Polyreuxblick 2018

Der Polyreuxblick ist Tradition zum Jahreswechsel. Also haben wir wieder über Weihnachten unsere Accounts durchforstet und lassen wie gewohnt das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren und fassen (mehr oder weniger kurz) zusammen, was 2018 denn eigentlich so zu bieten hatte. Einige von uns wünschen sich für 2019 deutlich mehr Zeit zum Spielen, denn teilweise waren die Playlisten erstaunlich kurz, was aber nicht bedeutet, dass es uns an Leidenschaft fehlt. Wir hoffen, Ihr könnt auch auf ein interessantes und erfreuliches Spielejahr zurückblicken und habt schon die ein oder andere Spiele-Vorfreude für 2019 im Visier.

Das gesamte Team von Polyneux wünscht Euch ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr, mit guten Spielen, netten Begegnungen und vielen unterhaltsamen Artikeln und Podcasts. Wir danken unseren Lesern und Zuhörern für ihre Treue und Liebe. Bleibt so wie ihr seid!

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Pascal: Ich stecke mittendrin in 428: Shibuya Scramble und das einzige, das ich über die noch zu schreibende Rezension weiß ist, dass sie eine nicht minder geile BRAVO-Fotostory werden sollte wie das Spiel selbst. Noch nie habe ich über einen japanischen Mann mittleren Alters, der eine Banane ist, so herzhaft gelacht. Und allein die Frage, warum alle Örtlichkeiten in dieser Version von Shibuya nach Twin Peaks-Storyelementen benannt sind, treibt mich an. 428 ist zum jetzigen Zeitpunkt die beste reine Visual Novel (also solche ohne Rätselanteil wie etwa 999), die ich kenne.

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Doreen: Habe ich mit einer Freundin an 2 Abenden im Coop durchgespielt. Hat extrem Spaß gemacht, bietet jedoch kaum spielerische Herausforderungen, was aber nicht weiter schlimm ist. Das Spiel lebt vom gemeinschaftlichen Spielerlebnis und eben jener ist hier der eigentliche Kern dieses „The Great Escape“-Spiels. Schnappt euch einen Freund und rockt das Ding zusammen durch! Von solchen Spielen könnte es ruhig noch mehr geben.

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Abzu, Rasen und ein brutaler Besuch im Schwimmbad
Jannick: In Abzu muss man schwimmen, aber ich kann nicht schwimmen, deswegen ist Abzu nichts für mich. Und eigentlich ist Abzu auch Journey, nur anders. Aber doch schon Journey. In erster Linie ohne Sand, ja, aber ganz ehrlich, Abzu ist Journey. Erzählt mir nix.

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Pascal: Honorable mention für das deutsche AWMF hier. Während mir das runden- und beatbasierte Schleich- und Dialogsystem echt gut gefallen hat und das Setting eines cyberpunkigen Neo Berlin rockt, ist das Kämpfen ein echter Reinfall. Ich kann zwar die Zeit zurückdrehen, wenn ich XCOM-mäßig bei 90% Trefferwahrscheinlichkeit drei mal in Folge danebenschieße, das mindert den Frust aber nicht wirklich.

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Chris: Optisch macht das bewaldete Oregon im Norden der Vereinigten Staaten für meinen Geschmack weit mehr her als der letztjährige New Mexico-DLC. Auch sonst pflegen die Entwickler den ATS so sorgfältig weiter, wie man es schon von Euro Truck Simulator 2 gewohnt ist: Mit dem Volvo VNL gab es dieses Jahr einen kostenlosen neuen Truck, außerdem neue Trailer und zahlreiche Verbesserungen am Hauptspiel. Bleibt als einziger Kritikpunkt, dass das Spiel einfach zu langsam wächst. Bei dem derzeitigen Tempo, mit dem SCS neuen Content nachschiebt, werden wir erst in zehn Jahren die vollständigen Vereinigten Staaten befahren können, von Kanada oder Mexiko mal ganz zu schweigen.

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Pascal: Eigentlich als VR-Spiel gedacht, aber Anamorphine funktioniert auch auf dem Bildschirm gut genug. Das Spiel versucht, eine posttraumatische Suchtstörung in surrealen Bildern darzustellen, die sich alle auf die immer kleiner werdende Lebenswelt des betroffenen Protagonistenpärchens beziehen. Verstörend und wenig überraschend auch recht sperrig, aber dennoch die zwei Stunden wert.

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Jannick: So schön, so langweilig: Assassin’s Creed ändert sich nie. Nun also mit weiblicher Spielfigur, und das ist tatsächlich ein großer Gewinn, weil Protagonistin Kassandra den stereotypischen Bartmann das Gesicht zermatscht. Viel schönes Flair, eine Urlaubsstimmung mit Spaßgarantie, die keiner bis zum Spielende durchhält, was aber auch okay so ist – so würde ehrliches Marketing klingen.

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Jannick: Schippernde Wikinger wollen meine tippelnden Wikinger töten, damit sie meine Insel erobern können. Brutales, elegantes Strategiespiel, das mit dem immer schneller werdenden Spielablauf bald zu überfordern beginnt. Stets folgt ein neuer Versuch. Wer will schon tippelnde Wikinger sterben lassen? Ich nicht, ich könnte damit nicht leben, also lebe ich im Moment, und jeder einzelne ist kostbar in Bad North.

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Chris: 2018 erschien nicht nur endlich der dritte Teil der Banner Saga, sondern auch die ersten beiden Teile wurden auf die Nintendo Switch portiert. Da der erste Teil inzwischen über vier Jahre alt ist, beschloss ich, mein altes Savegame auf dem PC ruhen zu lassen und die Trilogie auf der Switch noch einmal komplett anzugehen. Momentan hänge ich irgendwo in der Mitte von Teil 2. Ich kann euch also über Banner Saga 3 rein gar nichts sagen, nur so viel: Der Switch-Port der Trilogie ist erstklassig! Wer die Banner Saga noch nicht kennt: Optimaler Zeitpunkt, um das nachzuholen.

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Sterben für Anfänger – Battlefield V
Christian: Mein erstes längeres Battlefield-Erlebnis – und das erste Spiel der Reihe, dass es trotz seiner Sperrigkeit geschafft hat, mich am Ball zu halten und immer wieder dazu zu bringen, den Controller in die Hand nehmen und noch eine Runde spielen zu wollen. Viel Krawumm. Viel Bombast. Und dazu eine wunderschöne Optik und eine Weitläufigkeit, die man so von sonst kaum einem anderen Multiplayer-Shooter findet. Insbesondere die Größe und Unübersichtlichkeit der Maps führen zwar zu Beginn immer wieder zu Frustmomenten; hat man aber erstmal reingefunden, lassen erste Erfolgserlebnisse aber gar nicht so lange auf sich warten wie gedacht. Für nächstes Jahr wünsche ich mir dann vor allem ein Squad, mit dem ich mal wirklich taktisch im Team spielen kann.

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Chris: Über die Spiele als solche weiß ich nichts zu berichten, was auf Polyneux nicht schon mehrfach niedergeschrieben wurde. Nur ein Wort zum Port auf die Switch: flawless.

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Urs: Es hätte so schön sein können. Below beginnt großartig. Nach einer langsamen Anfangssequenz wird die Spielfigur, nur mit Schwert, Schild und einer Flasche ausgestattet, auf eine einsame Insel ausgesetzt. Was hier abläuft ist völlig unklar, denn das Spiel erklärt nichts. Nach kurzer Zeit hat man den Bogen raus, kämpft, crafted und survivaled sich durch die Gegend, ergötzt sich an der polierten Minimaloptik und den dröhnenden Hypnosounds. Leider ist alles zu umständlich, nach einem Tod steht man wieder mit nichts am Strand und darf durch die halbe Welt ochsen und das Survivalzeug stört einfach nur, nach einigen Stunden wird Faszination zu Frust. Visuell und akustisch ist Below ein Hochgenuss, spielerisch leider nicht. Chance vertan.

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Zwerg-im-Bikini: Da saßen wir also zu neunt vor der Switch, summten eine vor penetranter Ohrwurmhaftigkeit strotzende Titelmelodie mit und spielten mit Begeisterung das Rentnerspiel Bingo. Ich würde nicht zu behaupten wagen, dass dieses hässliche Entlein besondere Qualität auszeichnet. Aber wir hatten in diesem Moment mit dieser Personenkonstellation Spaß damit, und dafür sollte man sich sich nicht schämen.

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Urs: Blossom Tales ist ein Action Adventure, ist ein Action Adventure, ist eine Link-to-the-Past-Kopie. Dass es an das Original nicht heranreicht, überrascht nicht, ist aber auch nicht schlimm, da es putzig aussieht und prima unterhält. Ein Spaß für Genre-Freund_innen!

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Zwerg-im-Bikini: Das Konzept der Entwickler könnte noch einige spannende Experimente hervorbringen: Sie wollen alte Spieleklassiker neu interpretieren und dabei die Spielmechaniken ändern. Den Anfang mach mit Book of Demons das gute alte Diablo, das um einen ordentlichen Schuss Deck-building erweitert wurde. Man kämpft sich zwar wie gewohnt durch Dungeons, aber ist auf Handkarten angewiesen, die für die Skills und Items stehen. Die Grafik wirkt sympathisch und die Gegner sind abwechslungsreich, aber was die Langzeitmotivation angeht, hat der Reiz für mich nach dem ersten Boss leider irgendwann nachgelassen. Ich bin trotzdem gespannt, welche Spiele in dieser Reihe noch folgen werden.

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Chris: Das sechste AddOn zu Cities: Skylines ist gleichzeitig eines der besten! Endlich ist man nicht mehr auf die vorgefertigten, rechteckigen Parks beschränkt, sondern kann sich (ähnlich der Malfunktion für die Bezirksgrenzen) beliebig zugeschnittene Grünanlagen in die eigene Stadt malen und nach Herzenslust dekorieren. Stadtparks, Vergnügungsparks, Nationalparks, Tierparks: Alles drin, alles dran!

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Chris: Das siebente AddOn zu Cities: Skylines bietet schließlich Industriegebiete, die ähnlich der Parks in Parklife in die Stadt gemalt werden können. Dazu einen ganzen Haufen neuer Gebäude für Farmen, Forste, Ölförderung und Bergbau. Das Grundprinzip, ähnlich der Anno-Reihe Produktionsketten aufzubauen, funktioniert ganz gut, geht meines Erachtens in einem spirituellen Nachfolger der SimCity-Reihe aber etwas am Punkt vorbei. Schließlich sollte man als Bürgermeister eigentlich nur die Rahmenbedingungen für die Industrie schaffen und nicht gleichzeitig noch als CEO tätig sein. Das Konzept der einzeln kaufbaren und voneinander unabhängigen AddOns bringt die zugrundeliegende Städtesimulation in Cities: Skylines spätestens mit diesem siebenten AddOn auch absolut an Grenzen: Industries hatte nach Release im Oktober fast zwei Monate lang bis zum Weihnachtspatch im Dezember schwerwiegende Bugs, die den AddOn-Content teilweise unbenutzbar machten. An Exporten hat man beispielsweise nur Geld verdient, wenn sie per Truck exportiert wurden, aber nicht per Zug, Schiff oder Flugzeug. Es wird Zeit für Cities: Skylines 2!

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Urs: Endlich wieder Civilization! Teil eins und zwei habe ich buchstäblich über Jahre am Amiga und PC gespielt. Der Vierte holte mich dann für einige Zeit wieder aus der Rundenstrategiespielabstinenz, die ich im Zuge meines endgültigen Abschieds vom PC anschließend wieder konsequent pflegte. Bis heute! Civ6 ist für die Switch erschienen und ich bin selig. Das Interface hat zwar ein paar Ecken und Kanten, zudem versalzen mir Ladezeiten und Geruckel ein wenig die Suppe. Das sind aber nur Kleinigkeiten, die mir die Freude nicht nachhaltig verderben können. Auch auf der Konsole ist Civilization ein charmanter Zeitfresser und ich möchte nicht mehr ohne sein.

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Polyneux spricht, Vol. 52 (Aufstieg und Fall-Edition)
Pascal: Das erste Addon zu Civ VI, das es bisher leider nur für Steam und nicht für iOS oder Switch gibt, ist kein großer Erfolg. Die Systeme sind nicht wirklich toll, aber dafür sind die neuen Völker echt nett. Allein das hat für eine Verdopplung meiner Civ-Spielzeit gesorgt. Und nächstes Jahr kann ich über das nächste Addon gleich noch einen Reuxblick schreiben. Nie wieder ohne Civ in der Liste, juchhee!

