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Tate it!

Die Geister des Internet sind sich uneins, wie man ‚tate‘ richtig ausspricht. Die einen sagen ‚täit‘, die anderen ‚ta-teh‘. Wozu ich tendiere? Scheissegal. Viel wichtiger ist die Bedeutung des Wortes unter Videospiel-Freunden: tate ist das Gegenteil von yoko, tate ist Spielen auf einem hochkant stehenden Fernseher. Endlich Vertikalscroller erleben, wie sie gedacht sind: vertikal. Ich habe mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir einen schönen großen, stabilen und vor allem tate-baren Bildschirm geholt: einen Sony PGM 2950 Studiomonitor. Besser geht es nicht.* Der Monitor to end all Monitors. Die 29 steht übrigens für 29″ und da es sich um eine Röhre handelt, ist man mit guten 60 kg dabei. Super.

Eigentlich wollte ich nur einen ganz normalen Röhrenfernseher haben, den ich hochkant stellen kann. Als ich mich nach tauglichen Geräten umhörte, legte mir ein Arbeitskollege die Gattung der CRT-Studiomonitore ans Herz. Kurz gesucht, Schnäppchen geschossen und eine Woche später stand meine Europalette vor der Tür.

DreamcastDer Monitor ist übrigens stapelbar. Das Bild sieht so göttlich aus, dass man sich ernsthaft Gedanken über eine Videowand macht. Und diesen dann wieder verwirft. Man will ja nicht als kompletter Nerd dastehen, außerdem bin ich kein Statiker, da käme ja schon ganz schön was an Gewicht zusammen. Naja, wie dem auch sei. Selbiger Kollege war so nett, mir einen VGA-Ausgang an meine Dreamcast dranzubasteln und so stand dem Spielen nichts mehr im Wege. Am meisten drehen sich natürlich Shmups, wie das hervorragende „Under Defeat“, denn dafür habe ich mir das Teil ja in erster Linie gegönnt. Doof ist nur, dass man den Monitor für Perlen wie „Power Stone 2“ oder „Garou – Mark of the Wolves“ wieder in die Horizontale bringen muss und das ist bei dem angesprochenen Gewicht nicht wirklich lustig. Der Trend geht stark zum Zweitgerät.

altOut-of-the-Box kann man nur die Dreamcast an dem Monitor betreiben. Da er nur BNC-Eingänge hat und ausserdem mit 31Khz läuft, ist für den Anschluss anderer Spielkonsolen eine VGA-Box, wie z. B. ein Micomsoft XRGB, vonnöten. Da ich noch einen Haufen alte Konsolen zuhause rumstehen habe und die alten Titel auf neuen LCD-Bildschirmen ziemlich scheisse aussehen, habe ich mir also ein XRGB3 aus Japan schicken lassen. Die Dinger sind relativ schwer zu finden (und teuer)! Ich bin schließlich in diesem Shop fündig geworden. Den Betreiber habe ich als nett und verlässlich kennen gelernt und es ist eine Überweisung auf ein deutsches Konto möglich. In Zeiten von Paypal nicht wirklich erwähnenswert, verleiht dem ganzen aber in Verbindung mit dem engen Kontakt zum Team einen nostalgischen Touch.

Tja und jetzt steht ein XRGB3 bei mir zuhause rum. Die PS2 habe ich schon ans laufen gebracht, was bei einem komplett japanischen OSD nicht gerade einfach ist. Für Interessierte: hier findet ihr eine Übersetzung. Theoretisch gehen auch Saturn, SNES, GCN etc., Voraussetzung ist, dass die Konsolen ein VGA- oder RGB-Signal ausgeben. Leider nimmt das Gerät nur NTSC-Signale an, weswegen viele meiner alten Titel nicht laufen. Und jetzt die Sammlung auf NTSC umzustellen muss irgendwie nicht sein.

altDeswegen bin ich ein wenig hin und her gerissen und mir noch nicht so ganz einig, wie es mit dem XRGB und mir weitergeht. Der Monitor aber ist und bleibt eine feine Sache, selbst wenn ich ihn nur für die Dreamcast nutze. Vielleicht packe ich einfach noch nen MAME-PC dran und kann auf diesem Weg ein paar alte Klassiker genießen. Falls ihr jetzt auch den Geschmack gekommen seid, bei Tobias „Fudoh“ Reich findet ihr sehr gute Informationen zum Thema Deinterlacing (inkl. Vorstellung einiger upscaling devices), Scanlines und Tate-Setups. Wer jetzt sofort loslegen möchte: Achtung, taten kann man, so weit ich weiß, nicht jeden Röhrenfernseher, da solltet ihr euch im Vorfeld informieren. Aber ihr könnt ja erstmal mit eurem Essen anfangen!

*) Unter uns, es gibt natürlich bessere, aber die sind dann auch deutlich teurer.


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