I don’t help people, I kill them.

Nach dem großartigen House Of The Dead: Overkill und dem überraschend gelungenen Wii-Port von Dead Rising erschien dieses Frühjahr mit MadWorld schon der dritte Wii-Titel, den volljährige Spieler hierzulande nur als Import erstehen können. Der Erstling von Platinum Games (den ehemaligen Clover Studios) erregte schon im Vorfeld große Aufmerksamkeit durch seinen sehr speziellen Grafikstil und die extreme Gewaltdarstellung. Und dass gerade dieser Titel exklusiv für Nintendos Familienkonsole erscheint, macht die Sache natürlich noch spannender.

Aber was ist wirklich dran an MadWorld? Ist es ein boykottwürdiger Gewaltporno á la Manhunt oder ein stilistisches Meisterwerk geworden? Wie sieht es überhaupt mit der eigentlichen Spielmechanik aus? Ist MadWorld ein audio-visueller Blender oder kann es auch spielerisch überzeugen? Und die vielleicht brennendste Frage, die sich der geneigte Leser gerade stellen mag: Wann werden SpielerZwei endlich die ausgelutschten Review-Floskeln ausgehen?

Die Story von MadWorld wird viele Leute schon durch ihre bloße Existenz verblüffen. Doch als wäre das noch nicht genug, ist die Geschichte sogar recht gut! Immerhin gelingt es ihr, dass MadWorld am Ende eben keine sinnfreie und gewaltverherrlichende Splatter-Orgie bleibt, sondern tatsächlich die Kurve zur medien- und gesellschaftskritischen Splatter-Orgie kriegt. Ein Bogen, den die unsäglich dummen Manhunt-Spiele gerne gehabt hätten, aber zu keiner Zeit erreichten.

Wir befinden uns in einer nahen Zukunft. Terroristen trennen Jefferson Island, einen inselartigen Teil der Stadt Varrigan City, vom Rest der Welt ab, indem sie alle Zufahrtswege und Kommunikationsverbindungen zerstören. Tatsächlich stellt sich aber sehr schnell heraus, dass die angeblichen Terroristen in Wirklichkeit die geheimnisvollen Organisatoren einer modernen Gladiatoren-TV-Show namens „DeathWatch“ sind, in welcher sich die Teilnehmer zum Zwecke hoher Einschalt- und Wettquoten gegenseitig aufs Brutalste massakrieren.

Der Spieler betritt diese Arena in Person von Jack Cayman. Interessanterweise übernimmt man diese Rolle zunächst ohne jede Erklärung oder Backstory. Jack ist einfach da und nimmt an DeathWatch teil. Mehr erfährt man zunächst nicht. – „Call me Jack. Just Jack.” – Jack ist ein Bild von einem Bad-Ass und hat praktischerweise eine Motorsäge an seinen rechten Arm geschnallt. Warum er auf Jefferson Island ist und was er dort vor hat, bleibt fast bis zum Ende im Blutnebel verborgen. Eines ist aber relativ schnell klar: Jack ist kein normaler Teilnehmer dieser perversen Todesshow…

Eine große Portion Running Man, eine Prise Escape From New York, ein Löffelchen No More Heroes und vor allem ganz viel Sin City.

Der visuelle Stil des Spiels orientiert sich ganz stark an den Comics von Frank Miller. Die Grafik ist komplett in Schwarz-Weiß gehalten. Die einzigen farblichen Akzente setzen gelbe Hinweisschilder und natürlich das rote Blut, welches im Spiel in aberwitzigen Mengen vergossen wird. Die Präsentation begnügt sich aber nicht mit der Miller’schen Farbgebung: Durch eingeblendete Geräusch-Texte („Woosh!“) und Bild-im-Bild-Einblendungen entsteht insgesamt ein sehr authentischer Comic-Look, der MadWorld wirklich einzigartig macht. Interessanterweise gelingt es den Entwicklern durch diesen Stil, alle grafischen Unzulänglichkeiten der Wii komplett zu umschiffen und das Spiel so zu einem absoluten Hingucker zu machen, der sich nicht einmal hinter der HD-Konkurrenz verstecken muss. Lasst Euch nicht von den vielen schlechten Screenshots im Netz täuschen: Sie werden dem bewegten Spiel in keinster Weise gerecht. MadWorld sieht wirklich unglaublich toll aus!

