Polyneux spricht, Vol. 52 (Aufstieg und Fall-Edition)

Sogno di Volare! Mit diesem historischen Moment in der Podcastgeschichte von Polyneux leiten wir ein goldenes Zeitalter ein, denn anstatt zügelloser Laberei bieten wir euch heute themenspezifische Kost zum Rundenstrategiehit Civilization VI und dessen erster Erweiterung Rise & Fall. Das klappt vor allem deswegen so gut, weil die übliche Polyneux-Crew gar nicht dabei ist und nur einer von uns diese Folge als dekorative Topfpflanze schmückt: Pascal spricht mit Historiker Björn von videospielhistoriker.wordpress.com über die Vorlagen, die sich Rise & Fall einverleibt: Die Staatsoberhäupter im Spiel, Loyalität und Revolutionen in der modernen Geschichte, Kolonialismus, Imperialismus und die Einteilung unserer Historie in Epochen. Es wird knallhart bewertet, über Diversität gesprochen und die Sinnhaftigkeit der Spielsysteme in Frage gestellt. Außerdem reden wir auch noch darüber, ob die Erweiterung von Civilization VI überhaupt Spaß macht. Strategiesuchtlinge, Freunde der Historiendarstellung und Verfechter der historischen Akuratesse aufgehorcht und reingehört!

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Sogno di Volare ist der Titelsong von Civilization VI und wurde komponiert von Christopher Tin. Alle Rechte liegen bei ihm beziehungsweise Take Two Interactive.

Im Podcast erwähnte Artikel:

Die niederländische Nation unter Wilhelmina. Quelle: Civilization VI: Rise & Fall.

Die niederländische Nation unter Wilhelmina. Quelle: Civilization VI: Rise & Fall.

Shownotes:

Zusätzlich gibt’s auch noch Björns Notizen zum Podcast:

Anführer:
Chandragupta (3. Jhdt. v.Chr.): Indien
Seondeok (7. Jhdt. n.Chr.): Korea
Tamar (1160-1213): Georgien [NEU]
Dschingis Khan (1162-1227): Mongolen
Robert I. (1274-1329): Schottland [NEU]
→ Diskrepanz zwischen Herrschaftszeitraum und Modernisierung Golfplatz (~15. Jhdt.)
Lautaro (16. Jhdt. n.Chr.): Mapuche [NEU]
Shaka (1787-1828): Zulu
Poundmaker (1842-1886): Cree [NEU]
Wilhelmina (1880-1962: Niederlande
→ Gelungenes Beispiel von Verknüpfung der Boni zur Person: Radio Oranje
→ Aber auch hier: Diskrepanz: De Zeven Provinciën ist ein Schiff aus dem 17. Jhdt.
– 3/9: Frauen
→ Rise and Fall geht den Weg weiter, der Serie einen Frauenanteil zwischen 30 und 35% zu verpassen
– 3x Asien, 3x Europa, 1x Afrika, 2x Amerika (1x Nord, 1x Süd)
→ Bunt gemischte Völker, eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung wird angestrebt.
→ Generell beschränkt man sich nicht nur auf die großen (und bekannten!) Namen

Loyalität
– Verhindert „Sinnlossiedeln“
– Adaption des Grenzkonfliktes großer Reiche (Problem der kulturellen Zugehörigkeit)
→ z.B. Sowjetunion

Gouverneure
– Konzept ist abgelehnt aus vielen historischen Beispielen
→ Generalgouverneure vertreten heute die Queen in den Staaten des Commonwealths
→ In Russland herrschen Gouverneure über bestimmte Föderationssubjekte
→ In China herrschen Gouverneure über bestimmte Provinzen
→ Ähnliches gibt es in Ländern wie Indien, Brasilien oder Angola
→ Auch die früheren Kolonialgebiete von von Gouverneuren geleitet
– Auch wenn der Gouverneur meistens eingesetzt wird, gibt es doch einige Beispiele, wo er gewählt wird (z.B. Russland seit 1996)

Feste Epocheneinteilung
– Orientieren sich an den bisherigen Zeitaltern des Spiels
– 2x Antike, 1x Mittelalter, 5x Neuzeit => Unausgewogen
– Goldenes Zeitalter: Orientierung an antiker Mythologie (Griechen, Römer)
→ Bekanntestes: Prinzipat Augustus‘ (31 v.Chr.-14 n.Chr.)
→ aurea saecula
– Dunkles Zeitalter: Orientierung an „dark ages“, dunkle Jahrhunderte
→ Bezieht sich lediglich auf den Überlieferungszustand, nicht auf die damaligen Lebensumstände
– Teilweise merkwürdige Punkteeinteilungen:
→ Das Gründen von Städten auf Eis bringt genauso viele Punkte (+1), wie die Mondlandung
– Die Epocheneinteilung orientiert sich stark westlich/europäisch
→ In China gab es z.B: von 221 v.Chr. bis 1912 n.Chr. ein Kaiserreich

 


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