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It’s done!

Wer sind eigentlich diese hoffnungslosen Naivlinge unter den Gamern, die ernsthaft erwartet haben, dass Duke Nukem Forever ein super Spiel werden würde? Jedermann konnte doch das ganze Trauerspiel der Entwicklung 14 Jahre lang verfolgen. Die ständigen Verzögerungen und Vertröstungen seitens George Broussard und seiner Bande von geldverbrennenden Nichtstuern sollten spätestens vor 10 Jahren jedem intelligenten Menschen klar gemacht haben, dass da nichts Großes mehr zu erwarten war. Mal ehrlich: Ihr seid bestimmt die gleichen Typen, die gespannt auf Homefront 2 warten, weil THQ kürzlich versprochen hat, aus der Vollkatastrophe des ersten Teils zu lernen, oder?

Die etwas abgeklärteren Menschen unter uns, und dazu zähle ich mich arroganterweise auch selbst, konnten sich aber immerhin die Hoffnung bewahren, dass da am Ende, so DNF denn wirklich mal erscheinen sollte, vielleicht wenigstens noch ein unspektakulärer, aber solider Old School Shooter herausspringen könnte. Das war zugegebenermaßen auch positives Denken, aber zumindest nicht ganz unrealistisch. Schade, dass nicht einmal das geklappt hat…

Als es dem Publisher 2K Games letztes Jahr gelang, den Honks von 3D Realms endgültig die IP und den damit verbundenen Software-Scherbenhaufen namens Duke Nukem Forever aus der Hand zu nehmen, war ich tatsächlich überrascht. Kurz darauf verkündete man, dass Gearbox Software die Entwicklung übernommen hätten. „Na toll!“, dachte ich, „Die haben mit Borderlands 2009 zwar einen Achtungserfolg erzielt, aber ansonsten nur ihre dämliche Brothers In Arms Reihe und tonnenweise Auftragsarbeiten, vorzugsweise AddOns und Plattformportierungen, vorzuweisen.“ Kein wirklicher Grund zum Jubeln also.

Nur kurze Zeit später wurde der baldige Release-Termin bekannt gegeben und es war damit eigentlich schon klar, dass Gearbox in dem halben Jahr nichts anderes machen würde, als den 3D Realms-Nachlass zu einem lauffähigen Spiel zusammenzukloppen. Alles hing also davon ab, wie viel von Broussards Geschwätz darüber, dass der Duke so gut wie fertig sei, wirklich wahr war. Gearbox’ einzige wirkliche Eigenleistung würde wie gewohnt lediglich darin bestehen, die PC-Version auf die Konsolen zu portieren, was, wie man so hört, mehr schlecht als recht gelungen ist.

Und was haben wir PC-Spieler bekommen? Den gleichen Scheiß wie die Konsoleros, nur vielleicht nicht ganz so abgrundtief schlecht. Aber immer noch schlecht genug:

Natürlich ist Duke Nukem Forever kein richtig gutes Spiel geworden. Das war aber, wie schon gesagt, eigentlich schon lange klar. Was dann doch etwas überrascht, ist dass auch die moderate Hoffnung auf einen akzeptablen Retro-Shooter komplett enttäuscht wurde.

Ich rege mich nicht über die Grafik des Spiels auf. Die ist über weite Strecken des Spiels sogar ganz ordentlich, wenn man kein Crysis erwartet hat. Auch der absolute Mangel an innovativen Elementen und das unspektakuläre Gameplay entsprechen eigentlich dem, was ich schon vorher erwartet hatte. Aber dieser hoffnungslose Dilettantismus, der sich durch das ganze Spiel zieht, ist fast so ärgerlich, wie 2K’s Entscheidung, diesen offensichtlichen Haufen Entwicklungsmüll als Vollpreisspiel in die Regale zu stellen, um die Leichtgläubigen und unverbesserlichen Optimisten unter den Gamern gnadenlos abzuzocken.

