phantastik-Fachdepp, der vielerlei Gelegenheit gehabt hätte, herumzunörgeln, wie hemdsärmelig und holterdipolter mayaku, Doreen & Le Don mit FAKTEN umgehen; aber ich habe es geschafft, mir von diesem inneren Pedanten die Freude an dem Podcast nicht versauen zu lassen. — Die Grummel-Energie wandle ich mal um zu dem Mut, das arrogant-selbstlose Angebot zu unterbreiten, das Polyneux-Team sehr gerne bei einem zukünftigen Podcast, in welchem sich mit Genre-Phantastik auseinandergesetzt wird, unterstützen zu wollen.

  5. SpielerZwei - 31.05.2014 12:09

    @Molosovsky:

    Ging mir inhaltlich an einigen Stellen auch so. Besonders mit dem Zwischenfazit, es gäbe nicht besonders viele Cyberpunk-Spiele, bin ich nicht so ganz einverstanden: DeusEx, System Shock, Cybermage, Beneth A Steel Sky, Shadowrun, Perfect Dark, Tex Murphy, Neuromancer, Remenber Me, SIN, Syndicate und und und …
    Aber der Anspruch war ja wohl auch nicht, eine wissenschaftliche Abhandlung zu verfassen, sondern eher nett über das Thema zu plaudern, was den dreien auch gut gelungen ist. :-)

    Auf Dein Podcast-Angebot kommen wir sicher bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit zurück. ;-)

  6. Doreen - 31.05.2014 13:59

    Danke für Eure Resonanz. Es sollte tatsächlich eher ein Laien-Podcast zu dem Thema sein, mit mehr kann (zumindest ich) bei dem Thema nicht glänzen. Für Gäste im Podcast wäre ich sehr dafür!

  7. molosovsky - 31.05.2014 19:27

    Ist voll okey, dass es ›nur‹ ein Laien-Podcast ist. Die gute Laune der ansteckend heitere Gesprächsstimmung & Begeisterung für die Sache machen die kleinen Fehler & Wurschtigkeiten bzgl. Fakten locker wett.

    Ihr drei stellt schön zur Schau, dass es eben vergnüglich & bereichernd sein kann, sich auf eine Genre-Spielart der Science Fiction-Phantastik einzulassen, in der die Helden gebrochen (oder zumindest geknickt) sind, die Welt zugemüllt & entstellt ist, und die Sozialschichten sich bis zum permanenten Belagerungs- & Internierungszustand der Ohnmächtigen durch die Alleshabenden zerspreitzt hat. — Das zu vermitteln ist schon viel wert, weil schnell mal der Verdacht im Raum steht, dass derartige Genre-Geschichten nur etwas für Voll-Depris ist … obwohl es keine große Kunst ist, Kritisches und Relevantes mit Spektakulärem und Spekulativem so zu verbinden, dass bei ein bisschen offenem Hirn & Herz eben mehr rauskommt, als nur Baller-Bumm-Science Fiction.

    Noch mal: Danke für die kurzweiligen Feierabendstunden!

  8. Olli - 03.06.2014 23:02

    HeyHo,

    das war ein recht mutiger Cast von euch, denn man konnte nicht überhören, dass ihr nicht so wirklich im Thema seid. Von daher wenig erleuchtend, aber immer noch Unterhaltsam, danke dafür.

    Trotzdem würde ich mir bei so einem langem Cast etwas mehr fundierten Inhalt wünschen, gerade wenn es um die Aufarbeitung eines ganzen Genres geht. Die mangelhaften Fakten wurden ja bereits genannt, ich hätte mir noch mehr kulturelle Betrachtung gewünscht oder zumindest eine Reflektion darüber wie Cyberpunk in dem jeweiligen zeitlichen Zusammenhang gesehen wurde.

    Eine Beurteilung ob ein Film, Spiel, Buch nun gut oder schlecht ist halte ich dabei für irrelevant (warum über schlechte Produkte reden?) sondern viel spannender ist doch die Frage warum ein Werk entstanden ist, aus welchem Grund sich die Macher für ein Genre entschieden haben und was sie damit erzählen wollten.

    Also Leute demnächst mehr Recherche und ein wenig mehr Reflexion und der Cast wird nicht nur ok sondern verdammt gut ;)
    Viel Spaß beim nächsten Versuch
    LG
    Olli

  9. Le Don - 04.06.2014 11:16

    Die mangelhaften Fakten wurden ja bereits genannt, ich hätte mir noch mehr kulturelle Betrachtung gewünscht oder zumindest eine Reflektion darüber wie Cyberpunk in dem jeweiligen zeitlichen Zusammenhang gesehen wurde.

    Das Problem ist aber auch schlichtweg die Zeit. Wir versuchen so schon nicht über ein zu großes Limit zu kommen und man hätte natürlich noch viel mehr in den Cast packen können und über noch viel mehr Spiele reden können, aber irgendwann muss man auch mal zu einem Ende kommen. Und dies eben bei einem Cast, dessen Absicht keineswegs eine allumfassende Abhandlung war, sondern gemütlich über Spiele in diesem Genre zu quatschen und einen „kurzen“ Einstieg zu geben.

    Wobei die Kritik an sich natürlich vollkommen in Ordnung ist.

  10. Pingback: History Repeating | Polyneux

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