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Schöne neue Download-Welt?

Ich habe mir Portal 2 blind für die PS3 als Preorder bestellt. Ich warte keine Wertungen ab, warte nicht auf den Gebrauchtmarkt oder ein Schnäppchen und ich habe es auch nicht für meine eher favorisierte Konsole, die Xbox 360, bestellt. Es gibt einen ganz einfachen Grund dafür: Valve läutet mit dem Release von Portal 2 eine neue Ära in der Geschichte der Videospiele ein. Dabei meine ich nicht, dass Portal 2 sicherlich (hoffentlich!) ein gutes, nein, ein sehr gutes Spiel werden wird. Auch wenn die Previews nicht so positiv wären, hätte ich es vorbestellt. Der Publisher hat nämlich eine kleine Entscheidung getroffen, dessen Erfolg von großer Tragweite für die zukünftige Release-Politik aller Publisher sein wird. Ich möchte diesen Schritt so tatkräftig wie möglich unterstützen, damit sich andere Publisher ein Beispiel daran nehmen.

Von welcher Entscheidung ich spreche? Valve bringt die hauseigene Plattform Steam auf die PS3. Erstmal in abgespeckter Version zwar und ohne den umfangreichen Spielekatalog, aber der erste Schritt ist damit getan. Der Grund für meine Begeisterung? Sobald man seinen PlayStation-Network-Account mit seinem Steam-Account verbunden hat, wird man Portal 2 auf allen Steam-Plattformen dieses Accounts spielen können! Ich habe also als Konsument mit dem Kauf einer Portal 2-Lizenz danach die komplett freie Wahl, auf welchem System ich es spiele. Nun, fast, Microsoft verweigert bisher externe Download-Plattformen auf der Xbox 360, aber zumindest auf PS3, PC und Mac. Ein Traum wird wahr!

Und es wird noch besser: Dank Steamworks werde ich auf meiner PS3 ab dato auch meine PC/Mac-Freunde online sehen und direkt für eine Runde Portal 2-Multiplayer einladen können. Systemübergreifender Multiplayer – dass ich das noch erleben darf! (Mal von den halbgaren Versuchen bei ShadowrunFinal Fantasy 11 und ein paar anderen abgesehen) Endlich keine Pausenhof-Streitereien mehr darüber, welche Version des Spiels die bessere ist, kein Krieg mehr zwischen PC-Steuerungs-Fanatikern und Gamepad-Befürwortern: Valve vereint endlich die so verfeindeten Lager. Zugegebenermaßen bietet sich Portal 2 dafür auch mustergültig an, da hier nicht das pixelgenaue Zielen auf Schädel im sportlichen Wettkampf steht, sondern kooperative Rätselspielchen in der Egoperspektive. Aber dennoch: Ein wichtiger, erster Schritt auf dem Weg der Stammesvereinigung.

“Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen” – Helmut Schmidt

Lasst uns doch mal etwas visionär werden: Ich wünsche mir das systemübergreifend für alle Spiele, von allen Publishern. Wenn ich mir eine Version eines Spieles heute kaufe, dann muss ich mich im Vorfeld informieren, auf welchem Gerät es besser läuft und schaue mir Vergleichsvideos an. Ich frage mich, ob der Multiplayer ein zentrales Spielelement ist, weil ich dann eher das stabile XBL mit Partychat bevorzuge als das PSN. Ob die Steuerung am PC vielleicht besser ist oder ob das Mikromanegement mit dem Gamepad zu umständlich geraten ist. Ob es Kinect-, Wiimote- oder Move-Features gibt, die den Kauf für diese Konsole gewichten würden. Und so weiter, und so fort. Das sind alles Überlegungen und Abwägungen, die dem Publisher im Endeffekt aber rein gar nichts bringen, im Gegenteil, er macht sich damit ja quasi selbst Konkurrenz. Er will, dass ich sein Spiel kaufe. Welche Version spielt dabei doch eine sehr untergeordnete Rolle.

Das Einzige, was die Systemunterschiede bewirken, ist, dass mein spontaner Kaufimpuls gebremst wird. Vielleicht erfahre ich bei der Recherche gar, dass das Spiel an anderen Punkten eklatante Schwächen hat? Dass es total verbuggt ist? Dass die PC-Version einen nervigen Kopierschutz hat? Dass der DLC Konsolen-exklusiv ist? Die Macht des ersten Kaufimpulses sollte nicht unterschätzt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mich bei Multiplayer-Spielen im Freundeskreis erst einmal umhören muss, auf welchem System die Mehrheit spielt. Schließlich will ich ja mit diesen Menschen zusammen spielen und nicht mit wildfremden und pupertierenden Balgen. Als Multi-Konsolen-Besitzer nerven mich diese Überlegungen und damit stehe ich sicherlich nicht alleine da.

Doppelt hält besser

Ich habe mir noch nie ein Spiel für zwei verschiedene Systeme parallel gekauft. Die Frage, warum ich dann jetzt so dringend ein systemübergreifendes Lizenz-System statt einer Einzelversion haben möchte, ist natürlich berechtigt. Selbst wenn mir nun alle Multiplattform-Releases mit allen verfügbaren Versionen ausgeliefert werden würden – spielen würde ich es selbstredend weiterhin hauptsächlich nur auf einem System. Aber es geht um Kundenservice, Freiheit und Flexibilität. Was, wenn mein PC mitten in einer Quest auf einmal den Geist aufgibt (das machen die Dinger ja gerne mal), was wenn einfach mal Abends der Fernseher blockiert ist, an dem die Konsole hängt? Was, wenn mich ein unüberwindbarer Bug davon abhält, weiterspielen zu können? Ein in der Cloud gesicherter Spielstand, eine systemübergreifende Lizenz und ich könnte das Spiel auf jeder mir zur Verfügung stehenden, anderen Plattform an dieser Stelle weiterspielen. Was eröffnet das für Möglichkeiten! Ich prophezeie: Fernbeziehungen, längere Aufenthalte bei der Schwiegermutter und Urlaub außerhalb der eigenen vier Wänden würden wieder deutlich an Reiz für Gamer gewinnen, wenn man die Konsole dank Cloud-Savegames nicht mehr so schmerzlich in der Ferne vermissen würde.

Bei grafisch weniger aufwändigen Spielen wie Plants vs. Zombies, die sowieso schon auf allen Plattformen verfügbar sind, endlich nicht mehr zig verschiedene Accounts mit unterschiedlichen Highscores und Spielständen verwalten zu müssen? Mal im Ernst, liebe Jungs von PopCap – das wäre auch schon heute ohne große technische Probleme machbar. Macht mal!

Und spinnen wir mal weiter: Die Power von mobilen Geräten wie dem iPad 2 beweisen, dass auch jetzt schon durchaus annähernd ähnliche Rechenleistungen existieren würden, um Spiele wie auf der aktuellen Konsolengeneration umzusetzen. Spiele wie Infinity Blade oder Dead Space auf dem iOS sehen nicht nur gut aus, sondern spielen sich auch so. Und auch die kommenden, mobilen Spielekonsolen wie der 3DS und Sonys NGP fahren Hardware auf, die sich nicht mehr all zu sehr von der Leistung der großen, stationären Konsolen verstecken muss (beziehungsweise bekommen sie verhältnismässig eine adäquate Leistung auf ihren Displaygrößen hin).

Das Ende des klassischen Spieleregals?

Eine Grundvoraussetzung dafür wäre natürlich ein systemübergreifender, digitaler Vetriebsweg. Natürlich erwartet keiner, dass in einer Spielepackung je eine DVD für PC, Wii und Xbox, eine Bluray für PS3 und gar eine PSP-UMD oder ein Modul für den DS zum gleichen Preis enthalten sein wird. Dass sich das nicht rechnet, erklärt sich von selber. Also weg mit dem physikalischen Sondermüll! Wir kaufen digitale Daten auf Datenträgern, die Kilometer zurücklegen, bevor sie bei uns sind. Unmengen an CO2 für Druck, Pressung und Logistik werden verblasen, für Daten, die wir innerhalb von Minuten direkt vom Hersteller mit einem Klick beziehen könnten. Und wozu der ganze Aufwand? Nur um dann genau diese digitalen Daten wieder vom Datenräger runterzukopieren? Wie archaisch ist dieses Prozedere eigentlich? Vergleichbar wäre dies nur mit dem Ausdrucken, per Brief schicken und Einscannen einer E-Mail, anstatt sie direkt zu senden. Her mit dem digitalen Komplettvertrieb! Auch das Argument, dass Menschen in ländlichen Gebieten ohne schnelle Internetanbindung die Discs benötigen würden ist nicht haltbar. Immer mehr Spiele (wie z.B. Sonys MotorStorm) fordern nicht selten direkt am Releasetag nach dem Einlegen der Disc einen direkten Patch-Download von einigen hundert MB. 201 MB bei MotorStorm, um genau zu sein. Für wirklich ausgegrenzte Gebiete ohne Internet wird es Diensleister geben, die Daten onDemand auf DVD per Post schicken.

Von mir aus verkauft weiterhin Schachteln und legt dort ein Stück Papier mit Download-Codes rein, damit die Sammler weiterhin Staubfänger in die Regale schieben können, aber der Hauptkanal muss und wird das Internet werden. Dass auch die Publisher daran großes Interesse zeigen, weil sie sich so Zwischenhändler, Produktionskosten und Lagerhaltung sparen, lässt sich ja bereits heute spüren. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste große Publisher sich traut, diesen letzten Schritt bis in letzter Instanz zu gehen und den Retail-Markt nicht mehr bedienen wird.

Dienste wie OnLive, bei denen Spiele nicht mehr auf dem heimischen Rechnen liegen, sondern nur noch ein Video des auf dem entfernten Rechner gespielten Spieles liefern, sind zwar eine gute Idee, aber in meinen Augen nur eine Übergangslösung. Aktuelle Hardware wird zu schnell zu leistungsfähig und auch erschwinglich genug, als dass ich dafür einen entfernten Rechner mieten müsste.

Die Schattenseiten

Schöne, neue DLC-Welt? Nun, fast. Es gibt für mich noch ein paar, leider gravierende Missstände an der Vorstellung: Die USK und Regionsbeschränkungen, sowie die Preispolitik. Wenn sich der hiesige Jugendschutz wieder einmal anmaßen muss, zu wissen, was erwachsenen, deutschen Spielern an Blut pro Quadratpixel in Unterhaltungsmedien zumutbar ist, dann bekomme ich ein wenig Angst vor dem rein digitalen Kanal. Und was passiert mit Regio-Codes, damit auch ja keiner das Spiel im Ausland kauft? Dies wird in der digitalen Vertriebswelt, bei dem jeder Service anhand meiner IP-Adresse sofort weiß, wer ich bin und wo ich wohne, deutlich schwerer zu umgehen sein. Die Bevormundung, welche Medien in welcher Form ich konsumieren möchte, wird leider um einiges leichter zu steuern sein, als das bisher in unserer bestehenden Warenwelt mit Importen möglich war. Das mag Schwarzmalerei sein, schließlich kann die gesteigerte Transparent und Schnelligkeit sich auch positiv auswirken. Durch die größere Gewinnspanne werden Publisher vielleicht auch lockerer im Umgang mit regionalen Beschränkungen. Ein einheitlicher, globaler Markt und Vertriebskanal wird lokale USK- und Jugendschutz-Firlefanzen mit einem einheitlichen PEGI-System hoffentlich obsolet machen (i want to believe!).

Um die Preispolitik darf man sich zu Recht Sorgen machen. Erstens ist es natürlich vorerst nur Wunschdenken, dass die Firmen die gesenkten Kosten auch an die Käufer weitergeben werden. Microsofts eigener „GamesOnDemand“-Channel auf Xbox-Live beweist momentan, dass digital nicht gleich günstiger heißt. Ich habe jedoch die starke Vermutung, dass MS hier momentan absichtlich die Preise hochhält, um den derzeit noch so wichtigen Einzelhandel nicht zu verprellen. Wenn MS wollte, könnten Sie von heute auf morgen alle Spiele über XBL zu Preisen anbieten, die kein Händler bieten könnte. Der Vertriebskanal ist da, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch aktuelle Spiele zum Releasetag dort angeboten werden.