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Urs: Crawl serviert uns die ganze Portion Lovecraft und der kosmische Wahnsinn schwappt über den Tellerrand auf die schöne Tischdecke. Als ein im Kellergewölbe des Irrsinns Gefangener bleibt uns nur die Flucht, um dem Grauen zu entrinnen. Die raffinierte Spielmechanik versetzt uns mal in die Rolle des Jägers, mal in die des Gejagten. Ein schönes Ding, das seine Stärken aber vor allem im Multiplayer ausspielt, weshalb ich es nicht besonders lange gespielt habe, da ich Mehrspielergeschichten blöd finde. Aber das wusstet ihr ja bereits.

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UND CUT!
Pascal: Ein Autorennspiel, dass nur zwei Tasten braucht: Vollgas und Nuklearexplosion! Das Arcade-Rennspiel ist seltsam und macht Spaß.

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Volker: Ob es sein muss, mag jeder für sich beurteilen. Besonders die PC-Version wäre vermutlich nicht nötig gewesen, hier gab es seit Jahren HD-Patches von Fans und abseits von etwas besser aussehen hat sich eben auch nicht wirklich viel geändert in Lordran, das 30 oder mehr Euro rechtfertigen würde. Es läuft ein wenig smoother nun, Blighttown-Fans werden verstehen, was gemeint ist. Es sieht stellenweise nicht mehr so graubraun-matschig aus wie das Original. Alles schön, alles gut. Wie eingangs erwähnt: Es mag jeder für sich entscheiden, ob das nochmal eine Investition rechtfertigt. Denn das Original hat spätestens 2018 hoffentlich jeder rumliegen.

Le Don: Nun, das war also Dark Souls. Ja, es ist ein gutes Spiel, aber ich habe leider nichts gefunden, was Bloodborne viele Jahre später nicht besser machen sollte – Level Design, Bossfights, Atmosphäre. Vielleicht bin ich zu sehr Opportunist, aber möglicherweise hätte es mir viel besser gefallen, wenn ich diesen übertriebenen Hype der Art „Das beste Spiel aller Zeit“ nicht im Hinterkopf hätte. Und der Bosskampf gegen Ornstein und Smog war auch nur ganz okay, yo!

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SpielerZwei: Wenn man mal davon absieht, dass Fury gar kein Reiter der Apokalypse ist und inzwischen auch die größten Fans der Reihe komplett den Faden verloren haben, was die Handlung angeht, ist Darksiders 3 eigentlich ganz nett geworden. Es ist zwar der bisher schwächste Teil, aber nach der THQ-Pleite hatte man ja nicht mehr zu hoffen gewagt, dass da überhaupt noch etwas Anständiges kommt. Dass Teil 3 dieses Mal ein wenig zu sehr Dark Souls sein möchte, hat mich persönlich zwar erst genervt, aber inzwischen haben die Entwickler sogar das klassische Kampfsystem aus den beiden Vorgänger als Option nachgepatcht. Dafür meinen Dank!

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Chris: Dead Cells ist ein absolut fetziges Roguelite und, so lese ich das überall, Metroidvania mit souls-lite combat. Was immer das heißen soll. Ich hasse Roguelikes. Dass ich Dead Cells trotzdem für die absolute Wucht halte, liegt viel eher an seinen optischen Anleihen bei Diablo 3. Die Soundeffekte und Animationen sind perfekt und auf den Punkt. Schwingt man den Hammer, scheint man sein Gewicht zu spüren, durch die ausladende Bewegung und das dumpfe WOOMMMS beim Einschlag. Das macht schon Spaß, ohne dass überhaupt Gegner in der Nähe sind, und steigert sich später nur. Dead Cells bekommt das Kunststück hin, selbst bei minder befähigten Spieler – wie ich einer bin – schnell cool auszusehen und sich einfach rundherum gut anzufühlen. Die Strafe für frühzeitige Tode ist nicht allzu hart, der Fortschritt durch gesammelte „Zellen“ über verschiedene Runs hinweg spürbar. Mehrere Alternativrouten sorgen dafür, dass Dead Cells auch beim zigsten Run noch frisch bleibt.

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Der Android in Detroid
Doreen: Hm… der Anfang war eigentlich ganz nett, aber im letzten Drittel ist David Cage wieder fast alles entglitten. Viele gute Ideen, aber die Umsetzung leider unzureichend und etwas das Thema verfehlte Cage auch. Trotzdem hatte ich auch eine Menge Spaß damit, besonders der Story-Strang mit Connor und Hank war sehr gelungen und glaubhaft. Technisch extrem beeindruckend, kann man Detroit hauptsächlich inhaltliche Mängel ankreiden und eine unglückliche Regie. Habe es dennoch sehr gerne gespielt und auch komplettiert, weil ich die Art von Spiel einfach mag und weil es doch einen guten Unterhaltungswert hatte.

Pascal: Hätte ich das Spiel nicht mit einer Gruppe lustiger Menschen gemeinsam gespielt, ich hätte mich überhaupt nicht mehr daran erinnert. Glücklicherweise hat mir das David Cages Weisheit wieder ins Gedächtnis gerufen: Wenn du ein Sklave bist, halte den Kopf unten und sei immer freundlich, dann wird schon alles gut. Danke und fick dich.

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Diablo und der (kleine) Drogenrausch
Jannick: Hauen, looten, hauen, looten. Kann man mal machen, und obwohl Diablo 3 ein derart perfektioniertes Spiel sein will, ist es doch erstaunlich leer. Für den Rausch, für den Ausnahmezustand ein tolles, ein gefährliches Spiel – mehr nicht. Und vielleicht ist ein größeres Kompliment für derlei Spiele nicht möglich.

Chris: Wieder eines dieser Spiele, die vom Port auf die Switch und die damit einhergehende Möglichkeit, sie im Handheldmodus unterwegs zu spielen, stark profitieren. Ändert aber nichts daran, dass Diablo 3 inzwischen einfach steinalt ist. Neue Inhalte zum Release der Switch-Version, ob nun in Form eines ausgewachsenen AddOns oder einer neuen Charakterklasse, hätten sicher nicht geschadet. Außerdem bleibt festzuhalten, dass Bugs in der Switch-Version – ob nun manche Fähigkeiten beim Necromancer nicht auslösen oder Diablo 3 nach dem Aufwachen aus dem Standby manchmal nicht mehr auf Eingaben reagiert – für Blizzard untypisch lange nicht gefixt werden. Vielleicht ja zum Start der neuen Season Mitte Januar…

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Pascal: Den ersten Teil habe ich mit einem guten Freund über 11 Monate hinweg Stück für Stück durchgespielt. Wir hatten sehr viel Freude mit den Pfützen-Mechaniken. Im zweiten Teil stecken wir nun auch schon wieder zwei Monate, haben gerade einmal den ersten Akt geschafft und freuen uns auf ein weiteres Jahr voller Physik-Fuckups, explodierender Fässer und unfairer Gegnerkonstellationen. Das Rüstungs-System nimmt Divinity: Original Sin 2 einiges von der balancelosen Leichtigkeit des ersten Teils, was schade ist, aber die alten Mechaniken in Kombination mit den neuen Zauberkategorien machen das beinahe komplett wieder wett.

Urs: Mein Spiel für die Zeit zwischen den Jahren und ich hatte mich sehr darauf gefreut. Leider ist die Freude ein wenig getrübt,denn irgendwie bekomme ich nicht ganz das, was ich mir gewünscht habe. Das Versprechen einer komplexen Rollenspielwelt mit interessanten Geschichten und lebendigen Figuren wird für mich nicht zu hundert Prozent eingelöst. Zu lange schlage ich mich mit Nichtigkeiten im Anfangsgebiet herum, zu häufig stolpere ich in Kämpfe, die ich haushoch verliere. Das frustriert mich und ich werde immer ungehaltener, umso mehr meines kostbaren Weihnachtsurlaubs vergeht, ohne dass ich Fortschritte im Spiel erziele. Zwar ist es noch zu früh, um ein fundiertes Urteil abzugeben, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt bin ich nicht sonderlich beeindruckt  Mehr dazu bald in meinem Twitter-Feed.

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Chris: Nicht nur sind die in diesem DLC neu hinzugefügten Ostsee-Anrainerländer sehr gut gelungen – auch sonst ist es bemerkenswert, wie ausdauernd SCS in die Pflege des immerhin schon 2012 erstmals erschienenen Euro Truck Simulator 2 investiert. Aktuell werden über mehrere Patches hinweg die Landflächen des Ursprungsspiels generalüberholt und auf den Grafikstandard der letzten DLCs gehievt. Ansonsten gab es 2018 Grafikverbesserungen bei Beleuchtung und Regen, Verbesserungen an der Fahrphysik, neue Trailer, neue, zufällige Road-Events wie zum Bespiel abgesperrte Unfallstellen und – wie im Falle von Travemünde – sogar neue Städte. Selbst wer nur das Originalspiel von 2012 besitzt und die DLCs nicht kaufen mag, bekommt all das noch kostenlos. So gefallen mir „Games as a Service“!

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Polyneux spricht, Vol. 56 (Radioaktiver-Niederschlag-Edition)
Urs: Eine klare zehn auf der international anerkannten Stirnrunzelskala. Wie kann ein Entwickler sich so verschätzen, sich so verrennen, ein Spiel so vergeigen und es einfach immer nur noch schlimmer machen? Es ist bemerkenswert, wie nachhaltig Bethesda alles an Fallout 76 verkackt hat. Schon in der Betaphase lief alles schief und selbst Wochen nach Veröffentlichung dieses Wracks von einem Online-Survival-Geömmel, jagt ein Klops den nächsten, seien es verkackte Special-Editions oder geleakte Kundendaten. Irgendwie war bei Bethesda schon immer alles Kraut und Rüben, bisher aber auf eine recht sympathische Art und Weise. Jetzt haben sie ein furchtbares Spiel unter furchtbaren Bedingungen veröffentlicht und ich weiß nicht, ob sie sich davon wieder erholen. Prognosen zu Starfield und Elder Scrolls 6 anhand von sekundenlangen Trailern abzugeben ist eher das Metier der Profis des Gamesjournalismus, aber sollte Bethesda mit diesen Titeln technisch und spielerisch nicht deutlich mehr abliefern, wird es vielleicht Zeit den Laden dicht zu machen und sich auf das Publisherdasein zu konzentrieren. Das lief ja bis jetzt im Vergleich einigermaßen reibungslos.

SpielerZwei: Mensch, Bethesda! Was habt ihr euch nur dabei gedacht, diese ohnehin schon fragwürdige Idee eines Multiplayer-Fallout-Sandkastens so dermaßen unfertig auf die Menschheit loszulassen? Zumindest die PC-Version ist technisch derzeit maximal im Alpha-Stadium, so dass ich nicht mal richtig sagen kann, ob und was mir am Spiel gefällt oder nicht gefällt, weil es für mich kaum anständig spielbar ist. Und selbst wenn ihr diese Katastrophe in den nächsten Monaten noch irgendwie zurecht patcht, wird mich das vermutlich nicht mehr interessieren… **uninstall fallout76**

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Der freundliche Prepper von Nebenan
Jens: Endlich mal ein Far Cry, dass sich deutlich von seinen Vorgängern abhebt! Die Geschichte hat Tiefe, die Charaktere entwickeln sich auf dramatische Art und Weise und mit vielen überraschenden Wendungen weiter und überhaupt, warum Philosophie studieren (oder Bücher lesen), wenn es ein Far Cry 5 gibt. Natürlich ist Far Cry 5 wieder ein Spielplatz, bei dem ordentlich geballert wird und alles ein wenig drüber ist. In diesem Teil sogar ein wenig mehr als sonst, ich hatte den Eindruck, dass Ubisoft ganz stark in Richtung Just Cause schaute und darum bemüht war, ordentlich Funken zu schlagen. Wenn man so will, ist Far Cry 5 der geistig und motorisch zurückgebliebene Schwippschwager von RDR 2. Irgendwie gehören beide zur Familie, sind sich aber so fern, dass kaum eine Ähnlichkeit erkennbar ist. Das macht Far Cry 5 zu keinem schlechten Spiel, es zeigt nur, dass mehr geht als nur die immergleiche Ubisoft-Open World-Formel leicht zu variieren.