Um zu verstehen, warum DNF nicht einmal als Old School FPS für alte Säcke wie mich taugt, muss ich zunächst einmal erklären, warum Duke Nukem 3D eigentlich so ein geiles Spiel war:

Ich unterstelle mal, dass viele von Euch DN3D nicht oder zumindest nicht bei Release gespielt haben. Und wenn doch, dann wart ihr 1996 wahrscheinlich wesentlich jünger als ich. Dies ist wichtig, um zu verstehen, dass nicht, wie so oft behauptet, primär die Figur des Dukes für den Erfolg und anschließenden Kult des Spiels verantwortlich waren. Dass der Protagonist eines Ego-Shooters mehr oder weniger coole One-Liner vom Stapel ließ, war damals neu, aber nicht der entscheidende Erfolgsfaktor. Außerdem waren fast alle seiner Sprüche aus bekannten Action-Filmen der 80er und 90er geklaut. Dennoch funktionierte das Ganze als Action-BadAss-Parodie ganz gut, weil man als Kind dieser Zeit einfach mit diesem Zeug aufgewachsen war. Die vermeintlichen Tabubrüche des Spiels, namentlich die barbusigen Frauen, die Strip-Club-Szene und der Porno-Kino-Level, waren ebenfalls kein entscheidendes Merkmal. Ich war 25 als DN3D erschien und schon damals weit davon entfernt, wegen ein paar grobpixeligen Brüsten jubelnd vorm Monitor zu sitzen…

Der wahre Grund, warum Duke Nukem 3D bis heute zu Recht als Kultspiel gilt, ist schlicht und ergreifend der, dass es für die damalige Zeit ein verdammt gutes Spiel war! Es hatte ein tolles Leveldesign, das weit mehr als nur eine Aneinanderreihung von Gängen war. Es gab großartige Waffen, die weit über das damalige Standard-Line-Up der Konkurrenz hinaus gingen. Seine hervorragende Spielmechanik, die ich aus Ermangelung einer besseren Beschreibung einmal „extrem geschmeidig“ nennen möchte, erreichen viele aktuelle FPS-Kollegen noch heute nicht. Zudem hatte DN3D einen super-spaßigen Mehrspielerteil, der jahrelang auf jeder LAN zum Pflichtprogramm gehörte. Und mit Holo-Duke, Jet-Pack und einigen anderen Gimmicks, bot Duke Nukem 3D auch jede Menge Innovation innerhalb des noch jungen FPS-Genres. Die Second-Hand-Coolness des Dukes und ein paar nackte Brüste waren lediglich das Tüpfelchen auf dem I.

All diese Qualitäten des Vorgängers besitzt Duke Nukem Forever nicht. Und dass der neue Duke nicht mehr die Action-Filme von einst parodiert, sondern nur noch auf ganz infantile Weise sich selbst, macht aus dem damaligen „Tüpfelchen auf dem I“ heute den kompletten Genickbruch. Ja, über die Halo– und Dead Space-Referenzen in DNF konnte auch ich kurz schmunzeln, aber ansonsten brachten mich die vielen pubertären Sex-Witzchen und platten Selbstreferenzen eher zum Fremdschämen. Wenn sich der Duke selbst treu geblieben wäre, würde er heute Tarantino-Filme zitieren und Matrix- oder Transformers-Witze reißen. Aber so wie er sich in DNF präsentiert wirkt er eher wie Otto Walkes, der auch heute noch in ZDF-Samstagabend-Shows seine uralten Gags aus den 70ern bringt und dadurch eher bemitleidenswert wirkt. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass 3D Realms irgendwann während der letzten 14 Jahren selbst aus den Augen verloren haben, mit wem sie es da eigentlich zu tun hatten…