Was passiert eigentlich mit Schnäppchen? Ich bin überzeugt, dass die Verkaufszahlen von Videospielen weiterhin stark vom Hype und der ungeduldigen Vorfreude der Spieler geprägt sein werden. Folglich werden nach 3 bis 4 Monaten auch digitale Preise deutlich im Preis fallen müssen, um weiterhin Verkäufe erzielen zu können. Sales bei Steam und im AppStore zeigen auch jetzt, wie ältere Titel noch mal sehr leicht ein großes Publikum ansprechen können. Schnäppchen und zeitliche Preis-Reduzierungen werden ein festes Verkaufsmodell bleiben.

Es wird eine spannende Zeit. Eine Zeit des Umbruch und der Erneuerung. Klar, der Gebrauchtspielemarkt wird einbrechen und auch das eine oder andere Sammlerherz wird bitterlich bluten und trauern. Aber was soll ich sagen. Get over it! Durchgespieltes Spiel ist durch. Wenn man mal wieder Lust auf einen Klassiker hat, dann lädt man es halt erneut runter. Als ob ein aktuelles Blue-Ray-Laufwerk die CD-ROM Version von Day of the Tentacle noch problemlos lesen könnte. Geschweigedenn, es würde ohne DOS-Emulator überhaupt noch sauber laufen. Konsolen geht es nicht viel besser: Viele Xbox-Klassiker laufen nicht auf der 360, und die neue PS3 hat ebenfalls keine Abwärtskompatibilität (mehr). Dafür kommen zur Zeit verstärkt Remakes alter Perlen in überarbeiteter Form (in hübschem HD). Ein Grund weniger, den alten Krempel aufzuheben.

Wann hört dieser Artikel endlich auf? Fazit, please!

Die Spielebranche und die Konsumenten können in meinen Augen von diesem Schritt in die rein digitale Zukunft nur profitieren. Die Entwickler haben ein deutlich niedrigeres Investionsrisiko durch geringere Entwicklungskosten und einen viel direkteren Vertriebskanal. Das wirkt sich auch für uns Spieler vorteilhaft aus. Die nur für Download-Plattformen entwickelten Spiele von Tim Schafers Firma Double Fine sind ein schönes Beispiel dafür, wie sich ein Entwicklerteam mit einer handvoll guter Ideen und wenig Budget einen Namen machen kann. Dank der deutlich schlankeren Strukturen sind hier Spiele entstanden, die vor ein paar Jahren von keinem Publisher auf den Markt gebracht worden wären. Einfach, weil es sich nicht gelohnt hätte. Costume Quest und Stacking sind keine “Vollpreisspiele”, die irgend ein Publisher für 60 EUR in den Laden hätte stellen können.

Niedrigere Preise durch gesenkte Kosten, mehr Auswahl und eine größere Verbreitung für kleine Indie-Perlen. Mehr Experimentierfreudigkeit bei großen Entwicklern und vor allem ein direkter Zugriff bei Bedarf, egal wo und wie wir unseren Spielekatalog genießen wollen. Ja, ich bin ein hoffnungsloser Optimist, aber das sind die Vorteile, die ich mir von dieser Entwicklung erwarte und erhoffe. Danke für diesen ersten, wichtigen Schritt, Valve!


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65 Kommentare

  1. bluntman3000 - 31.03.2011 13:21

    Stimmt alles. Macht alles Sinn. Hat hier und da Vorteile. Es ist nichtmal sonderlich schwer, vorherzusagen, dass sich der digitale Vertriebsweg mittelfristig durchsetzen wird.

    Und dennoch:

    „(…) und auch das eine oder andere Sammlerherz wird bitterlich bluten und trauern.“

    *blut*
    *trauer*

  2. Ben - 31.03.2011 13:52

    1) „Steam“ auf der PS3 sagt sehr wenig über Vertriebswege und -plattformen aus. Valve hat nicht den Steam Laden portiert, sondern das Framework, d.h. Netzwerk und Communityfeatures, vielleicht auch DRM. Valve schenkt PS3-Käufern die PC-Version, damit diese dann noch Plants vs. Zombies auf ihrem Mac kaufen – Marketing mehr nicht.
    Daraus zu schließen dass die Zukunft eine hübsche bunte Crossplattformzukunft wird, halte ich für gewagt. Microsoft, Sony und Nintendo verdienen schließlich an den Lizenzen und werden sich hüten PC-Spielern Konsolenversionen zu schenken.

    2) Was Du im 2. Teil beschreibst haben wir doch längst. „Umbruch und Erneuerung“ (Phrasenlektorat, bitte), sind vorbei, siehe iTunes/Appstore, siehe Steam, siehe XBL und digitalen Musik- Film und Softwarevertrieb überhaupt. Die nächste Konsolengeneration wird ohne Internetverbindung vermutlich nicht einmal mehr booten und ich glaube es gibt niemanden der bezweifelt, dass der primäre Vertiebsweg von Xbox 720 und PS4 der Download sein wird.
    Aber auch hier sehe ich keinerlei Zwang zu Crossplattformgeschichten, im Gegenteil.

    Ich würde mir zwar auch eine einheitliche Basis für Games überhaupt wünschen (ein Steam Account statt EA, Ubi, Steam, XBL, PSN, Desura, Crytec, Rockstar, iTunes, GOG, Direct2Drive, lolscore, openfeint und was sich sonst noch für Logindaten hier bei mir stapeln), aber das ist Utopie für Spieler (und eingeschränkt für Entwickler). Vom Standpunkt der Plattformbetreiber ist das weitestgehend unerwünscht. Es wäre schön zu glauben dass sie sich hinsetzen und auf ein spielerfokussiertes Konzept einigen… aber kann man das von einer Industrie erwarten die noch vor ein paar Jahren mit HD-DVD und Blu-Ray auf dem Filmmarkt aufgetreten ist?

  3. cmi - 31.03.2011 15:43

    Ganz ehrlich? Steam ist ne super Sache, aber zumindest bei neuen Spielen nur für Leute die Geld nicht juckt.

    Ich hoffe, dass es auch weiterhin Alternativen wie D2D gibt, bei denen Spiele 20eur günstiger sind und noch dazu ungeschnitten (Bulletstorm). Steam ist nicht selten sogar teurer als die Version aus dem Laden! Auch wenn Valve darauf (wie oft behauptet) keinen Einfluss hat: das ist für mich ein Unding.

  4. Pascal - 31.03.2011 16:47

    Jaja, alles schön und gut, aber es gibt eine Sache, die du nicht erwähntest, die niemand wegdiskutieren kann und die das für mich alles total schrecklich macht. Abgesehen davon, dass ich auf dem Land wohne und meine Internetverbindung blabla.

    Der Krempel gehört dir nicht mehr. Im Moment hast du ein System, das völlig unabhängig von allem (außer dem Stromnetz) arbeitet. Du kannst in tausend Jahren noch deine Xbox anschließen und die herrschenden Maulwurfmenschen darauf spielen lassen, um sie zu beschwichtigen. Du kannst in tausend Jahren noch deine alten Spiele einlegen, weil du sie eben im Regal stehen hast und sie werden ihren Dienst tun, weil das alles für ein System gebaut wurde, das komplett ohne irgendetwas drumherum auskommt. Wenn wir alles nur noch digital beziehen besitzt du rein gar nichts mehr.

    Gerade ein plattformübergreifendes System würde Lizenzserver benötigen, die irgendwo zentral herumstehen, damit die einzelnen Plattformen fragen können, ob du ein Stück Software besitzt. Mit Lizenzen komplett lokal verwalten und allem kommst du dann nicht mehr hin, das muss dann auch über das Internet passieren. Und jetzt stell dir mal vor, was da alles passieren kann. Dein Gerät geht kaputt, du kriegst ein neues, das kann sich die Lizenzen nicht mehr über das Internet beziehen, weil a) deine Verbindung kaputt ist, b) der Server kaputt ist (Anbieter pleite, Krieg, Meteoriteneinschlag, Stromausfall) oder c) die Maulwurfmenschen es dir nicht mehr erlauben. Du könntest also aus Gründen, die du nicht zu verschulden hast und die du nicht beeinflussen kannst, deinen Besitz mit einem Mal wertlos sehen. Und das kann keiner wollen, oder?

    TL;DR, mehr Datenträger!

  5. Pascal - 31.03.2011 16:47

    Euer Kommentarsystem macht aus TL; DR ein Emoticon. Ich bin schockiert.

  6. SenorKaffee - 31.03.2011 17:06

    „Erst wenn das letzte Netz zusammengebrochen, der letzte Klassiker zurückgerufen, der letzte Rights-Management-Server abgeschaltet ist, werdet ihr merken, dass man Downloadcodes nicht spielen kann.“

    Ich mag es, wenn ich die Option habe den Code aus dem Netz zu ziehen. Aber nicht exklusiv. Publishern ist nicht weiter zu trauen, als man sie werfen kann.

    Publisher sind die Menschen, die GOTY-Editionen erdacht haben, aus einem ein Haufen Gutscheine in die Packung stecken statt eine aktuell gepatchte Spieledisc mit integrierten AddOns.

    Vielleicht bin ich ein gebranntes Kind. Mir ist es schon passiert, dass ich wochenlang ein Spiel zuhaus stehen hatte, ohne es spielen zu können, weil ich ohne Internet war. Ich leide mit all diesen Menschen, durch deren Minileitung sich Gigabytes an Patches quälen müssen.

    Viele gewohnte Markteffekte treffen auf eine volldigitale Spielewelt vielleicht auch nicht mehr in vollem Maße zu. Es gibt keine Lager voll drehender Scheiben mehr, die eingestampft oder zu Ramschpreisen abverkauft werden müssen. Das könnte (Theorie) bedeuten, dass die Games auch sehr viel später erst im Preis gesenkt werden.

    Davon unabhängig will ich aber auch plattformübergreifendes Multiplayer. 3D-Shooter, die Präzision erfordern, spiele ich ungern an der Konsole. Duck and Cover ist okay, aber für Portal 2 wohl es deswegen wohl die PS3-Version werden. Bei Duke Nukem Forever stehe ich vor einem ähnlichen Problem. Klassisches Circlestrafing kriege ich mit einem Controller nicht hin. Unterstützt Tastatur oder gebt mit plattformübergreifenden Multiplayer.

    Aber auch hier sind keine technischen Grenzen das Problem. Das Problem sind die Publisher. Microsoft will sich nicht mit Steam eine Parallelwelt auf die Konsole holen. Steam will keinen Multiplayer über fremde Server erlauben. Pfründe und Königreiche, darum geht es dabei.

    Und diesen Leute soll ich meine Spielesammlung anvertrauen?

  7. nix - 31.03.2011 18:32

    @Pascal:

    In tausend Jahren willst du noch irgendwas von heute spielen? Wird es da nicht schon was anderes und besseres geben?
    Und selbst wenn du wie ich noch alte Klassiker spielst, wie garantierst du, dass sie reibungslos laufen?
    Selbst deine schönen Disks (welche auch immer) kannst du als gewöhnlicher Verbraucher nicht „tausend Jahre“ archivieren; von den zugehörigen Systemen will ich gar nicht erst anfangen.
    Es gibt doch jetzt schon genügend Beispiele, dass das Unfug ist. Mein NES, zum Beispiel, funktioniert kaum noch; und ja, mit dem Teil bin ich immer sorgfältig umgegangen. Also spiele ich auf dem PC mit einem Emulator und ROMs.

    Für ein Menschenleben ist es mir ziemlich egal, ob ich die Lizenzen oder das „echte“ Tatsächliche besitze.

    Deine fantasievollen Szenarien sprechen schon Bände (und ließen sich genauso auf deine „echte“ Sammlung übertragen).
    Irrationale Ängste und Sammelwut, sonst nichts.

  8. Kampfhirn - 31.03.2011 18:49

    Ich hab ja zur PC-Version die für die PS3 gratis dazubekommen ;D

  9. grobi - 31.03.2011 19:04

    Was Pascal und SenorKaffee sagen.

    Shit I pay for is MY shit.

