Was ich bei Remedy wirklich cool finde, ist, dass sie die Entwicklungszeit ihrer Spiele einfach in die entsprechende Timeline einbauen: Alan Wake hing die 13 Jahre zwischen beiden Spielen in einer anderen Dimension fest und Das Älteste Haus stand seit dem Ende von Control sieben Jahre unter Hiss-Quarantäne. Haben wir im ersten Teil noch als Jesse Faden nach ihrem Bruder Dylan gesucht, müssen wir nun in seiner Haut nach der Schwester suchen. Jesse ist nämlich seit dem Bruch der Quarantäne verschwunden.
Wie wir etwas später erfahren, konnten die Hiss nur deshalb aus dem Ältesten Haus entkommen, weil eine weitere interdimensionale Gefahr aufgetaucht ist: Das Muster. Und so ist nun ganz Manhattan voller Hiss und wurde außerdem noch „gemustert“. Was das genau bedeutet, versuche ich gar nicht erst zu erklären. Ist eh alles Mystery-Mambo Jambo. Auf jeden Fall spielt Control: Resonant nur noch ganz am Rande im Ältesten Haus und stellt uns dafür ein komplett durch den Mixer gejagtes Manhattan als Open-World-Spielwiese zur Verfügung. Straßenzüge machen einen 90°-Knick nach oben und da, wo eigentlich der Himmel sein sollte, sieht man jetzt die Dächer von Wolkenkratzern. Die Gesetze der Physik wurden vom Muster komplett auf den Kopf gestellt. Und das hat natürlich auch gravierende Auswirkungen auf die Spielmechanik, die sich doch sehr vom Vorgänger unterscheidet.



In Control haben die Entwickler den SciFi-Mystery-Mambo-Jambo-Regler auf 11 gedreht. Und das hat mir wirklich Spaß gemacht, vor allem wegen den ganzen „Remedy-Connected-Universe“-Easter-Eggs und -Querverweisen, die Alan Wake 2 dann seinerseits noch einmal stärker aufgegriffen hat. Aber in Control: Resonant haben sie versucht, diesen Regler noch etwas weiter zu drehen und ihn dabei leider einfach abgebrochen…

Das Einzige, was inhaltlich tatsächlich Substanz besitzt, ist die eingebettete Background-Geschichte von Jesse und Dylan. In der kommt Jesse aber nur am Rande vor und Dylan… tja, Dylan Faden ist als tragischer Protagonist auf der Suche nach Vergebung leider eine Blassbacke sonders Gleichen. Aufgrund seiner schnarchigen Charakterzeichnung und der emotionsarmen Dialoge bin ich bis kurz vorm Finale kaum warm mit ihm geworden. Er war fast das ganze Spiel über kaum mehr als das Männeken, dass ich etwa 40 Stunden über den Bildschirm gescheucht habe. Da war seine Schwester als Figur deutlich interessanter.


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