Das ganze Spiel bestätigt meine letztjährige Befürchtung, dass die Programmier-Söldner von Gearbox lediglich den zusammengekehrten Abfall aus den 3D Realms-Büros zu einer lauffähigen Version zusammengeklebt haben: Die Qualität der Level schwankt stark, sowohl spielerisch, als auch grafisch. Man merkt wirklich, dass hier über die Jahre verschiedene Leute an verschiedenen Ideen gesessen haben, die am Ende so kein in sich konsistentes Ganzes ergeben. Das Schlimmste ist aber, dass man auch merkt, dass DNF zu keinem Zeitpunkt ein konkurrenzfähiges Produkt gewesen ist. Weder als State-of-the-Art-Shooter, noch als Old School Shooter. Letzteres war ganz offensichtlich nie das Ziel der Entwickler. Die diversen Engine-Wechsel während der Entwicklung und die vielen Elemente aus anderen Shootern der letzten 10 Jahre (Save-Points, Auto-Healing, 2-Waffen-Limit, Fahrzeuglevel, etc.) sind ein klarer Beleg dafür, dass meine Hoffnung auf einen kernigen Old School Shooter von Anfang an nicht zu erfüllen waren. Broussards Don Quixote-Truppe wollte immer das wiederholen, was den Duke3D 1996 ausgemacht hat: Ein FPS, das nicht nur einfach gut ist, sondern in jeder Hinsicht Genre-Standards setzt. Um so trauriger, dass sie davon immer weiter entfernt waren als viele 08/15-Billig-Shooter.

Wie schon gesagt, schwankt die Qualität der einzelnen Spielabschnitte in DNF sehr stark. Allerdings nicht zwischen „mittelmäßig“ und „gut“, sondern zwischen „geht so“ und „geht gar nicht“. Dass die Figur Duke Nukem nur noch ein peinliches Abziehbild seiner Selbst ist, habe ich ja bereits erwähnt, darum kommen wir nun zum eigentlichen Spieldesign:

Die Level sind alle sehr klein und überschaubar. Manchmal gibt es Abschnitte, die durch vermeintliche Weitsicht versuchen, einen anderen Eindruck zu vermitteln, aber die eher mittelmäßigen Landschaftstapeten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich seit vielen Jahren keine so engen Schlauchlevel mehr gespielt habe. Nach dem Durchspielen von Duke Nukem Forever hatte ich ernsthaft ein schlechtes Gewissen den Spielen gegenüber, denen ich in den letzten Jahren Schlauchlevel attestiert habe. Die meisten davon sind im direkten Vergleich zu DNF wahre Sandbox-Spiele! Die Waffen, damals eines der Herausstellungsmerkmale von DN3D, sind mehr oder weniger alle aus dem Vorgänger übernommen worden, was an sich nicht schlecht ist, aber in Verbindung mit dem 2-Waffen-Limit und einem höchst irritierendem Balancing zu einem katastrophalen Ergebnis führt. Man wird meist nur von ganz wenigen Gegnern gleichzeitig angegriffen. Diese sind im Gegenzug aber um so härter im Austeilen und Nehmen. Der Duke verträgt in etwa das gleiche wie die einzelnen Standardgegner. Man muss also auf normalem Schwierigkeitsgrad schon aufpassen, nicht ständig das Zeitliche zu segnen. An manchen Stellen wirft einem das Spiel dann aber doch ein paar mehr Gegner entgegen, was teilweise zu richtig unfairen Situationen führt, bei denen man dann öfter den Ladebildschirm sieht als den eigentlichen Level. Das wäre vermutlich nur halb so schlimm, wenn die Ladezeiten nicht aus der Hölle stammen würden. Sogar in lächerlich kleinen Arealen wird beim Ableben des Dukes jedes Mal fast eine Minute geladen, was einem irgendwann ziemlich auf den Senkel geht. Das Savepoint-System ist dabei aber überraschenderweise wenig störend, da die Checkpoint sehr eng gesetzt sind.

