Select your Triggerheart

Wieder ein Spiel, das ich sträflicherweise nie auf der Original-Plattform gespielt habe. Zum Glück ist es vor einiger Zeit bei XBLA erschienen. Können in Zukunft ruhig mehr Titel in dieser Richtung kommen, hätte ich nichts gegen.

Aber zum Spiel: Warashi bietet uns bei Triggerheart Exelica mit den beiden „Schiffen“ Exelica und Crueltear das übliche Shmup-Setup. Exelica hat einen weit gestreuten Schuss und ist dafür mit einem Geschwindigkeitsmalus gestraft; Crueltear verfügt über einen konzentrierten Schuss und kann sich schneller bewegen. Business as usual. Wäre es jetzt ein normales STG, dann wäre Crueltear die bessere Wahl für Endbosse. Nicht so bei TE. Dadurch dass man in der Lage ist die Endgegner einzuloggen, kann auch Exelica einen konzentrierten Schuss abgeben und somit obliegt es alleine den Vorlieben des Spielers, für wen er sich entscheidet.

Dieses Einloggen ist das, was TE von anderen Shootern z.B. aus dem Hause Cave unterscheidet. Hier hat man nämlich nicht nur die üblichen Verdächtigen – Schuss und Bombe – zur Verfügung, sondern auch einen Anker. Mit diesem kann man gegnerische Schiffe gefangen nehmen und auf andere Schiffe schleudern. Diese Attacke ist deutlich wirkungsvoller als der normale Angriff. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch gegnerische Geschosse auf der Flugbahn des geworfenen Feindes absorbiert werden. Wenn man in den Opionen „Auto-Rotate“ ausstellt, kann man ein gekapertes gegnerisches Schiff auch einfach als Schutzschild vor sich halten. Doch Vorsicht, der Schutzschild wird von seinen Allierten relativ schnell ausgeschaltet und man wird u.U. unerwartet getroffen.

Je grösser ein Gegner, desto mehr Zeit nimmt das Entern in Anspruch. Handelt es sich um stationäre Gegner, wie Geschütztürme oder Panzer, ist eine Gefangennahme gar nicht möglich. In diesen Fällen wird die betreffende Einheit eingeloggt und die gesamte Feuerkraft des Triggerhearts (übrigens eine anthropomorphische Kampfeinheit, auch Mecha Musume genannt) wird auf das Ziel konzentriert. Eben diesen Effekt kann man sich auch bei den Endbossen zunutze machen.

Ein weiteres Feature von TE ist, dass es dynamisch die Schwierigkeit der Levelbosse anpasst, genannt V.B.A.S. (Variable Boss Attack System). Je nach der Performance des Spielers im vorangegangenen Level durchläuft der Bossgegner mehrere Formen, was neben einer erhöhten Herausforderung auch massiven Punktezuwachs bedeutet. Das ganze ist jedoch nur pseudo-dynamisch, es basiert nämlich auf der Anzahl der eingesammelten Bonusitems. Diese erhält man durch das Ausschalten von Gegnern, je länger man mit dem Aufsammeln wartet, desto mehr werden sie wert. Besonders viele Items erhält man, wenn man feindliche Einheiten mittels der Anker-Methode aus dem Spiel nimmt. Stirbt man, verliert man einen Teil dieser Punkte wieder. Jetzt gibt es für jede Stage vorgegebene Grenzen, ab denen der Boss in eine zusätzliche Form wechselt. Um zum Beispiel in Stage 1 alle Formen inklusive den optionalen Bosskampf gegen Faintear spielen zu dürfen, benötigt man nach der letzten Bossform 3000 Bonusitems.

Diese optionalen Faintear-Kämpfe muss man in den Stages 1 und 3 erreichen, um die Möglichkeit zu haben, das „true ending“ zu sehen. Das alleine ist bereits eine derbe Herausforderung, da man um dermaßen hoch zu punkten auch mehr Risiko eingehen muss als man es normalerweise tun würde. In Level 1 ist das noch machbar, in Level 3 schaffe ich bisher nicht mal die Vorgabe von 3500 Punkten war es mir inzwischen mit viel Übung auch möglich (der Artikel lag schon ne Weile auf Halde..). Ein weiteres nicht zu verachtendes Detail für das wahre Ende ist eine 1cc Completion. Also alles mit nur einem einzigen Credit. Bisher für mich utopisch, aber… nichts aber. Wird utopisch bleiben. Die betreffenden Achievements kann ich mir locker in die Haare schmieren.

Shmups sollte man generell mit ordentlicher Sounduntermalung spielen. Die vielen Explosionen und der treibende Soundtrack sind wie gemacht dafür. Was den Soundtrack angeht, kann TE zwar nicht wirklich punkten, es wartet aber dafür mit der ausuferndsten Endgegnerexplosion aller Zeiten auf. Beim normalen Ende wird man sage und schreibe 20 Sekunden dauerbeschallt. Super. Hilft bei entsprechender Anlage bestimmt gut bei Darmverschluss.

Alles in allem ein besserer Vertreter des Genres, der von der Schwierigkeit her im Mittelfeld anzusiedeln ist. Im Vergleich zu einem Mushihime-sama ist das Landesliga. Wer also noch keine Erfahrungen mit diesem sehr geilen Genre gesammelt hat, kann guten Gewissens mit Triggerheart Exelica einsteigen. Denn lasst euch eins sagen: DAS ist (Video)Spielen in Reinkultur.


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3 Kommentare

  1. Ben - 23.02.2009 12:02

    So sehr ich Shumps mag (und so schlecht ich in ihnen bin), mit dem ganzen Genre der „leicht bekleideten Animedamen statt ordentlicher Raumschiffe“ kann ich verflucht wenig anfangen.

  2. Kreon - 23.02.2009 13:48

    So leicht sind sie doch nicht bekleidet, man sieht ihre Oberschenkel, das war es auch. Jedenfalls ich habe das Problem das ich Score SHUMPS nicht so recht mag. Die hat man sofort durch und ein Punktejäger bin ich nicht, daher muss ein SHUMP für mich wie Gradius gebastelt sein: grottenschwer und nur mit viel Übung sieht man die Credits

  3. GeneCoon - 24.02.2009 15:23

    Habs nur mal kurz angespielt, soll aber ein tolles „Tutorial“ haben. ;)
    [url]http://halozination.de/index.php/xbox-360/how-to-control-triggerheart/[/url]

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