Immer das Gleiche – Modern Warfare 2

Jaja, lasst den Herrn Zwei mal reden. Von wegen PC-Spiele sind geil und der Verwesungsgestank ist so schlimm doch gar nicht. Viva las Consolas! Gebt’s zu: Ihr habt bestimmt ähnliches gedacht, als Ihr seinen verzweifelten Versuch gelesen habt, die horrenden Ausgaben für ein Ersatzteillager in Spé zu rechtfertigen, das schneller im Wert verfällt als Pamela Andersons Gummititten. Also zumindest mir ging es so. „Scheiß‘ auf den PC, Konsolen sind der Hit!“, wäre ich geneigt zu erwidern, wenn mir daran gelegen wäre, einer Diskussion wieder Zunder hinzuwerfen, deren letzter Funke bereits vor Äonen heimlich, still und leise verglommen ist.

Ich habe meinen PC vor ein paar Monaten nicht ohne Grund verkauft. Abgeschlossen hatte ich mit ihm. Komplett. Und absolut endgültig. Dachte ich jedenfalls. Denn von Mal zu Mal überkommt es mich doch und ich erwische mich dabei, wie ich mir verlegen eine heiße Träne aus dem Augenwinkel wische und mit Wehmut an die schöne Zeit zurückdenke, die wir zwei hatten. Bei all den schönen Clan-Abenden und einer gepflegten Partie Counter-Strike: Source. Oder aber bei Call of Duty 4: Modern Warfare.

Denn obschon ich mittlerweile zum halbwegs überzeugten Konsolen-Only-Spieler konvertiert bin und mich auch schon im Rahmen des einen oder anderen Ego-Shooters mit der grundverschiedenen Steuerung anfreunden durfte… richtiges Shooter-Feeling – das gibt es eben doch bloß mit der guten alten Mouse in der einen Klaue und der Tastatur unter den Fingern der anderen Hand. Angespannt-verkrampfte Sitzposition inklusive.

Trotzdem war ich neulich verdammt froh, das beispiellose Inszenierungs-Rambazamba von Modern Warfare 2 gemütlich auf der Couch sitzend, mit einer deutlich größeren Bild-Diagonale genießden zu dürfen, als sie mir ein handelsüblicher PC-Monitor jemals geliefert hätte. Bei einem gemütlichen Schluck Wein, der die durch gnadenlose Hektik des Spielgeschehens hervorgerufene Blutdruckerhöhung wieder auf ein gerüttelt‘ Maß an Normalität herunterdämpft…

Wie dem auch sei. Eigentlich wollte ich hier doch bloß nochmal meine Meinung zu Modern Warfare 2 kund tun. Auch wenn es als potentielle „Kaufberatung“ mittlerweile wohl deutlich zu spät sein dürfte. Immerhin dürfte das versammelte Activision-Blizzard-Management es sich gerade mit einer Line von hier bis Ottawa gutgehen lassen, während handverlesende schwedische Edelprostituierte ihnen den Kaviar von der Eichel naschen… Also zumindest würde ich mir das so vorstellen, wenn ich aus heiterem Himmel soviel Kohle verdienen würde.

Bringen wir es hinter uns: Die Flughafenszene

Modern Warfare 2 jedenfalls ist im Kern nichts anderes als ein brühwarmer Aufguss des direkten Vorgängers. Nur mit noch mehr Rumms und einer vielzitierten, auf den ersten Blick skandalträchtigen, auf den zweiten Blick aber einfach nur langweilig-überflüssigen Mission irgendwo in der Mitte, auf der man als Spieler wahllos auf Zivilisten ballern darf – oder eben nicht.

altWas die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) für indizierungswürdig hält, präsentiert sich auch in der internationalen Fassung als spielerische Nullnummer, die völlig deplatziert in ein Gesamtgefüge gepresst wirkt, dass mit der eigentlichen Haupthandlung herzlich wenig zu tun hat. Man kann herzlich darüber streiten, ob es nun “sinnvoll” ist, derartiges zu zensieren, zu behalten oder überhaupt in ein Game zu pressen. An Inkonsequenz, Überfüssigkeit und völliger abwesenheit von Logik jedweder Art  ist der im Spiel präsentierte Terroranschlag auf den Moskauer Flughafen jedenfalls kaum zu überbieten.

