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Numerologie für Nerds

Die Diskussion in den Kommentaren zu unserem letzten Gemeinschaftsartikel war für mich inspirierend genug, einen eigenen Artikel dazu in die Tasten zu hauen. Ich finde ja die XBox-Live Achievements besonders interessant, wenn sie nicht nur unoriginell den Spielfortschritt beschreiben (wie das zum Beispiel zu geschätzten 80% bei Fallout 3 der Fall ist), sondern wenn sie im Rahmen der Spielwelt zum Experimentieren abseits der eigentlichen Spielmechanik einladen. Grand Theft Auto 4 und seine beiden Addons liefern hier für mich eine Handvoll sehr guter Beispiele – die mir aber auch nicht weit genug gehen, was den Experimantalfaktor angeht. Streichen wir die üblichen Multiplayer-Achievements, die reine Offliner wie ich einfach mal pauschal doof finden. Dann sind da noch ein paar richtig einfallslose Aufgabenstellungen wie die 180 Punkte beim Dart oder der 3er-Strike auf der Bowlingbahn. Ich stehe diesen rangeflanschten Minispielchen ohnehin eher skeptisch gegenüber, GTA wird dadurch mit nutzlosem Blödsinn überladen. Diese Dinge durch Achievements mit Bedeutung aufzuladen, funktioniert für mich also nicht.

Kommen wir zum Verhältnis zwischen Zeitaufwand und Score-Ertrag. Ich habe neulich irgendwas zwischen 60 und 90 Minuten investiert, um an jämmerliche 5 Punkte zu kommen. Die Belohnung war das Basejumping-Achievement namens „Abwärts“ in The Ballad of Gay Tony. 5 Punkte in 90 Minuten. 18 Minuten für einen Punkt. Manche von euch würden das vielleicht als ineffektive Zeitverschwendung abtun und zu einem Vortrag über die Unausgegorenheit der Gamerscore-Vergabe in Bezug auf die Aufgabenschwierigkeit anheben. Alles richtig. Aber a) war Gamerscore früher™ noch willkürlicher verteilt – das in Deutschland nicht erhältliche Spiel mit den auferstandenen Untoten im Einkaufszentrum belohnt bespielsweise sowohl einen läppischen kleinen Sturz, den man ohnehin gleich zu Spielbeginn „erledigen“ kann ebenso mit 20 Punkten, wie die Ausrottung von über 50.000 Gegnern (in einem Spieldurchgang, das ist kein globales Sammelachievement). Für mich ist der bestimmende Faktor, ob ich mich mit einem Achievement näher beschäftige oder nicht, der Spaß an der Sache. Das zweite GTA IV-Addon versilbert die Erfolge „Hinter der Samtschnur“ und „Superstar“ mit 45 und 80 Punkten; der Spieler muss dafür Missionsratings mit ausschließlich 80 beziehungsweise 100 Prozent sammeln. Nach dem erstmaligen Durchspielen kann man in Gay Tony erstmals vergangene Missionen beliebig neu ausprobieren, die prozentuale Erfolgsquote wird durch verschiedene Zielparameter wie dem Zeitbedarf oder dem eingesteckten Schaden der Spielfigur bestimmt. Diese Parameter unterscheiden sich selbstverständlich von Mission zu Mission. Ich muss also alle Aufträge oft und gut genug spielen, um die Bewertung hinter die magische Linie zu treiben. Egal, wie nett manche dieser Aufträge auch präsentiert werden, dass mache ich doch nur, wenn ich mal in ein dunkles Kellerloch gesperrt werde und sich dort ausser meiner Wenigkeit nur noch eine XBox befindet. Aber selbst dann würde ich mich wohl erstmal auf die Suche nach den 200 Tauben aus dem Hauptspiel machen. Denn schon der Gedanke an das ständige Durchnudeln eigentlich schon erledigter Missionen mit Fokus auf einen gewissen Perfektionismus-Wahn (unter Berücksichtigung des GTA-typisch schwankenden Schwierigkeitsgerades) sorgt für Sodbrennen.

Moment, ich muss mir hier kurz eine Notiz für mein Drehbuch zum nächsten „Saw“-Teil machen. Der irre Killer Jigsaw sperrt das Opfer in ein feuchtes Kellerloch und wenn es sich nicht sofort an die Abarbeitung der stupidesten Achievements des 360-Backkatalogs macht, dann passieren die üblichen schlimmen Folterporno-Dinge. Untertitel „Bloody achievement of eternal terror“ oder so ähnlich. Andererseits, lieber 200 Vögel in Liberty City suchen, als nochmal einen dieser Scheißfilme gucken zu müssen…

Die grundlegende Idee solcher Sammelachievements ist schon ziemlich dröge, aber auch hier gibt es Abstufungen. Sowas kann mir Spaß machen, wenn die zu sammelnden Aufgaben mich ansprechen. Das ist der Effekt, der auch den Philatelisten dazu bringt, hunderte winzige Papierfetzen in große Ordner zu stopfen. Da gibt es zum Beispiel „Schneekönigin“. 20 Punkte dafür, 25 Drogenkriege in Gay Tony erfolgreich zu beenden. Ein Drogenkrieg ist hier sozusagen eine zufallsgenerierte Massenschießerei. Ist ganz kurzweilig, da kann man mal 25 Stück nebenbei wegschwuppen. Es darf halt nur nicht in Tretmühle und Arbeit ausarten. Ich komme auf meine Aussage aus dem zweiten Absatz zurück: Spaß ist der bestimmende Faktor. Sind die Aufgaben interessant, vergnüglich oder herausfordernd gestellt, dann mache ich mich an die Umsetzung. Egal, wieviele Punkte nachher dafür winken. Ohne Arme keine Kekse, ohne Spaß keine Punkte. Ein Grund, warum ich die 200 Tauben in meinem Liberty City unter Artenschutz gestellt, ich aber zum Beispiel den Gnome Chomsky in Left 4 Dead 2 gerettet habe. Wenn ich ohnehin Bock auf den Level habe, kann auch auch mit einem Gartenzwerg auf die Untoten eindreschen. Oder 10 Clownzombies zum Hupen bringen. Oder Hau den Lukas spielen. Eine kurze Randbemerkung sei mir hier erlaubt: die deutsche Übersetzung so mancher Achievement-Beschreibung ist irreführend, unverständlich oder schlicht falsch. Gibt es dafür keine Qualitätssicherung?