    Was war nochmal genau das Gute daran, dass ich Dinge, für die ich bezahlt habe, nicht weiterverkaufen darf?

  10. SenorKaffee - 31.03.2011 20:15

    Wenn alle ihre Spiele weiterverkaufen würden, hätten die Terroristens chon gewonnen. ;D

    Mal im Ernst – wir beweinen seit Jahren, dass wir in einem Zeitalter des programmierten Zerfalls leben. Dass vom digitalen Millenium nichts weiter als Makrolonstaub bleiben wird.

    Ja, es ist bequem. Es ist von der Idee her supertoll, sich um nichts mehr kümmern zu müssen. Die Unterhaltung kommt aus dem Nichts, wird konsumiert und verschwindet wieder ins Nichts.

    Doch geben wir damit wieder ein Stück Kontrolle auf, wieder ein Stück Möglichkeit, selber Verantwortung für diese Werke zu übernehmen.

    Ein Publisher, einem komplexes, gewinnorientiertes Unternehmen ist dieser Aufgabe nicht gewachsen. Es gibt keinen Auftrag zur Bewahrung. Es genügt eine schlechte Entscheidung „von oben“, schon kommen 20 Jahre Backups in die Tonne.

    Bei der BBC (!) war es eine Zeit lang üblich, teure Bänder mit produzierten Sendungen wieder zu überspielen. Frühe Folgen der Kultserie Doctor Who mussten von Fans organisiert werden. Die Fans, die man heute per Broadcast Flag am liebsten kriminalisieren würde, wenn sie Aufzeichnungen des Fernseprogramms machen.

    Was ich selbst mitgekriegt habe, ein Kollege von mir, ein Fan, hat für einen Kontakt bei Sega Texte von seiner Panzer Dragoon Saga CD gerippt, damit die Enzyklopädie im Sequel Panzer Dragoon Orta vervollständigt werden konnte. Dieses Material war weder bei Sega of Japan noch bei Sega of America aufzufinden. Ups.

    Wo kommen denn die ROMs und ISOs her, von denen wir im Zusammenhang mit Emulatoren reden? Die werden nicht von den Publishern bereitgestellt. Die haben wurden in einem lichten Moment von ihren Modulen, CDs, GDs, DVDs gerippt. Fans opfern jeden Tag ein Stück ihrer Bandbreite um die Cloud mit per Torrent und Co. zu bedienen.

    Okay, irgendwie habe ich jetzt gerade Raubkopierer zu Archivaren der Gamekultur hochglorifiziert. Trotzdem ist ein Körnchen Wahrheit in diesem Gedankengang enthalten.

    Jetzt mache ich mir erstmal einen schönen Tee um runterzukommen. ;)

  11. Manu - 31.03.2011 21:21

    @grobi: Ist es nicht archaisch (nicht wertend gemeint), dass wir von einem künstlerischen Werk, welches uns für ein paar Stunden unterhält, annehmen, dass es uns gehört? Nur, weil wir es so bisher so empfunden haben, heißt doch noch nicht, dass es auch so bleiben muss.

    Ich finde diese ganze Besitztums-Geschichte bei Spielen schon immer skurril. Beim Besuch eines Kinofilms, Theaters oder eines Freizeitparks habe nach dem Besuch doch auch nicht das Bedürfnis oder den Anspruch, die Karte weiteverkaufen zu können?

    Nur, weil wir bisher einen physikalischen Datenträger in der Hand hielten (der ja nur zu Transportzwecken diente) bleibt das „Werk“ doch Eigentum der Schöpfer. (Wir hatten die Diskussion ja neulich schon: noch dazu erleidet das digitale Werk ja beim erneuten Spielen keine Qualitätseinbußen, „gebraucht“ gibt es also nicht mehr)

    Mit welchem Recht nehmen wir uns raus, dass wir die Leistung des Spieles, nämlich den Unterhaltungswert, weiterverkaufen dürfen?

    Ja, DVDs kann ich auch weiterverkaufen, aber die haben ja auch einen höheren Preis als der einmalige Kinobesuch und eine andere Qualität. Ein Theaterstück auf Video hat nicht die Atmosphäre usw. Folglich müssen Spiele natürlich auch deutlich im Preis sinken im Vergleich zu ihren Hardcopy-Varianten, da ich sie nicht mehr weiterverkaufen kann. Das setze ich voraus. (Und das haben wir Konsumenten ja auch im Griff, dass es so wird mit unseren Kaufentscheidungen)

  12. Pascal - 31.03.2011 22:16

    @nix: Möglicherweise habe ich an ein paar Stellen überspitzt formuliert, um meinen Punkt zu unterstreichen. Ich such sie jetzt aber nicht extra raus. Mein NES, das hier steht, funktioniert übrigens noch tadellos (auch wenn es tot ist. Hört Ihr? TOT!). Und wie du von den Maulwurfmenschen auf meine Sammelwut schließt musst du mir echt mal erklären. Wirklich, wenn du weißt, von was du redest, würde mich das interessieren.

    @Manu: Ein Theaterbesuch ist eine Dienstleistung. Ein Freizeitparkbesuch ist eine Dienstleistung. Ein Kinobesuch, du kannst es dir denken, ist eine Dienstleistung, auch wenn es hier schon etwas schwieriger wird. Bei Dienstleistungen erwartet niemand (und vor allem: KANN niemand erwarten), dass sie ewig halten, meistens ja auch nur relativ kurz.

    Wir reden hier aber von Besitz und nicht dem Erbringen von Dienstleistungen. Wenn du es gerne sehen würdest, Spiele als Dienstleistung anzuerkennen tu dir keinen Zwang an, renn in die nächste Videothek und leih sie dir. Dann können wir anfangen, Spiele mit Theaterbesuchen zu vergleichen.

    Das Spiele das Eigentum ihres Schöpfers bleiben halte ich für Quark. Kunstdrucke werden auch für teuer Geld verkauft, haben dann tatsächlich denjenigen als Besitzer, der sie sich an die Wand pappt, nicht den Künstler, der sie erschaffen hat. Die sind auch einfach reproduzierbar (zugegeben nicht so einfach wie Spiele) und mit geringen Qualitätsverlusten beliebig oft nachbildbar. Oder, werden wir ein wenig profaner, ich hab hier einen Designerschneebesen. Willst du etwa behaupten, er gehöre dem Designer und nicht mir?

    An diesem Schneebesen habe ich außerdem viel mehr als nur das Nutzungsrecht, das mir jederzeit genommen werden kann, was du hier für Spiele forderst. Auch wenn da ein Künstler hintendransteckt, er kann nicht einfach kommen und sagen „So, heute machen wir mal KEINE Sahne, weil deine Schneebesenlizenz nicht mehr gilt“. Das wäre doch auch purer Bullshit, würde niemand wollen.

    Prinzipiell finde ich deine Gedanken ja in Ordnung, teilweise sogar großartig. Ich möchte sie nur nicht zu diesem Preis erkaufen.

  13. Thomago - 31.03.2011 22:20

    Habe mir letztens für 2,99 € Dark Messiah of Might and Magc gekauft – neu aus der MediaMarkt-Grabbelkiste, das lag da sicher schon ein Jahr zu dem Preis. Bei Steam kostet das Spiel aktell 9,99 €.
    Und im Gegensatz zur Steam-Variante lässt sich die Disk-Fassung sehr einfach dezensieren. Versuch‘ das mal bei Steam – da muss man ja Angst haben, dass einem gleich der Account gesperrt wird!

  14. cmi - 31.03.2011 22:35

    @Manu

    „Ja, DVDs kann ich auch weiterverkaufen, aber die haben ja auch einen höheren Preis als der einmalige Kinobesuch und eine andere Qualität. Ein Theaterstück auf Video hat nicht die Atmosphäre usw. Folglich müssen Spiele natürlich auch deutlich im Preis sinken im Vergleich zu ihren Hardcopy-Varianten, da ich sie nicht mehr weiterverkaufen kann. Das setze ich voraus. (Und das haben wir Konsumenten ja auch im Griff, dass es so wird mit unseren Kaufentscheidungen)“

    Sorry, aber schau dir Steam an, was du in deinem Artikel so gelobt hast: (Fast) alle Neuerscheinungen: 49,99eur. Ist das günstiger? Was bietet dir Steam dafür? Ein paar Achievements, unbegrenzt viele Downloads (was in der Praxis wohl auf 2-3 hinauslaufen dürfte) über ein paar Jahre, ohne die Gewissheit das Spiel auch in 10 Jahren noch mehr hervorkramen zu können.

    Und dafür zahlst du in aller Regel 5-10eur mehr als im Laden/Versandhandel und knapp 15-20eur mehr als beim Import. Glaubst du wirklich, dass die Publisher/Steam die Preise so deutlich senken, dass deine Analogie wieder stimmt? Warum sollten sie das tun? In einem Geschäftsfeld was stetig wächst?

    Ich gestehe dir zu, dass es heutzutage eher so ist, das man ältere Spiele noch mal kauft (da die BG-cds nicht mehr gehen, habe ich mir es z.B. letztens bei GOG noch mal gekauft), aber trotzdem: im Prinzip läuft es darauf hinaus, weniger Rechte zu haben und mehr zu zahlen.

  15. Reinhardt - 31.03.2011 22:36

    Ich sehe das ähnlich wie SenorKaffee.
    Dezentrale Strukturen bieten die größten Erfolgsaussichten digitale Güter zu bewahren und möglichst unangreifbar zu erhalten und zu verteilen.
    Sobald es sich auf einen oder ganz wenige Anbieter/Standorte beschränkt (siehe Stromanbieter), gibt es ein Ungleichgewicht in der Machtverteilung und die Gefahr der Zerstörung und des Mißbrauchs steigt.
    Bei einem riesigen Serverzentrum braucht es noch nicht mal den Unwillen des Anbieters bestimmte Spiele nicht mehr zur Verfügung stellen zu wollen. Ein kleines Erdbeben und die Server sind platt. Mit dem Unterschied das dann nicht nur ein paar Gamer sondern Millionen richtig dumm aus der Wäsche schauen.

  16. grobi - 31.03.2011 22:57

    Genau, Reinhardt. Und zentrale Strukturen bieten beste Voraussetzungen zur Entmündigung der Kunden. Siehe Itunes – die Bedingungen da müssten doch jeden, der auch nur ein bißchen über gesunden Menschenverstand verfügt, zum Kotzen bringen. Und ich rede noch nicht mal von diesem Unfall, der sich „Software“ schimpft.

    @Manu: Meine Theaterkarte darf ich selbstverständlich weiterverkaufen. Die beinhaltet das Recht, die Vorstellung an einem bestimmten Abend zu schauen.
    Oder ein ganz konkretes Beispiel aus meinem Leben: bei meiner Vollpreis-Dauerkarte für die Kölner Haie habe ich explizit das Recht, diese weiterzugeben – auch gegen Geld.

    Dieser ganze Digitale Vertriebsweg-Krempel verschiebt die Macht weg vom Kunden. Diesen Machtentzug lasse ich mir nur über eklatante Preisunterschiede unterjubeln. Und dann sollen die Publisher auch bitte so ehrlich sein und das Ganze nicht „KAUF“ sondern „MIETE“ nennen.

    Wenn ich dann mal irgendwann Portal 3 für 2 Euro pro Level mieten kann, bin ich vielleicht sogar dabei. Aber bitte bitte verkauf diese Benutzergängelung, wie sie heute von Apple, Steam und Konsorten durchgezogen wird, nicht als utopischen Gamertraum.

    Das ist ein utopischer Kapitalistentraum. Und wenn ich mal theatralisch werden und eins meiner Lieblingsalben zitieren darf: „…capitalism is indeed organized crime and we are all the victims.“

  17. Manu - 31.03.2011 23:09

    @cmi & @grobi:

    So wie die Preispolitik sich aktuell bei Steam und Games on Demand auf XBL darstellt, kann ich das nicht gut heißen. Das sehe ich genau so wie ihr, das ist im Vergleich viel zu teuer und ich habe weniger Rechte, da habt ihr völlig Recht. Daher rede ich oben ja auch davon, wie es sein sollte: Nämlich, dass sich die Preise anpassen müssen.