Klar, man kann neugierig darauf sein, wie es sich anfühlt, wehrlose Pixelzivilisten über den Haufen zu ballern, wenn vor einem herstolpern, über den Boden kriechen oder schreiend davonstürmen. Aber es ist sinnlos. Wo möglicherweise an die menschliche Empathie appelliert werden sollte, ist nichts als Leere, wo erschütterndes Aufrütteln stattfinden sollte, ist nichts als gähnende Langeweile und während sich die Entwickler insgeheim sicherlich ins Fäustchen kichern ob soviel subversiven gegen-den-Strom-Schwimmens kann man nur attestieren: als Marketing-Gag mag’s funktioniert haben – aber zu welchem Preis? Setzen, Sechs, Infinity Ward!

Soviel Stress

Ansonsten gilt: Wer den Vorgänger mochte, wird sich bei Modern Warfare 2 sofort heimisch fühlen. Die Erzählweise ist praktisch identisch mit der von Modern Warfare, der Pathos-Zuckerguss auf allem immer noch unerträglich klebrig-süß, auch wenn der Einsatz all der gestelzten Patriotismus-Wortkaskaden zum Ende hin noch soviel Sinn machen mag, und die Inszenierung ist auch diesmal wieder absolut over the top.

An allen Ecken und Enden passiert etwas, eine Script-Sequenz türmt sich auf die nächste, um die stimmungsvoll bunte Kriegswelt vor unseren Augen mit Leben zu befüllen – nur um es direkt wieder durch unser Mündungsfeuer auslöschen zu lassen. Um einen herum herrscht ständig Action, knallt und explodiert etwas, werden Befehle und Hilfeschreie gebrüllt und vermatschen zu einem einzigen großen Topf voll Chaos. Wer in Teil 1 schon permanent das Gefühl unterschwelliger Überforderung verspürt hat, angesichts von soviel Remmidemmi auf dem Bildschirm, sollte sich bei Teil 2 regelmäßige Ruhepausen gönnen, um dem ansonsten sicheren Herzkaspar vorzubeugen.

Soviel Hektik in einem Spiel war selten. Rennen, ducken, gezielt schießen, ausweichen, Granaten zurückwerfen, sich von explodierenden Autos niederstrecken und von den eigenen Panzern überrollen lassen… bloß gut, dass Hunde diesmal keine so große Rolle spielen. Harrr….

altNur selten bis nie hat man Gelegenheit, die volle Pracht der einzelnen Levels auf sich wirken zu lassen. Mögen sie eine grafische Meisterleistung sein und sich auch nicht zu weit hinter einem Uncharted 2 verstecken müssen… im Grunde genommen hat man als Spieler nicht sonderlich viel davon. Denn wo Modern Warfare 1 sich besonders durch die Inszenierung der kleinen, der stillen Momente hervorgetan hat, während derer man jede Menge Zeit und Muße hatte, sich an den astreinen Animationen und Details sattzusehen, da setzt Modern Warfare 2 auf atemlose Daueraction ohne Zeit zum Luftholen, geschweige denn zur genaueren Betrachtung der Leveldetails.

Das ist ausgesprochen schade, weil es dem Spiel viel von seiner potentiellen Atmosphäre nimmt. Stattdessen wird man ständig regelrecht durch die einzelnen Abschnitte gehetzt, damit man bloß gar nicht erst auf die Idee kommt, sich die vielen versteckten Feinheiten genauer anzusehen. War es im Vorgänger noch ein Leichtes, einen Großteil der feindlichen Aufklärungsdaten im ersten Anlauf sicherzustellen, wird man hier selbst im zweiten Anlauf kaum fündig, weil ständig so viele Gegner zielsicher auf einen einstürmen, dass man sich gar nicht traut, vom streng vorgezeichneten Pfad abzuweichen.

