polyrumble

PolyRumble: Sinn und Unsinn von DLC

Ladies and Gentlemen, wir begrüßen Sie recht herzlich zu unserem heutigen Schwergewichtskampf zwischen Manu und Christian. Manu, in der blauen Ecke, mit einem noch recht jungen Blogkampfgewicht, aber berüchtigt für seinen unerschütterlichen, euphorischen Willen, immer das Gute sehen zu wollen und Christian, in der roten Ecke, mit einem Bloggewicht von über 3 Jahren und mit den verbalen Waffen, die sogar Menschen aus Hafenvierteln rot anlaufen lassen würden. Sie werden ihren Schlagabtausch heute zu folgendem Thema ausfechten: „Sinn und Unsinn von DLC“

Der Stein des Anstosses: „Beschwerden muss sich nun auch 2K Games gefallen lassen, nach dem sich herausgestellt hat, dass der Download für den Bioshock 2 DLC Sinclair Solutions Test Pack zumindest bei der Xbox 360 Variante gerademal 24 KB groß ist. Insofern erscheint der Schluss recht nahe dass es sich bei dem eigentlichen Download nicht um wirkliche Inhalte, sondern nur um einen Unlocker handelt, der bereits auf der Disc vorhandene Teile des Spiels freischaltet.“ (Quelle: Games.at)

altManu:

Also ich kann diese ganze Aufregung nicht verstehen. Wenn ich Bioshock 2 zum Vollpreis kaufe, erhalte ich dafür doch auch ein komplettes Spiel. Ich kann das Spiel komplett durchspielen ohne Wenn und Aber – ich habe sogar die Möglichkeit, es öfter durchzuspielen, dank verschiedener Enden! Das Spiel erzählt eine in sich geschlossene Geschichte und bietet sogar, im Vergleich zum Vorgänger, einen kompletten Multiplayer-Teil mit verschiedenen Modi – ohne Aufpreis sozusagen, wenn man Teil 1 dagegen hält. Nun erscheint ein DLC in Form von neuen Maps für diesen Multiplayer des Spieles. Auf jeden Fall ist dies ein zusätzliches Angebot, um die Spieldauer zu ERHÖHEN, es kommen neue Features hinzu, die mir meine Spieldauer mit diesem Titel verlängern. Dafür muss ich Geld bezahlen, so ist das nun mal. Warum bitte die Aufregung? Nur weil die Daten bereits auf der DVD enthalten sind? Man zahlt doch für das Spiel und dessen Umfang und vor allem: für den Spaß, den ich damit haben möchte – nicht für Bits und Bytes auf einem Datenträger. Wenn der DLC NICHT auf der Disc enthalten gewesen wäre, würde sich auch keiner aufregen und von 2K fordern, den DLC gefälligst zu verschenken. Man hat vom Hauptspiel ja nichts vermisst für sein Geld. Ich könnte die Aufregung verstehen, wenn das Spiel plötzlich aufhören würde und im Spiel die Meldung käme: Sorry, um den Endboss zu sehen, bitte den DLC kaufen.

altChristian:

Nein, nein, nein und nochmals nein! So geht das nicht! An diesem ganzen Konstrukt des so genannten DLCs ist so vieles falsch, dass ich schon nicht mehr weiß, wo ich überhaupt anfangen soll. Zumindest in der Form, wie er derzeit von den wohl allermeisten Publishern gerne eingesetzt wird: Als schnelles Geld. Als Mittel, sich am eigenen finanziellen Erfolg dank Ausbeutung unwissender Spieler zu berauschen. Als Gelddruckmaschinerie und Abfall-Verwertung. Dabei gibt es an der Existenz von Downloadable Content als solchem grundsätzlich nicht einmal etwas einzuwenden. Im Gegenteil: Bei manchen Titeln macht es sogar regelrecht Sinn und erscheint als mehr oder minder faires Abrechnungsmodell für alle Beteiligten. Beispiel Guitar Hero: Natürlich kann ich als Konsument nicht erwarten, dass ein solches Spiel von vornherein mit den 1.000 geilsten Tracks der Rockgeschichte um die Ecke kommt. Stattdessen ein Modell ähnlich des herkömmlichen Musikmarktes einzuführen (Du kaufst Dir ein Abspielgerät (hier: das Grundspiel) samt Basisausstattung (auf der Disc vorhandener Content) und kaufst Dir nach und nach die Musik Deiner Wahl dazu), macht in meinen Augen sogar überaus viel Sinn. Schade bloß, dass wir hier von Activision reden, den Inbegriff konsumerfreundlichen Gutmenschentums mit Hang zu fairer Preisgestaltung *huuuust*.