Schließlich sind da noch die zu Beginn erwähnten Achievements, die die Experimentierfreude des Spielers fordern. GTA’s „Kettenreaktion“ zum Beispiel, für das 10 Autos in 10 Sekunden explodieren müssen. Bringt 20 Punkte. Oder „Unter dem Radar“, alle Brücken der Stadt mit dem Helikopter unterfliegen, für 40. Und zu guter Letzt wäre da noch „Überroller“, ein Unfall mit dem Wagen resultiert in fünf Überschlägen. Das sind recht klar umrissene Aufgaben, deren Erfüllung zum Einen gar nichts mit dem eigentlichen Spiel zu tun hat und zum Anderen die Kreativität des Spielers fordern. Na ja, „Kreativität“ ist ein viel zu großes Wort dafür. Letztendlich geht es ja auch bei „Überroller“ nur darum, die eigene Karre möglichst schnell und möglichst schräg gegen ein halbhohes Hindernis zu semmeln und dann zu hoffen, so die erforderliche Anzahl an Überschlägen zu erreichen. Aber alter Schwede, macht das einen Bock mit einem Affenzahn, vier Fahndungssternen und der halben Polizeitruppe der Stadt im Nacken über das Flughafenrollfeld zu heizen und in der Hektik einen solchen Stunt hinlegen zu wollen! Ich schätze diese Art von Aufgaben sehr. Denn irgendwo im Herzen dieser wenigen Achievements befindet sich der kleine Funke, der das darbende, leicht schimmlige „Sandbox“-Konzept nochmal zum Entflammen bringen könnte.


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41 Kommentare

  1. K4ZUY4 - 17.02.2010 11:21

    Ich kann aber auch solchen Achievements nichts abgewinnen,da hier immer die dance monkeyboy dance Mentalität hinter steckt. Egal wie lustig die Archivments auch sein mögen.
    Früher brauchte man für Augenblicke wie du sie beschreibst keine Archivments. Die Leute haben es aus eingem Spaß aus eigenem Antrieb getan, man siehe sich die Trickjumpmovies aus Q3 oder die alten Sachen aus BF1942 an. Wo Leute ganz ohne Archivments auf die irrsten Sachen gekommen sind. Einfach weil sie Spaß dran hatten und nicht weil es ein Entwickler fordert mittels Gamescore oder was auch immer.

  2. Zulu - 17.02.2010 11:33

    @K4ZUY4: Irgendwie triffst du damit den Nagel auf den Kopf. Aber irgendwie auch nicht!

    Auf alle Fälle haben die Leute früher so Bockmist gemacht und dann im TS drüber gelacht oder auch schon bei youtube (obwohl, das gabs damals eig. noch gar nicht) reingestellt. So Dinge wie „Kettenreaktion“ haben wir in GTA1 immer gemacht, um sofort die maximale Punktezahl zu haben für das Level. Und, um unsere Sammlung von geilen Autos im Hinterhof (keine Schäden, keine Polizeisterne, sonst sind sie weg, sobald man aus dem Bild läuft!) aufzulösen.

    Aber irgendwie… find ich die Achievements mit der Bestätigung (kenns v.a. aus Steam) trotzdem gut. Quasi die „Versicherung“, dass noch mehr Leute mitbekommen, wie cool man doch ist.

    Gleiiiichzeitig aber natürlich das Problem, dass die Leute dadurch zwar „rumspielen“, aber unkreativer werden in Aktionen, die über die von Ach. abgedeckten hinausgehen.

    Schwierige Sache das.

    Am Besten einfach weiter Scheisse bauen wie bisher, Spaß haben und dann und wann sogar mit einem „offiziellen“ Ach. dafür „belohnt“ werden. Oder?

  3. grobi - 17.02.2010 11:48

    Okay, dann werfe ich folgendes Konzept in den Raum: „user generated achievement“. Will sagen, die Community entwirft die Achievements. Könnte das ein Ansatz sein?

    (Und um die Gelegenheit zum Angeben zu nutzen: heute habe ich das ausgesprochen, in zwei Jahren haben wir das ;) )

  4. Cody - 17.02.2010 11:57

    @K4zuja: Im Grunde hast du schon recht aber früher gabs auch nicht so einen grossen „output“ an games-da hatte man noch die Zeit sich allein im Keller Wochen-ja Monate lang in einen bestimmten Titel reinzuwühlen.Die ganze „Szene“ ist heute doch viel schnellebiger geworden und dank xbox live bekommt man nun auch als Konsolenspieler ständig die leaderboards und gamerscores der Freunde um die Ohren gehauen so dass für Viele der „Spielspass“ längst einer Art Wettbewerb um die meissten gamerscores, längste Freundesliste,meisste online kills etc.etc.gewichen ist und wenn heute nahezu alle 4Wochen ein AAA Titel erscheint wird imho halt eher „abgearbeitet“ als gespielt.

  5. Zulu - 17.02.2010 13:12

    @Cody: Das mag grundsätzlich stimmen, aber bspw. für meine Spielertruppe nicht. Auch wenn ein Achiev. ein gewisser Anreiz ist, bestimmt es nicht das allgemeine und ganze Spiel- und Sozialverhalten online.