Nichts für Pussies

Denn das will man in den meisten Fällen schon aus einem einzigen einfachen Grund nicht: weil man sich das Leben dadurch selbst unnötig schwer macht. Ihr seht vor Euch eine Straße, bei der Ihr die Möglichkeit habt, geradeaus von Deckung zu Deckung zu hechten, oder Euch strategisch links und rechts durch die Vorgärten und Wohnzimmer zu robben? Nehmt bloß den direkten Weg, wenn Ihr nicht in der Trial & Error-Hölle landen wollt! Denn von irgendwoher, aus irgendeiner Ecke, die Ihr eigentlich für gesäubert gehalten habt, taucht garantiert noch ein Gegner auf, um Euch hinterrücks zu meucheln – und er wird gerne mal vom Euch begleitenden Squad “übersehen” und marschiert direkt unter der Nase Eurer Verbündeten vorbei in Euren Rücken! Wer also was entdecken will, begibt sich auf direktestem Weg in die Welt des Schmerzes.

Da macht es nicht unbedingt glücklicher, dass der Schwierigkeitsgrad insgesamt ganz schön angezogen hat und bereits auf “Normal” zum fordernden Biest wird. War MW1 in meinen Augen ein perfekt ausbalancierter Shooter, bei dem man stets sicher sein konnte, dass der Bildschirmtod auf die eigene Unfähigkeit zurückzuführen war, wirkt MW2 an vielen Stellen einfach nur unfair. Bestes Beispiel sind die Ausflüge in die brasilianischen Favelas, wo allein schon die Sniper so unglücklich auf den Dächern platziert sind, dass man oftmals nichtmal mitbekommt, warum zum Teufel man jetzt schon wieder draufgegangen ist. Dazu kommen dann noch Horden von auf einen einstürmenden Fußtruppen und ein paar böse Jungs mit Granatwerfern, in die man reinrennt, wenn man sich gerade freut, nach dem 15. Anlauf auf “Hardened” doch endlich 3 Häuser weitergekommen zu sein. Wie das Ganze auf “Veteran” aussieht, habe ich mir bislang noch nicht auszumalen gewagt.  Ein Glück, dass die Checkpoints so nah beieinander liegen.

Alles in allem werde ich leider das Gefühl nicht los, dass derlei unfaire Passagen absolut bewusst in Kaufe genommen werden, um darüber hinwegzutäuschen, dass die Levels als solche oftmals sehr viel kürzer geraten sind als Anno 2007. Die unterm Strich dezent längere Spielzeit ergibt sich meines Erachtens einzig und allein aus all den vergeblichen Anläufen für bestimmte Passagen.

Zuviel vom Gleichen

Ein weiterer massiver Kritikpunkt, der mir bislang allzu oft nachlässig unter den Tisch gefallen lassen wurde, ist die Tatsache, dass Modern Warfare 2 nicht nur nicht allzu viel Neues zu bieten hat, sondern aus dem Vorgänger bekannte Spielelemente zu häufig aufwärmt. Ich habe irgendwann aufgegeben zu zählen, wie oft ich nach einem Granateneinschlag/Bombenangriff in unmittelbarer Nähe dramatisch zu Boden gestürzt bin, um mich bei verschwimmendem Gesichtsfeld und Fiepen in den Ohren im letzten Moment in Sicherheit zu hechten.

altIm ersten Teil ist meine Spielfigur überraschend bei einem Atombombenanschlag verreckt? Da muss man noch einen obendrauf setzen, und die spielbaren Charaktere gleich 2,5 Mal sterben lassen! Mindestens! Die körnigen Schwarzweißbilder und zynischen Kommentare während des Luftbombardements im ersten Teil waren nicht genug? OK, geben wir Euch diesmal die Möglichkeit, mit einer auf der Bombe montierten Kamera direkt bis vor die Füße der Gegner zu fliegen. Handgesteuert. Großartig, oder?

