Im Schnelldurchlauf… (1)

Heck-HeaderHerzlich Willkommen zu einer neuen Rubrik, die Euch von nun an in loser Folge langweilen soll: Der Schnelldurchlauf. Eigentlich verstoßen Kurzbewertungen ja gegen alles, was uns Spielern heilig ist. Das ist irgendwie zu nah dran an den Prozentwertungen der Magazine. Aber andererseits finde ich es schade, all die Spiele, die ich in den letzten Monaten gespielt habe, mir aber aus den verschiedensten Gründen keinen langen Artikel wert waren, unter den Tisch fallen zu lassen. Und gerade in Hinblick auf den Budget-Markt, der ja für viele von uns nicht unwesentlich ist, kann auch so ein unaktueller Kurzüberblick wie dieser vielleicht hilfreich sein. Allerdings gilt natürlich, wie auch sonst immer an dieser Stelle: Es ist alles nur gnadenlos subjektive Meinung. Und zwar meine. Ob ihr es nun wollt oder nicht, here we go:

Gish (PC)
Einen Teerklumpen in der Mittagspause durch ein paar trickreiche Level zu bugsieren, geht für ca. 20 Euro voll in Ordnung. Ein paar nette Gameplay-Ideen wiegen Spargrafik, Nullstory, Nullatmosphäre und geringen Spielumfang aber nicht wirklich auf. Mancher Kollege spricht bei „Gish“ von einem Geheimtipp… – Aber sonst geht’s noch?!? Würde das Spiel zum Vollpreis angeboten werden, wäre es eher ein Grund für einen saftigen Verriss.

GTA San Andreas (PS2)
Welch ein Hype! Alle Welt ist verrückt nach San Andreas. Anscheinend stimmt wohl mit mir irgendetwas nicht, denn nach ca. 3-4 Stunden verschwand das Spiel im Regal, um dort zu verstauben. Ich habe „GTA: Vice City“ wirklich sehr gemocht, aber San Andreas funktioniert für mich überhaupt nicht: Vermurkste Steuerung, ätzendes Homie-HipHop-Deppen-Setting, unmotivierende Story, ein unsympathischer Hauptcharakter, hassenswerter Soundtrack und viele unnötige Schnickschnack-Ergänzungen (Hanteltraining, so so), die die Welt nicht braucht. Überladen und verzettelt.

Midnight Club 3 (PS2)
Teil 2 hat mich seinerzeit unzählige Stunden vor den PC gefesselt. Die dritte Runde des Mitternachtsclubs sieht zwar schöner aus und hat auch noch mehr Features zu bieten, aber leider erinnern gerade letztere irgendwie sehr an die Midnight Club-Plagiate der NFSU-Serie, welche ich wiederum nicht besonders schätze. Zuviel „Pimp My Ride“-Unsinn. Zuviel Anbiederung an die Generation von Asis mit Frittenständer auf dem Kofferraum.
Dennoch ist das Spiel ganz nett und empfehlenswerter als die besagten NFSU-Spiele.

Driv3r (PC)
Wie vernichte ich möglichst sicher 45 Euro? Klarer Fall: Driv3r kaufen!
Dieser GTA-Klon zeichnet sich durch eine dermaßen schlechte Steuerung aus, dass man immerhin einige Zeit damit verbringen kann, zu versuchen, irgendwie die Steuerung doch brauchbar zu konfigurieren. Wenn man dann allerdings feststellt, dass dieses Unterfangen aussichtslos ist, ist der „Spaß“ auch vorbei. Absoluter Fehlkauf.

Domination (PC)
Nach all den Jahren der Echtzeitstrategiespiele erscheint ein rundenbasierter Genrekollege nicht sehr attraktiv. Anachronistisch geradezu. Aber Domination rockt! Altes Battle Isle-Feeling kehrt zurück. Schöne Grafik, Kampagnen ohne Ende und viele Multiplayer-Möglichkeiten garantieren viel Spaß für Leute, die beim Einheitenherumschicken auch mal etwas nachdenken wollen. Die nichtssagenden Storyelemente kann man großzügig übersehen…

Act Of War (PC)
Die Antithese zu Domination: Solide Echtzeitstrategie mit wenig spielerischen Überraschungen, aber dafür grandioser Präsentation, bombastischer Grafik und cooler Storyintegration. Sehr kurzweilig, wenn auch nicht nachhaltig sättigend. Leckeres RTS-Fastfood.

HDR – Schlacht um Mittelerde (PC)
Toll inszenierte, spielerisch eher seichte Franchise-Strategie, die durchaus zu gefallen weiß. Für Jünger des Ringes sicherlich ein Muss. Alle anderen Spieler sollten den Kauf von ihren Bedürfnissen nach strategischem Tiefgang abhängig machen, denn in dieser Hinsicht ist die Schlacht um Mittelerde eher durchwachsen. Ansonsten gilt ähnliches wie bei „Act Of War“: Die Echtzeitstrategie wird immer schöner.

KOTOR 2 (PC)
Knights Of The Old Republic 2 ist eigentlich nur eine riesige Missiondisk zum Vorgänger. Sowohl am eigentlichen Spiel als auch an der Geschichte hat sich zu wenig geändert, um als echter zweiter Teil durchzugehen. Dennoch: Wer wie ich den ersten Teil mochte, wird auch KOTOR 2 gut finden. Und man muss nicht einmal „Star Wars“-Anhänger sein…

Pariah (PC)
Netter Singleplayer-Shooter mit Unreal-Engine. Für Zwischendurch ganz nett, aber kein Pflichtkauf. Die Story hat ein paar nette Wendungen und spielerisch wie technisch gibt es wenig zu bemängeln. Aber außer der spaßigen Idee mit den Waffenupgrades bietet Pariah auch nichts, was man nicht schon mal anderswo gesehen hätte.