SpielerZwei: Es ist so schade: Far Cry 5 ist eigentlich der bisher beste Teil der Reihe seit die Franzosen sie übernommen haben, zumindest was die offensichtlichen Spiel-Kriterien angeht. Aber mich hat es wirklich sehr geärgert, dass es sich so auffallend krampfhaft bemüht, keinerlei politische Aussage zu treffen, obwohl das US-Prepper-Szenario geradezu danach schreit. Gekrönt wird das Ganze dann noch von einem überraschend grimmigen Ende, das so gar nicht zum restlichen Ton des Spiels, ja sogar der ganzen Reihe, passen will. Naja, immerhin relativiert sich meine Kritik am Ende des Spiels nachträglich dadurch, dass Ubisoft als nächstes ein Post-Apokalypsen-SpinOff als direkte Fortsetzung angekündigt hat. Und das schlimmste daran ist: Mein Interesse ist wieder geweckt…

Volker: Auch wenn Far Cry 5 verglichen mit den Vorgängern das Rad nicht wirklich neu erfindet, sondern eine altbekannte Mixtur abliefert, bekommt es von mir „Silber“. Warum? Einerseits, weil die Charaktere durchaus gelungen sind und nicht so überzeichnet wirken wie in vorherigen Teilen (Hi, Vaas!), andererseits, weil man es wenn man möchte auch als politisches Statement zur USA der Gegenwart lesen kann. Aber natürlich nicht muss, so viel Selbstvertrauen hat ein Major-Studio wie Ubisoft auch 2018 noch nicht in seine Produkte oder deren Kunden. Für eine kleine Kontroverse hat es ja immerhin gereicht und der eine oder andere Redneck dürfte sich aufgeregt haben. Abseits ist die Spielwelt wirklich gelungen und man verliert sich gern Stundenlang bei Blödsinn wie angeln, angeln oder angeln. Jetski fahren kann man auch. Und rumfliegen. Oder an Waffen basteln. Jagen gehen sowieso. Eben tun, was man im amerikanischen Hinterland so tut, wenn man nicht gerade eine durchgeknallte Bibel-Sekte zerlegt.

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Verplemperte Zeit
SpielerZwei: Die Idee vom Lost on Mars-DLC ist gut und das Voice-Acting über weite Strecken sehr unterhaltsam. Aber diese Map und die darauf zu erledigenden Aufgaben ziehen sich wie alter Kaugummi. Spielerisch wirkte das Ganze auf mich wie schnell hingeschludert, um noch ein paar Euro zusätzlich einzunehmen. Und vor genau dieser Art DLC hat euch eure Mutter schon immer gewarnt…!

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Ich habe mich FErtan
Christian: FE hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits hat mich die wahnsinnig putzige Optik und liebevolle Gestaltung, insbesondere des Sounddesigns, sofort mitgerissen, andererseits waren die spielmechanischen Macken zu gravierend, um mich langfristig für das Spiel zu begeistern. Schade. Aber irgendwann gebe ich dem süßen kleinen Fuchs vielleicht zumindest nochmal eine zweite Chance.

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Jens: Kein Fifa der Neuzeit spielte ich so wenig wie den diesjährigen Ableger. Was auch, aber nicht nur an PES 19 liegt. Besonders im Gameplay machte EA – meiner bescheidenen Meinung nach – einen großen Schritt zurück. Bei FIFA 19 schweben die Spieler eher als dass sie laufen. Der Ball hat etwas luftballonartiges und besonders bei Weitschüssen habe ich nicht das Gefühl, dass Wumms dahinter ist. So wird das nichts mit der Immersion. Da helfen auch die ganzen tollen Lizenzen und Spielmodi nicht weiter. Nicht einmal auf die Kampagne hatte ich Lust. Das wird nichts mehr mit Fifa 19 und mir.

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Jens: Oha, in diesem Jahr erschien der Football Manager zum ersten Mal mit deutscher Lizenz, auf der zuvor EA untätig saß. Das sicherte dem Spiel eine gewisse Aufmerksamkeit, die aber erwartungsgemäß schnell verpuffte. Wer auf dieses Monster von einer Fußball-Simulation steht, scherte sich einen Dreck darum, dass es zuvor nur auf Umwegen erhältlich war. Ganz generell muss der Football Manager nicht aktiv vermarktet werden, weil es eine riesige, fanatische Zielgruppe gibt, die sich von ganz allein darauf stürzt. Ob sich beispielsweise der Kauf eines FM 19 mit Blick auf den FM 18 überhaupt „lohnt“, ist in der Community gar kein Thema. Das Ding wird jedes Jahr gekauft und gut ist. Natürlich sind es nur Nuancen, an denen Sports Interactive schraubt. Mir persönlich gefällt der FM 19 außerordentlich gut, weil der 3D-Modus stimmiger denn je funktioniert. Schon in der Beta war man dieses Jahr weiter als mit dem FM 18 nach dem dritten Update. Aber: Ist auch egal, weil der Football Manager der einzige seiner Art ist. Der Versuch, das Fußballspiel in all seiner Komplexität möglichst realitätsnah darzustellen, ist schon verrückt genug und ins Klo griff Sports Interactive in all den vielen Jahren nie. Und wer genau hinschaut und sich auf das Spiel einlässt, entdeckt sogar ordentliche Rollenspiel-Anteile. Das Spiel im Spiel, sozusagen. Wie immer hervorragend umgesetzt.

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Le Don: Frozen Synapse war großartig und deshalb habe ich mich auf dem Nachfolger gefreut, bei dem sich diesmal die Missionen in einer persistenten Stadt mit vielen Fraktionen befinden. Mit diesen Fraktionen kann man sich verbünden oder Kriege führen und Gebäude aufkaufen und als HQ’s verwenden. Nur leider fehlt der Mehrwert, denn Mode 7 haben es nicht geschafft, die Stadt sinnvoll ins Spiel zu integrieren und so fragt man sich anfangs, was man hier eigentlich machen soll, während man später von dem repetitiven Missionen, die nicht Teil der Story sind, genervt ist. Da war der Vorgänger leider wesentlich interessanter.

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Pascal: Moshe Linkes Kunst hat etwas Kristallines: Pyritblöcke, zu sechseckigen Säulen geformte Mineralgitter, Sand. Decken wie die Innenwände einer Geode. Die Struktur der Betontextur ist genauso wichtig für das Gefühl, in einem Stein eingeschlossen zu sein wie die mächtigen Säulen, die das ganze Bollwerk tragen. Brutalismus nennt die Fachfrau das, aber Moshes Spiele hören nicht beim Bauhaus-Klotzlook auf, sondern spielen weit stärker mit dem Erhabenen. Im engsten Sinne ein Walking Simulator, denn mehr als Laufen und Schauen gibt es wirklich nicht zu tun. Perfekt also. Immer wieder eine tolle Erfahrung.

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Polytalk: God of War
Christian: Ein spektakuläreres Comeback konnten sich Fans des götterschlachtenden Spartiaten eigentlich nicht wünschen. Spielerisch wie technisch überwältigend, sind es überraschenderweise am Ende eigentlich die eher ruhigen Töne, die besonders positiv zu überraschen wissen. Die Verpflanzung des Kratos’schen Heldenepos ins Reich der nordischen Mythologien und die neue Kameraperspektive verpassen der Reihe die dringend benötigte Frischzellenkur und machen God of War 2018 zum vielleicht intensivsten Teil der Reihe. Obwohl ich weder die Sammelaufgaben komplettiert, noch die Walküren und sonstigen Challenges angegangen bin, mein Spiel des Jahres.

Urs: Frostaxt INS GEHIRN! Kratos ist zurück und verdrischt, nachdem er den Olymp leer gefegt hat, die nordischen Götter. Einen Originalitätspreis kann ich God of War nicht verleihen, da es die Konventionen der seiner Vorgänger zwar größtenteils hinter sich lässt, dafür aber schamlos bei angesagten Reihen wie Assassin’s Creed und Dark Souls wildert. Das tut allerdings sehr kompetent, sieht dabei schick aus, klingt exzellent und bringt seine Geschichte ohne größere Hänger zu Ende, was mich zur wohlwollenden Vergabe des Bronze-Pokals verleitet. Sollte der unvermeidliche Nachfolger etwas eigenständiger daher kommen, wäre durchaus Gold drin.

Jens: Ein Impulskauf bekommt Bronze. Eigentlich hatte ich gar nicht vor God of War zu spielen. Ist nicht mein Genre. Ein Spiel, das nur aus Klopperei besteht, brauche ich nicht. Soweit die Vorurteile. Schon Dark Souls bewies, dass in einem Spiel, in dem sich Leute mit gezückten Schwertern gegenüberstehen, mehr drin sein kann als abgehackte Gliedmaßen. God of War erzählt eine in manchen Passagen sogar charmante Vater-Sohn-Geschichte, womit ich weniger gerechnet hatte. Im Gameplay waren so einige Anleihen an The Last of Us deutlich spürbar, aber warum auch nicht, es funktioniert ja. Was ich dem Spiel sehr hoch anrechne, ist seine Balance: Dialoge, Action, Welterkundung, Mystik und Humor wurden außerordentlich gut in einen Topf geschmissen und zusammengerührt. Dass God of War darüber hinaus ein optischer Genuss ist, gefiel mir obendrein.

Doreen: War ganz anders als seine grandiosen Vorgänger, leider auch nicht mehr ganz so brachial, aber immer noch ein schöner Klopper. Kratos ist nach wie vor eine meine liebsten Videospielfiguren. Zwischenzeitlich langweilte mich etwas die immer gleiche Gegnerschar und größere Bosskämpfe zwischendurch haben mir gefehlt, aber die Duelle gegen die Walküren waren echt ätzend geil, weil so schön frustig. Verdientes Silber!

SpielerZwei: Positive Überraschungen sind doch etwas Schönes. Als die ersten Informationsschnipsel über das neue God Of War durchs Netz gingen, war ich eher kritisch: Wird das ’ne Fortsetzung oder ein Reboot? Was macht Kratos in Skandinavien? Und warum hat er jetzt nicht nur einen angegrauten Rauschebart, sondern auch einen Sohn? Was soll das alles?! Aber jetzt ist es tatsächlich mein Spiel des Jahres geworden. Und zwar nicht nur knapp, sondern mit großem Abstand! Mögen die Software-Götter so schnell wie möglich für ebenso großartigen Nachschub sorgen!

Le Don: Ja, war ganz okay.

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Mein bester Freund, die Kackwurst
Urs: Mein Name ist Urs G. Hammer. Und mein bester Freund ist immer noch die Kackwurst.

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Urs: Ich hatte mich ziemlich über Grip gefreut, da ich hoffte damit in alte Rollcage-Zeiten zurückversetzt zu werden. Jedoch bescherte mir das Kopfüberballerrennspiel nicht so viel Freude, wie der PS1-Urahn. Vermutlich bin ich 20 Jahre später einfach steif und lahm und kann deshalb dem flotten Geflitze nicht mehr so viel abgewinnen. Arcade-Renn-Freunde spielen dennoch Probe etc.

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Jannick: Nah am Kitsch, beinahe plump, und dennoch werde ich GRIS noch ein zweites, ein drittes und ein viertes Mal erleben. Gemeinhin heißt es, dass Grafik nicht alles ist, doch in GRIS ist Grafik alles – und noch viel mehr. Einige, ja sogar viele Spiele sind anspruchsvoller, intelligenter. Aber kaum eines ist schöner.

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Pascal: Seit fast einem Jahr spiele ich die Higurashi-Kapitel immer, wenn ich Fernbus fahre, und bin mittlerweile endlich im letzten angekommen, das glücklicherweise genau passend Mitte des Jahres veröffentlicht wurde. Higurashi When They Cry ist eine verstörende Geschichte über Teenager in einer Kleinstadt, die am Ende jeder Episode auf fürchterlichste Art gestorben sind. Beim nächsten Mal scheint die Zeit wie zurückgedreht und eine neue Version der Geschichte entfaltet sich, die mit dem Wissen aus den vorherigen Teilen ein immer genaueres Bild der Verschwörungen, kultischen Rituale und vermeintlichen dämonischen Flüche zeichnet. Teil 6, das große Finale, fährt noch einmal so richtig dicke Kaliber auf und nutzt jedes bisschen über die Dauer des Spiels gewonnene Sympathie für einen Schlag in die Magengrube nach dem nächsten. Wow!