Aufgrund des Waffen-Limits beschränkt man sich relativ schnell auf das, was am besten funktioniert: Schrotflinte oder Pistole als Standardwaffe, weil sie den besten Kompromiss aus Munitionskapazität und Schaden darstellen, und zusätzlich noch ein stärkeres Kaliber, vorzugsweise Raketenwerfer oder Rail-Gun. Alles andere lässt man meist liegen. Die eigentlich witzigen Schrumpf- und Gefrierstrahler beispielsweise, sind durch das Balancing eigentlich fast nie sinnvoll einsetzbar. Das Limit der gleichzeitig zu tragenden Waffen kommt aus Spielen, die dadurch ihren Realitätsanspruch unterstreichen wollen. Das mag einem Irak-Shooter sicherlich gut zu Gesicht stehen, aber einem Duke-Spiel? Ich bitte Euch!

Nebenbei verkommen die wenigen Endbosse, eigentlich das Highlight vieler Retro-Shooter, in DNF zum Witz, denn sie sind alle relativ leicht zu besiegen, während man an einigen „normalen“ Stellen tausend Tode stirbt, weil 6 gleichzeitig angreifende Schweine-Cops für den zerbrechlichen Duke kaum zu meistern sind. Das Auto-Healing nützt einem da rein gar nichts, weil man sich in den lächerlich engen Levels vor mehreren Gegnern kaum verstecken kann. Wie man auf die arme Idee kam, das Deckungssystem aus GoW und Konsorten zu übernehmen, aber die eigentliche Deckung in den meisten Levels weg zu lassen, weiß wohl nur der gute Broussard. Das Balancing im Spiel ist jedenfalls kompletter Mist. Ich mag Herausforderungen, aber ich mag es gar nicht, wenn mich ein Spiel verarscht bzw. schlechtes Spieldesign dazu führt, dass ich mich verarscht fühle.

Unterstrichen wird dies noch von der völlig sinnfreien Möglichkeit, Dukes Ego, also seine maximale Gesundheit, durch Flippern oder andere kleine Gimmicks zu steigern. Diese Steigerungen sind so minimal, dass man selbst bei exzessivem Gebrauch dieser Option am Ende des Spiels statt von zwei Schüssen aus der Schrotflinte eines Schweine-Cops erst vom dritten getötet wird. Ein wirklich relevanter Effekt bleibt aus. Da kann man sich das in den Spiegel Schauen, das Flippern oder das Spielen am Einarmigen Banditen gleich ganz sparen. Insgesamt ist Interaktionen mit der Umgebung, einst ein Markenzeichen von DN3D, inzwischen ein durch und durch „Pointless Feature“. Es war natürlich schon damals sinnfrei, aber immerhin cool, weil so etwas in allen anderen Spielen dieser Zeit einfach nicht ging. 1996 war es halt noch etwas Besonderes, dass man Wasserhähne öffnen, Toiletten benutzen und Billardkugeln rollen konnte, auch wenn es keine Rolle für den Spielfortschritt spielte. Heute kräht allerdings kein Hahn mehr danach. Das wussten wohl auch die Entwickler und haben deshalb dieses Placebo-Ego-Upgrade-System eingebaut, anstatt sich eine wirklich sinnstiftende Mechanik für die Umgebungsinteraktion zu überlegen.