Der Soundtrack ist eine sehr eigenwillige Mischung aus Hip-Hop- und Industrial-Elementen, die mir persönlich sehr gut gefallen hat, obwohl ich wahrscheinlich der Welt größter Hip-Hop-Hasser überhaupt bin. Neben der Musik können aber vor allem die Voiceovers extrem begeistern: Jacks coole One-Liner lassen Erinnerungen an den Duke wach werden und machen ihn im Laufe des Spiels zu einem großartigen Antihelden in bester Snake Plissken- und Richard B. Riddick-Tradition. Das absolute Sahnehäubchen sind allerdings die Sprüche der beiden „Sport“-Kommentatoren, die das Geschehen in „Celebrity Deathmatch“-Manier permanent untermalen und keinen Zweifel an der satirischen Grundstimmung des Spiels lassen.

Das eigentliche Gameplay gestaltet sich in etwa so: Man verdrischt in jedem Level einen Haufen Standardgegner, damit ab einem bestimmten Score der Bossfight in Angriff genommen werden kann. Zwischendurch werden dann noch, ebenfalls bei Erreichen bestimmter Punktezahlen, zusätzliche Waffen, PowerUps und BloodBath-Challenges zugänglich. Besiegt man den Boss, steigt man in der DeathWatch-Rangliste auf und kann den nächsten Level spielen.

Das hört sich jetzt nicht sonderlich abwechslungsreich an, ist es aber durchaus. Durch die sehr gut gestalteten Umgebungen und die entsprechende Interaktion mit diesen ergeben sich in jedem Abschnitt extrem vielfältige Möglichkeiten, die Gegner ins Jenseits zu befördern. MadWorld ist im Kern ein Beat’em up-Spiel mit Kombo-System. Allerdings ist Jacks Repertoire an Charakter-Moves eher überschaubar. Die eigentliche Vielfalt in den Kämpfen ergibt sich erst durch die Nutzung der interaktiven Umgebung. Große Ventilatoren, rotierende Dornenwalzen, hydraulische Pressen, herabhängende Fleischerhaken, elektrische Zäune und vieles mehr laden zum reichhaltigen Experimentieren ein. Besonders viele Punkte gibt es für Kombos: Wer einen Gegner einfach direkt in den Fleischwolf schubst, bekommt wesentlich weniger Punkte als jemand, der dem Widersacher zuerst ein gerade gepflücktes Straßenschild durch den Hals rammt, ihm dann einen Reifen über den Kopf stülpt und ihn erst dann in die Wurstmaschine wirft.

Sowohl Challenges als auch Bossgegner kommen ohne jedwede Wiederholung aus, so dass dem Spiel Kurzweil von Anfang bis Ende attestiert werden kann. Ein Durchlauf dauert übrigens etwa 6 Stunden. Die überschaubare Spielzeit relativiert sich aber durch ein motivierendes Highscore-System und die Tatsache, dass man beim ersten Durchlauf unter Garantie längst nicht alles in den jeweiligen Levels gesehen und ausprobiert hat. Zudem spendiert einem das Spiel nach jedem Durchspielen zusätzliche Gimmicks, wie beispielweise neue Extra-Missionen, eine Doppelmotorsäge oder ein Katana. Hinzu kommt ein ganz unterhaltsamer SplitScreen-Mehrspielermodus, der aber nur als nette Dreingabe für Zwischendurch zu sehen ist, da man leider auf eine Coop-Variante des Hauptspiels verzichtet hat.

