Broken Age

Vorsicht vor Spoilern zu Broken Age. Nicht hier in diesem Text, sondern ganz generell. Um zu verhindern, dass zu viel über die Story bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin des Spiels bekannt würde, hatte Double Fine ursprünglich sogar ein Review Embargo bis zum 27. Januar in Kraft. Nicht nur für die Presse, sondern auch für uns Unterstützer auf Kickstarter. Das wurde bereits einen Tag später wieder aufgehoben, aber die Intention dahinter ist verständlich. Mir sind bisher schon mehrere Reviews untergekommen, die für meinen Geschmack viel zu viel verraten.

Ich hatte nach der Kickstarter-Kampagne die weitere Berichterstattung ganz bewusst nicht verfolgt und habe bisher auch keine Folge der Dokuserie, die die Entwicklung des Spiels begleitet, gesehen. Und ich muss sagen, wirklich überhaupt gar keine Ahnung zu haben, was einen erwartet, ist die eindeutig beste Art, an Broken Age heranzugehen. Das Spiel hat auch in den ersten zwanzig Minuten schon seine WTF- und OMG-Momente. Die sind geschickt vorbereitet – und verschenkt, wenn man im Vorfeld davon gelesen hat. Allein der Kontrast zwischen *biep* und *bieep* ist schon *biep*.

Ist ja schon gut…

Wenn man mit Adventures im Allgemeinen und Tim Schafers früheren Spielen im Speziellen irgendetwas anfangen kann, kommt man an Broken Age sowieso nicht vorbei. Da reicht es, wenn man vom Review nur die 8/10 am Ende sieht.

Der zweidimensionale Grafikstil, oder sollte man eher Zeichenstil sagen, gefällt mir ausnehmend gut. Die Musik stammt von Peter McConnell, der schon die Soundtracks vieler LucasArts-Titel wie Monkey Island 2, Day of the Tentacle und Grim Fandango sowie aktuellerer Double-Fine-Spiele wie Psychonauts und Brütal Legend schrieb. Sie wurde eingespielt vom Melbourne Symphony Orchestra, einem richtigen, lebendigen Orchester! Die Sprecher sind durch die Bank ziemlich hochkarätig. Insgesamt macht Broken Age bis ins Detail, bis zur Animation, mit der die Menüs aufklappen, einen sehr polierten Eindruck. Ich möchte fast „wertig“ sagen, auch wenn das ein furchtbares Wort ist, das eher an Ledersitze in einem Mercedes oder das Türschließgeräusch eines BMW denken lässt.

Man hat keine Kosten gescheut, deshalb reichte die Kickstarter-Kohle auch nicht für das komplette Spiel. Broken Age wurde in zwei Akte aufgeteilt, von denen man im Moment lediglich den ersten spielen kann. Den zweiten Akt soll es später – „once it is complete“ – als kostenloses Update geben. Leider hat der erste Akt nur knapp über drei Stunden. Das liegt sicher auch daran, dass die Puzzles in dieser vorderen Spielhälfte nicht sonderlich schwierig sind und ich nirgendwo länger festhing. Wenn die Steam-Shopseite als Feature also „dieses eine Puzzle, das du nicht kapieren und dessen Lösung du online nachschlagen wirst, ohne jemandem davon zu erzählen“ verspricht, so muss ich ehrlich sagen, dass dieses Puzzle bisher nicht im Spiel ist oder ich euch nicht davon erzähle.

Abgesehen davon, dass der Schnitt und der Abspann mit den Namen sämtlicher Kickstarter-Sponsoren für mich etwas zu früh kam, fand ich die letzten zehn Minuten aber auch an sich nicht sehr *biep*. Sowohl die *biep* als auch die letztendliche *biiieeeep* *krrr*. Da *biep* ich für den zweiten Akt einfach *krrrssssch* massives *biep*, weil wir alle *biep*. Klar *biieeeep* eine *biep* über das *biep*, die viel *blopp*, als man *bieeeep* *biebop*. *Krrsskkrrs* so viel *bieep*.


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5 Kommentare

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