Aber natürlich ist nicht alles schlecht an DNF. Einige Level, wie zum Beispiel die Geschützpassagen, können tatsächlich unterhalten. Anderen merkt man zumindest die gute Idee dahinter an, auch wenn die Ausführung am Ende doch krankt. Die Monster Truck-Abschnitte sind beispielsweise ganz gut und auch die Verkleinerungseinlagen lassen die Genialität des Vorgängers kurz aufblitzen. Bedauernswerterweise leiden aber auch diese Teile des Spiels immer wieder unter dem durchweg schwachen Leveldesign: Zu eng, zu simpel, zu undurchdacht. Wirklich positiv aufgefallen ist mir nur ein Aspekt des Leveldesigns: Man wird nicht, wie heute im Genre meist üblich, durch eine Achterbahn gehetzt. Es gibt viele Abschnitte im Spiel, in denen man kaum auf Gegner trifft. Dass diese meist der Unterbringung von halbgaren Rätselaufgaben dienen, die man sich ganz offensichtlich bei Half-Life, S.I.N. und Co. abgeschaut hat, ist dabei durchaus zu verschmerzen, denn es ist eine fast vergessene Tugend alter Shooter, dass man sich das Spieltempo selbst einteilen kann. Ist ein Level „leergeschossen“, bleibt er auch leer. Es gibt kein nerviges Respawnen von Gegnern und auch kein Zeitlimit, das den Spieler zum Levelausgang hetzt. Dieses angenehme Pacing ist einer der wenigen Old School-Aspekte des Spiels, die mich dann doch streckenweise etwas milde stimmen konnten.

Unterm Strich bleibt aber dennoch festzuhalten, dass Duke Nukem Forever für mich kein Old School Shooter im positiven Sinne ist. Dem stehen einfach zu viele, unnötigerweise eingebaute Versatzstücke aus neueren Mainstream-Shootern und vor allem eine geradezu dilettantische Ausführung im rudimentären Spieldesign entgegen.

Ich habe mich wirklich bemüht, dem neuen Duke-Spiel ungehyped, milde und positiv gegenüberzutreten, aber wenn man die rosarote Nostalgie-Brille abnimmt, muss man leider ganz klar sagen, dass Duke Nukem Forever ein richtig mieses Spiel geworden ist. Jede Modding Crew hätte mit wesentlich weniger Resourcen und in deutlich kürzerer Zeit vermutlich ein wesentlich besseres Spiel hinbekommen. Freunde zeitgemäßer Videospiele können sich ob des fertigen Spiels nur angewidert abwenden. Aber auch Anhänger von Shootern der alter Schule werden wenig Freude an DNF haben, denn selbst ein aus heutiger Sicht ultra-simples Doom von 1993 ist um Längen besser designed als dieser Kernschrott. Von einem direkten Vergleich zu DN3D brauchen wir hier gar nicht erst reden. Der einzige Grund, DNF eventuell doch zu spielen, ist forensische Neugierde, um sich mit eigenen Augen von diesem Elend aus Einsen und Nullen zu überzeugen. Immerhin kann man aufgrund der deutlichen Flickenteppich-Struktur des Spiels einen recht guten Eindruck davon bekommen, wie lange an dem Teil herumgedoktert wurde und welche Einflüsse aus anderen Spielen über die Jahre von den Entwicklern aufgenommen wurden. Man sollte aber wirklich ein geduldiger Mensch sein. Wenn ich nicht diesen Artikel hätte schreiben wollen, hätte ich vermutlich spätestens nach 4-6 Stunden aufgegeben, mich durch diesen Mist zu quälen. Ich sage das nicht gerne über ein Spiel, aber mit seinen 12-14 Stunden Spielzeit ist DNF fast unerträglich lang geworden.

Am Ende bleibt noch die Frage, wer eigentlich der größere Naivling war. Diejenigen, die tatsächlich geglaubt haben, DNF würde nach all den Irrungen und Wirrungen seiner Entwicklungsgeschichte tatsächlich noch ein konkurrenzfähiger Shooter werden, oder Leute wie ich, die zwar schon lange nicht mehr an das Hitspiel geglaubt haben, aber irgendwie noch die Idee im Kopf hatten, das Spiel würde wenigstens ein adäquates Remake des Kultspiels von 1996 werden…?


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16 Kommentare

  1. Raremuh - 28.06.2011 05:12

    Ich habe DNF selbst nicht gespielt, lediglich die Demo, welche mir aber auch kein Stück zugesagt hat.