Ganz und gar nicht okay ist aber der Versuch, Spielern durch Beschneidung eines Games und nachträglicher Freischaltmöglichkeit durch Einwurf weiterer Münzen oder durch Beigabe unnützen, aber überteuerten Bonus-Contents die hart verdienten Penunzen aus der Tasche zu ziehen. Erst recht nicht, wenn jener Bonuscontent es nicht ohne Grund nicht ins Hauptspiel geschafft hat und in der guten alten Zeit (TM) seine restliche traurige Zeit auf einer längst auf dem Schrottplatz vor sich hinschimmelnden, ausgemusterten Entwickler-Festplatte verbracht hätte. Das ist, als kaufte ich mir eine Schwarzwälder Kirschtorte ohne Kirschen und nachdem ich sie gegessen habe bietet der Konditor mir an, gegen einen kleinen Obulus das Geheimfach der Packung zu öffnen, um die nunmehr unnützen und längst grün angelaufenen Kirschen zu erwerben. – Nein, nein, nein und nochmals nein!

Das macht einfach von vorne bis hinten keinen Sinn. Beispiel Heavy Rain: das Spiel erzählt eine in sich konsistente Story, die zu einem abgeschlossenen Ende gelangt. Warum also noch tonnenweise DLC hinterherschieben und dieser Story neue Versatzstücke hinzufügen, die – so völlig aus dem Zusammenhang gerissen – weder etwas zur Atmosphäre, noch zur Lösung, noch zum eigenen Spielerlebnis, noch zur Charakterisierung der (bei einigen Spielern vielleicht schon längst verstorbenen) Charaktere hinzufügt? Warum in Bioshock nochmal nach Rapture zurückkehren, nachdem ich gerade alle Geheimnisse gelöst habe? Warum in Fable 2 die Abenteuer der Astloch-Inseln bestreiten, obwohl mein Charakter zu einem greisen Teufel gealtert ist, der das Abenteurerleben mit Beenden der Hauptquest hinter sich gelassen hat?

Das alles wäre ja noch als einfach sinnlos zu verkraften, wenn es in einem angemessenen Zeitraum nach Release des Hauptspiels erscheint und man zumindest das Gefühl hat, den Entwicklern läge etwas an der weiteren Pflege und Ausgestaltung ihrer Spielwelt und es handelte sich nicht bloß um hastig hinterher geworfenen Schrott, der während der eigentlichen Produktionsphase vom Tisch gefallen ist. Genau dieses Gefühl stellt sich bei mir allerdings unweigerlich ein, wenn mir jemand sagt: Du, da auf Deiner Spiele-Disc sind noch ganz viele tolle Inhalte, die Du nicht wie früher (TM) durch einfaches Freispielen, sondern einzig und allein durch harte Währung freischalten kannst. Nein danke, ich verzichte!

altManu:

Ich gebe Dir ja Recht, dass das Platzieren des DLCs auf der Kauf-DVD ungeschickt war. Es fühlt sich „doof“ an, aber es ist keine Beschneidung des Hauptspieles, das wäre bei ein paar Maps extra für den Multiplayer-Part wirklich übertrieben zu behaupten. Auch bei Heavy Rain fehlt dem Hauptspiel nichts und das DLC dient einfach der Atmosphäre, wie „Deleted Scenes“ oder „Audio-Comments“ bei Film-DVDs, die ja auch oft nur bei der teureren Special-Edition dabei sind. Die werden auch schon vorher mitproduziert, aber keiner würde für den Preis des Kinotickets erwarten, dass diese im Anschluß gezeigt werden oder auf jeder DVD mit dabei sind. Genau diese „Beschneidung der Games“, die du anprangerst, findet doch in den meisten Fällen gar nicht statt. Ausnahme davon sind die AC2 DLCs, die sich wirklich nahtlos in die Hauptstory als „Erinnerungen“ integrieren und die auch im Hauptspiel „übersprungen“ werden. Das sind dann auch DLCs, die man boykottieren darf (und muss), meiner Meinung nach. Aber nehmen wir doch mal das neueste Beispiel: das „Kasumi“-DLC für Mass Effect 2. Hier ist weder die Hauptstory von betroffen noch fühlt sich das Hauptspiel kastriert an. Nein, es kommt ein neuer Charakter für das Spiel heraus, mit eigener Geschichte, eigener Mission und mit dem Zusatz, dass ich, bei einem erneuten Durchspielen des Hauptspieles, auch diesen „neuen“ Charakter in meine Geschichte mit einbeziehen kann. Zur Struktur von Mass Effect 2 passt das perfekt und ich persönlich fühle mich als Spieler hier weder verarscht noch ausgebeutet. Wenn ich den DLC für 6 EUR nicht kaufe, verpasse ich nichts grundlegendes oder gar wichtiges, was ich zum Verständnis von Mass Effect 2 oder gar 3 bräuchte. Allerdings kann ich mir so wunderbar die Zeit bis zum Erscheinen von ME3 versüßen und noch etwas Quality-Time in meinem Lieblingsspiel verbringen. Auch habe ich hier nicht das Gefühl, dass es sich dabei um einen Content handelt, der beim Hauptspiel aus der Qualitätskontrolle gefallen ist. Die Kasumi-Loyalty-Mission ist klasse geschrieben, hat ein paar sehr lustige Kommentare und hebt sich auch inhaltlich vom Hauptspiel genügend ab, um dafür erneut Geld zu bezahlen. Dafür habe ich gerne 6 EUR ausgegeben.