Alles in allem hat sich Infinity Ward definitiv zu sehr darauf konzentriert, alles auf die Spitze zu treiben, anstatt sich auf seine inszenatorischen Stärken zu besinnen. Es ist ein bißchen wie bei der Matrix-Trilogie: Der erste Teil noch eine perfekte Balance aus Story, starken Momenten und Action pur, verkommt bereits der zweite Teil zu einem hohlen Vehikel für überdrehte CGI-Allmachtsphantasien. Dass Modern Warfare 2 am Ende trotzdem ein mehr als solider Shooter ist, liegt einzig an der ausgezeichneten Spielbarkeit und der bombastischen Gesamtinszenierung – und natürlich dem nach wie vor fantastischen Multiplayer-Teil.

Viele sollt Ihr sein

Im exzellenten Mehrspieler-Teil wird mir erstmals schmerzlich der Umstieg vom PC auf die Konsole bewusst. Auch wenn die Steuerung mit dem Pad auf der Xbox 360 absolut flüssig und intuitiv von der Hand geht und das ausgesprochen clevere Autoaiming genau den richtigen Grad an Unterstützung bereitstellt – im Multiplayer fehlt mir persönlich schlicht und ergreifend die Präzision und Reaktionsschnelligkeit, die meine MX510 mir zu PC-Zeiten untertänigst zur Verfügung gestellt hat. Vielleicht werde ich auch einfach zu alt für den Scheiß, aber einfach mal eben schnell innerhalb einer halben Sekunde umdrehen, checken was hinter einem passiert und dann unbeirrt weiter vorwärts stürmen – auf der Konsole absolult undenkbar.
Ansonsten gibt es rein spielerisch herzlich wenig am Multiplayer auszusetzen. Ein wenig schade ist es, dass mir bislang noch keine einzige Map des ersten Teils unter die Augen gekommen ist – eine Integration dieser hätte nun wirklich kein großes Problem sein dürfen. Dass man sich nun noch mehr ins Zeug legen muss, um bestimmte Perks und Waffenaufsätze zu bekommen… geschenkt. Immerhin ist das System dahinter so motivierend wie eh und je. Dass aber ausgerechnet an meinem Lieblingsmodus “Headquarters” (dem nun ein “Pro” an den Namen angehängt wurde) herumgepfuscht wurde… ist absolut unverzeilich.

War es in der ursprünglichen Fassung ohne weiteres möglich, einen neu aufpoppenden Punkt direkt einzunehmen, gibt es nun jedesmal eine gewisse zeitliche Frist, in der der einzunehmende Punkt zwar bereits vorhanden, aber noch nicht bereit ist. Die Idee dahinter ist wohl, dass beiden Seiten die Möglichkeit gegeben werden soll, rechtzeitig zum neuen HQ vorzustoßen und die Gefechte stärker auf diese Punkte zu konzentrieren. In der Praxis bedeutet das allerdings, dass beide Seite sich eine zeitlang völlig sinnfrei niederballern dürfen, ohne auf der Karte irgendwas zu erreichen. Schade.

altAls ehemaliger PC-Spieler kann ich im Nachhinein das Wehklagen der Community nur allzu gut nachvollziehen, die sich darüber beschwert, dass ihr das Aufsetzen von Dedicated Servern verwehrt bleibt. Das Matchmaking ist nämlich im direkten Vergleich zu früher die reinste Katastrophe. Funktioniert zwar alles reibungslos, aber weder kann man sich seine eigenen Favoriten-Server anlegen, noch gezielt nach Maps auswählen, noch nach Sprache filtern, noch die Seite wählen, auf der man bevorzugt kämpft. Stattdessen wird man wahllos auf den erstbesten Server geschmissen, der den gewünschten Spielmodus anbietet. Ohne Rücksicht auf Verluste. Verlässt der jeweilige Host die laufende Runde, wird das Spiel unterbrochen und auf die Konsole eines anderen Teilnehmers verlagert. Nervig. Aber zumindest wird der jeweilige Spielfortschritt inklusive laufender Partie komplett übernommen und man darf genau dort weitermachen, wo man zuletzt aufgehört hat.