  6. Missingno. - 17.02.2010 13:24

    Da muss man doch unweigerlich an das Freispieler-Abzeichen denken!

  7. jello - 18.02.2010 01:36

    Ich find‘ den Gamerscore, wie gesagt, auch ziemlich dämlich. Nicht zuletzt wegen der grob unsinnigen Willkürlichkeit, die bei der Punkteverteilung an den Tag gelegt wird.
    ’n einfacher Counter „x von y Achievements bei z Spielen“ vllt. noch mit Prozentanzeige im Profil würde im Zweifelsfall doch ausreichen, wenn es unbedingt ’n unmittelbares Protzzeichen geben muss, das die Awesomeness eines Individuums darstellen soll…

    Dass Achievements Spaß bringen sollten, steht IMHO auch außer Frage. Wenn’s irgendwann echt nur noch darum geht, dass man unbedingt auf Achievements hinarbeitet, wirklich arbeitet, dann macht es zumindest den Mitspielern keinen Spaß mehr…

    Interessant find‘ ich Achievements, die einem zeigen sollen, wie ’ne bestimmte Spielmechanik abläuft/-laufen sollte: z.B. „Dead Stop“ und „Clean Kill“ von Left 4 Dead oder jedes beliebige „Töte x Gegner mit einer Granate (o.ä.)“-Achievement… Einmal gemacht und belohnt worden, beherzigt man dies vllt. auch später. Es steht auf jeden Fall zu hoffen. ;)

    Ach und:
    [D]ie deutsche Übersetzung so mancher Achievement-Beschreibung ist irreführend, unverständlich oder schlicht falsch. Gibt es dafür keine Qualitätssicherung?
    Nein, so kommt es mir zumindest – v.a. bei den LIVE-Achievements – manchmal vor. Die dt. Übersetzung so manches im Englischen Original wunderbar betitelten Achievements ist oft so herzlos übersetzt worden, dass das def. niemand gemacht haben kann, der unmittelbar mit dem Entwickler in Kontakt steht. [Ausnahmen wie Fallout 3’s „Wahnsinniger Witzbold“ für „Psychotic Prankster“ bestätigen wohl nur die Regel. Der große Rest der FO3-Achievements fällt schließlich wunderbar in diese Regel…]

    Ach, alle schon von Windows Phone 7 incl. LIVE-Integration gehört? Es geht auf Mobiltelefonen weiter… ;) :(

  8. Puschel - 18.02.2010 02:19

    Zu den Übersetzungen der Errungenschaften: das richtig zu machen ist häufig schwer und manchmal nahezu unmöglich. Selbst für Spieler aus dem ursprünglichen Kulturkreis ist manches Wortspiel zu hoch, wir Hinterwäldler haben bestenfalls mit umfangreicher Erklärung eine Chance. Man sehe sich zum Beispiel die Wortspiele und kulturellen Anspielungen bei den L4D2-Errungenschaften an oder wundere sich darüber, wie man um das Wörtchen cr0wnd einen ganzen Blog-Eintrag bauen kann.

  9. Cody - 18.02.2010 02:46

    @ Zulu :) Ist bei mir und dem grossteil meiner „Zocker Kumpels“ auch nicht anders-andererseits kenne ich aber auch einige Typen die sich dieses „Naruto“ game mal eben übers WE ausleihen weil man da in 20 Minuten 1000GS zusammenkratzen kann.
    Das mit dem Spiel/Sozialverhalten ist auch ein interessanter Ansatz denn genauso wie es ettliche Games mit ziemlich willkürlichen GS Achievements gibt, gibt es eben auch solche die bei genauerem „Anklicken“ etwas über den „Skill“ des jeweiligen Spielers verraten und tatsächlich auch online Mit/Gegenspieler die darauf reagieren. Gutes Bsp. zb.die CoD Serie:Da kann ich online einigermassen gut mithalten und ernte selten Kommentare-BIS die Jungs dann in meinen Achievements blättern und sehen dass ich das Game nie auf Veteran geschafft habe-von da an bin ich für den Rest der Nacht der german noob :)

  10. jello - 18.02.2010 02:49

    Da is‘ was dran. VALVe haben es [bisher] aber – zum Glück muss man fast sagen, guckt man sich die Achievement-Übersetzungen von HL2:E2 und TF2 an – unterlassen, die Achievements von L4D und L4D2 zu übersetzen… Und da ich selbst weiß, dass man nicht alles – Kulturkontext usw. betrachtend – kurz und knackig übersetzen kann, und die eigene Einfallslosigkeit einen zumeist hindert, ein stimmiges Äquivalent zu finden, sollte man vllt. direkt dazu übergehen, die Titel unübersetzt zu lassen, denn ein Mix aus [„echten“] Übersetzungen und Entlehnungen säh‘ auch eigenartig aus… Und viele Leute sollten beim Anblick der Originale eher ein Lächeln ins Gesicht gezaubert bekommen, als beim Anblick der Übersetzungen.

    Interessante Artikel/-s Blog, Puschel.