Es läuft aber doch im Endeffekt immer auf zwei Dinge raus: 1. Die Qualität des DLC und natürlich das Verhältnis des Gebotenen zum Preis. (Hier unterscheidet sich DLC ja nicht von herkömmlichen Add-Ons oder Mission-Packs, die ja nur deswegen früher größer und umfangreicher waren, weil man für 1 Stunde Addon oder ein paar neuer Maps keine DVD produzieren wollte. Durch den digitalen Vertriebsweg kann man solche Inhalte natürlich schneller und direkter in kleinen Häppchen anbieten.) Aber wie gesagt: Qualität und das Preis- / Leistungsverhältnis müssen stimmen. Da dies natürlich sehr subjektiv ist, komme ich direkt zum zweiten Punkt

2. Die Käufer entscheiden mit dem Geldbeutel darüber, ob ein DLC gerechtfertigt ist und was wir für DLCs in Zukunft erhalten werden. Wenn ein DLC gekauft wird wie verrückt, dann ist wohl ein Bedarf dafür da. Nur weil ich „alternative Outfits“ für meine ME2 Recken nicht brauche und erst recht kein Geld dafür ausgeben möchte, heißt das ja noch nicht, dass es nicht genau dafür eine Zielgruppe gibt. Und was man ja auch nicht vergessen darf: Ein User, der sich im Kommentarbereich eines Spielemagazins über eine Sache beschwert, wirkt lauter als ein stummer Käufer. Wenn DLC nicht funktionieren würde, dann würde auch keiner produziert werden. Nur durch das NICHT AUSGEBEN von Credits kann man Microsoft mitteilen, dass 3 EUR für ein virtuelles T-Shirt Quatsch sind, oder dass ich nicht 15 EUR für 3 Maps bei MW2 bereit bin zu zahlen oder dass ich Ubisoft übel nehme, mir Erinnerungen aus AC2 raus zu nehmen. Wenn noch mehr Leute so denken wie ich, und sich das Zeug für den Preis nicht verkauft, dann wird es das auch nicht mehr geben. Hell, das ist Basisdemokratie at its best! Warum also die Aufregung? Wir haben es doch selber in der Hand.

Soweit sind wir glaube ich gar nicht auseinander, lieber Christian. Ich bin ein Freund von gut gemachtem DLC, weil der digitale Vertriebsweg es mir nämlich schneller und vor allem selektiver ermöglicht, weitere Stunden in einem Spiel zu verbringen, welches mir Spaß macht (und ich muss nicht auf die Post warten oder gar in einen, igitt, echten Laden dafür gehen). Ich habe gerne mit den Käufen für die Addons in Fallout 3 dafür gesorgt, dass weitere produziert werden. Hätte sich das erste DLC nicht gut verkauft, wäre die Firma kein Risiko eingegangen, „wie früher“ erst 1-2 Jahre an einer Missions-DVD zu arbeiten. Dank DLC können Inhalte direkt mit deutlich mehr Gewinn (dank gesenkter Vertriebswege und weniger Risiko) produziert werden. Und darum geht es schließlich, die Firmen produzieren die Spiele ja nicht zum Spaß. Das sind gewinnorientierte Firmen. Dass diese versuchen, mit dem, wofür sie hart arbeiten, Geld zu verdienen, nehme ich ihnen nicht übel. Ich nehme es ihnen nur übel, wenn Sie schlechte Sachen produzieren. Aber ich kann ja immer noch selber entscheiden, ob ich das kaufe oder nicht.

altChristian:

Ich finde im Übrigen, dass der auf Film-DVDs enthaltene Bonus-Content nicht mit eventuell bereits auf der Disc enthaltenem „DLC“ vergleichbar ist. Denn mal davon abgesehen, dass auch auf den regulären DVD-Veröffentlichungen bereits ein wenig Zusatzmaterial vorhanden ist, bin ich hier nicht dazu gezwungen, dafür mehr zu bezahlen. Stattdessen erhalte ich alles, was auf der DVD mitgeliefert wird, für den regulären Ladenpreis. Und wenn ich mehr Bonus-Material möchte, dann liegt es an mir, die Collector’s Edition mit zweiter DVD zu kaufen – oder eben nicht. Aber das nur am Rande. Die eigentliche Ironie am Beispiel Bioshock 2 aber ist ja, dass wir die ganze Zeit von Downloadable Content sprechen. Was im Falle von Bioshock 2 jedoch ABSOLUT. NICHT. ZUTRIFFT. Ich lade mir als Käufer keinen zusätzlichen Content herunter. Denn der ist ja schon auf der Disc. Ich lade lediglich einen Schlüssel zu einem weiteren Zimmer meiner Entertainment-Wohnung. Was völlig OK wäre, handelte es sich um eine Mietwohnung und der Vertrag wäre von Anfang an so aufgesetzt gewesen (um mal bei der Metapher zu bleiben). Aber wenn ich ein Haus kaufe, möchte ich auch, dass das gesamte Haus mir gehört (um die Metapher ein wenig weiter zu strapazieren). Ohne Wenn und Aber!

Wenn es den Publishern durch immer perfidere Kopierschutzmethoden und Bindung an Online-Accounts etc. sowieso nur daran gelegen ist, mir den Wiederverkauf zu vermiesen und mich zu schröpfen wo es nur geht, sollen sie wenigstens so ehrlich sein und aufhören zu behaupten, sie würden mir das Spiel, das ich im Laden erstehe, auch tatsächlich verkaufen. Dann sollen sie einfach sagen: „Hey, Du gibst uns 70 Euro und wir leihen die eine Nutzungslizenz“. Worauf ich dann frohen Herzens antworten kann: „FUCK YOU!“

Nein, worauf ich aus vollem Leibe schreien kann: „FUCK YOU, YOU FUCKING FUCKS!!!“

Man kann wirklich nur hoffen, dass irgendwann auch bei den Usern so etwas wie massenhafte Erleuchtung eintritt und sie endlich lernen, guten von schlechtem Content zu unterscheiden und tatsächlich massiv mit ihrem verschlossenen Geldbeutel Druck machen. Wenn ich mir allerdings die Verkaufszahlen zum von Dir, lieber Manu, ins Feld geführten Stimulus-Pack für Modern Warfare 2 anschaue, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln und hoffen, dass die Dummheit der Menschheit diese alsbald zu ihrem vollständigen Ende treibt. Himmelherrgottarschundzwirn, Leute! Ich bitte Euch! 2,5 Millionen Verkäufe in der ersten Woche?!? Hallo?!? – Ach, was rege ich mich eigentlich auf? Ach ja, deshalb: Weil ich als konsequenter Verweigerer irgendwann doch automatisch gezwungen wäre, mir den überteuerten Rotz trotzdem zu kaufen, weil ich ansonsten gar nicht erst versuchen muss, einer MW2-Multiplayer-Partie beizutreten. Da jeder Map-Cycle von diesem Müll verseucht wäre. Im Sinne einer ausschließlich auf Gewinnoptimierung und Kundengängelung ausgelegten Geschäftspraxis, wie sie derzeit größtenteils vorherrscht, kann ich deshalb nur noch einmal abschließend flüstern: „FUCK YOU!!!“ ;-)

Ansonsten kann ich nur sagen: Downloadable Content kann eine schöne und sinnvolle Methode sein, um Fans des eigenen Spiels im Nachhinein mit weiteren, liebevoll gestalteten und sinnvoll integrierten Inhalten zu beglücken und so in gewisser Weise auch emotional an das eigene Studio/Label/whatever zu binden. Kundenzufriedenheit FTW!

altManu:

Das war ein Schlußsatz, den ich auch so unterschreiben würde. (Ich dachte wir wollen uns hier battlen und jetzt einigen wir uns auf ein gemeinsames Schlußfazit? Damn, Ziel verfehlt.)

Nun Ihr, liebe Leser: Erklärt uns doch bitte mal, warum ihr z.B. das Stimulus-Pack oder die AC2 DLCs TROTZDEM gekauft habt. Und hat sich tatsächlich jemand für digitale Avatar-Klamotten und Sonnenbrillen für ME2-Charaktere hinreißen lassen? Traut euch, steht dazu, wir sind doch unter uns!


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19 Kommentare

  1. Thomas - 14.04.2010 12:09

    Ich bin da voll bei Christian. ;D

    Und: Generell kaufe ich kaum DLC, weil ich diesen nicht weitergeben/ausleihen kann. Auch ganze DLC-Spiele kaufe ich ungern bzw. lieber im Angebot, wenn sie mal irgendwann runtergesetzt werden. Klamotten für Avatare oder Möbel für PlayStation Home (die wohl größte Datenverschwendung evar) gehen allerdings GAR NICHT.