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Doreen: Habe die ganzen Episoden später im Jahr nachgeholt. Ich dachte anfangs, ich fände die episodenhafte Veröffentlichung doof, aber eigentlich ist das gar nicht so schlecht, will man die einzelnen Folgen komplett ausreizen. Hat man das gesamte Spiel auf einmal vor der Linse, macht man das nämlich kaum noch. Trotzdem bekommt man als Hitman-Liebhaber wieder eine exzellente Sammlung an Auftragsmorden zugeteilt, wo allerdings eine große, spannende und übergreifende Story doch ziemlich fehlt. Als Sammlung zum guten Preis im PS-Store aber ohne Zweifel ein Muss für mich.

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Welcome back, Agent 47
Le Don: 2018 war abseits der Indies ein schwaches Jahr. Aber dann kommt zum Jahresende doch noch ein Spiel, welches so unfassbar gut geworden ist, dass es alles andere einfach nur so wegwämmst und auch in manchen anderen Jahren für mich Gold geholt hätte. Dabei ist es inhaltlich eigentlich nur eine Erweiterung zum Vorgänger, aber Hitman 2016 war an sich schon großartig und mit Hitman 2 kommen hier mit die besten Missionen, die die Reihe je hatte.

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Pascal: “Dark Souls in 2D, aber in gut!” schallten die Rufe von Switch- und PC-Spielern über das Land, während diese 2017 verzückt in Hollow Knight versanken. 2018 durften endlich auch PS4-Besitzer mit dem kleinen hohlen Käfer um die Chitinhäuser ziehen, und ich kann sagen: Hollow Knight ist ein großartiges Metroidvania, das noch viel besser wäre, wenn es nicht versuchen würde, Dark Souls zu sein. Die Ästhetik und die absolut großartige Musik entschädigen aber für die frustrierende Sterbemechanik und den aufgepfropften Schwierigkeitsgrad mancher Sprungpassagen. Eine große Empfehlung!

Volker: Ganz klar mein persönliches, kleines Juwel dieses Jahr. Ja, es hat diverse Mechaniken der „Souls“-Reihe adaptiert (Rastplätze, Abkürzungen, Verlust von Items beim Tod), aber welcher Titel der letzten Jahre wird nicht mit irgendeinem Souls verglichen? Sieht man davon mal ab, findet man einen wunderschönen 2D-Plattformer, der über locker 50 Stunden zu fesseln versteht, einfach weil man zig Gegenden noch ein weiteres Mal erkunden will, nein muss, weil man die verschiedenen Enden freispielen will, weil der Soundtrack so schön ist und weil immer noch irgendwo was zu erledigen bleibt. Düster ist es übrigens auch noch und richtig traurig. Genau die Art Spiel, die Männer Mitte 30 mögen, die Vollbart tragen und Schallplatten sammeln.

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Le Don: Iconoclast wurde ganz alleine von Joakim „Konjak“ Sandberg entwickelt und fühlt sich vom Gameplay wie ein Metroidvania-Light an. Es holt nicht alles aus dem Genre heraus, aber es sieht so unfassbar gut aus und die Handlung mit den tollen Charakteren ist auch herausragend. Ich war angefixt, weil ich Lust auf ein neues Pixel-Abenteuer hatte, und bin dann geblieben, weil ich wissen wollte, wie es endet, wobei das Ende an sich auch noch eine schöne Pointe hat. Wie gerne hätte ich dem Spiel einen Pokal verliehen, aber auf dem letzten Drücker wurde es dann doch noch von der Konkurrenz eingeholt.

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„We need to roll out Mech production…“
Pascal: Into the Breach kam dieses Jahr raus? Ach, irgendwer anders wird schon was dazu schreiben. Ich bin irgendwo da hinten und trauere um die coolen Geschichten aus Faster Than Light.

Jannick: Wie geil das ist! Schach, aber in sexy. So ein richtig wuschig machendes Videospiel, ohne Schnickschnack, dafür mit Knickknack. Stunden gespielt, Stunden genossen, nie gemeistert. Ganz groß.

SpielerZwei: Es ist kein zweites FTL geworden und ich habe auch nicht annähernd so viel Zeit in dieses Spiel investiert wie in seinen Vorgänger. Aber in Anbetracht der extrem hohen Erwartungen an ihr nächstes Spiel, haben Subset Games mit Into The Breach dennoch einen überraschend souveränen und eigenständigen Nachfolger geschaffen: Eindeutig aus dem selben Stall, aber anders genug, um es sich als Entwickler nicht gleich in der erstbesten Schublade zu gemütlich zu machen. Ein sehr schönes Retro-Rundenstrategie-Dingens!

Zwerg-im-Bikini: Was für ein Glanzstück! Ich mochte bereits FTL, aber für mich setzt Into the Breach sogar noch einen drauf. Wo FTL mich dann doch immer wieder mit seinem hohen Glücksfaktor und der damit verbundenen Unfairness frustrierte, setzt Into the Breach auf völlige Kontrolle und Übersichtlichkeit. Es ist ähnlich fordernd, aber diesmal weiß ich genau, welcher Fehler Schuld an meinem Versagen war, und dieser Umstand motiviert mich, es immer wieder zu versuchen. Alles wirkt durchdacht und auf den Punkt gebracht, von den Spielmechaniken bis zum UI-Design. Dieser Feinschliff hat dazu geführt, dass ich mich mit Begeisterung 77 Stunden lang in diesem Titel verbissen habe, bis mir nur noch zwei Trophäen gefehlt haben – und das dürfte in einem Jahr, in dem ich verhältnismäßig wenig Zeit für Videospiele aufbringen konnte, das größte Lob sein. Sorry Gloomhaven, aber Polyneux lässt mich Brettspielen die Goldmedaille nicht geben… also geht sie mehr als verdient an Into the Breach. Viel näher ist ein Videospiel für mich lange nicht mehr diesem gemeinen Wort gekommen, das sich Perfektion schimpft.

Le Don: Auf der einen Seite so simpel, aber auf der anderen Seite wiederum so verdammt genial. Into the Breach ist ein sehr tolles Strategiespiel, weil es einerseits vollkommen transparent und übersichtlich über das gesamte Geschehen ist und es andererseits erlaubt, die Gegner gegeneinander auszuspielen. Als Roque-like ist es auch toll, weil es diese Bullshit-Pechmomente aus FTL nicht mehr gibt und man auf die Upgrades nicht angewiesen ist. Dazu die Pixelgraphik, die einfach wunderschön ist.

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Pascal: Nana nanana nana nana… Seit ich eine PS3 besitze und wahllos Demos heruntergeladen habe, also seit ungefähr zehn Jahren, möchte ich dieses Spiel spielen. Nun, wenn ich sage, das Warten habe sich gelohnt, ist das etwas viel Lob für einen Port, der die Auflösung nur bedingt verbessert und nicht gerade stabil läuft, aber Katamari Damacy ist genau das Spiel, in dessen Demo ich mich damals verliebt habe, und ich bin froh, dass es jetzt auf PC und Switch wieder zum Leben erweckt wurde. Als nächstes bitte auf die PS4 damit und alle Nachfolger gleich hinterher, damit ich die Welt von der Couch aus aufrollen kann!

Le Don: Endlich – Katamari Damacy ist ein Spiel, welches ich schon seit langer Zeit nachholen wollte, aber nie so wirklich die Gelegenheit hatte. Ich bin zwar noch nicht durch mit dem kleinen Prinz, aber momentan kann ich den Kult hinter dem Spiel absolut nachvollziehen.

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Urs: Weil ich nicht ganz helle bin, habe ich diesen großen Blödsinn bei Kickstarter unterstützt. Das war noch bevor der Chefrassist des Entwicklers Daniel Vavra nicht nur mit einem Shirt der Nazi-Band „Burzum“ vor die Kameras der Rocket Beans trat, sondern auch noch seinen dick im Spiel vertretenen, protonationalistischen Unsinn mit unverhohlener Faschorethorik verteidigte. Dass das Spiel ein eckiger, mies laufender Furz ist, ist nur eine Randnotiz bei diesem unappetitlichen Spektakel. Wer sich mit solchen Typen gemein macht, ist selbst nicht besser. Daher kann ich nur eine Warnung aussprechen und deutlich davon abraten, dieses Spiel oder andere Produkte des Entwicklers Warhorse zu kaufen. Ganz großer Schund.

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Pascal: Trotz aller Liebe, die ich Designer Francisco Gonzalez und Pixel Artist Ben Chandler seit Jahren entgegenbringe, konnte mich Lamplight City weder spielerisch noch optisch begeistern. Ein Detektivspiel, bei dem Scheitern auch mal Konsequenzen hat, und das ich tatsächlich komplett versagen kann, wenn ich ein schlechter Ermittler bin, klingt eigentlich ziemlich toll. Vielleicht hatte ich dieses Jahr durch Unforeseen Incidents, Unavowed, Higurashi, 428 und was weiß ich sonst noch, einfach zu viele Point & Click- und Visual Novel-Spiele, um Lamplight City die Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, die es verdient hätte.

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Doreen: Die Episode eignet sich vor allen für jeden, der Life is Strange noch gar nicht kennt. Die Folge spielt zeitlich vor der eigentlichen Serie, ist aber nicht Folge 1, sondern tatsächlich ein kostenloser Bonus. Für diejenigen, die Life is Strange schon kennen, bringt die Folge keine Neuerungen, ist aber dennoch eine nette Ergänzung. Heute, nachdem etliche Monate seit LiS vergangen sind, kann ich rückblickend irgendwie nur noch sagen, dass Life is Strange nicht wirklich nachhaltig etwas hinterlässt. Heute kommt es mir noch mehr wie leichte Kost vor, die kaum Tiefe besitzt, aber dennoch eine nette Unterhaltung für zwischendurch ist. Ich denke, ich würde es mir heute nicht mehr kaufen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich Life is Strange 2 bisher auch links liegen ließ.

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Pascal: Eine fremde Stadt zu durchwandern, ohne die Sprache zu kennen, habe ich mich bisher nicht getraut. Ich habe regelrechte Angst davor, was sicher ein Grund dafür ist, dass ich seit Jahren nur in englischsprachigen Großstädten Sightseeing betreibe. Dennoch klingt das Abenteuer nach einem erstrebenswerten Reset der eigenen Perspektive für eine geschundene Seele. Lingotopia lässt mich ein kleines bisschen dieser Verlorenheit aus der Sicherheit meines Sessels erfahren und bringt mir dabei noch Vokabeln aus einer Sprache meiner Wahl bei. Der Wahlberliner Tristan Dahl, der das Spiel im Alleingang entwickelt hat, ist ebenfalls eine sehr nette Type. Ein wunderbares Lernspiel!

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Pascal: Wenn der Erfinder von Harvest Moon das Bauernhofsetting verlässt, kommt dabei schon gelegentlich etwas Gutes heraus. Schließlich hat Yosuhiro Wada an No More Heroes und Deadly Premonition mitgearbeitet. Versucht er jedoch, das vertraute Management-System vom Küheschubsen in andere Settings zu übertragen, dann wird daraus immer Mist. Es hat bei Home Town Story schon nicht geklappt, und es klappt auch nicht bei Little Dragon’s Cafe. Das Spiel ist optisch süß, keine Frage, und die Musik ist so bezaubernd, dass ich es gelegentlich einfach anschmeiße, um fünf Minuten zuzuhören und meine Gedanken zu ordnen. Aber es ist ohne Zweifel einfach langweilig.

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Chris: Da werden Erinnerungen an die PSP wach! Lumines ist immer noch ein hervorragendes Spiel, aber nachdem es inzwischen ja noch mehrere Nachfolgetitel gab, hätte mir ein Best of Lumines ehrlich besser gefallen als ein Port des ersten Teils.

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Chris: Schon Mario + Rabbits: Kingdom Battle mit der Prämisse „XCOM, aber mit Mario und den Rabbids“ war ein absoluter Knaller. Das AddOn Donkey Kong Adventure bringt nicht nur mehr Story, neue Charaktere und neue Landschaften, sondern auch so viele neue und gelungene Spielmechaniken, dass es auch für Spieler, die das Hauptspiel durchgespielt und bis zur letzten Herausforderung ausgereizt haben, eine herrlich frische und unverbrauchte Erfahrung ist. AddOns dieser Qualität gibt es heutzutage leider viel zu selten.