    Aber ich sehe deutlich den Business Plan hinter dem ganzen. Für nen paar Kröten die IP und die über 13 Jahre hingesauten Teile aufkaufen, das ganze lieblos zusammentackern, und dann durch Nostalgie und die Erwartungshaltung, na evtl taugts ja doch was, ein Paar Einheiten absetzen und dennoch Profit machen.

    Wer weiß ob es geklappt hat. Bisher sind wohl ne halbe Million Einheiten verkauft worden, wenn 2k das ganze billig über die Bühne gebracht hat könnte es sich sogar gelohnt haben.

    Ich weiß nur nicht wer jetzt der wirkliche Verlierer in der ganzen Sache ist.
    2k/Gearbox die mit einem grauenhaften, seit Jahren herbeigesehnten Spiel ihren Ruf bekleckert haben. Die Gamer welche auf ein gutes Spiel gehofft haben und so masslos enttäuscht wurden. Oder der Duke, der als eigentlich coole Figur jetzt 13 Jahre als Witzfigur der Gamingwelt herhalten durfte um dann am Ende mit so einem miesen Spiel abgestraft wurde, obwohl er sicher ein besseres verdient hätte…

  2. Manu - 28.06.2011 10:11

    @Raremuh: Denke auch, dass sich das gelohnt hat für 2K/Gearkbox. Den Image-Schaden sehe ich nicht. Ich würde auch sofort ein Borderlands 2 von Gearbox kaufen, weil für mich das DNF-Zusammenschustern genau das war: Aus den Bestandteilen ein lauffähiges Spiel zu machen. In DNF sind ja keine „kreativen“ Einflüsse von Gearbox enthalten, das basiert ja vermeintlich alles auf den Original-Daten. Ich denke, das war auch der Grund, warum Sie so einen halbgaren Code übernommen haben: Das Unvermögen, einen guten Duke zu machen, schreibt man doch jetzt nach Release erst Recht 3D-Realms zu.

    Der treffenste Satz bisher im DNF-Aufschrei war für mich von Yahtzee von Zero Punctuation (aus dem Kopf): „Of course i expected DNF to disappoint me, just not THAT much“ – was ja auch in etwa die Kernaussage von S2 ist, so wie ich das verstanden habe. Nicht mal ein brauchbarer Old-School-Shooter kam dabei rum.

  3. Missingno. - 28.06.2011 12:03

    Ich habe mir auch eine Kopie von DNF zugelegt. Nicht um sie zu spielen, sondern um sie ins Regal zu stellen. DNF interessiert mich nicht, ich kenne die Vorgänger nicht, habe keinen einzigen Teil gespielt. (Dabei wäre ich mit meinen 15 Jahren vermutlich absolut die Zielgruppe für DN3D gewesen.)

  4. Andreas - 28.06.2011 14:20

    Ich kann ja viele Kritikpunkte nachvollziehen, aber was mich an dem ganzen Anti-Hype stört: Fast alle diese Kritikpunkte kann ich auf jeden aktuellen Shooter anwenden. Trotzdem scheint das bei CoD, Homefront u.a. niemand zu stören.

  5. Missingno. - 28.06.2011 14:38

    Vielleicht habe ich es ja verpasst, aber wo wurde ein CoD oder Homefront von den Polynesen über den grünen Klee gelobt? Für diese Shooter spricht immerhin eine aktuelle Engine (= akzeptable Grafik) und kurze Spieldauer. ;)

  6. Andreas - 28.06.2011 15:05

    Ich habe mit den Anti-Hype die Reaktion in der ganzen Presse oder in Blogs gemeint. Dort klingt es überall so, als ob DNF die Wiedergeburt des Satans ist. Das Spiel ist nicht der schlechteste Shooter aller Zeiten.

  7. Jan - 28.06.2011 15:25

    Der „schlechteste“ Shooter aller Zeiten war „Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ und der hat richtig Spaß gemacht, da er sich selbst nicht richtig ernst genommen hat und einige Vertreter, die das Genre ursprünglich definiert haben, köstlich auf die Schippe nimmt.