Da ich mich vor kurzem erst zu diesem Thema ausgelassen habe, muss ich MadWorld ein besonderes Lob für den gelungenen Abspann aussprechen: Er ist kurz, knackig und wirklich witzig! Die gesamten Credits werden von den beiden „Sport“-Reportern ausgesprochen köstlich kommentiert. Vom Produzenten bis zum Betatester werden alle Beteiligten von ihnen als armselige Nerds lächerlich gemacht, die weder Sonnenlicht noch Frauen jemals live gesehen haben. Sehr schön!

Gegen Ende möchte ich noch ein paar Worte zur eigentlichen Brisanz des Spiels verlieren, da ich weiter oben zwar schon ein paar Aussagen diesbezüglich getroffen, diese aber nicht weiter ausgeführt habe:

MadWorld ist ein extrem brutales Spiel, das wegen seiner unglaublich expliziten Gewaltdarstellung ganz sicher nicht in Kinderhände gehört. Das Spiel zelebriert das Töten von Gegnern auf möglichst kreative Art. Allerdings bin ich der Ansicht, dass es nicht auf der gleichen Stufe wie die Manhunt-Spiele steht, welche ich persönlich für sehr dumme Gewaltpornos halte, die es trotz anderslautender Bekundungen seitens der Entwickler nicht schaffen, eine wie auch immer geartete Distanz zum Gespielten zu erzeugen. MadWorld hingegen stilisiert die Gewalt ins Absurde. Durch den vorzüglichen visuellen Stil bricht es die dargestellte Brutalität ins Surreale. Auf diese Weise begibt es sich auf die gleiche Ebene wie Sin City oder 300: Ohne Frage immer noch kontrovers und diskussionswürdig, aber auf keinen Fall einfach als geschmackloser Schrott abzutun. Außerdem geht MadWorld noch einen Schritt weiter als beispielsweise Zack Snyders ästhetisches Spartaner-Gemetzel 300, welches den Zuschauer im Unklaren über seine eigentlich Gesinnung ließ. MadWorld lässt zu keiner Zeit Zweifel daran, dass es sich als Gewalt- und Medien-Satire versteht. Ob nun die Over-the-top-Gewaltdarstellung, die beiden Kommentatoren mit ihren absurden Wortgefechten oder der spätere Verlauf der eigentlichen Hintergrundgeschichte: Alles funktioniert auch auf einer Meta-Ebene, die der zunächst augenscheinlichen Gewaltverherrlichung exakt entgegen läuft. Insofern ist das Spiel ein wenig wie No More Heroes, bei welchem man auch nicht einfach nur die vordergründige Spielmechanik isoliert betrachten darf, um dem Spiel wirklich gerecht zu werden, da es so viel mehr ist; man muss einfach nur genau hinsehen …

Ich will mir an dieser Stelle keinesfalls anmaßen, eine allgemeingültige Aussage bezüglich der Interpretation des Spiels zu treffen. Man kann ob der Inhalte und deren Darstellung sicherlich geteilter Meinung sein. Ich kann daher lediglich sagen, wie es bei mir ankommt: Ich halte MadWorld für sehr clevere Erwachsenenunterhaltung, die sich zwar bewusst im geschmacklichen Grenzbereich aufhält, aber genug Hinweise auf ihre eigene Haltung bezüglich der ihr innewohnenden Thematik gibt. MadWorld ist wesentlich eindeutiger ein Anti-Mediengewalt-Spiel als beispielsweise Call Of Duty 4 ein Anti-Kriegs-Spiel (eine Einschätzung, die ich übrigens selbst nie geteilt habe …).

Zusammen mit dem sehr gut gestalteten Gamplay und der grandiosen Präsentation ist MadWorld in meinen Augen ein Instant-Cult-Classic, den sich niemand entgehen lassen sollte, sofern er sich nicht von der vordergründigen Gewalt abschrecken lässt, offen für die vielen kritischen Untertöne ist und auch genug Hirnschmalz besitzt, diese angemessen einzuordnen. Kinder, Jugendliche und labile Dummbatze, die in dem Spiel nicht mehr sehen als eine geile und extrem lustige Splatterorgie, sollten aber lieber von dem Titel ferngehalten werden.