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Polytalk: Marvels’s Spider-Man
Christian: Die formelhafteste Open World, seit es formelhafte Open-World-Spiele gibt. Unzählige Sammelaufgaben und Nebenquests, die auf dem Papier alle zu einem öden, tausendmal gesehenen, maximal durchschnittlichen Spiel führen müssten. Aber nur auf dem Papier. In der Praxis ist es genau diese Darreichung in Häppchenform, die mich die PS4 zwischendurch auch einfach mal für eine halbe Stunde anwerfen und frei schwingend New York erkunden lässt – und mich dadurch in Summe deutlich tiefer in das Spiel zieht, als manch anderer Vorzeigetitel, der mich stundenlang vor den Fernseher bindet, ohne mich zu fesseln. Falls Ihr versteht…

Pascal: Wenn man ein Spiel so rundpoliert, dass es keine einzige Kante mehr hat, dann flutscht es eben auch mal weg wie ein Stück Seife. Das coolste an Spider-Man ist, dass man ohne Sinn und Verstand mit schicken Tricks in New York City herumschwingen kann. Leider wird man dabei ständig mit Ordnungswidrigkeiten belästigt, die man ganz dringend verhindern muss, sodass Spidey über den Lauf des Spiels eher zum Streifenbullen als zum Superhelden wird. Aber immerhin ist Peter Parker ein unterbezahlter, alleinstehender Millennial mit Existenzängsten und großer Klappe, sodass ich mich mit ihm auf Charakterebene ganz gut identifizieren kann.

Jannick: Es ist das beste Spiel seiner Generation, und es ist das verkannteste Meisterwerk seit Jahren: Spider-Man boxt jede spielmechanische Fortbewegung straight in den Graben, mit ehrenlosem Tritt in die Magengrube. Kein Spiel fühlt sich so gut an, so geschmeidig; Spider-Man ist die Bodylotion gewordene Pixelkunst in der limitieren Aloe-Vera-Sorte für kickboxende Karate-Professoren. Wie jedes Genie bricht auch hier mal der Makel das grelle, geile Antlitz. Nicht immer flutscht die Geschichte, Missionen ähneln sich. Wen interessiert das außer Youtube-Essayisten mit Actionfiguren-Regal? Jedes Wort gegen Spider-Man ist ein Wort gegen Baby-Jesus, ganz im Ernst. Beleidige nicht Jesus. Verkaufe lieber deine Special-Edition von Fallout 76, du Sittich.

SpielerZwei: Es ist ein absolut rundes AAA-Game, an dem man kaum etwas wirklich kritisieren kann. Und doch wollte es bei mir nicht wirklich Klick machen. Ich hatte ein paar wirklich unterhaltsame Stunden mit Marvel’s Spider-Man und trotzdem blieb am Ende nicht viel zurück. Vielleicht weil es einfach zu rund, zu poliert, zu gefällig daherkommt? Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt, aber obwohl ich von Kindesbeinen an ein Fan der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft bin, war dieses Spiel für mich nicht der große Netzwurf.

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Le Don: Schöner neuer Ableger zu der Kultreihe, der zwar nicht in Pixel-Optik erschienen ist, bei dem schönen Art-Style es aber auch nicht zum wiederholten Male sein musste. Die neuen Spiel-Mechaniken um das Speed- und Power-Gear haben sich auch als tolle Erweiterungen angefühlt. Von der Musik ist zwar nicht besonders viel hängen geblieben, aber die Bosse waren wiederum toll.

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Le Don: Kam genau richtig, um die Mega Man X-Spiele nachzuholen, die ich nie gespielt oder unterbrochen habe. Also beispielsweise X6, welches ich vor Jahren frustriert aufgegeben habe und wirklich so schlecht ist, wie ich es in Erinnerung hatte.. Dabei ist es dann doch nicht das schlechteste Mega Man X, denn die Ehre gebührt X7, dem ersten Mega Man X auf der PS2. X8 war dann nicht mehr ganz so schlimm. Ich habe auch nochmal die ersten drei X-Mega Männer für den SNES gespielt. X1 ist immer noch ein absoluter Klassiker, dicht gefolgt von X2, während X3 der schwächste Teil von der SNES-Trilogie sein mag. Aber immer noch meilenweit besser als X6 und alles, was danach kam. Irgendwann gucke ich mir auch noch X4 und X5 an.

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1 MINIT, 2 MINIT, another MINIT
Pascal: Ich liebe MINIT, weil es alles ist, was die Zelda-Formel je Gutes hervorgebracht hat. Da, mehr als sechs Sekunden brauche ich für diesen Abschnitt nicht!

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Der Fressfeind trägt Schlangenlederhandtasche
Pascal: Ist es…Gold? Ja, ich fürchte, obwohl ich es seit Monaten nicht mehr gespielt habe, komme ich gedanklich von Monster Hunter: World nicht los. Ich freue mich über jede noch so doofe Crossover-Aktion (Megaman? Dante!? GERALT?!). Ich fiebere dem großen Addon in 2019 entgegen. Ich will Rüstungen farmen, Monster grinden, glattpolierte Scampi mit Steak und Brot zusammen mit meiner Katze essen. Wenn dieses Spiel die nächsten zehn Jahre mit Inhalten versorgt wird, wäre es immer noch eine zeitgemäße Umsetzung der Monster Hunter-Formel für die ganze Welt und das ist einfach hervorragend.

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Pascal: Moonlighter wurde dieses Jahr vor allem dafür gefeiert, ganz innovativ das Dungeon-Gameplay der zweidimensionalen The Legend of Zelda’s mit dem Wirtschaftsaspekt von Animal Crossing zu verbinden. Leider scheint den wenigsten bekannt zu sein, dass Moonlighter eigentlich eine sehr treue, wenn auch gestreamlinete Variante eines japanischen Indietitels namens Recettear ist, den es seit Jahren auf Steam gibt. Wenn euch Moonlighter also gefällt, tut euch den Gefallen und schaut euch Recettear an.

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Wo kann ich mein Bein abgeben?
Pascal: Man kann eigentlich nicht genug Übersetzungen von Faster Than Light in andere Settings haben. Komisch eigentlich, dass bis auf FTL selbst eigentlich nie eine davon richtig funktioniert. Nantucket schickt mich im Nachgang der Handlung von Melvilles Moby Dick auf Walfang – und vergisst dabei, selbst eine Handlung zu präsentieren. Quests wiederholen sich nach Minuten, und nach knapp einer Stunde hat man sich auch an den rundenbasierten Kämpfen und der vergilbten Zeitungsoptik sattgesehen.

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Heimat, süße Ananas
Pascal: Man muss Ni No Kuni 2 nicht lieben. Vielleicht kann man es gar nicht lieben, wenn man den ersten Teil mochte, denn es ist so ganz anders und in vielerlei Hinsicht so viel konsequenzloser. Aber es ist gutherzig. Es ist gemütlich. Es hat mir ein digitales Zuhause gegeben, als ich in der analogen Welt nicht wusste, wo ich mich daheim fühlen kann. Also vielleicht bin ich ein bisschen weicher geworden, als ich hätte sollen. Deswegen kommt Ni No Kuni 2 auch für mich nicht aufs Treppchen, weil das nichtmal für meine komische Meinung repräsentativ wäre. Aber ich hab‘ dich lieb, Ni No Kuni 2. Bleib bei mir.

Volker: Für wenige Stunden angespielt und seither nicht wieder angerührt. Da der Vergleich mit dem Vorgänger sein muss: Es wirkt stellenweise fast überfrachtet mit neuen Möglichkeiten, das neue Kampfsystem ist ungewohnt (aber deshalb nicht schlecht, nur leider halt nicht so schön wie das rundenbasierte, Alte). Drölfzig Crafting-Möglichkeiten gesellen sich dazu, dazu ein Strategie-System für Kämpfe, das irgendwie an alte RTS-Klassiker erinnert, oben drauf ein System, bei dem man Vorteile der verschiedenen Kämpfer verteilen kann und natürlich noch jede Menge Items, die gefunden und ausgerüstet werden wollen. Kurzgesagt: Man verbringt viel Zeit in Menüs. Und ist insgesamt nicht mehr so „frei“ in der Welt wie noch im Vorgänger. Apropos Welt: Fantastisch aussehen tut es natürlich immernoch, das Spiel atmet Ghibli mit jeder Sekunde. Und der Soundtrack ist erneut super und die Sprachausgabe, vor allem das Cockney-English diverser Charaktere, natürlich auch. Aber es ist eben ein anderes „Ni No Kuni“. Und darauf muss man sich einlassen.

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Urs: Nachdem ich die Demo einige Stunden ausgiebig gespielt hatte wurde mir klar, dass ich Octopath Traveler unbedingt würde spielen müssen. Ich bin ein Freund polierter Pixeloptik. Ganz besonders, wenn die Entwickler nicht hundert Prozent Retro gehen, sondern eine hübsche Melange aus alt und neu zaubern. Und so verbrachte ich auch mit der Vollversion des knuffigen JRPGs mache vergnüglich Stunde, bis es mir dann doch zu gleichförmig wurde. Kann man gut spielen, muss man aber nicht.

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SpielerZwei: Onrush ist ein kompetent gemachter Arcade-Racer, bei dem es mal nicht darum geht, wie üblich als Erster über die Zielgerade zu fahren, sondern (je nach Modus) bestimmte Ziele vor dem gegnerischen Team zu erreichen. Mehr MOBA als typisches Rennspiel. Das hört sich vielleicht etwas komisch an, macht aber online wie offline ziemlich viel Spaß. Es ist sicherlich kein Must-Have-Titel, aber für mich genau das richtige für ein paar Runden zwischendurch.

Pascal: Onrush ist ein guter Combat Racer, und weil ich dieses Jahr über das PSN-Remaster von Jak X meine Liebe zu Combat Racern wiederentdeckt habe, bin ich mit Onrush sehr glücklich geworden. Außerdem ist es das einzige mir bekannte Rennspiel, bei dem nicht einfach irgendeine Kampfmechanik auf klassische Rundkurse gepfropft wird. Es gibt überhaupt keine Rundkurse, stattdessen einige tatsächlich neue, interessante Modi. Die oberpeinliche, dubstephörende, erdbeerjuulende Millenial-Ästhetik wird mich leider davon abhalten, mich tiefer in Onrush einzuarbeiten, aber für ein paar Crashs zwischendurch schmeiße ich das Spiel gerne an.

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Le Don: Dieses Spiel wollte ich schon seit langer Zeit mit meinem Neffen (14) und meiner Nichte (10) spielen und hatte vor möglichen Schrei-Partien Angst. So schlimm ist es dann doch nicht geworden, aber zwischenzeitlich war mein Neffe schon etwas gebrochen und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis er sich von dem Wochenende wieder erholt hat. Ich mag aber behaupten, dass wir dennoch viel Spaß damit hatten, zusammenzuarbeiten und uns Strategien zu überlegen, wie wir die 3 Sterne-Ratings erspielen könnten. Naja, mein Neffe vielleicht nicht…

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Urs: Metroidvanias sind schön und es kann nie genug davon geben. Als Owlboy zunächst nur für den PC erschien, war ich etwas betrübt, da mir schon bei der Betrachtung aus der Ferne klar war, dass das Spiel etwas für mich sein könnte. Und tatsächlich, an dem 2018 erschienenen Switch-Port hatte ich durchaus meine Freude. Allerdings wurde mir die Fliegeballerei gegen Ende zu schwierig, weswegen ich wohl nie erfahren werde, ob Haupteule Otus das alles in den Griff bekommt. Schade, aber egal.

Doreen: Toller Soundtrack, hübsche Optik, ansonsten aber ein langweiliger Plattformer für mich. Die Story hat mich nicht interessiert und das Spielprinzip war für meine Belange einfach zu eintönig. Eines der wenigen Spiele, die ich dann auch nicht weiter verfolgte, obwohl ich noch nicht durch war. Keine Ahnung, ob das jemals noch was wird.

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Jens: Ganz eindeutig hat für mich dieses Jahr PES 19 die Nase vorn. Es ist im Gameplay ein langsamer Vertreter und außerdem wohlorganisiert – in dem Sinne, dass es für den Spieler gar nicht mal schwierig ist, das Verhalten des kompletten Teams in die gewünschten taktischen Bahnen zu lenken. PES 19 fühlt sich für mich um Längen „echter“ an als der EA-Konkurrent und letztlich zählt das für mich persönlich. Dass das Matchmaking im Online-Modus dieses Jahr eine Katastrophe war, ist mittlerweile geschenkt, es funktioniert nach Monaten nun ja alles wunderbar… Trotzdem: Mir macht PES Sorgen. Zu früh gehen die Preise nach Release runter. Es wird eine F2P-Variante rausgehauen, die wohl kaum ein Mensch braucht. Ich hoffe, dass nicht die Arcade-Richtung eingeschlagen wird, weil FIFA mit Niveau offensichtlich auch dieses Jahr nicht zu schlagen war.