  11. manuspielt - 18.02.2010 09:00

    ich habe GTA4 wirklich gerne gespielt. Aber genau DIESE zwei Momente sind hängengeblieben: Der fünfache Salto auf dem Flughafenfeld und das „Hubschrauber unter Brücken fliegen“. Ich weiß nicht, ob ich diese zwei Sachen so intensiv gemacht hätte ohne Achievement. Mir sind die Punkte dahinter auch schnurz, aber als Mini-Ziele des Spiels mit kleiner „Belohnung“ – das funktioniert. Sehe das haargenauso wie du, wenn es Arbeit ist und keinen Spaß verspricht, dann reizt es mich auch nicht (200 Tauben my ass)

  12. manuspielt - 18.02.2010 09:16

    Auch ein gutes Beispiel. Ich spiele gerade Plants vs Zombies auf dem iPhone. Hat auch Achievements, aber natürlich bekomme ich dafür keine GS. Hell, das ist noch nicht mal an OpenFeint oder Plus+ angebunden. Aber die Achievements machen einfach SPASS. Bestimmte Level ohne diese oder jene Pflanze zu schaffen oder 10 Zombies mit einer Kirsche in die Luft jagen… super, das ist reizvoll, die alle zu haben. Auch wenn es keiner sieht!

  13. grobi - 18.02.2010 10:16

    @manu: „Belohnung“ ist ja auch ein sehr starker psychologischer Mechanismus.

    @Puschel und jello: Die Wortspielhölle bei den Achievment-Namen kann man teilweise gar nicht sinnvoll übersetzen. Ich kann englisch halbwegs gut genug um sagen zu können: das würde ich auch niemals vorwerfen.

    Mir ging es um die Kurzbeschreibungen. Beispiel „Clownd“, L4D2: „Honk the noses of 10 Clowns.“. Also 10 Clownnasen hupen lassen, in dem ich im entsprechenden Level auf die Clown-Zombies einschlage, statt sie zu erschiessen. Übersetzt ist das allerdings mit: „Bring 10 Clowns um die Ecke“. Das ist einfach nur falsch. Ich hab mich die ganze Zeit gewundert, warum ich reihenweise Clowns ummähe, aber das Achievement nicht bekomme. Mir ist auch klar, dass diese Beschreibungen sinnvollerweise auch eher als Rätsel statt als konkrete Handlungsanweisung formuliert werden. Aber falsch übersetzt ist falsch übersetzt.

    btw: „USA erklärt“ lese ich schon einige Zeit und dafür lohnt auf jeden Fall ein Bookmark.

  14. m.a. - 18.02.2010 19:06

    Pro-Tipp in Sachen „ungerechtigkeit der Punkteverteilung“: http://www.trueachievements.com/

    Die kucken wie viele der eingetragenen Spieler ein Achievments schaffen und vergeben einen entsprechenden angepassten Score. Find ich ganz witzig.

    Auch, dass man, wenn man den Drang zum Completionist hat, sich „To-Do“ Listen mit ungeschafften Achievments der bereits gespielten Spiele zusammenstellen kann…

  15. Puschel - 18.02.2010 20:16

    Zu Belohnung: es wäre ja schön, wenn es so wäre. Für mich ist es bestenfalls eine Belobigung. Unter Umständen verhilft es mir zu mehr Ansehen bei meinen Homies („1337 Headshots am Stück? Das ist eine Leistung“) oder sorgt für Kopfschütteln bei Uneingeweihten („200 tote Pixel-Tauben? Anhand eines ausgedruckten Stadtplans aus dem Internet? Weil andere Leute schon längst alle Tauben gefunden haben und du nur noch deren Plan abgearbeitet hast? Das ist eine Leistung“).
    Wäre jeder Spieler eine Insel und würde solche Achievements eigenständig erringen, hätte der Completionist in mir ja einen Funken Mitgefühl, aber da für jede Errungenschaft ein detaillierter Plan im Internet zu finden ist, gehe ich von Ab- statt Erarbeiten aus.
    Zu http://www.trueachievements.com: die GTA’sche Taubentötung bekommt auch dort eine Menge Punkte. Das macht sie nicht besser. Ich war zum ersten Mal auf der Site, aber das System scheint mir die oben erwähnten Früherringer zu benachteiligen, die sich die Punkte noch selbst erkämpfen und nicht den ausgetretenen Pfaden eines gaming guides folgen.

  16. Daniel - 18.02.2010 21:08

    Mein Problem mit True Achievements ist ja, dass sich dort nur der harte Kern rumtreibt und auch nur deren Erfolge für die Berechnung benutzt werden.

    Und gegen schnelle Punkte in einfachen Spielen macht das System auch nichts. Es werden niemals weniger als die normalen Punkte berechnet.

  17. Pascal - 19.02.2010 10:03

    Ich treib mich ja recht gerne bei TA rum. Erstens ist es ein besserer Verteilungsansatz als das noch viel unfairere Standardding, zweitens ist die Seite nicht so zum Kotzen wie xbox.com. Ich benutze es auch weniger zum Punkteschwanzvergleich (außer gegen Der Isaak), sondern vielmehr um einfach zu sehen, welcher meiner Freunde welche Achievements geholt hat und um nachzusehen, wie viele Leute das Achievement haben, das ICH gerade geholt hab.

    @Puschel: Es gibt immerhin eine Highscore für die ersten 9 Leute, die ein bestimmtes Achievement gewonnen haben. Das ist zwar natürlich viel zu wenig, aber wie gesagt immer noch besser als der Standard.

    @Daniel: Ersteres stimmt nicht, es wird jedes Profil zur Berechnung herangezogen. Christian steht schließlich auch in meiner Freundesliste ohne dort auch nur angemeldet zu sein. Nicht angemeldete Benutzer werden aber nur einmal in der Woche gescannt. Zweiteres hingegen ist vollkommen richtig. Bis 95% (oder so) sollte es die normale GS bringen, danach rapide absinken, bei 100% dann nur noch 1 Punkt Erinnerungswert oder so.

  18. Missingno. - 19.02.2010 10:36

    Zweiteres hingegen ist vollkommen richtig. Bis 95% (oder so) sollte es die normale GS bringen, danach rapide absinken, bei 100% dann nur noch 1 Punkt Erinnerungswert oder so.