  2. schnorri - 14.04.2010 13:43

    Das ich meinem Avatar den Zylinder aus Fable 2 gekauft habe, bereue ich keine Minute, der sieht zu geil aus 8)

    Aber mittlerweile kann man mich mit DLCs nicht mehr Ködern, die Astlochinsel bei Fable 2 warn Witz und das Borderland Add-On auch nur’n Disaster (ok, war selbst Schuld wegen Uncut und so).
    Ich verweigere mich mittlerweile sogar den vermutlich guten Zusätzen wie den neuen Trials HD Strecken :(
    Den Content für Mass Effect 1 hab ich auch noch nicht genutzt obwohl er beim Kauf dabei war.

    Fetzt doch alles nicht, das Preis/Leistungsverhältnis und die verhinderte Weitergabe rauben einem den ganzen Spass.

    lg

  3. MasteRehm - 14.04.2010 15:17

    Ich bin da etwas mehr Manus Meinung, wobei ich auch Christian verstehe. Ein DLC auf einer DVD, geht ja eigentl. gar nicht, stimmt ;)

    Mit DLC habe ich so gut wie keine Erfahrung, da ich immer ein neues Spiel vor mir liegen haben und froh bin das Hauptspiel durchgespielt zu haben :D

    Ich sehe einen Vorteil beim DLC auf DVD, den ihr nicht angesprochen habt: Ich verbrauche keinen Speicherplatz auf der HDD der Xbox z.B. Ich habe nur eine 20GB Festplatte und da ist mir eh nicht viel möglich mit. Deshalb finde ich die Freischaltung dann mal gar nicht so übel ;)

  4. Onkop - 14.04.2010 17:24

    Naja, gerade im Spielebereich sind wohl stetig sehr viele Jungspunte unterwegs, die unerfahren sind und sich leicht ködern lassen.
    Die Lernfähigen unter ihnen lassen sich dann 1-2 mal verarschen und haben daraufhin auch die Schnauze voll und werden zumindest DLC kritischer.
    Das Dumme ist nur, daß nun mal permanent neues, naives Jungvolk nachkommt und sich immer wieder leicht ver“äppeln“ lässt.

    Ich betreibe es seit Jahren schon ausschließlich so, daß mir Games erst als Low Budget Versionen ins Haus kommen.
    Abgesehen vom Vorteil der niedrigeren Anschaffungskosten, bekommt man gepatchtes, hardwareschonendes Spielvergnügen, bei dem dann häufig auch der ganze DLC/Extended/Addon Kram inklusive ist.

  5. Manu - 14.04.2010 20:52

    Gibt übrigens auch die positiven Ausnahmen:

    http://www.joystiq.com/2010/04/14/free-splinter-cell-conviction-dlc-every-thursday/

  6. jello - 14.04.2010 22:45

    Ubisoft? Positive Ausnahme im DLC-Dschungel? Doch auch nur, weil sie ihren wg. des Absolut-Nerv-DRM geschädigten Ruf etwas retten wollen… Denn bedenke: Das ist doch tatsächlich der selbe Publisher, der die AC2-Erinnerungen aus dem Spiel geschnitten hat.

    DLC, den ich bisher gekauft habe, umfasst die drei Zusatzmissionen für The Maw und die Skin Packs von Killing Floor. Gemein haben beide, dass dahinter ein Indie-Entwickler steht, dem ich weitere finanzielle Unterstützung lieber gönne als EA, ActiBlizz, Ubisoft, Take 2 usw.
    Den DLC der Bethesda-Spiele Oblivion und Fallout 3 habe ich später jeweils mit der GotY-Edition erhalten. Auch wenn gerade bei FO3 die DLCs [wie auch bei GTA IV] vernünftigen, früher als reguläres Add-on verkauften Umfang boten, wäre der Kauf aller fünf Packs teurer geworden als der Kauf des egtl. Spieles. Für mich def. eine Schmerzgrenze – denn als „Komplettierer“ hätte ich schon gern jeglichen [Story-relevanten] DLC. ;)

    Diejenigen, die das Stimulus Pack für MW2 gekauft haben, kann ich sowieso nicht verstehen. Wenn die ActiBlizz tatsächlich 60 bis 70 + 15 $/€ in den Rachen schmeißen wollen, haben sie’s nicht anders verdient als ausgenutzt zu werden.

  7. Manu - 14.04.2010 23:00

    Gerade WEIL es Ubisoft ist meine ich ja, es gibt auch Ausnahmen. Mehr als eine PR-Aktion ist das aber sicherlich nicht, leider muss ich Dir da recht geben.

  8. grobi - 15.04.2010 12:00

    Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen DLC und einem Addon (welches man gegen Bezahlung auch runterladen kann, siehe GTA 4)?