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Zwerg-im-Bikini: Vor vielen Jahren, in der düstersten Phase meiner Tower Defense Sucht, zog mich Pixeljunk Monsters in seinen Bann. Dass es nun endlich eine Fortsetzung dazu gibt, die mit ähnlich knuffiger Optik und hundsgemeinem Schwierigkeitsgrad lockt, hat mich deshalb unheimlich gefreut. Allerdings muss ich gestehen, dass der Vorgänger immer noch überlegen ist. Man verliert auf den großen Maps ohne Zoomfunktion leichter den Überblick, und Details wie die (zumindest auf der Switch) überraschend langen Ladezeiten trüben den Spaß. Wenn man das Original wie ich bereits auf mehreren Plattformen durchgespielt hat, bzw. bis zur persönlichen Frustschwelle, dann bietet diese Fortsetzung mehr vom bekannten Spielprinzip. Ein Levelpack hätte es aber vielleicht auch getan.

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Jens: Spannung! Nervenkitzel! Wenn es darum geht, müsste Playerunknown´s Battleground natürlich Gold erhalten. Es ist purer Battle Royal für Erwachsene, kein Fortnite. Die Kombination aus ruhigen Passagen und knalligen Schießereien bleibt für mich unerreicht, zudem bietet es auch einiges an Atmosphäre. Interessant sind die Anleihen an das Games as a Service-Modell. Es ist schon bemerkenswert, wie an dem Spiel konstant geschraubt wird. Wer sich nicht der Battle Royal-Konkurrenz zuwendet, bleibt hier gut versorgt. Vor allem alte DayZ-Veteranen, die das Spiel in komprimierte Kurzform und als Thriller-Variante schätzen, dürften weiterhin glücklich sein. Worauf ich noch warte, ist das Chicken Dinner. Zweimal Zweiter, einmal Dritter, das war’s wohl für mich dieses Jahr. Das ärgert mich, denn 100 Prozent rund ist meine Spielerfahrung daher nicht.

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Jannick: Noch mehr kann man ein Pokemon-Spiel nicht vereinfachen. Scheiß drauf. Ich kann auf Arkani reiten, auf Arkani, hallo?! Und Evoli streicheln, während Pikachu hinter mir her tüddelt, es geht eigentlich nicht besser. Da ich mich an das Original ohnehin nicht gut erinnern kann, erlebte ich es mit jeder Minute neu, und ich konnte Evoli streicheln, 40 gottverdammte Stunden, es war die beste Zeit meines Lebens, so wie damals, als ich das erste mal in eine Zeitschrift masturbierte.

Zwerg-im-Bikini: Als Spätzünder in Sachen Pokémontraining verbinde ich mit der ersten Generation zwar keine Kindheitserinnerungen, aber trotzdem ist dieses Remake für mich das kuschelige Feel Good Game des Jahres. Es sieht anbetungswürdig niedlich aus und erstmals fühle ich mich wirklich als Teil dieser Welt. Dazu trägt nicht nur die verbesserte Grafik bei, sondern auch Gameplay Anpassungen wie die, dass man Pokémon im hohen Gras nun herumlaufen sieht, und dass man auf ihnen reiten kann. Ich persönlich bin außerdem ein großer Freund der neuen Fangmethode. Es gibt schließlich trotzdem noch genug Gelegenheiten zu kämpfen. Dabei würde ich die meisten Änderungen nicht einmal als Vereinfachungen in dem Sinne sehen, dass sie den Schwierigkeitsgrad senken, sondern sie sparen einem eher sich widerholende Fleißarbeit, wie eben die Fangkämpfe oder das Gelaufe zur Pokebox. Über den Preis des Pokeball-Controllers kann man mit den Augen rollen, aber die Steuerung damit funktioniert gut, und zumindest für Pokémon Go Spieler lohnt er sich, weil er zusätzlich wie ein besseres Go Plus funktioniert. In dem Sinne… ich bin dann mal draußen. Oder an meiner Switch. Pokémon fangen kann ich inzwischen ja zum Glück überall.

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Ein Blumenstrauß voller Möglichkeiten!
SpielerZwei: Silber für einen DLC? Alter, SpielerZwei, biste jeck? – Sorry, aber in diesem „DLC“ stecken mehr geile Ideen und mehr tolle Spielzeit als in vielen Vollpreistiteln dieses Jahr! Und anstatt hier noch mehr über Mooncrash zu schwärmen (lest einfach mein Review), will ich hier erneut anprangern, dass sich das großartige Prey bei weitem nicht so gut verkauft hat, wie es das eigentlich verdient hätte. Holt es nach. Sofort!

Le Don: Mooncrash ist ein sehr interessantes Experiment. Ich muss aber auch zugeben, dass ich mich durchaus über eine konventionelle DLC-Episode gefreut hätte. Und dann muss ich auch noch zugeben, dass ich Mooncrash falsch gespielt und mich zu früh um die schwersten Herausforderungen bemüht habe. Das hatte mir dann schnell viel von der Spannung genommen. Dennoch ist Mooncrash eine schöne Erweiterung zum großartigen Prey, welches leider zu unrecht untergegangen ist und zu dem es auch von mir eine absolute Kaufempfehlung gibt.

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Le Don: Ich finde es schön, dass Mike Bithell seine interessante Kurzspiel-Reihe fortsetzt und bin auf weitere Titel gespannt. Quarantine Circular fand ich aber leider nicht ganz so toll wie das vorherige Subsurface Circular. Das liegt hauptsächlich an dem Konzept, unterschiedliche Charaktere zu spielen, deren Interessen teilweise in entgegengesetzte Richtungen verlaufen. So spielt man dann zwangsläufig eine Figur, deren Absichten man nicht folgen will.

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Polyneux macht’s kurz 11 – Hass auf andere
Christian: Ambitioniert. Vielleicht auch einfach überambitioniert. Die Welt ist geradezu unerhört liebevoll bis ins kleinste Detail gestaltet. So sehr, dass es von Zeit zu Zeit schon stark verwundert, dass man in stillen Momenten nicht auch einfach mal ein Reh pupsen hört. Kulissen, Licht, Szenerie, Musik, Atmosphäre… alles da wo es hingehört. Und doch packt mich Red Dead Redemption bei weitem nicht so, wie sein Vorgänger. Vielleicht, weil alles einfach ein bisschen zuviel gewollt ist. Vielleicht, weil RDR2 ausgerechnet in den Spielmechaniken seine größten Schwächen entblößt. Vielleicht, weil Rockstar einfach nicht verstehen will, dass es nicht reicht, eine durchschnittliche Italo-Western-Story auf 60-80 Stunden Länge auszuwalzen, um eine epische Erzählung zu erreichen. Nach 56% Spielfortschritt war jedenfalls erstmal die Luft raus.

Urs: Spiel des Jahres? Spiel des Jahrzehnts? Spiel aller Spiele? Ein Spiel sie zu knechten? Ich verstehe nicht so richtig, warum alle so aus dem Häuschen sind und dieses Spiel so derart über den Klee loben, als sei es das Tollste seit Erfindung der Hornhautfeile. Red Dead Redemption 2 sieht auf der Xbox One X bemerkenswert aus und beeindruckt durch Pferdeklöten erschütternden Detailreichtum. Aber wenn man diese beiden Alleinstellungsmerkmale abzieht, bleibt ein ziemlich okayes Open-World-Gedödel, das mich nicht mal bis zur 50-Prozent-Marke der Story bei der Stange halten konnte. Zu zäh ist die Erzählung, zu eckig die Steuerung, zu redundant die tausendsieben Mechaniken, die mir der Cowboysimulator alle Nase lang in die Schnauze drückt. Da kann das Ende mutmaßlich noch so gut sein, wenn das Spiel langweilt, ist auch der Schluss nichts wert. Aber Hauptsache das Feuilleton lobt ein durchkalkuliertes Megaprojekt in dem Himmel und erklärt Videospiele für erwachsen. So nicht, Rockstar. Die Abermillionen Dollar der Fans mögen dir sicher sein, meine Liebe jedoch nicht.

Jens: Fangen wir mit einer Behauptung an: Nur die allerwenigsten, die sich über RDR 2 öffentlich ausließen, spielten es bis zum Finale (inkl. der beiden Epiloge, bitte schön). Das hat seine Gründe. Es dürften ähnliche sein wie damals bei der TV-Serie The Wire, die in der Rückschau als ein großer Meilenstein der Seriengeschichte gilt, aber seltsamerweise während der Erstausstrahlung auffällig viele Zuschauer langweilte. Zu schwerfällig, zu langsam, zu dialoglastig, man wurde halt nicht „abgeholt“. Spätestens beim Abspann der letzten Folge einer Staffel ergaben Konstruktion und Erzähltempo ihren Sinn und bei RDR 2 ist es nicht anders. RDR 2 ist für mich ein mehr als hervorragendes Spiel in annähernd jeder Beziehung. Für ein Open World-Spiel hat es eine erstaunliche Tiefe, es handelt von Zeiten und Lebensweisen, die sich unwiderruflich ändern. Von revolutionär auftretenden Anführern, die lang und breit über Gerechtigkeit für alle schwadronieren, aber tief in ihrem Innersten immer nur an ihr eigenes (leeres) Portemonnaie dachten. Es geht um Vergänglichkeit, um Verlust und darum, dass es nie zu spät ist, aufzuhören ein Arschloch zu sein. Zumindest so lange man lebt. Solch eine Story feiert man nicht in einer 10-Stunden-Kampagne ab, zumindest nicht mit Tiefe.
Bei aller spielerischen Freiheit stellt RDR 2 nur eine einzige Bedingung: Lass dich auf mich und mein Tempo ein. Und es lohnt sich. Ein Videospiel, dass von den letzten Zügen der vorindustriellen Zeit erzählt, muss langsam sein, das ist einfach nur stimmig. Und um zu verstehen, was man verliert, muss von dem erzählt werden, was noch ist. RDR 2 tut dies, sehr ausführlich und meisterlich.

Doreen: Achtung, ich bin noch nicht ganz durch (momentan im Epilog), aber ich vergebe mein Gold ruhigen Gewissens dem schönen Arthur Morgan. Ich werde mich höchstwahrscheinlich später noch ausführlicher über das Westernepos auslassen, kann aber schon vorweg sagen, dass mir die Entdeckung der Langsamkeit, vor allem aber die Entdeckung der Endlichkeit, sehr zusagt. Die Mischung zwischen Erzählung und Aktion halte ich für gelungen, vor allem aber die Gestaltung der Welt, der Tiere und Pflanzen, ist ungeheuer faszinierend und beeindruckend. Mit dem großen Finale um Arthur und dem tiefgreifenden Epilog haben Rockstar bei mir genau die Knöpfe gedrückt, die sie bei mir schon im Vorgänger gedrückt haben – ich bin Feuer und Flamme. Was habe ich mich auf dieses Spiel gefreut.

Chris: Zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zum Redaktionsschluss dieses Polyreuxblicks war die Installation noch nicht abgeschlossen.

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Le Don: Lucas Pope ist ein absolutes Genie. Papers Please war schon ein tolles, kleines Spiel, welches mit schönen Spiel-Mechaniken so etwas simples wie die Arbeit am Schalter unterhaltsam machte. Return of the Obra Dinn ist das bisher großartigste Detektive-Spiel, in dem die Spieler die Schicksale von 60 Crew-Mitglieder entschlüsseln müssen und die große Kunst in dem Spiel besteht darin, dass das sogar möglich ist, ohne zwangsläufig in einem Guide gucken oder raten zu müssen. Es sei aber darauf hingewiesen, dass man wirklich auf alles und das kleinste Item achten muss, denn selbst der Ring an einem Finger könnte Auskunft über eine Figur geben.