    Ein gutes Beispiel finde ich die Preispolitik im AppStore. Ein Retail-Game wie GTA: Chinatown Wars, dass auf der PSP und dem DS bei Release ca. 40 EUR gekostet hat, kostete beim Erscheinen im AppStore 7.99 EUR – Das ist doch ideal vom Verhältnis!

    Ich kann das Spiel dort nicht weiterverkaufen und kann es aber solange spielen, wie ich möchte, auch Jahre später noch. (Wenn es die Server noch gibt bis dahin, klar)

    Das mit deiner Haie-Karte hinkt, dass ist doch jedes Mal ein anderes Spiel. Genauso deine Theaterkarte. Nur einer kann hin, wenn du die Karte verkaufst, kannst du das Stück ja nicht selber genießen.

    Selbstreden finde ich die obige Version nur akzeptabel, wenn die Preise NICHT so sind, wie aktuelle Retailpreise mit ihren Vorteilen. Und das was du ansprichst mit den Leveln: Das war noch ein Punkt, den ich unterbringen wollte, danke für das Stichwort:

    Genau auf solche Modelle freue ich mich. Ich zahle einfach so viel, je nach dem wie WEIT ich das Spiel spiele. Beispiel Red Dead Redemption. Nach der Hälfte des Spiels hat es mich total gelangweilt (das sage ich jetzt extra, weil ich weiß, dass du das grad feierst, hehe) – wäre doch nur fair, wenn ich auch nur bis zu dieser Stelle hätte zahlen müssen. Solche neuen Preiskonstrukte sind dann mit einer reinen DL-Plattform ja ohne große Probleme realisierbar. Spiel umsonst und pro gespielter Stunde 5 EUR zahlen etc. Mich würden solche Modelle dazu bringen, vielleicht auch mal Spiele anzusehen, bei denen ich eher denke, dass sie mir als Vollpreis zu teuer wären.

  18. NeoNacho - 01.04.2011 00:19

    Eine Präservation von Inhalten gibt es doch auch mit physischen Datenträgern nicht. Meine C64 Disketten passen in kein aktuelles Gerät und irgendwann sind alle einmal gefertigten C64s kaputt. Der Erhalt von Videospielen für die Nachwelt ist ein interessantes Thema, es hat aber nur bedingt mit ihrem Distributionsweg zu tun und DRM befindet sich auch auf jeder Disk und jedem Modul.

    Für mich persönlich bleibt bei den Silberscheiben nur das Argument der fehlenden inhaltlichen Kontrolle, was ein sehr deutsches Phänomen ist. Die Toten erheben sich in DE nur per importierter Disk und nicht online auf XBLA. Das ist aber ein Workaround der sowieso jederzeit verschwinden kann, es gibt ja durchaus bereits Anbieter die bestimmte Spiele nicht nach DE liefern und laut Gesetzeslage dürfen sie es auch nicht.

    Auf lange Sicht macht es einfach keinen Sinn Bits auf Scheiben zu pressen und sie sowohl mühsam als auch zeitaufwendig durch die Welt zu schicken. Genau so wenig macht es Sinn meterweise Regal für wenige 100 GB an Daten zu opfern. Disks müssen sterben und sie werden es auch. Unser Ziel sollte es sein, dafür zu sorgen, dass Downloads zu vernünftigen Bedingungen erfolgen.

    Die Macht des Kunden bleibt übrigens immer die gleiche, nämlich seine Geldbörse wieder einzupacken und nicht zu kaufen.

  19. grobi - 01.04.2011 00:37

    Moment Manu, DU hast das mit den Theaterkarten hochgebracht, nicht ich. Da ist jede Vorstellung auch leicht unterschiedlich. Ist das eigentlich der wichtige Unterschied für dich? Das ich etwas nur als gebraucht verkaufen kann, wenn es Eselsohren hat? Mir ging es bei dem Eishockeykarten-Ding mehr darum zu sagen: ich habe das Recht auf einen Sitzplatz erworben und kann dieses Recht weitergeben. Ich habe ein Buch erworben und kann dieses Buch weitergeben. Ich habe eine CD erworben und kann diese CD weitergeben. Ich habe eine Dvd erworben uswusf. Wo ist der Unterschied zu Spielen?

    Und was ist mit diesem Punkt, der auch von dir kam:

    „Ja, DVDs kann ich auch weiterverkaufen, aber die haben ja auch einen höheren Preis als der einmalige Kinobesuch und eine andere Qualität.“

    …und eine aktuelle BluRay ist dramatisch günstiger als ein aktuelles Spiel. Was sagt das jetzt?

    Wie gesagt, das Ganze nennt sich MIETE – nicht Kauf. Das sollte dann auch zu Mietpreisen ablaufen. Und ich rede hier von Peanuts.

    Allgemein stimmt das natürlich: wenn mir die Spielregel nicht gefällt, brauche ich nicht mitzuspielen. Das tue ich ja schon bei vielerlei Dingen nicht (ITunes, DLC für Videospiele) und ich werde es auch hier nicht tun.

    Ich bleibe dabei: die Motivation für einen Schwenk zu diesen Vertriebswegen kommt ausschließlich von den Publishern und dient ausschließlich diesen. Für den Kunden wird hier nur ein Hundehaufen in ein paar Scheiben knusprigen Frühstücksschinken eingerollt. Wo soll denn die Motivation zur Preissenkung herkommen? Wo kommt die Motivation her, das angestrebte Vertriebsmodell in aller Ehrlichkeit und Offenheit MIETE zu nennen, wenn gleichzeitig der Videothekenverleih ein Dorn im Auge der Industrie ist?

  20. Jan - 01.04.2011 01:33

    Toller Artikel, der eine spannende Debatte losgetreten hat. Auch auf die Gefahr hin den Diskussionsfluss zu zerstören, möchte ich ein paar Anmerkungen und Einwände einwerfen, bevor ich mir neues Popcorn besorge und das Spektakel weiter verfolge.

    Ja, Monopole sind evil und nutzen wohl nur dem Inhaber und nicht der Allgemeinheit

    Das der PS3 Version noch ein Key für andere Systeme beiligt (für den Preis einer PS3-Identität mit dem ganzen Rattenschwanz, der da dranhängt) eine nette Geste und insbesondere ein tolles entgegenkommen. Eine klassische Win:Win Situation – Der User bekommt was für lau (was er eigentlich eh vollbepreist bezahlt hat) und der Hersteller Zuwachs für seine digitalen Vertriebswege. Eine schöne Marekting-Aktion, wie Ben meiner Meinung nach richtig anmerkte.

    Das Publisher so richtig viel Kohle über den digitalen Vertriebsweg sparen, wage ich stark zu bezweifeln. Entsprechend dimensionierte Datacenter und deren Anbindung ans Internetz verschlingen richtig viel Kohle – eine schubweise (just in time) Produktion mit den dazugehörigen Vertriebskosten, ist in der Regel eine Einmalzahlung und kein Dauerhafter kostenfaktor.

    Und genau hier kommt Steam das Monopol bzw. Polypol ins Spiel – Spart euch euer eigenes teures Datacenter, gebt uns was ab vom Kuchen und kommt zu uns.

    Der klassische, offlinemediengestützte Transfer wird uns wohl noch einige Zeit lang erhalten bleiben. Dafür ist viel zu viel Geld mit Special Ultra Limited Director’s Cut Extended Platin Editions zu machen.

    @Grobi:
    Videotheken sind der (Spiele-)Industrie kein Dorn im Auge. Die Läden verleihen dort spez. Versionen des Spiels, die ein x-faches im Großhandel kosten. Manch ein Publisher hat sich das vor zig Jahren mal mit einer offiz., zusätzlich benötigten Lizenz vegüten lassen.

  21. Manu - 01.04.2011 01:40

    @grobi: Nein, Miete ist das falsche Modell. Das will ich nicht. Das gibt es ja schon.

    Was ich möchte ist ein Lizenz-Modell. Ich möchte das Recht kaufen, Civilization V zu spielen. Egal wie lange und wann und auch egal wo. Und wenn mein Rechner abstürzt, möchte ich es erneut runterladen können. So passiert das ja bereits schon in Ansätzen auf Steam. Ich habe Civ V für PC und als ich auf den Mac umgestiegen bin, hab ich mir eben die Mac-Version geladen. Alles super. Das sind die Vorteile, die ich nutzen möchte. Das ist kein Mietmodell. Das ist aber auch kein „Besitz“. Ich würde das als Lizenz-Modell bezeichnen.

    Ja, was wäre wenn der Server mit den Lizenzen kaputt geht – Meine Güte, Shit happens, momentan ist das doch eine viel größere Gefahr, dass mir die DVD verkratzt und ich keinen Ersatz bekomme. Da hat doch ein Publisher viel mehr Interesse daran, ordentliche Backups von einem Lizenz-Server zu machen. Die Problematik, ob ich diese Lizenz noch in 10 Jahren nutzen kann ist identisch mit der aktuellen, ob ich die DVD noch in 10 Jahren lesen kann.

    Und die Motivation zur Preissenkung beim reinen digital-Vertrieb muss doch nicht erst kommen, siehe mein Beispiel mit dem AppStore – der existiert doch bereits und die Käufer haben in dem Falle ja auch entschieden und werden es weiterhin. Wer sich für 60 EUR bei Steam ein Neupreisspiel kauft, ist halt leider für diese Bewegung kontraproduktiv, aber die Mehrheit wird weiterhin auf den Geldbeutel schauen und erst zum Download greifen, wenn dieser deutlich günstiger wird.

    Das mit deiner Theaterkarte versteh ich nicht, was Du meinst. Du kannst doch mit EINER Karte nicht ZWEI Leute in eine Vorstellung bekommen. Bei Spielen kannst du das sehr wohl.

  22. Fabian - 01.04.2011 02:48

    Mal so als Stimme aus dem Off:
    Warum schließen sich eigentlich rein digitaler Vertrieb und Weiterverkauf eines Spiels für euch gegenseitig aus?
    Warum sollte Manu nicht in seinem Steam-Account auf Civ 5 rechtsklicken können und „an Fabian übertragen“ auswählen? Die Bezahlung würde man nach wie vor out-of-band regeln.

    Im Prinzip geht es doch hier nur um reines Misstrauen gegenüber den Publishern. Um schlechte Erfahrungen mit dem Missbrauch von DRM-Macht im speziellen bis hin zu der Gefahr von klassischen Monopolstrukturen des Kapitalismus im allgemeinen.

    Was mich ein Publisher tun lässt oder zwingt, zu unterlassen, ist aber doch nochmal eine ganz andere Baustelle. Wir reden doch hier erstmal von einer Utopie, die Manu skizziert und die- aufgemerkt! – den Spieler bevorteilt verglichen mit der heutigen Situation. Können wir uns nicht erstmal darauf einigen und dann schauen, wie man dahin kommen kann?

  23. SenorKaffee - 01.04.2011 03:11

    @NeoNacho

    Das Argument zieht. Solange accountgebundene Downloads und Spiele in Packungen nebenher existieren, kann ich mit meiner Geldbörse wählen.

    Mir graut es auch nur vor einer medienlosen Zukunft. In dieser hätte ich dann nur noch die Wahl, die Lizenz zu kaufen oder dieses Hobby komplett aufzugeben (bzw. nur noch DRM-freie Downloads zu nehmen und/oder die Plattformen jailzubreaken und zum Pirat zu werden. Harrrr.).

    Nehmen wir mal an, ich bin mitten in Mass Effect 4. EA wird angeklagt, zwei Musikstücke nicht richtig lizensiert zu haben und kriegt eine einstweilige Verfügung, den Vertrieb des Spiels bis zur Klärung einzustellen.

    Alle Lizenzen werden invalidiert, ich erhalte meine 20€ zurücküberwiesen und meine Konsole erhält die Anweisung, die Spieldaten von der Festplatte zu löschen. Alles gut, mir ist ja kein Schaden entstanden.

    Technisch ist das Zurückziehen von Titeln auf allen geschlossenen Plattformen bereits möglich und auf Android/iOS auch in kleinerem Maßstab schon geschehen.

