Die Grauen Wächter Manhattans

Jazz.

In meinem Körper wohnt ein Monster. Mithilfe eines Zauberbuches reißt es mit meinen eigenen Händen Menschen entzwei und schafft Löcher in andere Dimensionen, aus denen noch grausigere Gestalten den Weg nach New York finden.

Smooth Jazz.

Als ich die Kontrolle über meinen Körper wieder erlange, ist all das getan, nicht mehr zu verhindern. Erinnern kann ich mich an nichts. Dass ich schuld bin, obwohl ich die Gräueltaten nicht willentlich begangen habe, fühle ich auch. Meine einzige Chance auf Erlösung: Ich schließe mich der nachts agierenden, geheimen, übernatürlichen Schutztruppe an, die den Big Apple seit Jahrhunderten vor Monstern und Geistern beschützt: Den Unavowed.

Und wo immer sie agieren, läuft stilvoller Jazz.

Die Unavowed sind der Inbegriff einer Dragon Age-Begleitergruppe. Und ich, mittendrin, bin der stumme Graue Wächter, der unfreiwillige, mehr zufällige Anführer. Mein Talent? Zum falschen Zeitpunkt am richtigen, tödlichen Ort gewesen zu sein. Und, je nach meiner Auswahl aus drei Herkunftsgeschichten, gewisse menschliche Charakterzüge, die keiner meiner meist übernatürlichen Kompagnons liefern kann. Ob Ex-Cop mit Talent für autoritäres Gebelle oder Schauspielerin mit Silberzunge macht am Ende aber ebensowenig Unterschied wie ob Weiblein oder Männlein. Der eigentliche Protagonist von Unavowed ist ohnehin die Stadt, ihr blutroter Himmel, ihr Nachtleben, ihr Soundtrack. Wenn sich zwei meiner markanten, charmanten Mitstreiter auf der Promenade von New Yorks Waterfront an längst verflossene Sweethearts und alte Fälle erinnern, kann die Weltrettung warten. Bevor Mandana, Eli, Vicky und Logan nicht ausgeredet haben und die letzten Saxophontöne nicht verklungen sind, spiele ich nicht weiter.


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4 Kommentare

  1. Timberfox13 - 21.11.2018 00:25

    Bungo stray dogs anyone?

    Wadjet eye Adventures mag ich wirklich sehr.
    Hab mir schon immer vorgenommen, mir mal die Blackwell trilogie zuzulegen aber das macht keinen Sinn, da ich eh zu selten am Rechner bin. PS4, Bücher, Hunde, Netflix, huch schon wieder um eins?

    Gemini rue hab ich dann aber doch gespielt und oh wunder das war echt gut. Da gibts ja die Cowboy Bebop eastereggs, kommen solche Remineszenzen bei wadjet öfters vor?

  2. Netter älterer Herr - 21.11.2018 16:16

    Sehr stimmungsvoll!

    Ich mag herrlich altmodische Point & Click Adventures. Vermutlich, weil ich alt bin. Habe anno dazumal „Resonance“ gespielt (und hier auf polyneux rezensiert). Leider fehlt es mir – wie meinem Vor-Kommentator – an Zeit, um all die schönen Spiele zu spielen, die Wadjet Eye Games uns beschert. Schade.

  3. Pascal - 26.11.2018 15:04

    @Timberfox13

    Die Blackwell-Spiele (mittlerweile sind es 5!) sind immer noch das beste, was Wadjet Eye je produziert hat, wie ich finde. Und sie laufen auf jedem Toaster. Ich kann die nur immernoch sehr empfehlen!

    @Netter älterer Herr
    Oh ja, die Review hab ich gelesen! Gewissermaßen habe ich die von dir gestartete Reihe fortgeführt, indem ich seit meinem Antritt bei Polyneux alle Wadjet Eye-Titel rezensiert habe :D
    Unavowed ist relativ kurz und eher noch auf einen zweiten Durchgang ausgelegt, da es viele Wahlmöglichkeiten und eben die besagten Origin Storys gibt. Das kann man auch gut mal zwischendurch spielen!

  4. Timberfox13 - 27.11.2018 10:37

    @ Pascal

    Ich weiss, ich weiss, allein die Zeit…

    Bin gerade dabei mir einen Laptop zu suchen um für PC-Games nicht im ersten Stock am Rechner sitzen zu müssen.
    Bei 3 Hunden wird das auf die Dauer nämlich echt anstrengend, wenn mal wieder einer der Alten Säcke einen Rappel bekommt.
    Außerdem zockts sich neben dem Kamin einfach besser, weshalb zur Zeit auch eher die PS4 läuft.
    Wenn der Laptop dann da ist werden dann endlich Ultima Underworld 1/2, Arcanum, Arx Fatalis und warscheinlich auch einige Wadjet Eye Spiele eingelegt.

    Dafür brauchts ja zum Glück wie du sagst auch nur irgend ne Möhre.

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