Dass es möglich ist, mit einer kompletten Xbox LIVE Party in ein Match einzusteigen ist schön, dass man auch hier nicht die Seite wählen kann und gezwungen wird, aus dem Partychat in den Spielchat zu wecheln, ist hingegen absolut unschön. Aber das ist wohl der Preis, den man als Konsolenbesitzer zu zahlen bereit sein muss…

Kein Meisterwerk

Modern Warfare 1 war mein definitives Spiel des Jahres 2007. Daran muss sich der Nachfolger messen lassen. Und an diesem Vergleich muss er einfach scheitern. Zuviel der immer gleichen dramatischen Momente während der Kampagne, eine im Vergleich schwächere Story, die nach wie vor unzulänglich präsentiert wird und schlechtes Balancing machen dem einen Strich durch die Rechnung. Activision Blizzard kann das egal sein, denn es hat sich bereits jetzt mehr als rentiert. Der Multiplayer wird auch in Zukunft noch für so manche spannende Schlacht sorgen, auch wenn das Matchmaking höchstens suboptimal ist. Solange der zu erwartende Download-Content noch mehr Geld in die Kassen spült ist alles in Butter. Aber dass ausgerechnet “Headquarters” als Multiplayer-Modus so verhunzt wurde… ich gräme mich immer noch.

Achso: Wenn ich noch einmal so ein oldshooliges Drecks-Tutorial vorgesetzt bekomme, kotze ich. Aber so richtig!


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8 Kommentare

  1. Felix - 07.12.2009 21:16

    sehe ich genau wie du. hab‘ am wochenende ein bisschen kampagne gespielt, von der man absolut nix mitkriegt, wenn man selber spielt. ohne stolz behaupte, ich ein guter shooter-spieler zu sein – und trotzdem habe ich viel zu oft unnötig ins gras gebissen, weil man die meiste zeit keine ahnung hat, was einen von wo überhaupt erwischt hat.

    auf dem pc gebe ich dem spiel gerade so die multiplayerberechtigung (mw1 tut’s doch immer noch), auf konsole braucht das spiel kein mensch.

  2. Cody - 07.12.2009 21:31

    Ich hätte mir hier evtl. noch einen kleinen Kommentar bzgl. des „Spec Ops“ Modus gewünscht?

  3. Pascal - 08.12.2009 09:56

    Pft. Du hättest ruhig auch schon VOR der Einleitung sagen können, dass ich den Text schon gelesen habe ;-)

    Das Spiel geht mir übrigens wie der erste Teil gepflegt am Allerwertesten vorbei. Interessiert mich kein Stück. Ich pump mein Geld lieber in etwas anderes. (Nur das Nachtsichtgerät wäre natürlich sehr cool)

  4. Christian - 08.12.2009 10:44

    @Cody: den Spec-Ops-Modus habe ich noch nicht so intensiv gespielt, dass ich mich da wirklich qualifiziert zu äußern könnte. Muss erst warten bis mein Schwager in Spé aus seinem New-York-Urlaub zurück ist, um den ausgiebig im Coop antesten zu können.
    Bei ersten Solo-Spiel war ich allerdings etwas enttäuscht. Da hätte mir eine Bonusmission à la Mile High Club aus MW1 völlig gereicht.

    @Pascal Tschuldigung, Sorry, tut mir leid… ;-) Rein spielerisch verpasst Du allerdings schon ganz schön was. Wenn man allerdings beide Games nicht kennt, würde ich den ersten Teil tatsächlich vorziehen. Das Nachtsichtgerät ist mir dann doch zu billig, um den Boxpreis zu rechtfertigen.