    Bliebe dennoch das Problem, dass man für manche (potentiellen) 1 Punkt Achievements 10h arbeiten muss, während man andere geschenkt bekommt (Zeitaufwand wenige Sekunden). Also angenommen, ein 5 Punkte Achievement ist nach 10h spielen erreicht, ohne an irgendwelche abstrusen Bedingungen gekoppelt zu sein, dann erreichen viele Leute dieses Achievement. Genauso bekommen sie die 1000GS bei King Kong innerhalb kürzester Zeit. King Kong ist dann immer noch ein paar TS wert (wie viele Achievements das Spiel auch immer hat), das „10h Achievement“ aber nur 1 mickriges Pünktchen.

  19. Daniel - 19.02.2010 12:33

    Ersteres stimmt nicht, es wird jedes Profil zur Berechnung herangezogen. Christian steht schließlich auch in meiner Freundesliste ohne dort auch nur angemeldet zu sein. Nicht angemeldete Benutzer werden aber nur einmal in der Woche gescannt.

    Stimmt, es werden mehr Leute gescannt, als angemeldet sind, aber ganz sicher nicht alle Xboxler. In den Statistiken sind nur ca. 73 Tausend User. Bei 38 Millionen verkauften Konsolen sind das nicht so viele.
    Ich konnte auf der Seite leider nirgendwo Infos zu den Scan-Kriterien finden.

  20. Manu - 19.02.2010 13:09

    Da ich erst seit GTA4 eine 360 habe geht der Schwanzvergleich eh an mir vorbei, da man ja allein durch die ANZAHL der Spiele, die man einfach nur SO durchgespielt hat schon mehr GS gesammelt hat, als ich JE einholen könnte.

    Und schließlich wissen wir alle, dass das Alter beim Schwanzvergleich keine Rolle spielt. Eher im Gegenteil ;)

    Also GS müssten eher nach „Investierte Zeit/Punkte“ berechnet werden oder sowas in der Art, gepaart mit dem Schema von True Achievements mit der Gewichtung (also Schwierigkeitsgrad der Achievements). GS als Effizienz-Anzeige, das wäre fein.

    Und vor allem: GS müsste endlich plattformübergreifend werden. Meine 100 Sterne in Mario Galaxy und eben gewonnenen Achievements von Plats vs Zombies haben ja so gar kein Gewicht!! ;)

  21. Pascal - 19.02.2010 18:20

    In den Statistiken sind nur ca. 73 Tausend User. Bei 38 Millionen verkauften Konsolen sind das nicht so viele.

    Oh, so genau hab ich noch gar nicht nachgesehen. Woher hast du denn die Zahl? Aus den Leaderboards?

  22. spieler eins - 19.02.2010 18:52

    unter deinem namen sind ein paar site-interne „achievements“, u.a. deine platzierung unter den registrierten usern, demnach sind es zzt. etwas über 68k.

    natürlich ist auch TA nicht perfekt, aber a) besser als garnix und b) finde ich die umfangeichen tipps und statistiken sehr nützlich/interessant.

  23. Puschel - 19.02.2010 20:40

    Ich habe mir bei Kotaku mal einige der Beiträge mit dem Achievements-Tag angesehen. Da ist einiges an wirrem Zeug über ebenso wirre Leute dabei. Vielleicht muss ich das ebenso wie Cosplay einfach hinnehmen, denn verstehen kann ich es nicht.
    Ich will das nicht auf die Subkultur des Videospiels beschränken. Gleiches gilt natürlich auch für Überraschungsei-Sammler auf der Suche nach dem verschollenen Schlumpf, Leistungssportlerinnen auf der jahrelangen Jagd nach der fehlenden Hundertselsekunde oder Tattoo-Junkies auf ihrem Weg zur vollendeten menschlichen Leinwand.
    Aber falls ich Fragen von „normalen“ Menschen beantworten soll, warum ich meine Zeit mit ballernden Muskelmännern auf dem Bildschirm vertrödele, anstatt etwas Sinnvolles zu tun, kann ich so wenigstens auf die Achiever verweisen und ihnen das Gleiche doppelt und dreifach vorwerfen. Danke Achiever, ihr lasst mich im Vergleich geistig gesund dastehen.

  24. Daniel - 19.02.2010 21:06

    Ach Puschel, sieh die Achievements doch einfach mal als Anregung in einem Spiel noch etwas anderes auszuprobieren als nur dem Grundspiel zu folgen.

    Ich denke die wenigsten werden die Achievemnts nur der Punkte wegen machen und jeder doofen Aufgabe folgen. Du findest vielleicht das Rumfahren und Einsammeln von Items doof, ich finde es in der passenden Welt sehr schön. Wahrscheinlich hätte ich das sogar ohne die Achievements gemacht.
    In Brütal Legend werde ich zum Beispiel NIEMALS 50 Multiplayer-Matches gewinnen, nur um ein paar Punkte zu sammeln, weil ich den Modus einfach doof finde.

    Für die normalen Spieler ist es also einfach ein kleiner Anreiz ein wenig mehr Zeit mit einem Spiel zu verbringen.

    Zusätzlich dazu gibt es noch die Hardcore-Achievement-Hunter, die nichts anderes tun. Da gibt es ja ganze Blogs, die ihre Sammelwut dokumentieren. Ein Spiel nur zu Spielen, damit Achievements reinkommen, kann auch ich nicht verstehen.

  25. ness - 20.02.2010 14:01

    Auch wenn ich als Wii- & NDS-only Spieler eher weniger mit Achievements zu tun hab, kann ich sagen, dass mich diese Beispielsweise bei Mega Man 9 dazu gebracht haben, schwierige Aufgaben anzugehen und auch zu schaffen. Und anders als früher konnte man hier ja auch die Bestätigung über die gemeisterte Herausforderung nachlesen. Von alleine und ohne „Rückmeldung“ wär ich auf so etwas wohl eher nicht gekommen^^.
    Damit konnte ich mir auch irgendwie selber was beweisen, denn es online zu vergleichen geht ja nicht wirklich.