    Solltet Ihr den Titel mal auf dem Grabeltisch für

  8. grobi - 28.06.2011 15:30

    Ein auf hochglanz getrimmter Scriptshooter ohne Inspiration wie CoD leidet an sicher an Problemen, aber die sind GANZ ANDERER Natur als bei einem mit Holzleim hektisch zusammengeklebten Haufen Schreben. Aus Keramik. Das war ein Bildniss, sorry.

    Manchmal frage ich mich, ob die Nukem-Fans tatsächlich kein Textverständnis mitbringen, oder ob sie in ihrer religiösen Verehrung einfach manche Dinge nicht sehen wollen.

    Andreas, wenn du mit einem Haufen Klumpatsch Spass hast, ist das total super für dich. Jetzt ohne Sarkasmus, ich glaube, niemand will deinen Spass in Abrede stellen. Aber man kann doch trotzdem so realistisch sein und die Dinge schlicht beim Namen nennen. Wenn was Braunes in der Ecke liegt, stinkt und Fliegen drauf sitzen, wird das wohl kaum ein Erdbeerkuchen sein.

    Wenn du jetzt mit der „oldskool“-Ausrede um die Ecke kommst, schreie ich.

  9. Andreas - 28.06.2011 15:41

    Kein Grund persönlich zu werden. Ich hatte meinen Spaß mit dem Spiel,aber ich bin kein Duke-Fan. Es geht mir auch gar nicht darum, ob einem das Spiel gefällt oder nicht – jeder kann das Spiel scheiße finden. Es geht um die Argumente und warum heute jeder nur Einheitsbrei spielen will. Im Gegensatz zu dir denke ich schon, dass CoD&Co ähnliche Probleme haben: zu linear, eine Story zum Vergessen, dumme K.I.. Vor allem sind sie auch furchtbar monoton – die 6-7 Stunden, die ich in Black Ops oder MoH verbracht habe, waren für mich noch zu lang.

  10. grobi - 28.06.2011 16:12

    Andreas, sorry, der mittlere Abschnitt war allgemeiner Natur, nicht an dich persönlich gerichtet.. Was mich bei der „Verehrer“-Clique so nervt ist, dass auf offensichtliche Schwächen in Punkto Spielmechanik, Pacing, Leveldesign häufig gekontert wird mit „das ist aber der Duke“, „das ist aber der Duke-Humor, den könnt ihr nicht verstehen, weil die Metaebene so verschwunden ist, wie Dolph Lundgren von der Leinwand“ und – der immer vorgebrachte Universalvorwurf – „das ist genau richtig so, weil Oldschool“. Das SpielerZwei DNF als ein nicht-funktionales und inkohärentes Sammelsurium diversester Designdokumentphasen beschreibt, bedeutet ja nicht im Umkehrschluss, dass CoD und co. der Weisheit letzter Schluss sind. Im Gegenteil: um reine FPS ist es dieser Tage eher schlecht bestellt. Mischformen Richtung DX3, Bioshock etc mal ausgenommen.

    Wenn du dagegen auch noch sagen möchtest, dass man Level breiter gestalten und großte, teure Blockbusterspiele mit einer größeren Bandbreite an Mechaniken ausstatten sollte, statt dem heuer so üblichen Nazikommunistenschiessen, dann… bin ich natürlich bei dir.