  9. Christian - 15.04.2010 13:03

    DLC beschreibt ja eigentlich nur die Möglichkeit der Herunterladbarkeit. Die Addons zu GTAIV sind entsprechend auch DLC, aber eben welcher von der guten Sorte ;-)

  10. grobi - 15.04.2010 15:59

    Klar, das „downloadable“ bezeichnet nur den Vetriebsweg, aber „DLC“ ist doch inzwischen fast sowas wie ein feststehender Begriff für einen bestimmten „flavor“ von herunterladbarem Inhalt. Ich kann ja auch über XBL oder Steam oder GOG.com komplette Spiele herunterladen. Versteht ihr sowas auch unter DLC? Vermutlich nicht.

    Da ist irgendwo eine Grenze zwischen der berühmten Pferderüstung aus „Oblivion“ und den „GTA IV“-Addons. DLC würde ich als „Pfennigbetragsware“ betrachten und somit Dinge einschließen, die das Hauptspiel um gewisse Kleinigkeiten erweitern, die Spielerfahrung aber sonst nicht berühren. Pferderüstungen, Waffen, NPCs oder auch Mappacks bzw. ganze Missionen. Also Content/Inhalt im Rahmen der vorgegeben Spielwelt. „Guitar Hero“-Songs erweitern das Spiel nicht um neue Mechaniken, sondern um mehr … naja, Inhalt.

    Ein Addon ist dagegen ja schon aus der historischen Videospielforschung bekannt als ein nach oder gegen Ende des Hauptspiel entwickeltes Erweiterungspaket, das die originale Spielerfahrung/Spielmechanik um komplett neue Aspekte und Herangehensweisen erweitert. Also sowas wie die Zusatzpakete für Civilization (Warlords, etc) oder eben Gay Tony und die Rockerbande für das letzte GTA.

    Und ihr beide „streitet“ euch eindeutig um den Kleckerkram.

  11. Manu - 15.04.2010 16:02

    @grobi: kein Unterschied, DLC ist ja nur der Vertriebsweg. Wenn du einen DLC wie „Gay Tony“ auf Disc kaufst, ist es ja kein DL-Content mehr. Der Begriff wurde glaub nur geboren, weil „2 neue Maps“ oder „Sonnenbrillen für dein Avatar“ schlecht als AddOn im gelernten Sinne (sprich Umfang) durch gehen. Wobei sie natürlich dennoch etwas „addieren“. narf, you know what i mean.

  12. grobi - 15.04.2010 16:07

    Doch, das ist ein himmelweiter Unterschied. Lies genau: eine Sonnenbrille für meinen Avatar verändert die Spielerfahrung nicht.

    Ein Addon für Civilization verändert die ganze Spielmechanik, pupsegal, ob ich es herunterladen kann oder nicht. „Broken Steel“ verändert das Hauptspiel durch Entfernen des Levelcaps und ist für mich näher an einem Addon als an einer Sonnenbrille.

    Das ist auch eine Frage von Preis/Leistung. „Gay Tony“ IST ein komplettes Spiel. Der Zusatzcharakter für „Mass Effect 2“ ist das nicht.

    Ihr redet in dem Artikel nur über Sonnenbrillen und ob ich sie herunterladen kann oder ob sie schon auf der DVD sein dürfen.

    Oder drücke ich mich unverständlich aus?

    Sehr später Nachtrag: das würde bedeuten, der Freischaltcode für schon vorhandenen auf Disk enthaltenen Content wäre okay, wenn ich ihn auf einer separaten DVD kaufen würde?

  13. Manu - 15.04.2010 20:41

    @grobi. Natürlich ist da ein himmelsweiter Unterschied zwischen DLC und AddOn. Nur: who cares, wie man das nennt? Ich finde beides hat seine Berechtigung und über welches Medium ich das beziehe ist mir völlig wurscht, ich präferiere den Download, auch für AddOns wie bei GTA und Fallout und Borderlands. Da wird das nun eben halt auch DLC genannt zur Zeit, auch wenn AddOns gemeint sind.

    Sehr später Nachtrag: das würde bedeuten, der Freischaltcode für schon vorhandenen auf Disk enthaltenen Content wäre okay, wenn ich ihn auf einer separaten DVD kaufen würde?

    Mir war das ja eh schnuppe, aber so wie ich Christian verstanden habe natürlich auch nicht. Ihm ging es ja darum, dass es auf dem gekauften Medium Inhalte gibt, für die er zweimal zahlen muss. Ich halte ja dann dagegen, dass das ja auch nirgends stand, er es also doch auch nicht verlangen kann, dass das dabei sei und das Medium doch egal ist, wie das Zeug zu mir kommt. Extra-Inhalt kostet Extra-Geld.