  26. Puschel - 20.02.2010 23:08

    Okay, Achievements sind also Ratgeber und kein Mittel zum Schwanzfedernvergleich unter Jungpfauen. Aber wieviele Achievements hättet ihr ohne Punktevergabe gespielt? Was wäre, wenn Achievements nicht-öffentlich wären?

    Zu Nintendo: WiiSports Resort hat ebenso wie BoomBlox: Smash Party integrierte Achievements. Bereits am zweiten Abend nach dem Kauf der Wii, wurde ich, nach Erreichen des Pro-Status beim Bowling, als Held des Spiels mit einer Erwähnung auf dem Kalender geehrt. Lediglich Nintendos Friendsdesaster verhindert bis jetzt eine ähnliche Punktehatz. Die Wii-Squared wird mit Sicherheit ein vollwertiges Achievementregister mitbringen.

  27. Missingno. - 20.02.2010 23:51

    Was wäre, wenn Achievements nicht-öffentlich wären?

    Ganz ehrlich? Fände ich sogar gut. (Mein Gamertag ist weitgehenst privat.) Eben weil ich auch viel „Nintendo“ spiele und weil ich schon lange „Achievements“ bei Computerspielen kenne. Insbesondere dann, wenn die Erfolge sich im Spiel zeigen lassen können. Ich meine, was bringt es mir in Animal Crossing stundenlang gefischt zu haben, um alle Sorten dem Museum zu spenden? Eine kleine Fahne auf dem Dach. Keine Gummipunkte, kein weltweites Instant-Prolling, aber ich habe es trotzdem gemacht. Es ist eine sehr banale Belohnung des Spiels. Für mich.
    Ich habe bei Mario Kart (DS) die drei Sterne. Das sieht man zwar wiederum bei Onlinespielen, aber dafür gemacht ist es nicht wirklich.
    Bei Trackmania sammle ich auch schon immer die „grünen“ Autor/Nadeo-Medallien.
    Auch bei Rock Band spiele ich nicht einen einfachen Song auf Experte, um das Achievement abzustauben, sondern ich versuche möglichst viele Songs zu schaffen.
    Gallerien/Artwork sowie die einzelnen Soundtracks freizuschalten funktioniert meiner Meinung nach auch sehr gut als Motivation. (Natürlich gesetzt den Falles, dass das Spiel selbst motivierend genug ist.)

  28. ness - 21.02.2010 01:37

    Was wäre, wenn Achievements nicht-öffentlich wären?

    Mir persöhnlich wäre es ebenso egal, ich wäre trotzdem bemüht solche zu schaffen/erreichen, die interessant klingen und/oder eine Herausforderung darstellen, siehe schon genannte Wii-Spiele wie Mega Man 9 oder Wii Sports (Resorts). Solange man halt, in welcher Form auch immer, Feedback bekommt bin ich zufrieden =).

  29. SpielerZwei - 21.02.2010 12:34

    Für mich sind die Achievements quasi privat. Außer den anderen Polynesen habe ich niemanden in meiner Freundesliste. Wenn ich wirklich mal ein Achievement gezielt jage, was nur selten vorkommt, dann nur für mich. Den GS oder die Achievements als Profilierungsinstrument zu benutzen, finde ich ehrlich gesagt ganz, ganz arm…

  30. Pascal - 22.02.2010 14:03

    unter deinem namen sind ein paar site-interne „achievements“, u.a. deine platzierung unter den registrierten usern, demnach sind es zzt. etwas über 68k.

    Ich halte es für durchaus möglich, dass dort nur die registrierten Benutzer gezählt werden, bei den Durchschnittsberechnungen aber alle. Genau sagen kann ich das natürlich nicht.

  31. SpielerDrei - 23.02.2010 00:24

    Ich vermute, dass die Pro/Contra-Spaltung bezüglich Achievements parallel zur Öfter Spielen/Einmal Spielen-Front verläuft. Aber was das Tollste an Achievements ist: Mit einem Tastendruck in der Systemsteuerung könnt ihr Miesepeter sie für immer aus eurem Bewusstsein verbannen. Ich hingegen wünsche mir noch ein viel umfangreicheres Drumherum. Ich will bei Sammel-, Dauer- und Häufigkeitsachievements in Zahlen und Fortschrittsbalken sehen, wieviele von wievielen ich schon hab. Ich will bei der Auswahl eines Spiels einsehen können, wer von meiner Freundesliste welche Achievements hat (was gleichzeitig auch endlich mal anzeigen würde, wer denn nun dank Spielbesitz als eventueller Partner oder Gegner in Frage kommen würde – bisher dient dazu nur die Highscoreliste bei XBLA-Titeln). Und ich fänds schön, wenn die erste Seite mehr als neun 100%-Spiele anzeigen könnte.

  32. spieler eins - 23.02.2010 01:06

    was mir an achiemevents neben den hübschen bildchen ebenfalls super gefällt: man erkennt schön, welche leute sich tatsächlich intensiv mit einem game beschäftigen und wer ein „ich hab’s nur angespielt aber labere gerne mit“-dummschwätzer ist =)

  33. Missingno. - 23.02.2010 20:49

    Einspruch!

    Achievements geben nicht den „Beschäftigungsgrad“ mit einem bestimmten Spiel wieder.