  5. MK - 08.12.2009 16:43

    Wurde ich überhaupt nicht warm mit. Der ständigen du-bist-der-härteste-Hund-Ton ging mir auf die Eier und im MP konnte ich innerhalb einer Minute gefühlte zwanzig Mal spawnen. Spawn – peng- Spawn – peng – Spawn – peng … Ich hab mich stundenlang durch den Mulitplayer von BF BC, BF 1942, Killzone 2 (lieber nicht abkürzen :o ) und WaW geballert und das garnicht mal schlecht, wie ich nicht ohne ein geläutertes Maß an Selbstüberschätzung behaupten würde. Aber bei MW2 bin ich nur Opfer. Ne,ne, TF2 4ever …

  6. Kazoom - 08.12.2009 17:00

    Mich hat der Multiplayer am Anfang auch etwas frustriert. Nachdem ich mich zuletzt bei BF 1943 ganz gut geschlagen hatte, bin ich die ersten Stunden in MW2 gutes Kanonenfutter gewesen.
    Liegt imho daran, dass man ohne sehr gute Kartenkenntnisse kaum eine Chance hat. Gibt sich aber mit der Zeit.

  7. Puschel - 08.12.2009 23:09

    Ich habe Call of Duty 6: Modern Warfare 2 nicht gespielt. Ich habe nicht einmal jemandem beim Spielen zugesehen. Ich habe mir einige Video-Reviews und Abschnitte aus dem „No Russian“-Kapitel angeschaut.
    Wir schreibenden Spieler reden ja gerne über die Kampagne, denn man kann leichter über deren Handlung schreiben als über die komplex miteinander verwobenen Mechaniken in der Mehrspielerabteilung. Die Kampagne ist für die Mehrheit der Spieler aber ohne Belang (sofern ich dem gelesenen Web-Hörensagen trauen darf). Es ist ein Multiplayergame, die Kampagne ist bestenfalls eine Sättigungsbeilage, die Kürze von sechs Stunden unterstreicht dies.
    Trotzdem sitzt jetzt ein Videospiel in fünf(acht, zehn?) Millionen Haushalten, in deren Verlauf man aktiv an einem Massaker an wehrlosen Zivilisten teilnehmen kann. Es ist allerdings innerhalb der Handlungsebene so nachlässig motiviert(warum dieser Charakter, warum dieser Bösewicht, warum diese Tat), wie es auf der Ebene des Spiels zu sein scheint(warum kein Laufen, warum Abbruch beim Feuern auf die Täter, warum Abbruch beim Feuern auf die Opfer in der entschärften Fassung, warum offener Kampf gegen die Sicherheitskräfte). Die Soldaten, in deren Hülle ich schlüpfen soll, werden scheinbar recht häufig übergeordneten Zielen geopfert, das Ableben meines Soldaten wird vom Aussergewöhnlichen zum Alltäglichen reduziert. Weltpolitik basiert auf Betrug und Täuschung, nicht auf Tatsachen oder der Wahrung der Würde des Menschen. Klingt für mich alles nach moderner (oder immer schon gültiger) Sicht auf die Dinge.
    Ist das Spiel jetzt subversiv oder ist das alles nur schlecht gemachter Aufguss eines „Best of 24“? Als Nichtspieler kann ich es nicht sagen. Ich erwarte nach diesem Sündenfall jetzt aber weitere Spiele, in deren Verlauf ich nur die Wahl zwischen unterschiedlichen Schattierungen von Grau habe und die Illusion von der einfachen Unterscheidbarkeit von Gut oder Böse, Richtig oder Falsch, den Märchen- und Fantasyspielen vorbehalten bleibt. Vielleicht wird Soldatin P. dann in MW3 Zivilisten töten weil sie davon überzeugt ist, nicht weil sie es muss.

  8. Fred Fröhlich - 19.12.2009 11:38

    Bitte nicht steinigen, aber: Ich habe MW2 nur gespielt, um mal auf Zivilisten zu schiessen. Nicht nur in der Flughafen Mission, auch in den Favelas etc. Aber dort ist das Spiel ja sofort vorbei, wenn man die trifft (bzw. SPAWN). Richtig böse wurde das Spiel nie.

    Blöd, alles blöd! Man hätte so schön mit dem Zynismus arbeiten können, den Spieler so richtig emotional f*cken können! Ihm so richtig ein schlechtes Gewissen machen können etc…

    Chance verpasst!

    Da ist Commando Lybia c64 (na, die ENDRUNDE in der man seinen Namen ERSCHIESST) tausenmal krasser, auch heute noch.

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