Zwerg-im-Bikini: Lucas Pope scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, uns unterrepräsentierte Berufsgruppen näher zu bringen. Nach dem Grenzbeamten folgt nun der Versicherungssachverständige. Statt in die 1980er Jahren begeben wir uns allerdings ins frühe 19. Jahrhundert und auch ansonsten unterscheiden sich Papers, Please und Return of the Obra Dinn ziemlich. Hier erwartet uns ein düsteres Whodunit (hoch 60), bei dem Kombinationsgabe gefragt ist, und das man am besten an einem ruhigen Wochenende mit einer Kanne Tee neben sich spielt. Dabei hat mich beeindruckt, wie konsequent das Spiel einen beim Ermitteln unterstützt und auf alles Überflüssige verzichtet. Selbst der ungewöhnliche Grafikstil, bei dem ich mir auf den ersten Blick nur dachte, dass er schick aussieht, erfüllt diesen Zweck. Und sämtliche Fortschritte werden automatisch in einem praktischen Buch vermerkt, in dem man jederzeit nachschlagen und Lesezeichen setzen kann. Trotzdem habe ich mir zusätzlich einen Stapel Notizen angefertigt, weil es solchen Spaß macht, sich in das Geknobel hineinzusteigern. Noch habe ich nicht die Schicksale aller Passagiere der Obra Dinn enthüllt, aber bereits bisher bietet es mir eines der großartigsten Spielerlebnisse, die ich dieses Jahr hatte.

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Es rettet auch 2018 noch deine Seele
Urs: Wie geil! Meine erste Berührung mit Shadow of the Colossus hatte ich mit dem sehr guten Remaster auf der PS3. Das mit recht viel Trara angekündigte PS4-Remake katapultiert den Klassiker technisch in andere Sphären, während spielerisch nur behutsam modernisiert wurde. Darüber, ob so ein Remake nötig ist, lässt sich trefflich streiten. Mit mir jedoch nicht, da ich es gut finde und kein Interesse an anderen Meinungen hege.

Doreen: Noch schöner als das Original, ungebrochen der einmalige Spielgenuss. Für mich nach wie vor eines der schönsten Spiele überhaupt und das Komplettieren auf der PS4 war für mich irgendwie eine Selbstverständlichkeit. Schönes Dings!

SpielerZwei: Warum stelle ich ein Remake, das sich, abgesehen der Grafik-Aufhübschung, kaum vom 2006er Original unterscheidet, mit aufs Treppchen? Nun, zunächst gab es aus meiner Sicht 2018 ohnehin nicht so wirklich viele tolle Spiele, was die Auswahl deutlich vereinfachte. Aber vor allem, weil Shadow of the Colossus auch 12 Jahre nach unserer ersten Begegnung immer noch ein absolut fantastisches Spielerlebnis ist! Besonders freut mich, dass sich dieses gelungene Remake auch endlich gut verkauft hat, ein Umstand, der dem Original damals leider nicht beschieden war.

Volker: Mittlerweile kann man den Team-Ico-Klassiker tatsächlich auf bereits drei Konsolen besitzen: Im Original auf der PS2, in einem eher mauen Remake auf der PS3 und in einem sehr gelungenen Remake auf der PS4. Sehr gelungen, weil man technisch einfach jeden Stein umgedreht hat und wer das Spiel kennt, der weiß, dass einige Steine darin rumliegen. Es sieht nicht nur fantastisch aus, sondern spielt sich nun auch so, wie es sich immer hätte spielen sollen – abseits der Steuerung, die man weiterhin als „hakelig“ kritisieren darf, allerdings eben nicht mehr muss, denn man kann die Tasten anders belegen. Ganz ohne Neuerungen kam Shadow of the Colossus leider nicht aus und so findet sich eine nervige Collectible-Quest im Spiel, die man als Komplettist natürlich abgrast. Ansonsten bleibt es der gleiche, große Titel, der es immer war mit allen Stärken und natürlich ohne jede Schwäche – ganz objektiv betrachtet.

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Tomb Raider Revolutions
Doreen: Leider die Enttäuschung des Jahres für mich. Die Vorgänger haben mir echt gut gefallen und hier ist dann plötzlich alles zusammengekracht. Laras Charakterentwicklung wirkte vollkommen eingeschlafen, die Story war maßlos uninspiriert und oberflächlich. Ein dröger Abschluss einer ansonsten sehr tollen Trilogie. Echt schade!

SpielerZwei: Grundsätzlich ist SotTR kein schlechtes Spiel. Aber als Abschluss einer Trilogie, die so klasse startete, ist es eine Enttäuschung. Laras Charakterentwicklung tritt hier blöde auf der Stelle herum und die Handlung macht auch nur sehr bedingt irgendeinen Sinn. Wem das egal ist, der kann sich über gutes Gameplay und schicke Set Pieces freuen. Mir hat der ganze Quatsch aber die Suppe etwas versalzen.

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Pascal: STAY fühlt sich an wie das Baby von Emily Is Away und Intra-System: Trust Issues. Das macht es erst einmal zu einem coolen Spielkonzept. Ein Psychotherapeut, der in einer Art esoterischem Escape Room eingesperrt ist, kommuniziert über eine Messenger App mit mir und folgt meinem Rat, um zu entkommen. Jede Sekunde, die ich dabei das Spiel pausiere, geht seiner angeschlagenen Psyche zu lasten. STAY ist also nicht nur der Name, sondern auch eine Bitte. Leider sind die Rätsel, die nicht gut erklärt werden, ohne Lösung oft viel zu langwierig und wohin das Spiel mit der Esoterik-Schiene hinwill, weiß ich auch noch nicht so recht. Ich bin aber auch erst ein Mal durch das Spiel und es hat gute 20 Endstates, abhängig vom STAY/AWAY-Verhältnis und davon, ob sich der Protagonist irgendwann doch seinen suizidalen Tendenzen hingibt.

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Pascal: Ich hoffe, 2019 wird Stardew Valley für Brotbackautomaten und HP DeskJet-Drucker veröffentlicht, damit ich nochmal darüber schreiben kann. Stardew Valley is love, Stardew Valley portable is life.

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Le Don: Eine sehr interessante Sammlung, weil man hier sehen kann, wie sich diese wegweisende Reihe bis zum 4. Teil entwickelt hat. Angefangen beim dem ziemlich gurkigen ersten Teil zum bahnbrechenden zweiten mit all seinen geupdateten Versionen und den zahlreichen Detail- und Balance-Änderungen. Dann die Alpha-Spiele und schließlich die Spiele um den dritten Teil, die einerseits eine neue Generation an Kämpfern und wunderschönes Pixel-Art bot, mit denen die Reihe aber auch wegen der damaligen 3D-Konkurrenz bis zum vierten Teil stark an Popularität verloren hatte.

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Zwerg-im-Bikini: Dafür, dass ich die Mario Party Reihe nicht sonderlich mag, hat mir der Switch Ableger überraschend viel Spaß gemacht. Der extrem hohe Glücksfaktor nervt mich zwar immer noch, und wahrscheinlich wird er immer dazu gehören. Aber wenn die Minispiele schon kaum Relevanz für die Endwertung haben, sollen sie wenigstens unterhalten – und das gelingt hier wirklich gut. Bisher mein Lieblingsteil von denen, zu denen ich mich habe überreden lassen.

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Zwerg-im-Bikini: Dafür, dass ich die Smash Bros. Reihe nicht sonderlich mag, hat mir der Switch Ableger überraschend viel Spaß gemacht. Also, die Musik. Es sind über 800 Minuten an Soundtracks zu den unterschiedlichsten Videospielen dabei! Das sind EINE MENGE! Ein Kauf lohnt sich also schon alleine deshalb, um bequem auf eine umfangreiche Soundtrack Sammlung zugreifen zu können. Und vom Titelsong habe ich sowieso einen Ohrwurm.

Le Don: Es gibt wenig neues, was ich zum neuen Smash Bros. sagen könnte – Smash Bros. ist Smash Bros. Aber der irrwitzige Anteil an Charakteren aus den vorherigen Spielen plus DLC-Figuren wie Ryu, Cloud oder Bayonetta (weitere Charaktere folgen als DLC), die Stages, eine Musikauswahl, wegen der man die Switch als Radio verwenden kann, und der Spirit-Mode mit Figuren aus ganz anderen Spielen – man kann wirklich sagen, dass Super Smash Bros. Ultimate der spielgewordene Liebesbrief an Videospiele ist.

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Pascal: Was der Prolog zu Life is Strange 2 mit dem Spiel zu tun hat, kann ich noch nicht sagen. Aber als eigenständiges, kurzes Spiel über die Erfahrung eines Jungen und seines alkoholabhängigen Vaters nach dem Unglück der Mutter funktioniert Captain Spirit sehr gut.

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Le Don: The Council hat wirklich tolle Ideen, die aber auch nicht besonders gut umgesetzt wurden. Es ist kein schlechtes Spiel, aber es zeigt sich halt, dass Ideen alleine keine großartigen Spiele machen und The Council macht aus seinen Ideen einfach zu wenig. Klarer Durchschnitt und das Gegenbeispiel, wie tolle Ideen ein großartiges Spiel machen, sieht man bei Return of the Obra Dinn.

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Urs: Swery hat es einfach drauf. Während große Teile der Spieleindustrie einen kugelrunden AAA-Köttel nach dem anderen rauspressen, hat der sympathische Game-Designer mit dem Hang zu Twin-Peaks-Referenzen immer wieder Interessantes und Abwegiges auf Lager. Nachdem The Missing in Deutschland nur mit Verzögerung (und im PSN überhaupt nicht) erschienen ist, blieb es hierzulande etwas still um sein neustes Werk. Völlig zu Unrecht! Denn zusätzlich zu der cleveren Spielmechanik wird hier eine der schönsten Geschichten des Videospieljahres erzählt, sodass ich allen Leuten mit einer Switch, einer Xbox One bzw. einem nicht deutschen PSN-Account nur raten kann, The Missing unbedingt nachzuholen, es lohnt sich! Trotz kleinerer Schwächen ganz klar Silber.

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Jens: Huch, VR! Seit Resident Evil aus dem Januar 2017 und mit Abstrichen seit Skyrim VR spielte ich kein derart komplettes VR-Spiel mehr. The Persistence macht kaum etwas neu – es gilt alleine auf einer Raumstation rumzutigern und das Ding wieder flott zu machen – aber dabei so vieles anders. Das fängt damit an, dass man Klon (mehrerer Charaktere) unterwegs ist und nicht aus virtuellem Fleisch und Blut besteht. Und schneller als in The Persistence „stirbt“ man kaum, was mich aber nicht frustrierte.
Denn nach jedem „Tod“ geht die aktuelle Aufgabe von neuem los, nur ist das Schiff nicht mehr so ganz identisch mit dem Schiff vor dem letzten Dahinscheiden des Klons. Schuld daran ist das Schwarze Loch in unmittelbarer Nähe, was an sich abstrus und bemüht wirkt, aber dem Spiel extrem guttut.
Ein Highlight ist The Persistence aber vor allem aufgrund der Atmosphäre. Das Spiel atmet VR, es ist bestens auf ein VR-Erlebnis in Optik und Akustik abgestimmt und daher echt zum Fürchten, auch wenn schlichtweg nichts passiert. Für frontale Immersion hat The Persistence eine Bestnote verdient.

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Pascal: Polizeigewalt, Alkoholmissbrauch, Dienstverweigerung, Rassismus. Was nach einem ganz normalen Tag in niederbayerischen Präsidien klingt, ist auch in der fiktiven amerikanischen Kleinststadt von This is the Police 2 üblich. Als Sheriff wider Willen versuche ich, kleinere Verbrechen ohne nervösen Triggerfinger aufzulösen oder ich gebe mich dem Druck hin und steche den obdachlosen Taschendieb auf der Flucht bedauerlicherweise ab. Warum eigentlich gehören Messer und geladene Schusswaffe zur Standardausrüstung jedes Streifenbullen im Spiel, Schlagstock und Pfefferspray müssen aber erst einmal eingekauft und rationiert werden? This is the Police 2 tut weh, nicht nur den Verbrechern, und das ist gut so, denn das unangenehme Setting passt hervorragend zu dem an XCOM angelehnten Rundentaktik-Gameplay.

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Die Grauen Wächter Manhattans
Pascal: Wadjet Eye Games kann nichts falsch machen. Unavowed ist der Nachfolger der großartigen Blackwell-Reihe und macht aus Point & Click-Stereotypen ein mehrfach spielbares Entscheidungsfest, dass mehr an Dragon Age: Origins als an Monkey Island erinnert. Auch hier, wie bei Lamplight City, stammt die Optik wie gewohnt aus der Feder von Ben Chandler. Und während sie bei mir in LC keinen Blumentopf gewinnen konnte, bin ich ganz verzaubert von Unavowed’s glühenden Himmeln und wabernden Dämonensiegeln.

