Als ich das erste Video von Cronos: The New Dawn sah, war ich sofort Feuer und Flamme. Das neue Survival-Horror-Spiel vom polnischen Bloober Team (u.a. Silent Hill 2 Remake) sah super atmosphärisch aus und schien mit seiner Mischung aus neueren Resident Evil-Teilen und Dead Space spielmechanisch genau meinen Nerv zu treffen. Doch dann hörte ich von allen Seiten, dass es nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad gäbe und dieser irgendwo zwischen „rattenschwer“ und „Ja leck mich doch am Arsch!“ lag. Und so kaufte ich es dann lieber doch nicht…
Im Februar 2026 erschien dann aber ein Patch, der auch einen leichteren Schwierigkeitsgrad beinhaltete. Zack! Gekauft!


Spielerisch erwartet euch, wie schon erwähnt, 3rd-Person-Survival-Horror vom feinsten: Die Monster sind fies, die Munition ist knapp und das Inventar immer viel zu klein. Selbstverständlich findet man im Verlauf des Spiels weitere Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die man genau wie den Anzug der Zeitreisenden immer weiter verbessern kann. Das Leveldesign ist überwiegend linear, bietet aber genügend Abzweige und Geheimräume, um nie langweilig zu erscheinen. Später kommt mit den Antigravitationsstiefeln noch ein Ausrüstungsgegenstand hinzu, der die Level abschnittsweise „auf den Kopf stellt“. Zudem kann man irgendwann auch Zeitanomalien dazu nutzen, die Umgebung zu manipulieren. Die Rätsel spielen zwar nicht auf Silent Hill– oder Resident Evil-Niveau, aber sorgen dennoch für ein insgesamt sehr abwechslungsreiches Gameplay. Die letztes Jahr zum Start viel beworbene Mechanik, dass sich Gegner mit den Kadavern bereits erledigter Monster verschmelzen können, um noch stärker zu werden, ist in meinen Augen nicht der Unique Selling Point, der sie gerne wäre. Aber ähnlich wie die Verstümmelungs-Mechanik von Dead Space, bringt sie trotzdem eine zusätzliche Dynamik in die Kämpfe, die andere Spiele halt nicht haben. Gegner einfach totschießen kann ja jeder…

Abschließend muss ich nochmal kurz auf die Story eingehen, aber keine Sorge, spoiler-frei:
Am Schluss muss man sich zwischen zwei Enden entscheiden, die aber beide genauso düster wie der ganze Rest des Spiels sind. Lediglich das dritte Ende im New Game+ macht Hoffnung. Wer also nicht mit Geschichten ohne Happy-End leben kann, muss Cronos unbedingt ein zweites Mal spielen. Das NG+ ist auch deshalb ganz cool, weil es die Zeitreise-Thematik des Spiels geschickt nutzt, um dem Spieler mehr als nur „eine weitere Runde“ mit allen Waffen und Upgrades zu bieten. Es lohnt sich also wirklich, was man ja nicht von vielen Spielen behaupten kann.

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