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35 Kommentare

  1. http://www.doktorsblog.de - 14.04.2009 16:19

    …habs nur überflogen. Aber:

    „Instant-Cult-Classic, den sich niemand entgehen lassen sollte,“ -> kann ich so unterschreiben. Wobei: Dieser B&W Look, zusammen mit dem „Speed“ des Games plus die Wii (Nicht-)Kantenglättung……. ich bin zu alt für sowas; echt mal.

  2. Daniel - 14.04.2009 16:20

    Wie kann ich mir grob die Steuerung vorstellen? Viel unnötiges Gefuchtel, oder hält es sich in Grenzen?

  3. laZee - 14.04.2009 16:45

    Der Titel ist Wii-Exklusiv, oder? Ist die Wii-Steuerung so tief im Gameplay verankert, dass eine Portierung schwierig wäre? Wenn nicht, würde ich nämlich gern hoffen :)

  4. SpielerZwei - 14.04.2009 19:19

    Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr bei jedem Wii-Spiel explizit auf die Steuerung einzugehen, weil ich das auf Dauer ermüdend finde. Immerhin ist das Teil jetzt seit 2,5 Jahren auf dem Markt …
    Es ist eine Mischung aus klassischer Steuerung (Knöpfchen+Stick) und Gefuchtel. Funktioniert prima. Ich habe diesbezüglich eigentlich nichts auszusetzen.
    Ob man das Spiel auch mit einem Gamepad bedienen könnte? – Da bin ich mir sicher. Ob es Ports für andere Systeme geben wird? – Das hängt wohl vom Erfolg und von den Verträgen ab …
    Es würde mich aber wundern, wenn MW ein finanzieller Flop wird. Dafür ist das Game einfach zu gut und es gibt zu viele Wii-Besitzer, die lange auf genau so etwas gewartet haben.

  5. 1100101 - 14.04.2009 23:32

    Ich habe das Spiel nicht gespielt (jedenfalls nicht lange), aber von deiner Beschreibung her, klingt die Story sehr nach dem Film Battle Royale. Der Film gefiel mir aber im Gegensatz zum Spiel welches mich am Anfang mit stupider Gewalt nervte. Habe wohl nicht lang genug durchgehalten. ;-)

  6. Aulbath - 15.04.2009 00:00

    Instant-Cult-Classic

    Mission erfüllt :)

  7. SpielerZwei - 15.04.2009 00:15

    Der Vergleich mit Battle Royale ist gar nicht schlecht. Ähnliches Thema. Allerdings hat mir MadWorld wesentlich besser gefallen. :P

    @ Aulbath: Kann Dir doch eigentlich worscht sein. Du kaufst Dir doch eh keine Wii, oder?

  8. Daniel - 15.04.2009 00:44

    Ich wollte ja auch nur die groben Züge der Steuerung, weil du darüber kein einziges Wort verloren hast. ;) Finde ich bei einer Konsole, die sich eigentlich nur durch ihre Eingabegeräte positiv von der Konkurrenz unterscheidet schon wichtig.

    Mich schreckt die extreme Gewalt in Kombination mit der Punktejagd doch etwas ab. Ja, Satire und so, aber ein komisches Gefühl bleibt. Dabei habe ich nichts gegen Gewalt, aber hier wird es ja als eindeutiges Feature präsentiert.

    Aber der Look ist klasse. Leider scheint die PAL Version jedoch ohne ordentlichen 16:9 Modus, 60Hz und 480p auszukommen, was ich als Stinkefinger an die HD Konsolen und TV Besitzer verstehe. :P

  9. Aulbath - 15.04.2009 12:25

    @S2: Vorerst nicht… ABER wenn der Dolphin Emulator hinhaut könnte man mal über das Erstehen einer US-Version nachdenken. Kostet ja praktisch nichts und Smash Bros BRAWL sieht bereits besser aus als auf Wii selbst.

    Theoretisch würde mir auch einfach eine DVD mit einem Video-Walkthrough reichen, ich muss das nicht mal unbedingt spielen. Denn mich interessiert vorallem das Art Design / Inszenierung.