  11. grobi - 28.06.2011 16:26

    Andreas, sorry, der mittlere Abschnitt war allgemeiner Natur, nicht an dich persönlich gerichtet.. Was mich bei der „Verehrer“-Clique so nervt ist, dass auf offensichtliche Schwächen in Punkto Spielmechanik, Pacing, Leveldesign häufig gekontert wird mit „das ist aber der Duke“, „das ist aber der Duke-Humor, den könnt ihr nicht verstehen, weil die Metaebene so verschwunden ist, wie Dolph Lundgren von der Leinwand“ und – der immer vorgebrachte Universalvorwurf – „das ist genau richtig so, weil Oldschool“. Das SpielerZwei DNF als ein nicht-funktionales und inkohärentes Sammelsurium diversester Designdokumentphasen beschreibt, bedeutet ja nicht im Umkehrschluss, dass CoD und co. der Weisheit letzter Schluss sind. Im Gegenteil: um reine FPS ist es dieser Tage eher schlecht bestellt. Mischformen Richtung DX3, Bioshock etc mal ausgenommen.

    Wenn du dagegen auch noch sagen möchtest, dass man Level breiter gestalten und großte, teure Blockbusterspiele mit einer größeren Bandbreite an Mechaniken ausstatten sollte, statt dem heuer so üblichen Nazikommunistenschiessen, dann… bin ich natürlich bei dir.

  12. Tetz - 29.06.2011 19:44

    Wer hat denn bitte gedacht, Duke Nukem Forever würde gut werden? DNF hatte doch schon längst ein ähnlich schlechtes Image wie weiland Daikatana. Es haben doch praktisch alle erwartet, dass es schlecht wird.

  13. SpielerZwei - 29.06.2011 22:14

    Eine interessante These hast Du da, Tetz. Du sagst also, dass sich bisher knapp 600.000 Leute ein Spiel für 40-60 € gekauft haben, von dem sie schon vorher sicher annahmen, dass es scheiße sein würde?

  14. Tetz - 29.06.2011 23:46

    Ja, Neugierde ist eben trotzdem ein guter Grund. Und bestimmt waren auch ein paar darunter, die den ganzen Trubel um Duke Nukem nicht richtig mitbekommen haben und den neuen Shooter, der ja auch groß auf Plakaten in der Stadt beworben wurde, halt mal kaufen.

  15. Stiftnürsel - 30.06.2011 01:53

    Ich habe DNF noch nicht gespielt, werde mir das Spiel aber 100prozentig irgendwann kaufen. Einfach aus „historischen Gründen“. Irgendwie bin ich mit seiner Entwicklung ja aufgewachsen und war damals auch Feuer und Flamme, als es zum ersten Mal angekündigt wurde. Ich will vor allem selbst sehen, wo Elemente aus welcher „Epoche“ verwendet werden.

    Aber ich bin nicht bereit, dafür den vollen Preis hinzublättern. Ich kaufe mir zwar hin und wieder absichtlich schlechte Filme, diese sind aber auch weitaus billiger als DNF zum Neupreis. Und zum Glück kann ich nach all den Jahren auch ohne Probleme noch ein bisschen länger warten.

  16. Zzorrkk - 26.09.2011 18:09

    Mit ca. 24 Jahren fand ich DN3D ebenfalls ganz großes Kino und kann mich der Analyse, warum das damals einfach großartig war, nur anschließen.
    Ich habe erst diese first access Demo von DNF gespielt und trotz großem Entsetzen darüber aus purer Neugier und Nostalgie doch zum Schluß das ganze Teil erstanden.
    Auch mich nerven wirklich das schlechte Balancing und die 2 Waffen. Über Broussard hieß es ja immer, er wüßte, was Spaß macht. Und mir geht es auch nur darum. Wenn der Duke ruft, ist Grafik eher sekundär, Realismus bei KI auch, gute Schlauchlevels sind gern genommen. Es soll ein durchgeknallter spaßiger Trip sein. Nur ist es das irgendwie nicht. Hätte man Modern Warfare damit gepaart, hätte es vielleicht geklappt. So ist MW für mich eine zu ernst geratene Schießbude mit den Anspruch von Moorhuhnjagd im Singleplayer und der Duke in jeder Beziehung halbgar. Für beides kann ich mich nach 3 Stunden nicht mehr motivieren…

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