    Und dass man selbige komplett deaktivieren kann, wäre mir auch neu. Aber seit NXE findet man sowieso nichts mehr. :P

  34. SpielerZwei - 23.02.2010 22:20

    Ich halte das Argument, man könne an den Achievements erkennen, wie „intensiv“ man sich mit einem Game beschäftigt hat, für ziemlichen Blödsinn. Es zeigt nur, dass jemand sehr viel Zeit zum Spielen hat. Ich habe einfach keine Zeit, ein Spiel wie BioShock mehr als einmal durchzuspielen. Trotzdem bilde ich mir ein, durchaus eine Meinung zu dem Spiel haben zu dürfen. Ich brauche auch nicht besonders viele Achievements, um beispielsweise ein Rennspiel doof finden zu dürfen und trotzdem eine qualifizierte Meinung dazu zu haben. Und von der Willkür der Verteilung will ich gar nicht erst anfangen (bei vielen Spielen bekommt man beim ersten Durchspielen einfach nicht mehr als 250-350 GS…)

    Und das ultimative Gegenargument:
    Wenn ich dieser These folgen würde, wären so Typen wie z.B. Marc Dönskopp ja automatisch wesentlich größere Spieleexperten als ich…
    …und jeder 14jährige, der zwar nicht weiß wer Sid Meier ist oder wenigstens wie man „Ritalin“ buchstabiert, aber eine 360 hat, sowieso.
    q.e.d. 8)

    Und abstellen will ich die Dinger überhaupt nicht. Ich finde sie ja nicht doof, sondern bei manchen Spielen/Dingen sogar sehr motivierend! Sehr coole Idee von MS!
    Doof finde ich nur die Leute, denen der ganze Kram viel zu wichtig ist und die sich tatsächlich ernsthaft etwas auf ihren Gamerscore einbilden.
    Ich spiele seit fast 32 Jahren Videospiele auf allen erdenklichen Plattformen, aber habe auf der 360 innerhalb von 6 Monaten nur 2600 GS zusammenbekommen (ca. 150 davon hat übrigens mein 3jähriger Sohn erspielt). Disqualifiziert mich das jetzt automatisch innerhalb des Diskurses über elektronisches Spielzeug? – Kann schon sein. Ich bin der Meinung, dass man durchaus 30 Jahre lang Videospielespielen kann, ohne sich jemals ansatzweise ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben. Das schaffen unglaublich viele Menschen mit Filmen oder Musik ja auch. Aber macht einen ein richtig hoher Gamerscore, den man innerhalb der letzten 2-3 Jahre zusammengespielt hat, weil man seine Freizeit nahezu ausschließlich mit dieser einen Konsole verbracht hat, dann im Umkehrschluss automatisch zum Spieleexperten…? :)

  35. SpielerDrei - 24.02.2010 00:12

    @MissingNo: Du schaltest nicht die Achievements ab, sondern die Benachrichtigung im kleinen grauen Fenster, dass du eins gekriegt hast.

    Ansonsten redet ihr schön aneinander vorbei. Es geht nicht darum, anhand der Anzahl der Punkte (ob global oder spielspezifisch) irgendwelche Schlüsse zu ziehen, sondern anhand der einzelnen Achievements. Und da ist nun einmal klar ersichtlich, wer denn nun beispielsweise Borderlands durchgespielt hat, weil er das entsprechende Achievement hat, und wer noch zwischen Level 10 und 20 rumeiert. Da inzwischen die meisten Spiele so Waypointachievements haben, ist der Spielfortschritt oft gut zu erkennen. Ob man das jetzt mit Schwierigkeiten, Komplettlösung oder auf Easy macht, ist ja im Endeffekt egal, aber ist es zu oldschool, Meinungen von Menschen ernster zu nehmen, die tatsächlich das thematisierte Spiel durchgespielt haben?

  36. Puschel - 24.02.2010 01:16

    Nein, das halte ich für weitgehend irrelevant. Meine Aussagen müssen für sich bestehen, eine Reihe von überprüfbaren Achievements verleihen ihnen keine zusätzliche Überzeugungskraft. Über die „narrative Dissonanz“ bei GTA IV kann ich nach Nicos erstem Mord reden, dazu brauche ich nicht den Schlüssel zur Stadt, geschweige denn 200 tote Tauben auf meinem Gewissen.
    Ich gehe jetzt aber auch nur von Blogs und Kommentaren aus, die XBox-Live Plaudereien kann ich mir bestenfalls vorstellen. Bei den hier und anderswo geführten Diskussionen geht es nicht um Ruhm, Erfahrung oder Gamerscore-Glaubwürdigkeit, sondern um erhellende Einsichten und die kann eine Kommentatorin auch im ersten Level haben. Zusammenfassende Aussagen der Art „ich vergebe fünf von zehn Punkten“ oder „besser als Halo“ sollte ich mir dann allerdings verkneifen. Ausserdem werde ich mich schnell verplappern, sobald ich über Spiele rede, die ich nur per Gametrailers oder YouTube „gespielt“ habe.
    Speziell Borderlands halte ich jetzt aber für ein ungutes Beispiel. Darf ich mir erst ein Urteil erlauben, nachdem ich am Ende endlich die Gedankenkontrollkappe aus der geheimnisvollen Schatzkammer mein Eigen nennen darf? Wie weit sollte ich alle Klassen hochgelevelt haben? Sollte ich es zwei- oder dreimal durchspielen? Wieviel Zeit sollte ich im Multiplayer verbracht haben? Darf ich etwas zum narrativen Element sagen, ohne alle Tannis-Quests absolviert zu haben? Darf ich als Spieler einer Messermieze eine Meinung zum Maschinengewehrmedizinmann haben und umgekehrt? Gibt es für all diese Fälle ein Achievement, um einen Schwätzer schon vorab zu enttarnen? Was ist mit PC- oder PS3-Spielern, disqualifizieren sich die vorab, da deren Glaubwürdigkeit nicht überprüft werden kann?