  10. SpielerZwei - 15.04.2009 13:08

    Also wenn irgendein Konsolen-Emulator für den PC gar keinen Sinn macht, dann ist es ein Wii-Emulator. Ich glaube kaum, dass der Dolphin auch die Nutzung von WiiMotes am PC ermöglicht…

  11. Aulbath - 15.04.2009 16:16

    Die Wiimotes kann man problemlos an jedem Rechner verwenden… ganz ohne Emulator. Bluetooth FTW!

  12. Kreon - 15.04.2009 16:29

    Problemlos? ich bekomm die Wiimote an meinem PC nicht zum laufen. 3 Bluetooth-Addapter durchprobiert aber ohne ein 60€ teures Programm läuft die Wii-Mote nicht und ich hab keine 60€ für soetwas übrig

  13. spielereins - 15.04.2009 17:02

    auch wenn ich das game nicht aktiv selbst gespielt hab durfte ich doch kollegen zwei und drei etwas auf die finger schauen: ich denke es ist problemlos möglich, die steuerung auf ein herkömmliches gamepad zu übertragen (und ich würde es sogar bevorzugen), da es ja im grunde nicht viel anders als ein god-of-war oä. funktioniert. im grunde hält mich sogar eher die wiifuchtelung von einem kauf ab, auf xbox/playse oä würde ich nicht großartig zögern, wobei mir das game, nimmt man mal die schwarzweißrot-cartoonoptik und die streckenweise absurde brutalität weg nicht wirklich viel neues oder abwechslungsreiches zu bieten scheint, im grunde wäre es eher eine obskurität für’s regal (direkt neben skinny puppy’s „VIVIsectVI“)

  14. Jay - 15.04.2009 19:36

    Hab die ersten paar Level angespielt und ist wirklich Klasse – besonders toll ist es wenn man sich mit dem Controller in der Hand vor Lachen kringelt, weils einfach so absurd brutail und schräg ist! ;D

  15. otacon - 15.04.2009 23:10

    Freut mich, dass das Spiel auch von anderen so positiv aufgefasst wird (hatte anfangs auch Zweifel, die sich mit zunehmendem Spielverlauf aber verflüchtigt haben). Ein Schönheitsfehler: Platinum Games ist (zumindest m.E.) nicht mit Clover gleichzusetzen. Das Studio war eine komplette Neugründung – zwar mit vielen ehemaligen Clover-Mitarbeitern, aber sicherlich auch mit neuen von außen.

    Man kann echt nur hoffen, dass MadWorld ein kommerzieller Erfolg wird (auch wenn ein Nachfolger dann vermutlich unvermeidlich ist). Hat mich übrigens sehr gewundert, dass Sega das Spiel eines japanischen Entwicklers nicht im eigenen Land vertreiben möchte (bei Deutschland wundert das ja niemanden mehr).

  16. otacon - 15.04.2009 23:35

    Und um mich jetzt selbst auch nochmal zu korrigieren:
    Seeds war die Neugründung, Platinum entstand später aus einer Fusion.

    Sorry für den Doppelpost.

  17. ness - 16.04.2009 00:05

    im grunde hält mich sogar eher die wiifuchtelung von einem kauf ab, auf xbox/playse oä würde ich nicht großartig zögern

    Wegen SO etwas holst du dir das Spiel nicht? Wow…

  18. SpielerZwei - 16.04.2009 00:10

    Anmerkung zu SpielerEins:
    Er und HerrDrei haben nur die ersten 2-3 Areas gesehen bzw. auch ein wenig angezockt. Das wollte ich nur mal erwähnen, da auch die Abwechslung im Spiel angesprochen wurde … ;)

    @SpielerEins:
    Nachdem ich mir wieder mal anschauen konnte, wie ausladend Du immer mit der WiiMote hantierst, kann ich Deine Abneigung des „Fuchtelns“ gut verstehen. Wenn Du allerdings, so wie ich, alles aus dem Handgelenk oder zumindest mit wesentlich kleineren Bewegungen machen würdest, wären die Arme auch nicht immer schon nach einer halben Stunde schwer.
    :D