    Wenn ich ein Spiel kaufe und Zeit darin investiere, ist es für mich „meins“ und hat im Wert nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Einkaufspreis zu tun.

    Ich gebe dir auch recht, dass Spieleregale nur wenig Sinn machen – sie sind Nostalgie- und Dekorationsstück für Sammler. So ähnlich wie Buchregale. Die einen Spieler trauern halt noch den großen Euroboxen hinterher und die anderen sind für jeden eingesparten Kubikzentimeter dankbar.

    @manu

    Klar – alternative Modelle, sehr gerne! Der Grundgedanke von onLive ist da sehr interessant, nämlich aus dem Gaming so eine Art Pay-TV Erlebnis zu machen. Billiges Endgerät, Spielekanäle im monatlichen Abo. Spielstände in der Cloud, so dass man auch mal eben im Hotel eine flotte Runde zocken kann, ohne von Null anzufangen. Vielleicht Wäre das ja doch was für dich?

    Übrigens können Pay-TV und Blu-Ray auch einigermaßen friedlich nebenher existieren. Vielleicht muss es ja garnicht der ganz große Paradigmenwechsel sein, sondern wir sind alle irgendwie zufriedenzustellen.

    Was du jetzt mit deinem angebrochenen Read Dead Redemption machst… auf eBay verkaufen? Auch in der aktuellen, mediengeprägten Welt hast du zumindest über den Versandhandel per §355 Abs.2 BGB immerhin schon eine reguläre „Testphase“ von 2 Wochen.

    Die Menschen, die 60€-Titel auf Steam kaufen (weil sie das Haus nicht verlassen möchten?), denen ist natürlich in der Tat nicht mehr zu helfen. ;)

    @Grobi

    Wo der kleine Preis herkommen soll, frage ich mich auch. Das GTA-Chinatown-Beispiel war ein Sonderfall. Bereits erschienenes Spiel und ein Preisniveau, dass schon vorher unten war. Ein iOS-Spiel für 40€ ist wohl ungefähr so wie ein Konsolenportierung, die ein Jahr später für 180€ auf den PC kommt. Oder so. *wegduck* ;)

    @Fabian

    Erwischt! Hier geht in der Tat genau darum. Sind das wirklich zwei Baustellen, die ich gedanklich einfach nicht auseinandergepuzzlet kriege? Das sich das entworfene Szenario zur Utopie entwickelt ist für mich im Moment einfach so fantastisch wie eine funktionierende Planwirtschaft. Hilf mir doch bitte, diese Denkblokade aufzulösen.

    Der Blogeintrag enthält weniger Aufrufe an die Spieler denn an die Publisher, Hersteller und sonstige dritte Parteien, so dass es mir einleichtend erschien, meine Antwort zentral auf diese zu beziehen. Mein ganz tief gefühltes Mißtrauen auszudrücken gebenüber genau denjenigen, die mitspielen müssen, um das skizzierte Utopia wahr werden zu lassen.

    Und ja – ich möchte! Ich möchte mit einer Lizenz alle Plattformen bedienen können, die ich besitze. Ja, ich sehe auch, dass das mit Spieldaten in der Cloud am einfachsten möglich ist. Wenn ich mein Spiel weitergeben kann – klingt gut. Ich würde sogar auf meine geliebten Spielepackungen verzichten, ist ja eh nicht mehr viel dran und drin, wenn man nicht gerade Sondereditionen ordert.

  24. Micha - 01.04.2011 03:38

    Ich zahle einfach so viel, je nach dem wie WEIT ich das Spiel spiele.

    Ich finde den Gedanken, dass Werke auf solche Art zerstückelt werden, ziemlich grausig. Stellt Euch dieses Modell doch einmal bei anderen Kunstwerken vor: Herr der Ringe wäre vielleicht gar nicht als das Meisterwerk wahrgenommen worden, wenn die Leute bei den langatmigen Naturbeschreibungen aufgehört hätten zu lesen. Viele Shakespeare-Dramen entfalten erst in den letzten Kapiteln ihre volle Wucht. Das gleiche bei Filmen: Den Ewok-Teil bei Star Wars Episode 6 fand ich immer todlangweilig, um Geld zu sparen wäre mir der wirklich grandiose restliche Film völlig entgangen. Aus Geiz hätte ich mir Hana-Bi nie komplett angesehen und sogar die Wendungen beim Paten verpasst.

    Klingt absurd? Übertragen wir das nun auf Spiele: Werke mit stringenten Geschichten könnten kaum ihre Wirkung entfalten, weil nötige Leerlaufphasen, die zur dramaturgischen Entwicklung beitragen, die Käufer zum ausschalten und letztendlich nicht zum Weiterspielen motivieren würden. Silent Hill 2 hätte durch seinen langsamen Einstieg keine Chance und könnte nie beweisen, dass alles im Spiel Sinn macht. Viele würden nie die mitreißenden Entwicklungen in Shadow of the Colossus und ICO kennen lernen. Weil eine Schlacht langweiliger war als die vorherige wird der Master Chief nie zur Legende und Gordon Freeman wäre vielleicht nie aus dem unterirdischem Labor entkommen.

    Weil es hier auch genannt wurde: Auch Portal hatte trotz der levelartigen Struktur eine Geschichte. Ich bin mir sicher, dass man gerade diesen Aspekt beim zweiten Spiel noch viel stärker ausbaut.

    Ein solches Modell hätte Einfluss auf die Art, wie Spiele produziert werden würden: Ständig müsste etwas passieren, um den Spieler um Himmels Willen bei der Stange zu halten. Mehr konstruiert wirkende Eingriffe in die Geschichte, mehr Tode, mehr Effekthascherei, so viel unzuverlässiges Erzählen, dass es selbst die Schreiber von LOST Schwierigkeiten hätten, der Handlung zu folgen. Sogar die Spiele, die vermeintlich non-stop Gas geben, hatten Leerlaufphasen, die verglichen zum Rest des Spiels aus Mainstream-Konsumentensicht „langweiliger“ waren. Uncharted 2 hatte ruhige Phasen, wo nichts passierte. Sogar in Vanquish gab es ruhige Szenen, die kontrastierend zum restlichen Spiel wirkten. Mit so einem Modell müssen Entwickler im Episodenstruktur denken und hätten wenig Chancen seit Jahrhunderten bestehende Theorien der Dramaturgie auf ein neues Medium anzuwenden. Kleinere Entwickler hätten zudem keine Chance: Uncharted ist ein Millionenprojekt. Ein kleineres Team kann nicht soviel teuren Content in sein Produkt pressen, um auf gleichem technischen Niveau „ständig etwas Neues“ wie in Drakes Abenteuer bieten zu können.

    Zu guter letzt wirst du beim Spielen nie den Gedanken an Geld los: Spiele ich jetzt noch weiter, oder höre ich auf, um Geld zu sparen? Abgesehen davon, dass es die Immersion blockiert, es zerstört alles das Konzept eines kompletten Werkes. Zu einem Kunstwerk – ob Spiel, Film, Buch oder Musik – gehört manchmal auch etwas Langeweile dazu, und manchmal überwinde ich sie auch nur, weil das Werk jetzt in diesem Moment komplett vor mir liegt. Diese Leerstellen sind zudem wichtig, um andere dramaturgische Entwicklungen etablieren oder vertiefen zu können. Wenn es aber des Geldes Willen nur darum geht ständig auf den Effekt-Knopf zu drücken, damit sich auch jeder Idiot unterhalten fühlt, haben Spiele keine Chance mehr in Zukunft ernst genommen zu werden.

  25. grobi - 01.04.2011 11:22

    Natürlich ist nicht der Vertriebsweg das Problem, sondern das DRM und das Rechtemodell. Das Sony Rootkit kam ja auch von der Scheibe. Der Publisher will Umsatz, um diesen zu erzwingen, setzt er DRM ein. Woher kommt die Motivation, auf DRM zu verzichten? Ich vermische DRM und DL-Vertriebsweg GRUNDSÄTZLICH. Denn meines Wissens ist nur gog.com eine löbliche Ausnahme. Ja, ich denke nur das schlechteste von Leuten, die an mein Geld wollen. Bisher bin ich mit dieser Geisteshaltung ziemlich gut gefahren.

    Aber nochmal – und darauf hätte ich gerne eine Antwort. Manu sagt:

    Mit welchem Recht nehmen wir uns raus, dass wir die Leistung des Spieles, nämlich den Unterhaltungswert, weiterverkaufen dürfen?

    Darauf bin ich unhöflich und antworte mit einer Gegenfrage: wie siehst du das bei Druckerzeugnissen, Filmen, Musik? Willst du ein Buch auch nur halb bezahlen, weil du es mittendrin scheisse findest? Ein Eselohr oder ein Kaffeefleck in einem Roman mindert nicht seinen Unterhaltungswert.

    Ich nehme mir im Übrigen „das Recht raus“, ein Spiel zu verkaufen, um das Geld in ein neues Spiel zu investieren. Das ist dann meine Art von „mieten“. Natürlich haben die Bits keine Eselsohren, aber zB „Red Dead Redemption“ ist heute lange nicht mehr so frisch wie „Crysis 2“. Ich werde damit doch nicht reich, ich verkaufe das doch nicht mit Gewinn.

    Aber ich bin auch wieder voll in die Falle getappt, dein „Gebrauchtmarkt killed the Videogame-Star“ schwirrt da noch schrecklicherweise in meinem Hinterkopf.

    Warum hast du eigentlich nicht angesprochen, dass ein direkter Vetriebsweg den Zwischenhändler ausschaltet? Ich meine… Minecraft?

  26. grobi - 01.04.2011 12:14

    Jetzt hatte ich auch den Artikel gefunden, den ich verlinken wollte:

    [url]http://www.rockpapershotgun.com/2011/03/22/no-oceans-call-for-worldwide-release-dates/[/url]

    Hast vergessen, dass du in deiner Vision einen weltweit gleichzeitigen Release per Knopfdruck möglich machst. ;)

  27. Manu - 01.04.2011 12:21

    Ein Eselohr oder ein Kaffeefleck in einem Roman mindert nicht seinen Unterhaltungswert.

    Äh doch, für mich sogar sehr. Allein der Gedanke, wo die Leute ihre Bücher vorher gelesen haben (KLO!) finde ich so abstoßend, dass ich keine Bücher auf Flohmärkten kaufe. Zwar KANN ich das ignorieren und das Buch genauo genießen, aber es IST definitiv nicht das Gleiche, als wenn ein Buch noch nach frischer Druckerschwärze riecht. Der Inhalt des Mediums ist viel stärker an seine physikalische Form gebunden, als bei einem Spiel, welches die Datenträger ja wortwörtlich nur als Vehikel missbraucht.

    Und „Red Dead Redemption“ ist natürlich noch genauso frisch wie Crysis 2, wenn du beides noch nicht gespielt hast. Wie kommst du denn darauf?

    Und ja, weltweiter Release ist ein weiterer Vorteil, den Wegfall der Zwischenhändler empfinde auch als einen, da es dadurch eigentlich (theoretisch) billiger werden muss.

  28. Fabian - 01.04.2011 12:25

    @SenorKaffee
    Ich habe auch Manus Text gelesen und mein erster Gedanke war „Vergiss es, wenn überhaupt, dann SO schonmal gar nicht!“. Das Misstrauen in Publisher als Gelddruckmaschine ist so immanent, dass man sich schnell gegen solche Gedankenexperimente wehrt.

    Stutzig haben mich dann aber diese Sätze von Pascal und grobi gemacht:
    „Prinzipiell finde ich deine Gedanken ja in Ordnung, teilweise sogar großartig. Ich möchte sie nur nicht zu diesem Preis erkaufen.“
    und
    „Aber bitte bitte verkauf diese Benutzergängelung, wie sie heute von Apple, Steam und Konsorten durchgezogen wird, nicht als utopischen Gamertraum.“
    (Hervorhebungen von mir)

    Heute ist genau der Knackpunkt. Auch Kritiker scheinen ja soweit mit Manu d’accord zu gehen, die Denkblockade setzt halt ein, sobald man den Status Quo betrachtet, in dem Kunden wie Verbrecher behandelt werden und neue Vertriebsmöglichkeiten nur dann in Betracht gezogen werden, sobald sie dem Publisher (und nur ihm!) nutzen. Das Ganze dann als Benefit für den Kunden zu verpacken, ist dann Aufgabe des Marketings.