Scrapland (PC)

Wenn jemand wie American McGee ein neues Spiel herausbringt, greift man einfach zu. Ein Action-Adventure auf einem Roboterplaneten hört sich ja auch irgendwie witzig an, oder? Naja, ich weiß eigentlich nicht ganz genau, warum es mich dann doch nicht gepackt hat. Waren es die langen Wege, die man ständig zurücklegen muss? Oder die ermüdenden Minispiele mit den bekloppten Speedern? Ja, ich glaube, mir hätte Scrapland wirklich gefallen, wenn die Entwickler nicht ständig den Fluss der Geschichte mit lästigen Spielzeitstreckereien unnötig unterbrochen hätten, denn ansonsten macht das Game einen wirklich netten Eindruck…

Vampire The Masquerade – Bloodlines (PC)
Tolles Action-Rollenspiel in bester „Deus Ex“-Tradition. Schade nur, dass es anfangs recht verbugged war und man irgendwie nicht so recht glauben will, dass es auf der Source-Engine basiert. Dennoch eines der besten Spiele der letzten Zeit und für Freunde von „System Shock“ und „Deus Ex“ ein absoluter Pflichtkauf. Leider kam mir SpielerEins seinerzeit mit seinem Artikel zum Spiel zuvor…

Gran Turismo 4 (PS2)
Das ist also die Serie, die für viele Leute DER Grund zum Kauf einer PS2 ist? Aha…
Der Umfang ist grandios und die Grafik erste Sahne; keine Frage! Autos und Strecken sammeln birgt für viele Leute wohl eine unglaubliche Langzeitmotivation. Für mich nicht. Spielerisch ist GT4 wohl das langweiligste Rennspiel, dass mir jemals untergekommen ist. Den Spaß lähmender Pseudorealismus und die absurde Jagd nach der letzten Zehntelsekunde. Als auch die vage Hoffnung enttäuscht wurde, es würde nach der ätzend öden Fahrschule besser werden, landete es direkt im hintersten Regal…

BurnOut 3 (PS2)

Das Spiel ist der Hammer! Einer der besten Funracer seit Menschengedenken! Wer mehr erfahren will, schaut mal bei SpielerEins vorbei…

Katamari Damacy (PS2)
Dieses Spiel in wenigen Sätzen zu beschreiben ist wohl kaum möglich.
Also: Als Prinz des bekannten Kosmos werden wir von unserem Vater beauftragt, den (irgendwie) verschwundenen Sternenhimmel wiederherzustellen. Wir machen uns also auf zur Erde, wo wir dann den Katamari (eine Art klebrige Kugel) so lange durch die Gegend rollen, bis er die gewünschte Größe für einen neuen Stern erreicht hat. Während man den Katamari so durch die Gegend rollt, bleibt alles mögliche an ihm kleben und er wird dadurch immer größer. Schneeballprinzip. Was kleben bleibt, hängt vom Größenverhältnis zwischen Gegenstand und Katamari ab; anfangs zu große Dinge können später eingerollt werden, wenn der Katamari auch entsprechend größer geworden ist. Das geht von lächerlichen Reiszwecken am Anfang bis hin zu ganzen Kontinenten am Ende. Das alles wird einem in total abgefahrener Monty-Python-Grafik und mit lustigem Japano-Pop unterlegt präsentiert. „Yellow Submarine“ als Spiel. Klingt bestimmt total bescheuert, ändert aber nichts daran, dass ich schon sehnsüchtig auf den angekündigten Nachfolger dieses Kultspiels warte…!

Warhammer 40K: Dawn Of War (PC)

Tolle Alternative für alle, denen Warcraft 3 (oder gar Starcraft) inzwischen ein wenig langweilig geworden ist. Ich habe zwar keine wirkliche Ahnung vom sagenumwobenen Warhammer-Setting, aber ich weiß wie schwer es ist, ein RTS zu finden, dass auch über längere Zeit auf LANs richtig Spaß macht. Dawn of War steht in bester Tradition der Blizzard-Strategiespiele und ist jedem Liebhaber dieses Genres nur wärmstens ans Herz zu legen.

Prince Of Persia – Warrior Within (PC)

Den Vorgänger fand ich trotz seines knackigen Schwierigkeitsgrades sehr geil. Somit war „Warrior Within“ ein zwanghafter Blindkauf am Erscheinungstag. Schade, denn hätte ich die Reviews der Kollegen abgewartet, so hätte ich durchaus vorher herausfinden können, was dann letztendlich dazu führte, dass der Prinz seither faul auf meiner Festplatte herumgammelt: Das zweite „neue“ Prince Of Persia ist so unverschämt schwer, dass ich schon für das Bestehen des Tutorials mehrere Anläufe brauchte und nach dem zweiten Level frustriert endgültig aufgab. Dass wir uns richtig verstehen: Das Spiel sieht toll aus und auch sonst stimmt eigentlich alles, was das Spielerherz begehrt. Aber durch den irrwitzig hohen Schwierigkeitsgrad fühlte ich mich von den Designern regelrecht verarscht…!

Das war’s auch schon wieder, liebe Kinder. Schaltet auch in ein paar Monaten wieder ein, wenn es heißt: „Dem SpielerZwei seine Spiele, wo nicht für einen richtigen Artikel getaugt haben.“


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