    @otacon:
    Natürlich hast Du Recht, aber wir haben uns intern darauf geeinigt, etwas weniger Nerd-Wissen an den Tag zu legen, um nicht noch mehr Freaks anzulocken. Unser Ziel ist ja bekanntlich die alleinige Kontrolle des Internets (Weltherrschaft ist so 2.0 …) und da müssen wir logischerweise mehr aufs Mainstreampublikum zielen.
    Der einzige, der da immer wieder querschießt, ist Spielerdrei. Die Sau.
    ;D

  19. SpielerZwei - 16.04.2009 00:23

    @Aulbath:
    Ich weiß, dass man die WiiMote mit etwas Aufwand am PC nutzen kann, aber das ist ja nicht der springende Punkt. Dafür habe ich ja meine Maus.
    Die Frage ist, ob man eine WiiMote zusammen mit Dolphin verwenden kann. Alles andere macht keinen Sinn. Wenn Du einen Wii-Emulator ohne WiiMote-Support hast, fallen ca. 95% aller Spiele flach (GC- und VC-Games mal nicht mitgezählt).

  20. Aulbath - 16.04.2009 09:02

    @S2: Den Videos nach (Force Unleashed) ist dies wohl möglich… wie du schon richtig sagst macht alles andere auch keinen Sinn.

  21. spielereins - 16.04.2009 13:52

    @ness: ich bin leider durch das suboptimale fuchteln von ssx blur relativ bedient, gearde wenn man weiß das es ohne rumwackeln normalerweise super funktioniert

  22. Puschelich - 16.04.2009 14:32

    Vorab: ich habe MadWorld nicht gespielt. Meine Meinung basiert auf besserem Hörensagen und ich behalte mir das Recht vor, in naher Zukunft vom Spiel völlig begeistert zu sein. Andere Besprechungen heben ja besonders die gelungenen Quick Time Events … QTEs? Das Spiel ist offensichtlich die Inkarnation des Bösen und ich muss mich nicht länger zurückhalten.

    Ist das eurer Meinung nach der Weg zum Mainstream, zur Anerkennung von Videospielen als ernstzunehmendem Medium? Grundlegende Spielmechanik ist Punktegewinn durch möglichst blutigen Comboaufbau, die Kommentare des Hauptcharakters sind menschenverachtend, frauenfeindlich und homophob. Bei anderen Spielen werden von den Rezensenten grossartige Geschichten anhand von winzigen Details herbeifabuliert. In diesem Spiel werden Abfalleimer für menschlichen Müll und durch den Kopf gestossene Verkehrsschilder dann in der Wahrnehmung aber völlig ausgeblendet. Die erfolglose Wii bekommt damit sogar den dringend benötigten Qualitätstitel. Hallo? Macht das jetzt Arnold Schwarzeneggers „Running Man“ zu einem hervorragendem Film? Mit ähnlicher Argumentation interpretiere ich den Erfolg von „Deutschland sucht den Superstar“ als Ausdruck des tief verinnerlichten Demokratieverständnisses der deutschen Bevölkerung, der Achtung vor dem Talent in jedem Mitmenschen und somit zum unübertrefflichen Höhepunkt der Fernsehunterhaltung.

    Kinder, Jugendliche und labile Dummbatze, die in dem Spiel nicht mehr sehen als eine geile und extrem lustige Splatterorgie, sollten aber lieber von dem Titel ferngehalten werden.

    Ja nee, is klar, Whiskey wird nur von alten Herren vor dem Kamin goutiert, mit meiner Hayabusa 1300 fahre ich nur entspannt über idyllische Landstrassen, Pornographie hilft verheirateten Paaren nur bei der Pflege ihrer Beziehung, …

    Falls MadWorld den Gutmenschen bei den Massenmedien in die Hände fällt und sie pflichtbewusst das unvermeidlich nächste Schulmassaker aufklären, will ich mir die Konstruktion der Kausalitätskette lieber gar nicht erst vorstellen.