    Das ist eine grässliche Situation, die die Fronten hier längst verhärtet hat. Klar müsste da ein Umdenken stattfinden, und zwar auf Seiten der Publisher. Sie müssten anfangen ihre Kunden zu lieben. Ich nenn’s mal so hippiemäßig, weil die Kunden doch genau dasselbe tun: das lieben, was die Publisher ihnen vorsetzen.

    Ich finde es teilweise schwierig, der gesamten Diskussion hier zu folgen, weil so viele neue Möglichkeiten eingebracht werden – wie zum Beispiel „Zahl soweit wie du spielst“. So etwas würde mir auch nicht gefallen, andere scheinen die Idee großartig zu finden. Es zeigt einfach, wie weit man dieses Gedankenspiel eigentlich treiben kann, so dass Kunden und Publisher davon profitieren könnten.

    Und dafür ist es einfach interessant genug, dass ich es schade finde, wenn man es von vornherein abschmettert. Vor allem in diesem Facettenreichtum, der mitkommt. So haben wir über die Unterbindung von Raubkopien ja beispielsweise auch noch (fast) gar nicht gesprochen, aber ich will nicht noch ein Fass aufmachen.

  29. Fabian - 01.04.2011 12:30

    @grobi

    Ich vermische DRM und DL-Vertriebsweg GRUNDSÄTZLICH.

    Das ist schade, denn dadurch bist du in deiner Denkweise genauso festgefahren wie ein erzkonservativer Publisher. Nur dass du auf der anderen Seite stehst.

  30. grobi - 01.04.2011 12:34

    Ich glaube, ich verbuche das einfach als weltanschaulichen Unterschied zwischen uns und lass‘ es damit gut sein.

  31. grobi - 01.04.2011 13:18

    Argh. Muss doch wieder was sagen:

    Fabian: Das Thema ist doch nicht neu. Digitalisierung ist kein originäres Videospiele-Thema, sondern ein Gesellschaftliches. Um Utopien für eine ausgewogene Medienlizenzierung im digitalen Zeitalter wird schon lange gestritten, da braucht es keinen Manu auf ’nem Gamesblog und er kann erst recht nichts frisches fordern. Und genauso lange, wie darum gestritten wird, gibt es Einmauerungsversuche und Kundengängelung seitens der Verleger. Was soll mich veranlassen, mit offenen Armen auf eine durch und durch zynische Industrie zuzugehen?

  32. Manu - 01.04.2011 13:31

    @Micha: Ja, du hast recht, so ein Modell würde die Modern-Warefareisierung der Spiele fördern, also mehr Explosionen pro Minute und Action von der 1. Sekunde an, da stimme ich Dir zu. Aber dann eben in Kapiteln/Episoden.

    Alan Wake zum Beispiel: Da hätte ich sehr wohl für die jeweils nächste Episode meinen Geldbeutel gezückt und ich bin FEST davon überzeugt, dass es kommerziell erfolgreicher gewesen wäre, wäre die 1.Episode umsonst gewesen und man hätte damit mehr Leute anfixen können.

    Mit Episodic-Content hätte man auch IN den Episoden Zeit für bedachte und ruhige Momente. Telltales und Valve mit Half Life führen das Modell ja bereits sehr erfolgreich.

  33. Fabian - 01.04.2011 13:39

    @grobi
    Dafür, dass das Thema längst durch ist, wird hier aber doch recht wild diskutiert. Das zeigt doch, dass es nach wie vor eine Unzufriedenheit mit dem heutigen Stand gibt.

    Und deshalb halte ich es für hinderlich, Arschlochverhalten von Publishern als Gegenargument für Kundenwünsche anzuführen. Nicht du musst dich auf den Publisher zu bewegen, er muss auf dich zugehen.

    Was ist denn das für eine Einstellung? Es wird sich eh nichts ändern, also finde ich mich mit der Gängelei ab und werf dem Publisher mein Geld zu seinen frei definierbaren Konditionen hin, weil ich ja am Ende des Tages was zu spielen haben will?

    Wir können gerne darüber diskutieren, was Publisher für Betonköpfe sind, aber das doch bitte getrennt von der eigentlichen Idee, die Manu nennt / zitiert / aufbereitet. Wenn ihr das Verhalten von Publishern so hasst, warum spielt ihr ihnen mit einer konservativen Haltung in die Hände?

    Ich würde einfach gern neue Möglichkeiten sehen, auf die ich allein nicht gekommen wäre. Hab ja nun auch nicht alle Artikel der Welt zu diesem Thema gelesen.

  34. grobi - 01.04.2011 14:26

    Ich habe nicht gesagt, das Thema wäre durch. Ich habe nur gesagt, die Diskussionen zum Urheberrecht digitaler Inhalte laufen schon lange und dass sich das Ganze seitdem zu ungunsten der Kunden entwickelt hat. Das Apple-Prinzip: Bequemlichkeit wird mit closed systems und engen Grenzen erkauft; wir sollen nicht zu Teilnehmern einer digitalen Welt, sondern zu reinen Konsumenten geformt werden. Bezahl-Vieh, wenn du so willst. Guck dir z.B. die hilflosen Versuche der (deutschen) Journalismusbranche an.

    Ich habe mir nur diesen Part herausgegriffen, weil die anderen Teile der „Vision“ noch „zu weit draussen“ sind, wie die Engländer sagen. Die sind sicher schön formuliert, bieten aber wenig Diskussionspotential.

  35. Manu - 01.04.2011 15:59

    @grobi: „Ja, ich denke nur das schlechteste von Leuten, die an mein Geld wollen.“

    Genau da liegt der Unterschied zwischen uns beiden und daher nehmen wir die Punkte in dieser Diksussion auch so unterschiedlich auf. Ja, ich bin so naiv und möchte an das Gute glauben, die so eine Weiterentwicklung mit sich bringen kann (schnellere, weltweite Releases, mutigere Projekte, gesenkte Preise, neue Vertriebsmodelle, Cloudsaving und Crossplattform) während du fast nur die negativen Seiten und Gefahren siehst.

    Ist ja nicht so, dass ich das verdränge und wie ich ja auch mehrmals schreibe, liegt es in der Macht von uns, welche System wie annehmen und welche nicht. Von wem lassen wir uns verarschen und was können wir als Konsument noch formen? Twitter hat seine Dickbar wieder entfernt heute, nachdem unzählige Menschen einfach zu einem anderen Produkt gewechselt sind. Der AppStore ist ja auch nur so erfolgreich, weil die Preise eben so sind, dass man auch bei nicht so prallen Apps den Kauf eigentlich kaum bereuen kann. Dagegen gehen so haltlose Versuche wie Paid-Content-Lösungen von Verlagen klanglos unter. Es ist doch keineswegs so, dass wir den Publishern hilflos ausgliefert wären? Schau Dir Ubisofts seltsamen „Immer-Online-Kopierschutz“ an, der den PC drangsaliert hat. Solche Scheißaktionen schlagen den Publishern doch heutzutage sofort einen Shitstorm um die Ohren, gerade WEIL wir inzwischen über das Web als Konsumenten so stark vernetzt sind, haben wir doch erst diese Macht erhalten. Vor ein paar Jahren wären doch nicht tausende von Spielern zum Verbraucherschutz gerannt und hätten gegen die AGBs von EA oder Ubisoft geklagt!

  36. grobi - 01.04.2011 16:28

    Das mit der Naivität hast du jetzt gesagt. ;) Aber so ist das halt: du bist der Naivling und ich bin der Zyniker.

    Du hast natürlich Recht mit Ubisoft (und ich hatte ja auch schon das Sony Rootkit genannt), da muss man als Bürger einfach mal das Maul aufreissen. Denn das ist insgesamt ein politisches Thema, da finde ich schon, dass man mit Leidenschaft schimpfen und harte Positionen festlegen muss. Ich fühle mich da auch gar nicht hilflos. Ich hatte es in meinem Beitrag zum Jahresrückblick schon geschrieben: die brauchen mein Geld, aber ich brauche keine Spiele.

    Ich sage auch gar nicht, dass ich meine Position nicht punktuell anpassen kann. Wenn mir eine Spielregel ein wenig entgegen kommt, kann ich mich ihr durchaus unterordnen. Aber vorher muss man überhaupt erst den Reiz schaffen, dass über die Regeln nachgedacht wird.

  37. Daniel - 01.04.2011 19:26

    Ok. Hier kommt mein Traumschloss.

    Wir werden weiterhin mehrere Plattformen haben, da es den allen noch viel zu gut geht. Freiwillig wird niemand einen gemeinsamen digitalen Verkaufsladen anstreben.
    Aber wir bekommen Abo-Angebote. Playstation Plus ist doch schon der erste kleine Schritt. Für eine monatliche Gebühr gibt es vollen Zugang zu einer Handvoll Spiele. Spinnt man das weiter und schaut sich an, wie in der Filmbranche Netflix mit einem solchen Modell erfolg hat, dann sollte so etwas auch mit Games funktionieren.
    Der Datenträger-Verkauf wird nicht verschwinden, sondern ein Liebhaberobjekt wie Vinyl-LPs werden.

    Für mich wäre das die perfekte Zukunft. Die Publisher bekommen Geld aus dem großen Abo-Topf, ich kann alles spielen und habe noch die Möglichkeit mir die besonderen Lieblinge in der Deluxe-Variante zu kaufen. Anstatt einer DVD gibt es dann einen USB Stick oder eine SD-Karte, aber diese Version könnte ich auch dann noch spielen, wenn mein Abo schon lange abgelaufen ist.

    Die Problematik, was man wann mit welcher Hardware, wie gut abspielen kann, gibt es heute schon und wird auch in Zukunft nicht verschwinden, egal ob gepresst oder digital.

    Das größte Problem sind jedoch Ländergrenzen und örtliche Gesetze. In Deutschland regt sich das Kartellamt doch schon auf, wenn Prosieben und RTL eine gemeinsame offene Streamingplattform aufstellen wollen. Wenn Steam in Deutschland säße hätten die es auch schon lange zerschlagen. ;)

  38. epospecht - 01.04.2011 20:30

    Wer sich das Umsatz/Gewinnverhältnis von Microsoft, Google, Apple oder Oracle anschaut sollte realisieren dass es keine moralische Verdienstgrenze in unserem Kapitalismus gibt.
    Darum muss ein Unternehmen durch Konkurrenz immer dazu gezwungen werden in eine Preisspirale einzutreten.

    Ein Steam-Monopol (mit durchaus verlockenden Ansätzen, die hast du ja sehr gut herausgearbeitet, Manu)ist daher unter allen Umständen zu vermeiden.

    Und wahrscheinlich würde es auch vermieden werden, sind doch einfach zu viele Global Player auf dem Markt, von denen keiner eine Machtbeschneidung hinnehmen würde.

    In Zukunft stände an der Stelle der Konsolenwahl eben die Wahl des Appstores. Windows Live, Steam, EA Downloads etc.
    Samt deren Exklusivtitel.

  39. Missingno. - 01.04.2011 20:42

    Okay, aktuelles Beispiel aus meinem Leben, wieso ich die ganze Steam-Download-Sache verabscheue:
    Ich habe mir ein Spiel, nennen wir es mal Homefront, gekauft. Das Spiel wird in der limitierten Version mit viel Krimskrams bei mir abgeliefert, Disk rein, installieren – Steam? wtf? Na gut, ist ’ne Voraussetzung und manche sagen ja, dass „wir“ es nicht besser verdient hätten mit der Verdongelung. Also 5GB installiert, 4GB über Steam nachgezogen (toll!) und dann starten und es passiert – nichts. Nach erfolgloser Fehlersuche noch einmal komplett über Steam geladen (9GB!) und immer noch nichts. Support angeschrieben, der dazu meint, dass eine Soundkarte Mindestvoraussetzung sei. Klar. Steht erstens nirgends und zweitens habe ich ja eine OnBoard-Karte. Kann ich das Spiel weiterverkaufen? Nö. Kann ich das Spiel zurückgeben? Wahrscheinlich nicht, auch wenn ich es versuche.
    Also bevor wir hier über Vertriebswege diskutieren, sollten erst einmal die Gamer’s Bill of Rights durchgesetzt werden.