  14. grobi - 15.04.2010 23:43

    Vielleicht bin ich euch jetzt zu sehr Querulant und Haarespalter, aber wenn ihr darüber diskutiert finde ich es sehr wohl wichtig zu definieren, worüber ihr da eigentlich redet. Die Begriffe sind ja per se schon krumm, ein „Addon“ ist eine Art Zusatzpaket, das „DLC“ bezeichnet im Wortsinn den Vertriebskanal. Ist ein Steam-Spiel mit diesem Vertriebskanal jetzt auch ein DLC in eurem Sinne? Das wäre doch die interessante Diskussion, dagegen unterhaltet ihr euch aber nur über Zusatz-NPCs und Mappacks. Zumal du im Artikel selbst zwischen Addon und DLC differenzierst, aber jetzt ist es dir wurscht, wie es heisst.

    Auf jeden Fall ist es die Begriffsdefinition Teil meiner Argumentationskette, denn ein Addon vom Schlage eines Gay Tony oder sogar grundlegend Spielmechanikveränderndes wie die Zusatzpakete für Civilization werden wohl nie als freischaltbarer Datenhaufen bereits auf dem Originaldatenträger sein. Insofern finde ich einen bezahlten Downloadcode für eine Menge Information, die zum ursprünglichen Auslieferungszeitraum schon physikalisch zur Verfügung stand, eine absolut bodenlose Frechheit, Kundenverarsche und Bauernfängerei. Schwierig wird die Diskussion dann bei Content wie der Pferderüstung, die irgendwann später als Ganzes heruntergeladen werden konnte. So einen Nippes bezahle ich eigentlich nicht und im Grunde halte ich auch einen läppischen Zusatzcharakter für solchen Nippes – ein nett gemachtes Missionspaket wie „Broken Steel“ et al dagegen war mir das Geld wert. Da liegt die Schwelle zum Kauf sicherlich bei jedem anders.

    Zu guter Letzt zeigt imho alleine schon der Name des MW2-Mappacks schon sehr deutlich und unglaublich zynisch, wes Geistes Kind dieses DLC-Konstrukt ist: als „stimulus package“ bezeichnete man zum Beispiel das 2008 unter Bush erzeugte Gesetzespaket zum Banken-Bail-out in Amerika. Der Wucherpreis passt da ja hervorragend ins Bild: ein bail-out für die Kaffeekasse des Kackfließbandshooter-Herstellers. Ehrlich, das alles lacht dem Konsumenten so kackend dreist ins feiste Gesicht, das ich kotzen muss.

  15. Manu - 16.04.2010 12:12

    wenn ihr darüber diskutiert finde ich es sehr wohl wichtig zu definieren, worüber ihr da eigentlich redet.

    Wir haben doch explizit damit eingeleitet. Ausgangslage war, dass ein DLC auf der Kauf-Disc enthalten war, den man zusätzlich freikaufen muss. Dafür spielt es meiner Meinung nach keine Rolle was jetzt jeder für sich noch als „AddOn“ bezeichnen würde und was nicht.

    denn ein Addon vom Schlage eines Gay Tony oder sogar grundlegend Spielmechanikveränderndes wie die Zusatzpakete für Civilization werden wohl nie als freischaltbarer Datenhaufen bereits auf dem Originaldatenträger sein

    Aber doch, genau darum ging es doch. Stell Dir vor, die Bits und Bytes von „Gay Tony“ wären schon auf der DVD enthalten gewesen. Es stand aber nirgends drauf beim Kauf. Würdest Du dich dann aufregen, wenn du einen „Freischaltcode“ kaufst dafür, um diese Addons freizuschalten? Ich persönlich nicht, weil es weder das Hauptspiel beschneidet noch als Teil des Kaufes angepriesen wird. Ich wäre eventuell sogar froh, nicht erst 1-2 Gigs runterladen zu müssen sondern nur 24kb für den Key. DAS war meine Ausgangslage. Ob die Daten auf der DVD dann den Umfang eines „AddOns“ haben oder nur ein paar neue Multiplayermaps sind, spielt bei dem Punkt erstmal keine Rolle für mich.

  16. grobi - 16.04.2010 13:06

    Ick glob, wir müssen das mal bei nem Bier klären, denn ich steht jetzt hier aufm Schlauch und wir tippern gehörig aneinander vorbei. Die Überschrift lautet „Sinn und Unsinn von DLC“ und so wie ich den Diskussionsverlauf sehe, ist der Bioshock-Key nur der Ausgangspunkt. Wenn es lediglich darum gehen sollte, dass ein bestimmter Zusatzinhalt schon ausliefert und später per Bezahlkey freigeschaltet wird und dass Christian das scheisse findet und du nicht… wieso schreibt ihr dann soviel? Vor allem über verschiedene Arten von Zusatzcontent? Was hat die Qualität der Fallout-Zusätze (die als fetter Download ankamen) und die Preis/Leistungs-Diskussion mit der Frage zu tun, ob ich für ein schon ausgeliefertes Ding nochmal die Hand aufhalten möchte oder nicht? Ich versteh’s nicht.