  23. SpielerZwei - 16.04.2009 21:46

    Endlich spricht mal jemand die eigentliche Problematik des Spiels an. Ich habe meine Meinung ja schon im Artikel teilweise dargelegt. Ich kann es aber auch nachvollziehen, wenn man das Spiel wegen der extremen Gewalt ablehnt. Politisch korrekt ist MW auf keinen Fall.
    Für einen echten Diskurs solltest Du es allerdings wirklich gespielt haben, denn nur dann könnten wir uns ernsthaft darüber streiten, ob MW ein gewaltverherrlichendes oder ein gewaltkritisches Spiel ist. Diesen Punkt finde ich in der Tat spannend, weil meine Interpretation ja nicht unbedingt stimmen muss.
    Du lehnst aber leider nur die vordergründige Brutalität ab ohne es selbst gespielt zu haben und das ist mir etwas zu wage. Gleiches könnte man ja auch Full Metal Jacket vorwerfen, wenn man nur ein paar zusammenhanglose Ausschnitte gesehen hat…

  24. Puschelich - 17.04.2009 02:12

    Ich kann es aber auch nachvollziehen, wenn man das Spiel wegen der extremen Gewalt ablehnt. Politisch korrekt ist MW auf keinen Fall.

    Ach, Ablehnung … zerplatzende Köpfe in Zeitlupe machen mir weder im Wasteland noch in Gegenwart von Agent G etwas aus. In beiden Fällen sind sie reiner Selbstzweck und wurden auch kritisiert. Der Reflex, aus einem Überfluss an Blut automatisch auf ernsthaften Umgang mit Gewalt zu schliessen, hat sich bei mir aber doch deutlich abgeschliffen.

    …ob MW ein gewaltverherrlichendes oder ein gewaltkritisches Spiel ist.

    Das ist mir zu deutsch, vermutlich weder noch. Es ist gewaltvermarktend und das ist mir inzwischen zu wenig. Mehr Blut bedeutet nicht automatisch erwachsenen Inhalt sondern nur einen Aufkleber. „Für Erwachsene“ ist dabei aber lediglich ein Erwerbsanreiz für Heranwachsende. Ich befürchte zudem, jenseits seiner Schockwerte geht MadWorld schnell die Luft aus. Das Ganze ist mir zu einfach. Fällt mir nichts mehr ein, drehe ich die Gewaltschraube ein wenig an, lasse Blut fliessen, streue ein paar üble Kommentare ein (die vom richtigen Publikum natürlich als Satire decodiert werden) und schon habe ich sowohl die Strasse (goil, Blut unn inn’n Schredder) als auch das Café (… aber die Übertreibung bricht die vordergündige Gewalt, die Archetypen hinter den Charakteren …) im Sack.

    … ohne es selbst gespielt zu haben …

    Das ist ein berechtigter Einwand.

    Gleiches könnte man ja auch Full Metal Jacket vorwerfen, wenn man nur ein paar zusammenhanglose Ausschnitte gesehen hat…

    Ich habe den Film im Kino gesehen. Mit einer ausreichenden Anzahl junger Männer im Publikum. Der Film kann auch bei vollständigem Ansehen völlig anders betrachtet werden.

  25. Ranor - 30.06.2009 20:34

    „Es würde mich aber wundern, wenn MW ein finanzieller Flop wird. Dafür ist das Game einfach zu gut und es gibt zu viele Wii-Besitzer, die lange auf genau so etwas gewartet haben.“

    Tja, mittlerweile musst du dich wohl wundern…

  26. ness - 30.06.2009 23:33

    Dass das Spiel die Erwartungen nicht erfüllen konnte, ist inzwischen klar, aber ob es mit Sicherheit ein finazieller Flop war, soweit würde ich nicht gehen.