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„Stepping as lightly as a feather, and yet not falling like one“
Le Don: Ja, das versuchen wir nochmal, wenn die angekündigten Updates durch sind. Immerhin soll es nun ein vernünftiges Speicher-System geben.

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Hätte ich damit rechnen können?
Pascal: Ein ganz wunderbares modernes Point & Click aus deutschem Haus. Weniger die klassischen Mechaniken machen dieses Spiel aus als vielmehr die wirklich witzigen Dialoge der authentisch wirkenden Charaktere. Hier kommen britischer und deutscher Humor zusammen und das ist eine sehr gute Sache.

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Best of Weltkrieg, Worst of Weltkrieg
Pascal: Dieser Nachfolger ist seinem Vorgänger wirklich gerecht geworden. VC4 macht alles besser, was Valkyria Chronicles damals schon gut mache, und integriert jede Menge intelligenter Mechaniken aus den beiden PSP-Teilen, die im Westen keine Sau gespielt hat. In den fast 100 Stunden, die ich das Spiel gespielt habe, habe ich zwar alle Karten und Zwischensequenzen gesehen, Waffen farmen könnte ich aber immer noch, wenn ich wollte. Und sobald die DLC-Inhalte alle vorhanden sind, will ich auch.

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Erst kommt das Saugen, dann die Moral
Jens: Es gibt Videospiele, bei denen fremdelt man direkt und diese Distanz löst sich dann nicht mehr auf. Bei Vampyr werde ich das Gefühl nicht los, dass es eigentlich ein durchaus gutes, wenn auch nicht überragendes Spiel ist. Nur ging es an mir vorbei oder ich an dem Spiel, wie auch immer.
Mir war der Quasi-Held ziemlich unsympathisch, was aber nicht so dramatisch ist. Das Setting ist gelungen und die Grundidee sowieso gut. Nur – Problem, Problem – war das mit dem Gameplay so eine Sache. Ist es bei RDR 2 auf seine Art auch, natürlich, nur reicht Vampyr diesbezüglich in seinen besten Momenten nicht an die schlechtesten von RDR 2 heran. Dass ich nach jeder megahakeligen Auseinandersetzung einfach nur froh war, sie überstanden zu haben, kann es nicht sein, zumindest nicht für mich.

Pascal: Vampyr hätte dieses Jahr auf dem Treppchen landen müssen. Leider hat sich DONTNOD, anstatt sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und Setting und Dialoge auszubauen, dem typischen Open Word-Muster hingegeben und ein Kampfsystem eingebaut, dass irgendwo zwischen langweilig, unfair und unfertig pendelt. Man kann durchaus behaupten, dass diese Entscheidung das Spiel komplett kaputt gemacht hat. Weil aber die aufgebaute nächtliche Welt von London, die Charaktere, die Panoramen und die Geschichten dennoch so wunderbar sind, habe ich Vampyr in mein Herz geschlossen. Ich hoffe, DONTNOD lernen daraus und machen es beim nächsten Mal besser, dann reicht es vielleicht auch für die Top 3.

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Kurz, aber dafür dünn
Pascal: Menschen, die beim Anblick von dickschultrigen Space Marines nicht in schallendes Gelächter ausbrechen, kann ich nicht ernst nehmen. Jaja, Warhammer war irgendwann einmal satirisch gemeint, aber die mittlerweile bierernste Befeierung ultramaskuliner Anabolikamonster spielt so gut in das Narrativ einer im Internet allgegenwärtigen Gruppe verachtenswerter Menschen, dass die Ausrede “Alles nur Spaß!1!” echt nicht mehr zieht. Zum Wohle der Menschlichkeit: Macht den Space Marine-Figürchenschubsern klar, dass ihr über sie lacht, und nicht mit ihnen.
(Gladius ist übrigens ein passabel hübsches 4X-Spiel, dass ausschließlich aus Kampfmechaniken besteht, die leider nicht gut funktionieren. Man muss es also auch als Warhammer 40.000k-Fan nicht unbedingt spielen. Hab euch lieb, Warhammerheads.)

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Zwerg-im-Bikini: Nintendos Handheld ist nicht tot zu kriegen, auch wenn ich mir dieses Jahr nur ein einziges 3DS Spiel gekauft habe. Dieses war WarioWare Gold, weil ich schon ewig auf einen vollwertigen neuen Teil der Reihe warte, und mir dachte, dass ich das Nintendo am besten mit Hilfe meines Geldbeutels mitteile. Wirklich neu sind die wenigsten der Microgames, denn WarioWare Gold ist in erster Linie ein Best Of vergangener Teile. Wer allerdings gerne Rekorde jagt, bekommt hier eine Menge Content geboten. Perfekt für zwischendurch.

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Urs: Ziiiiiiiuuuuuuuuuuuu… WipEout hat mir schon auf der PS1 Spaß gemacht und jetzt wurde der PS4 mit der Omega Collection endlich eine eine eigene Ausgabe des Zukunfts-Pseudo-Mario-Karts spendiert. Zwar handelt es dich dabei nur um eine Zusammenstellung alter Spiele, diese wurden technisch aber auf den neuesten Stand gebracht und bietet das bisher fetteste Paket an Strecken und Gleitern. Dass ich für flotte Rennspiele anscheinend langsam zu alt werde, erwähnte ich bereits weiter oben. Spaß hatte ich trotzdem.

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Jens: Yeah! Karambolagen, Unfälle, Chaos, zerbeultes Blech und kindisch geführte Duelle auf Pisten, die komplett auf Krawall gebürstet wurden. Wer sowas mag, also eher nicht die Rennsimulation, sondern assig durch die Gegend zu knattern, der ist bei Wreckfest extrem gut aufgehoben.
Nach einer ersten belustigten Begeisterung ließ mein Enthusiasmus zwar schnell nach, aber einen freundlichen Klaps erhält Wreckfest dennoch, weil es als Rennspiel völlig aus der Zeit gefallen ist. Ich befürchte, die Verkaufszahlen belegen meine Einschätzung. Aber sowas wie Wreckfest als Entwickler durchzuziehen, ist trotzdem aller Ehren wert.

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Pascal: WTWTLW ist sicherlich mein größtes Versäumnis dieses Jahr. Obwohl ich die Ästhetik und insbesondere die Musik so liebe, dass ich mir ohne zu zögern die Schallplatte zum Spiel bestellt habe, konnte ich mit dem langsamen Geschichtenerzählen und Wandern nicht so recht warm werden, sodass ich das Spiel nach wenigen Stunden abgebrochen habe. Für einige Stunden mehr hätte ich daran sicher Spaß finden können, aber mir ist WTWTLW mit guten 12 Stunden einfach zu lang.

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Chris: XC2 ist im Dezember 2017 erschienen und hat es wegen seines Umfangs nicht mehr in den Polyreuxblick 2017 geschafft. Es ist ein JRPG voller Macken: Viele Charaktere sind optisch übersexualisiert. So einige Spielsysteme – beispielsweise die Field Skills, die man bei der Erkundung braucht und die einen später im Spiel häufig zwingen, für kurze Kraftproben seine komplette Gruppe umzustellen – täuschen Spieltiefe nur vor, sind aber nicht viel mehr als lästige Klickarbeit in nicht zu Ende gedachten Menüs. Die letzten Tutorialmeldungen bekommt man erst nach über 20 Spielstunden zu sehen, und erst danach entfalten die Kämpfe ihre volle taktische Tiefe. Trotzdem hätte XC2 im letzten Polyreuxblick von mir Silber bekommen, hätte ich es schon durchgespielt gehabt! Wegen seines unverbrauchten Szenarios, seiner gegen Ende immer mehr an Spannung zulegenden Story, seinen sympathischen Charakteren und den taktischen Kämpfen. Der Patch-Support 2018 war hervorragend, bereinigte die größten Bedienungshindernisse, lieferte neue Quests, Charaktere und einen New Game Plus-Modus.

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Chris: Die Erweiterung zu Xenoblade Chronicles 2 ist 2018 auch als eigenständiges Spiel veröffentlicht worden. Das Kampfsystem wurde im Vergleich zum Hauptspiel verbessert, ebenso viele weitere Spielsysteme. Das Einzige, was mich daran hindert, zu empfehlen, Torna sogar noch vor dem Hauptspiel zu spielen, ist, dass die Story der Erweiterung einige Wendungen in der Geschichte des Hauptspiels spoilert. Davon abgesehen ein mit 25 Stunden Spielzeit äußerst umfangreiches und gut gelungenes AddOn, wie man es in den letzten Jahren selten gesehen hat, abgesehen vielleicht von den AddOns zu Witcher 3.

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Urs: Yakuza ist immer gut! Und da ich aufgrund Zeitmangels keine Muße für den ebenfalls erschienenen sechsten Teil der Reihe hatte, begnügte ich mich mit der Neuauflage des zweiten, ursprünglich auf der PS2 veröffentlichten Teils. Da für dieses die aktuelle Yakuza-Engine eingesetzt wurde, hebt es sich technisch deutlich vom Remake des ersten Teils ab und sieht nicht nur hübscher aus, sondern spielt sich auch dynamischer. Dass Inszenierung und Geschichte wieder Mal vom Feinsten sind, muss nicht extra betont werden, wird es aber trotzdem. Aufgrund dieser Vorzüge und dem Umstand, dass 2018 sonst nichts von Format erschienen ist, gebe ich Gold, Gold, Gold!

Le Don: Nachdem ich vor genau einem Jahr mit Yakuza Kiwami mein erstes Yakuza gespielt habe, ist die Reihe für mich so etwas wie ein Wohlfühlort geworden. Die verrückten Charaktere, die Authentizität der Stadt (trotz der verrückten Charaktere) und ein Protagonist, der selbst in den seltsamsten Situationen (Männer in Windeln, ein Pinkel-Spiel auf dem Klosett, Fotoshooting mit einem Mann in Tanga) seinen ernsten Gesichtsausdruck nicht verliert. Ja, es ist die Ernsthaftigkeit auf der einen Seite und der völlige Quatsch auf der anderen, die sich beide einvernehmlich die Hand reichen.
Und ich habe als Manager so absurd viel Zeit in dem Hostessen-Club verbracht.


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4 Kommentare

  1. Timberfox13 - 02.01.2019 09:14

    CrossCode?

    Hat denn hier keiner CrossCode gespielt?

    CROSSCODE?

  2. Urs - 04.01.2019 12:50

    Gibt es noch nicht für Konsolen! :D

  3. Timberfox13 - 04.01.2019 14:40

    I know, I know…

    War aber sehr heiß auf Below, hab festgestellt dass mein PC nicht stark genug ist (stürzt ab, wenn ich den Strand betrete und mein Schwert schwinge => refund) und hab dann gesehen dass CrossCode auf GOG im Angebot is.

    Und leck mich am Arsch, das fetzt wie Sau.
    Auf sowas hab ich seit Jehren gewartet.

    Grafik vom SNES,
    Movement, das einfach nur so flutscht (weiß nicht, wie ichs beschreiben soll, fühlt sich wirklich gut an),
    Direkte Kampfsteuerung,
    Puzzle(!)Dungeons,
    Endgegner, bei denen ich das Gelernte aus den Dungeons anwenden muss und die keine reinen Bullet-Sponges sind UND auch noch gut designt sind,
    Erstaunliche Vertikalität für ein 2D Iso-Spiel,
    Knuffiges Pseudo-MMORPG-Setting mit Party-Mitgliedern die sich nicht wie Vollhonkos anstellen und und und

    Wollte wie gesagt auch auf ne PS4 Fassung warten aber hab nicht bereut, es mir doch geholt zu haben.

    Ach ja, am PC kann ich ein XBox360 Pad benutzen, dass passt für mich überraschenderweise für CrossCode wesentlich besser als das DualShock.

    P.S: sorry wenn ich hier eure Jahresabschlusskommentarsektion entere um ein Spiel anzupreisen aber sonst schreibt ja eh keiner :)
    Wo kein Ankläger…

  4. Chris - 05.01.2019 18:43

    Klingt gut!

    Recettear fand ich ja immer allererste Sahne („Capitalism, ho!“ – siehe Jahresrückblick von 2010 und die Kommentare dazu). Moonlighter sah für mich deshalb zwar grundsätzlich interessant aus, ich konnte nach anderen Reviews aber nie so genau sagen, wie sehr es in die Recettear-Richtung geht. Danke, Pascal! Wird gekauft!

    „Yepperoni! Easy as pie!“

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