  40. NeoNacho - 01.04.2011 21:07

    Ich frage mich ernsthaft ob ich mich mit so manchem Kommentator in der selben Realität befinde. Das ich mein für 79 Cent erworbenes Angry Birds auf beliebig vielen Geräten installieren und beliebig oft herunterladen darf ist eine Gängelung weil ich es nicht für 40 Cent weiterverkaufen kann? Oder redet ihr über ein anderes Apple?

  41. grobi - 01.04.2011 23:31

    Ich frage mich ernsthaft ob ich mich mit so manchem Kommentator in der selben Realität befinde.

    Süß. Apple ist natürlich der Verbraucherhimmel, weil es ja nur Applegeräte auf der Welt gibt. Schnurzegal, ob die Spiele 79 Cent oder 79 Euro kosten. Ich hab ja auch sonst nix gesagt. Ich hab ja nur von Apple-Spielen gesprochen und mich sonst in meiner Antihaltung gesonnt. Aber solange du nicht die Eier hast, mich direkt anzusprechen, brauche ich eigentlich auch nicht zu antworten.

    Ich hätte ohnehin konsequent sein müssen und das tun sollen, was ich schon heute nachmittag irgendwann schrieb – ich lass es jetzt gut sein. Mich an dieser viel zu metaphysischen und von der Realtität soweit entfernten Diskussion überhaupt zu beteiligen, war ganz klar mein Fehler. Kommt nicht wieder vor.

  42. NeoNacho - 02.04.2011 00:26

    Lieber Grobi, Apple wurde nicht nur von dir erwähnt, deshalb wirst du nicht direkt angesprochen. Einen Sinn vermag ich in deiner Position leider nicht zu erkennen, wenn du erst sagst, dass beim „Mieten“ die Preise deutlich fallen müssen und es dann egal ist wieviel etwas kostet. Genau so wenig kann ich nachvollziehen warum die Nennung eines konkreten Beispieles von der Realität weit entfernt sein soll. Herzlichst, dein NeoNacho.

  43. Chris - 02.04.2011 01:06

    Das ich mein für 79 Cent erworbenes Angry Birds auf beliebig vielen Geräten installieren und beliebig oft herunterladen darf ist eine Gängelung weil ich es nicht für 40 Cent weiterverkaufen kann?

    Das Problem ist, dass du es natürlich nur auf „beliebig vielen Geräten“ installieren darfst, solange die alle von Apple sind.

    Ich hatte früher mal einen iPod. Ich hatte früher (als es das FairPlay-DRM im Music Store noch gab) aus reiner Bequemlichkeit ein paar Alben bei iTunes gekauft. Das ist halt nur so lange bequem, wie du einen iPod hast. Auf meinem Nicht-Apple-Smartphone, das ich inzwischen auch als MP3-Player verwende, kann ich die Musik nicht abspielen. Zumindest nicht ohne größere Verrenkungen und verlustreiche Neukompression. Bei Amazon krieg ich die Musik inzwischen als MP3 ohne DRM etc. Warum immer noch so viele Leute bei iTunes einkaufen, ist mir schleierhaft.

    Das Prinzip beim iPhone ist das Gleiche, auch wenn du damit im Moment noch kein Problem hast. Aber wenn du in ein paar Jahren vor der Wahl stehst, ein neues Smartphone zu kaufen, dann kettet dich der App Store an Apple. Zu diesem Zeitpunkt gibt’s vielleicht ein Android-, Meego- oder WP7-Phone, das dir besser gefällt, aber wenn du zur Konkurrenz wechseln würdest, wären Dutzende von Euro, die du über die Jahre hinweg in unzählige kleine Apps gesteckt hast, die für sich genommen ja alle nicht viel kosten, quasi verbrannt. Die Masse machts dann eben doch. Also lass mich raten, welches Telefon du kaufen wirst, wenn du vor der Wahl stehst…

    Das Problem hast du mit Konsolenspielen auf Disk oder Cardridge so extrem nicht. Die wirst du oft noch zu diskutablen Preisen los.

  44. NeoNacho - 02.04.2011 01:58

    Hast du damals beim Kauf deines iPods deine Schallplattensammlung gewinnbringend weiterverkauft?

  45. Chris - 02.04.2011 10:36

    Die Frage geht ja mal völlig am Problem vorbei. ;)

    Natürlich habe ich die Sammlung nicht verkauft. Erstens besaß ich von Anfang an nur CDs und keine Schallplatten, weil es Compact Discs bereits seit 1982 gibt. Zweitens lässt sich der Inhalt von Audio CDs schneller und mit weitaus weniger Problemen in qualitativ hochwertige MP3s umwandeln, als Apples AACs mit DRM. Drittens wurde durch die Anschaffung meines iPods meine Stereoanlage mit CD-Player nicht funktionslos. Viertens kann auch heute noch praktisch jedes wo auch immer verbaute optische Laufwerk Audio CDs lesen, völlig unabhängig davon, von welcher Firma es kommt. Ich hab vor kurzem einen BluRay-Player gekauft. Natürlich spielt der Audio CDs ab.

    Das ist eine Situation, von der du bei Smartphones egal welchen Herstellers nur träumen kannst. Bei Videospielen egal welchen Herstellers (um mal beim eigentlichen Thema zu bleiben) auch.

    Nach all den Umbrüchen, die allein Mac OS in den letzten zehn Jahren hinter sich hat, kannst du wahrscheinlich froh sein, wenn Apple in zehn Jahren überhaupt noch ein Gerät produziert, auf dem deine heutigen iOS-Apps laufen. Ganz zu schweigen davon, dass sie wie Audio CDs in dreißig Jahren noch auf Geräten praktisch aller Hersteller laufen würden…

    PC-Spiele, die ich vor zehn Jahren gekauft habe, kriege ich großteils auch heute noch zum Laufen. Bei Konsolenspielen ist das ähnlich. Keine Plattform hat eine so kurze Halbwertszeit wie Smartphones. Deshalb gebe ich persönlich kein Geld für Apps aus, wenn ich in zwei Jahren mit dem nächsten Telefon möglicherweise die Plattform wechsle.

    Darf natürlich jeder halten, wie er will. Aber dass kaum eine Software so kurzlebig ist wie Apps für Smartphones, das sollte einem schon klar sein, wenn man sein Geld dort versenkt.

  46. Schnoedl - 02.04.2011 11:14

    Manu, Du hast es bereits gesagt: Portal 2 ist für diesen Zusammenschluss aller Welten der richtige (und fast einzige?!) Titel. 80% der Konsolenkost sind Shooter. Da kann ich jetzt schon das Gejammer der Konsoleros hören, wenn Mausakrobaten auf Padspieler treffen. Da wollen zumindest die Ps3-/Xboxspieler unter sich bleiben.

    Und ob Steam das geheiligte Maß aller Dinge ist, bleibt ohnehin abzuwarten.

    Viele Grüße aus boxtopia

  47. NeoNacho - 02.04.2011 12:18

    @Chris

    CDs sind tatsächlich eine grosse Ausnahme, da sie das einzige digitale Medium ohne DRM waren. Ich habe sie deshalb absichtlich nicht erwähnt. BluRays wird man in 30 Jahren sicher nicht mehr auf jedem Gerät abspielen können und sie zu konvertieren ist ein nerviger sowie bei uns illegaler Prozess. Apple offeriert übrigens ein kostenpflichtiges „Upgrade“ auf AAC ohne FairPlay, aber das nur am Rande.

    PC Spiele sind genauso an eine Plattform gebunden wie jede andere Software. Auf meinem Mac laufen sie nicht und umgekehrt. Ich kann deine Haltung zu Apps nachvollziehen, teile sie aber wie gesagt aufgrund der niedrigen Preise nicht. Für den Betrag den du beim Wiederverkauf eines Konsolenspiels „verlierst“, kann man eine Menge Apps kaufen. Ich kaufe mir ein Spiel um heute damit Spass zu haben und nicht um es in 25 Jahren aus der Schachtel zu holen, aber YMMV.

    Es lassen sich meiner Meinung nach nur schwerlich Analogien und Vergleiche zwischen Spielen und anderen Medien ziehen, da Software aus rein technischer Sicht an eine Plattform gebunden ist bzw. es Mehraufwand bedeutet sie plattformunabhängig zu machen. Genau das macht Cross-Plattform Lizensierungsmöglichkeiten wie Steam interessant. Mein HalfLife 2 konnte ich nämlich zum Mac mitnehmen und kann es 6 Jahre später immer noch problemlos spielen, dank Downloads und ganz ohne das Transportieren von Silberscheiben.

  48. SenorKaffee - 02.04.2011 15:46

    In der Diskussion sind schon soviele Äpfel, Birnen und Bananen im Spiel, dass man wir uns locker im Kreis drehen können. Also biete ich erstmal einen eigenen Utopieentwurf an.

    ===

    Im Jahr 2020 kann ich ein Spiel „körperlos“, als Lizenz, oder mit Packung für das Regal kaufen. Die Packung kostet extra, enthält dafür sowohl die Lizenz in schriftlicher Form als auch Datenträger für die verschiedenen Hardwareplattformen.

    Die Authentifizierung der Lizenz erfolgt durch einen unabhängigen, globalen Verein ohne Gewinnabsicht – nennen wir ihn jetzt mal Independent Global Licensing.

    Battle.net, iTunes und Co. existieren noch, sind aber nur Skins für die IGL-Plattform, nennen wir sie Global Games Portal.

    Publisher kaufen dort Authentifizierung, Multiplayerhosting, Vorhaltung von Spieldaten, Patchverteilung, Payment, etc. als Dienstleistung ein. Die IGL hat auch attraktive Angebote für Indy-Developer, die das Global Games Portal nutzen möchten.

    Möchte der Lizenzinhaber einen Titel weiterverkaufen, gibt er die Lizenz auf dem Global Games Portal frei und erhält einen zusätzlichen Auth-Code für den Transfer – so ähnlich wie bei der Weitergabe von Domains heute. Welchen Wert der Gebrauchtmarkt der Packung beimisst, hängt sicher vom Käufer ab.

    Erreicht ein Spiel das Ende der Produktlebenszeit, also erneuert der Publisher den Dienstleistungsvertrag nicht, fällt der Titel auf ein Basisservicepaket zurück. Dieses ermöglicht dem Lizenzinhaber weiterhin den Betrieb des Spiels durch die positive Bestätigung aller Lizenzanfragen durch den Titel ohne Prüfung.

    Bei einer durch Spendengelder finanzierten IGL-Stiftung, nennen wir sie mal Global Games Heritage, kann in diesem Fall auch der Antrag gestellt werden, Titel in ein Ewigkeitsarchiv aufzunehmen. Dieses bewahrt für alle Originalplattformen Images auf, so dass sie nicht verloren gehen können. Einen extra Anreizfond gibt es für Publisher, die der Stiftung Sourcecode und Assets zur Verfügung stellen möchten. Die Global Games Heritage unterstützt weiterhin die Entwicklung von Emulatoren, indem sie mit ihren Mittel andere geschützte Inhalte wie Firmware freikauft.

    ===

    Eure Meinung?

  49. SenorKaffee - 02.04.2011 16:05

    Ich habe übrigens bewusst hier keine Metaplattform eingebaut. Damit macht man Innovation wie 3D und Touch platt, Geschichten wie Java sind auch nicht sonderlich performant.

  50. Chris - 02.04.2011 16:08

    Kann ich alles so unterschreiben.

    Insbesondere das zu Steam, bei dem meines Erachtes die Vorteile die Nachteile auch meistens überwiegen. Keine DVDs wegen des Kopierschutzes mehr wechseln zu müssen, Spiele auf dem neu gekauften PC/Mac nicht mehr von den Silberscheiben installieren zu müssen, sondern einfach Steam zu installieren und den Rest runterladen zu lassen, nicht mehr von Hand patchen zu müssen etc., all das macht das DRM für mich mehr als wett. Da hab ich aber auch das Vertrauen, dass dort gekaufte Spiele in ein paar Jahren auf dem neuen PC mit Windows 8 oder 9 oder auf dem neuen Mac mit OS X 10.9 „Stubentiger“ immer noch laufen werden.