  27. Puschel - 01.07.2009 00:53

    Für mich klingen die Anmerkungen von Gary Dunn ziemlich floppich. Entwicklungen auf der Wii sind aber vermutlich deutlich billiger als auf PC/PS3/XBox360. Raubkopien dürften auch kein so grosses Problem wie bei PC/XBox sein. Und selbst ein kleines Stück eines grossen Kuchens dürfte die Entwickler satt machen. Nur warum die Mühe? Dieses seltsame Jahrmarktspiel für die Wii ist gefühlt seit bald zwei Jahren in den Charts. Für jeden investierten Dollar dürften die inzwischen das Hundertfache eingesackt haben. Warum also Hinrnschmalz investieren, wenn es mit einem Fitnessvideoersatz deutlich einfacher geht? Ich bin einfach erstaunt, dass die Jungs und Mädels bei Sega solche Projekte an ihrem Finanzvorstand vorbei geschmuggelt bekommen. Dafür würde ich ihnen sogar fast Sega Superstars Tennis vergeben … nein, so weit geht’s dann doch nicht.

  28. ness - 01.07.2009 17:40

    Für mich klingen die Anmerkungen von Gary Dunn ziemlich floppich.

    Naja, er sagt nur, dass sich das Spiel nicht so verkauft hat, wie sie es erwartet haben.

    Deshalb würde ich nicht so weit gehen und sagen, dass das Spiel ein finanzieller Flop war, also in der Hinsicht, dass es die Entwicklungskosten nicht einspielen konnte.

  29. SpielerZwei - 02.07.2009 13:01

    Ich sehe das wie ness: Ohne konkrete Zahlen ist die Aussage irgendwie nichts wert. Was heißt das denn bei einer Hardwarebasis von über 50 Mio. Konsolen weltweit? Da kann man auch von 2 Mio. Exemplaren noch enttäuscht sein. Kommt auf deren Erwartungen an…

    Wenn MW aber tatsächlich ein „Quasi-Flop“ ist, würde mich das jetzt auch nicht aus den Socken hauen, weil man das ja schon von anderen Beispielen her kennt: Alle Welt jammert immer über zu viel Casual, zu wenig Innovation und Mut. Trotzdem verkaufen sich viele Software-Perlen einfach nicht, wenn sie denn kommen. Ich bin davon überzeugt, dass die Videospiele-Welt voll von Leuten ist, die sich ständig über das Angebot auf dem Markt beklagen und dann doch nur FIFA 2046 und NSF Teil 76 kaufen…
    That’s Life.

    P.S.: Bin in diesem Zusammenhang mal sehr auf die Verkaufszahlen von Brütal Legend gespannt!

  30. Nille - 02.07.2009 16:42

    vgchartz sagt: Nicht mal eine Viertelmillion.
    Ich denke, für ein Konsolenspiel erstmal nicht so prickelnd, aber für einen Nischentitel auf der Wii vielleicht ganz passabel.

  31. SpielerZwei - 02.07.2009 18:25

    Oh, das ist wirklich relativ wenig.
    Schade, aber jetzt muss mir auch echt kein Wii-Besitzer mehr die Ohren vollheulen, dass es ja nichts anderes als Mini- und Casual-Games gäbe. Der nächste, der mir mit dem Müll kommt, kriegt einfach kommentarlos auf’s Maul. So.

  32. ness - 02.07.2009 21:28

    vgchartz

    VGChartz ist mit äußerster Vorsicht zu genießen, und selbst dann ist sie keine wirklich zuverlässige/seriöse Quelle, gerade nicht bei Nischentitel ;).

  33. SpielerZwei - 02.07.2009 22:03

    VGChartz ist aber trotzdem noch die beste offen zugängliche bzw. kostenlose Quelle, die man zu dem Thema hat. Ansonsten rücken die Publisher nur mit ihren Verkaufszahlen raus, wenn sie damit angeben können.

  34. ness - 02.07.2009 22:44

    Trotzdem sind deren Zahlen nicht seriös und oft auch einfach ausgedacht. Hier auch mal ein schöner Text dadrüber:

    http://www.gamasutra.com/php-bin/news_index.php?story=18919

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