  17. Amano - 17.04.2010 15:54

    Ich betrachte DLC auch als den Vertriebskanal und mache deswegen in meinem Post nur die Unterscheidung Add-on/DLC im Sinne von „alt“ und „neu“:

    Natürlich erzeugt die Beilage eines DLCs auf dem Datenträger, der später per Key (und Cash) freigeschaltet werden kann einen recht faden Beigeschmack. Wohl aus dem Grund, dass man hier (zu recht) vermuten könne, der DLC war ursprünglich kein DLC sonder wurde operativ aus dem Hauptspiel herausgerissen.

    Gegen DLC von der Art eines Gay Toni oder die zusätzlichen Kapitel zu RE5 habe ich persönlich wenig einzuwenden. Klar, als Nicht-Käufer kann das Gefühl aufkommen, man habe nicht das komplette Spiel gesehen, aber so ging es den Leuten auch damals als Firmen wie Origin z.B. die Secret Ops für Wing Commander herausbrachten und welche natürlich Überschneidungspunkte mit der Hauptstory hatten oder diese gar erweiterten (das damals handelsübliche Add-On).

    Ich beobachte bei mir folgendes Verhalten: Zusätzliche Maps, Items und anderer Klein-Scheiss wird links liegen gelassen, zusätzliche Kapitel kaufe ich hingegen hin und wieder, wenn das Spiel gut war (genau wie damals bei Add-Ons).

    Was aber absolut gar nicht geht, dass ist DLC, welcher mir innerhalb des Spieles angeboten wird. Ich denke da insbesondere an NPCs, die z.B. in Rollenspielen mit zusätzlichen Quests „herumhuren“ und sabbernd nach meiner Kreditkarte fingern. Sowas zerstört das Immersiongefühl im Spiel und hat deswegen dort absolut nichts zu suchen. Das bestrafe ich nicht nur mit DLC-Boycott, sondern mit Hauptspiel-Boycott.

  18. Cody - 20.04.2010 15:14

    Was ich ja auch recht interessant finde, aber wohl den Rahmen der Diskussion hier sprengen wird ist die Frage/bzw. deren Beantwortung ob DLC in Form von Addons heutzutage schon vor Auslieferung des eigentlichen Spiels programmiert wird? Eigentlich war ich immer der naiven Annahme daß DLC im Grunde nur dann nachgereicht wird wenn ein Spiel erfolgreich ist, bzw. eine gewisse „Stamm Kundschaft“ anspricht. Nun sehe ich in den letzten Monaten aber immer öfter daß wirklich UMFANGREICHER DLC bereits wenige Wochen nach Game release verfügbar ist und frag mich wie zur Hölle das geht? Beispiel Borderlands: Ist das wirklich möglich daß die Entwickler so umfangreiche Adons wie die Zombieinsel oder Fort Knoxx in nur wenigen Wochen zusammenbasteln oder liegen die bereits Tage VOR dem Release des Hauptspiels quasi fertig in der Programmiererschublade? Wenn dem so wäre…fühle ich mich dadurch geehrt oder verarscht?

  19. ness - 21.04.2010 01:01

    Ich werd ja nie verstehen können, wie man für rein optische digitale Sachen wie Avatare und deren Klamotten echtes Geld ausgeben kann.

    DLC hab ich persöhnlich bisher nur bei Mega Man 9 intensiv genutzt, auch, weil ich Capcom so dermaßen dankbar für das Comeback des blauen 8-Bit Bomber war, dass ich da nicht nein sagen konnte. Beim 10. Teil sieht es (bis jetzt jedenfalls) schon wieder anders aus^^.

    @ ob

    DLC in Form von Addons heutzutage schon vor Auslieferung des eigentlichen Spiels programmiert wird?

    In der englischen GamesTM hab ich erst kürzlich einen Artikel darüber gelesen, in dem beschrieben wird, dass es tatsächlich so ist, dass bei manchen Spielen richtig eigene Teams am DLC schrauben, der auch vielleicht erst bzw. schon zum Release fertig ist, aufgrund der CD-Pressung etc. aber Monate vorher hätte fertig sein müssen, wenn man ihn ins Hauptspiel hätte integrieren wollen. Von daher ist es nicht immer fair zu sagen, dass es Abzocke oder Verarsche ist. Allerdings werden solche Beispiele wohl auch eher die Minderheit bilden…

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