    Und Steam Play ist natürlich ganz groß. Dass man die Spielelizenz unabhängig von der Plattform kauft. Spieleportierungen für den Mac waren vor einiger Zeit ja noch sauteuer, völlig unabhängig davon, wie alt das Spiel war. Und jetzt laufen mein Portal, mein Torchlight und mein Civ IV plötzlich auf dem Mac. Daran kann ich mich gewöhnen. :)

    Aber um noch mal auf Silberscheiben-Sammlungen zurückzukommen: Seit ich den BlueRay-Player habe, habe ich durchaus schon BlueRays mit meinen Lieblingsfilmen erworben, die ich vorher bereits auf DVD hatte. Die DVDs werden dann im Amazon Marketplace vertickt. Bringt jetzt nicht irre viel, ist aber besser als nichts.

  51. albert - 02.04.2011 21:51

    und WIE kommen wir dorthin, wohin uns SenorKaffee wünscht?

  52. Manu - 03.04.2011 09:48

    Also ich halte SenorKaffees Vision aus einem einfachen Grund für eine reine Wunschvorstellung: Da steckt zu wenig Geld drin in der Idee.

    „Die Authentifizierung der Lizenz erfolgt durch einen unabhängigen, globalen Verein ohne Gewinnabsicht “ – das ist ja selbst für mich zu optimistisch gedacht! :-D Und auch, dass man Lizenzen weiterverkaufen kann? Das macht aus wirtschaftlicher Sicht einfach keinen Sinn, diesen Aufwand zu betreiben, das halte ich für reines Wunschdenken. Der Wiederverkaufswert wird nicht existieren.

    Das Modell, auch mit der geregelten „Heritage“ wäre natürlich wunderbar, aber dass sich so ein Verein hält und in einer Milliarden-Industrie durchsetzt, ist doch sehr unwahrscheinlich.

    In der Realität werden sich m.M. nach weiterhin 2-3 Player/Plattformen um die Gunst der Lizenz-Hoheit schlagen, so wie es sich heute zwischen Steam, Apple und Xbox Live bereits andeutet. Und das ist auch gut so, ein reines Monopol von Steam zum Beispiel wäre schlecht für’s Geschäft, würde Innovationen drücken und Preise oben halten. Auch Apple braucht langsam aber sicher mal etwas Druck, sonst sehe ich schwarz in dem Bereich.

    Es wird in meinen Augen einen Shift geben, da bin ich mit epospecht einer Meinung, von exklusiven Konsolen-Titeln, hin zu exklusiven Lizenzen auf bestimmten Diensten. Also das neue GTA 7 kommt dann eben zeitlich exklusiv und exklusiv auf Steam und nicht mehr nur auf der Konsole eines Herstellers. Warum? Weil es noch lukrativer ist, als nur auf einer Konsole zu erscheinen und weil es neue Abonnenten IN den Service spült. Man kennt das ja, hat man Steam erst einmal auf der Platte, dann kauft man dort auch schneller ein, als wenn man sich noch mal komplett auf einer neuen Plattform anmeldet. Daher ist die Konkurrenz wichtig. Mein Artikel sollte keine Forderung sein, dass Steam ein Monopol erhält, natürlich brauchen wir Konsumenten die Auswahl. Aber dann bitte so wie Steam Plattformübergreifend und als Lizenz/Miet-Modell.

  53. NeoNacho - 03.04.2011 12:24

    Die Aufnahme in ein Ewigkeitsarchiv ist doch eigentlich eine hoheitliche Aufgabe. Bücher müssen beispielsweise in DE in zwei Exemplaren an die Deutsche Nationalbibliothek gehen. So etwas ähnliches könnte man sich auch für Spiele vorstellen.

    Was in diesem Zuge auch wichtig wäre ist ein viel kürzeres Copyright für Software, aber das ist ein ganz anderes Fass, dass ich jetzt nicht aufmachen.

  54. SenorKaffee - 03.04.2011 18:06

    Stimmt, habe auch darüber nachgedacht, ob die ganze Geschichte nicht von den Regierungen zu machen ist.

    Die sind meiner Meinung nach allerdings ebenso kurzsichtig wie Unternehmen. Selbst „deutsche“ Erzeugnisse wie Crysis werden wohl ungefähr mit dem gleichen Stolz aufbewahrt wie ein Playboy-Archiv. Nach dem nächsten Amoklauf landen die gesammelten Erzeugnisse doch sowieso in der Schrottpresse.

    Und an die Lizensierungsplattform darf man die ja schonmal garnicht lassen, sonst müssen sich Hartz4-Bezieher noch rechtfertigen, warum sie 10 Stunden COD8 gespielt haben, statt Bewerbungen zu schreiben.

  55. laZee - 04.04.2011 16:09

    oh shit sind die Comments hier lang. Dabei fällt mir auf: Ein gutes hat die Twitter-Kultur, man wird gezwungen mal ein bisschen auf den Punkt zu kommen und nicht soviel rumzulabern ;)

    Zu Steam & „Was wenn die Server ausgehen“: Man streamt das ja nicht aus dem Netz. Wenn es installiert wird, ist es nicht anders auf der Platte als von DVD oder CD. Im Grunde ist nur der Datenträger ein anderer: Das Netz anstelle von DVDs. Und man kann das was man installiert hat auch wieder auf DVDs backuppen.

    Im Zweifel könnte man in 100 Jahren dann noch die Steam-Connection ringsrum weghacken und schon läuft das wieder. Die Daten sind IMHO nicht unsicherer dadurch, dass sie in einer hochverfügbaren Infrastruktur liegen. Nur das wegsichern auf eigene Datenträger erfolgt nicht mehr automatisch beim Kauf, das muss man selbst machen.

    Das digitale Modell sieht beim „Humble Indie Bundle“ übrigens IMHO am Besten aus: Auch crossplattform, auch digital, auch „ein Preis, alle Versionen“. Aber man kann die Installationsdateien herunterladen, so richtig Alte-Männer-Internet-mäßig, als Datei für später. Damit hätte man das Problem „Was wenn der letzte Downloadserver…“ im Grunde erledigt. Plus: Das gibts AUCH noch auf Steam mit demselben Code.

    @ Artikel: Savegames in der Cloud sind IMHO noch nicht crossplattform. Also anfangen auf der PS3 und weiterspielen aufm PC gibts zur Zeit noch nicht – korrigiert mich wenn ich mich täusche.

    Die Grabenkämpfe zu „auf welchem System ist es besser“ würden damit mitnichten aufhören. Bis auf den Distributionskanal und das Preismodell hat sich nämlich an dieser Diskussion dann nichts geändert.

  56. Manu - 04.04.2011 16:51

    Ich würde Spiele übrigens auch ähnlich einem Apple TV Service spielen. Also OnLive als Konsolenvariante zu einem guten Preis? Warum nicht. Ich kaufe mir seitdem übrigens auch keine Blu-rays oder DVDs mehr. Was aber auch daran liegt, dass ich Filme eigentlich nur in absoluten Ausnahmefällen doppelt schaue und daher mir das günstigere Mietmodell von ATV sehr entgegen kommt OHNE dass ich mich erst in eine Videothek begeben muss dafür. Spiele digital zu mieten wäre für mich also durchaus ein gangbares Modell, gerne auch mit dem „rauskaufen“, so dass ich bei Gefallen gerne etwas mehr zahle, um es dann zu besitzen.

  57. laZee - 04.04.2011 18:47

    @Manu: OnLive ist doch bereits eine Konsole. Jedenfalls „auch“. Du kriegst es als kleine Konsole oder als Client für Mac & PC. Aber in USA ist IMHO das Augenmerk eher auf die Konsole gelegt.

  58. Manu - 04.04.2011 19:53

    @laZee: Jein, das Gerät an sich hat vielleicht diese Wirkung, aber bisher streamst du ja nur PC-Spiele über das Ding. Ein Uncharted 2/3 oder XBox exklusive Titel wird es dafür so schnell wohl nicht geben. Und dann musst du einen PC-Shooter mit Gamepad spielen? Hm, ne, OnLive überzeugt mich noch nicht so wirklich. Grundidee ist spannend, aber ich will nicht nur spielen können, wenn mein Downloadkanal geht, dafür ist die Technik dann doch zu anfällig bisher. Finde es auch etwas durch die Brust ins Auge, dass ich ein Spiel auf einem entfernten Rechner spiele und mir nur dazu ein Video anschaue.

  59. Manu - 05.04.2011 12:32

    Vielleicht dauert es doch gar nicht mehr so lange:

    „GameStop details game-streaming service.“ http://gamespot.com/6306997

  60. SenorKaffee - 07.04.2011 16:28

    Die Antworten auf die Meldung sprechen ja Bände. Jubelschreie klingen anders. 8)

  61. Eisselmann - 11.04.2011 10:16

    Daß – falls es mittlefristig zu einer solchen komplett digitalen Distribution kommen sollte – die Publisher geringere Kosten auch an die Endkunden weiterreichen halte ich allerdings für utopisches Wunschdenken!

    Alleine an den Spiele“news“ auf den Portalen wie 4Players u.ä. sieht man doch, daß es sich hier um eine Profitmaschinerie handelt, nicht umsonst sind die Publisher AGs.
    Da geht es NUR, ich wiederhole NUR ums Geld. Um NICHTS anderes.

    Anfür sich wären Downloads cool, ich hätte damit als bekennender Verpackungs- und Sammlereditionsfetischist nicht mal solche Probleme.

    Aber das angesprochene deutsche Problem in Hinblick auf „Jugendschutz“ macht mir erst mal Angst.

    Was soweit ich sehe nicht angesprochen wurde sind die immensen Preisunterschiede zwischen den deutschen Ablegern udn den englischsprachigen Originalen der Plattformstores.
    Man sehe sich mal Preise im US oder UK Steam Store an und dann die bei uns.
    Da könnte man kotzen…

  62. Manu - 11.04.2011 15:21

    Eisselmann: Ich denke nicht, dass das gänzlich Illusion bleibt. XBLA, PSN und AppStore Preise SIND ja schon deutlich niedriger als Retail-Preise und auch wenn die Spiele dort in der Regel „kleiner“ und „küzer“ sind, aber das geringere Preisgefüge wird ja inzwischen auch von Seiten der Käufer erwartet. Und wenn wir als Käufer auch so handeln und eben nicht für 60 EUR eine Steam-Version kaufen, sondern ein Humble-Indie-Bundle und Co., dann wird das auch was.

  63. Missingno. - 12.04.2011 15:15

    XBLA, PSN und AppStore Preise SIND ja schon deutlich niedriger als Retail-Preise

    Was vergleichst du da? Ein Super Meat Boy mit einem Halo: Reach? Letzteres kostet als Download über den Xbox Marketplace nämlich locker flockig 69,99€! Und auch die anderen „Vollpreis“-Titel, die inzwischen auf der Pyramide / in der Grabbelkiste für 10-20 Euro liegen bekommt man kein Stück günstiger. GTA4 kostet immer noch 29,99€, ohne irgendwelche Addons. Indie-Spiele kosten bei Steam auch nicht mehr als ein paar Euro – und die gibt es teilweise auch als Packung mit Download-Code im Laden.

  64. Manu - 26.04.2011 15:45

    Es ist so typisch. Da kauft man sich einmal ein PS3-Game aus Prinzip, freut sich auf den Koop-Modus und was passiert zum Launch des Spieles? Das PSN ist down, tagelang und wahrscheinlich bleibt das auch noch eine ganze Weile so.

    Immerhin kann ich jetzt einfach ganz bequem auf die MAC/PC-Variante solange ausweichen.

  65. Missingno. - 27.04.2011 22:33

    Ja, schöne neue Download-Welt.

    Stößt eigentlich nur mir die Preisgestaltung bei Portal 2 sauer auf?

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