  37. SpielerZwei - 24.02.2010 01:25

    Bei Spielen, die primär linear sind gebe ich Dir natürlich vollkommen Recht, Herr Drei. Aber es gibt sehr viele Spiele wo das nicht so einfach ist. Wenn ich in Spielen wie GTA nur strickt die Story spiele, habe ich fast nichts vom Spiel gesehen. Wenn ich Army of Two nur solo spiele, kann ich zwar nichts zum Multiplayer sagen, was bei diesem Beispiel zugegebenermaßen eine große Lücke ist, habe aber dennoch Story, Atmo und Mechanik ausreichend genossen. Und man kann sich als durchschnittlicher Spieler tatsächlich sehr lange mit Rock Band beschäftigen ohne nennenswerten GamerScore anzuhäufen.
    Ich spiele in meiner knappen Zeit gerne so viele gute Titel wie möglich. Das ist auf mehreren Plattformen selbst bei Beschränkung auf die sicheren (persönlichen) Hits schon schwierig genug. Da beisse ich mich ganz selten mal für längere Zeit in einem Game fest. Fallout 3 war das letzte. Und RB natürlich, weil SpielerinZwei das auch wie blöd spielt. Anyway.
    Mein Punkt ist: Du kannst das ganze drehen und wenden wie Du willst, am Ende ist es doch so, dass ein sehr hoher GamerScore bzw. die meisten Achievements, die über das „normale Durchspielen“ hinausgehen, den Nerds mit viel Freizeit und einer klaren 360-Präferenz vorbehalten sind. Ist ja auch vollkommen ok so. Aber dadurch sind doch nicht alle anderen automatisch kompetenzmäßig disqualifiziert.

  38. SpielerDrei - 24.02.2010 11:48

    Daran dreh und wende ich doch überhaupt nicht. Ich spreche doch ganz ausdrücklich von Waypoints, und selbst die sind leichter zu entschlüsseln, wenn man das Spiel selber spielt. Und bei denen kann man dann recht einfach erkennen, wieviel Zeit sich ein anderer nimmt, ob er gleich auf Achievements spielt, inwieweit er sich mit Nebenquests oder Multiplayer beschäftigt, welche Charakterklasse oder NSCs er mitnimmt etc. Mir gehts nicht darum, irgendeinen abstrusen „Wert“ eines Spielers oder dessen Meinung zu abstrahieren, sondern seine Spielweise zu einem bestimmten Grad nachzuvollziehen. Weil ich es interessant finde, wie unterschiedlich Menschen an Spiele herangehen.

    @Puschel: Wenn ich „x“ sage, sage ich doch nicht gleichzeitig „Nicht -x“. PC- und PS3-Spielerfahrungen haben natürlich keinerlei Auswirkungen auf irgendwas, zumal es ja noch weitere Möglichkeiten gibt, Spiele ohne entsprechenden Gamerscore ausgiebig zu spielen , sei es auf einer möglicherweise vorhandenen zweiten XBox, bei nem Kumpel oder Kollegen oder was auch immer. Und von dir als Beispiele herangezogene spezielle, nicht das gesamte Spiel betreffende Aussagen sind natürlich immer legitim (ich rede ja sowieso gerade nur von meiner eigenen Wertgewichtung, ich sag ja nichts Universelles). Borderlands habe ich hauptsächlich aus dem Grund als Beispiel herangezogen, weil ich damit niemandem auf meiner Freundesliste auf die Füße treten konnte.
    Im Endeffekt, ist das, worüberich hier schreibe, eh völlig irrelevant, merk ich gerade, weil ich ja keine Reviewschreiber auf ihre Achievementlisten hin observiere. Score-Stasi klingt gruselig.

    Aber wenn ich Fragen zu Bayonetta hätte, würde ich mich trotzdem zuerst an Holger wenden.

  39. Missingno. - 24.02.2010 16:03

    @MissingNo: Du schaltest nicht die Achievements ab, sondern die Benachrichtigung im kleinen grauen Fenster, dass du eins gekriegt hast.

    Eben. Dadurch gibt es auch keine Verbannung, denn die Achivements sind ja immer noch sehr präsent, ob das nun auf der Webseite, in meiner Gamercard oder im Xbox-Menü ist.

    Ich spreche doch ganz ausdrücklich von Waypoints

    Ja, aber das ist doch ebenso nicht aussagekräftig. Ich kenne jetzt GTA4 nicht, aber wenn ich statt der Story zu folgen und die entsprechenden „Waypoint-Achievements“ zu bekommen, mich stundenlang damit beschäftige Tauben zu jagen, befasse ich mich vielleicht viel mehr mit dem Spiel als jemand, der stur einmal durch das Spiel rennt. Noch schlimmer ist es, wenn ich nach 100h nur 190 Tauben habe, weil ich eben keine Internetkarte ausdrucke und die Positionen abhake. Ein anderer macht diese Fleißaufgabe anhand der Karte für „schnelle“ Punkte, befasst sich aber gar nicht so wirklich mit dem Spiel an sich.

  40. spieler eins - 25.02.2010 14:16

    Aber wenn ich Fragen zu Bayonetta hätte, würde ich mich trotzdem zuerst an Holger wenden.

    … und nicht etwa an sagen wir mal DuckterPepper (sonst hat keiner auf meiner liste das game, sorry, pepper…)

    – und woher weiß ich das? anhand der achievements und der dadurch bewiesenen expertise (alle alfheims gefunden und gemeistert eh? hut ab!)

  41. spieler eins - 25.02.2010 14:29

    nachtrag, weil alterssenil: achievements zeigen mir idR., ob jemand ein spiel kennt oder sich mit einem spiel AUSkennt.

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